Marktberichte Januar 2019

Marktberichte Januar 2019

Aktien: Kräftige Kursgewinne zum Jahresauftakt

Renten: Umfangreiche Neuemissionen

Aktienmärkte: Nach einem schwachen Dezember führte die bislang als ordentlich zu bezeichnende Berichtssaison zum vierten Quartal und die defensive Rhetorik der US-Notenbank Fed zu deutlichen Kursgewinnen sowohl in den USA als auch im Euroraum.

Rentenmärkte: Die US-Notenbank war nach einem holprigen Jahresauftakt auch Treiber an den Rentenmärkten. Die Emittenten nutzten die gute Stimmung zur Platzierung zahlreicher Neuemissionen. Rentenpapiere aus den USA und dem Euroraum verbuchten Kursgewinne.

Die Aktienmärkte

Europa

Hervorragender Jahresstart an Europas Aktienmärkten

Auf die deutlichen Verluste am europäischen Aktienmarkt im Dezember folgten kräftige Kursgewinne im Januar. Der EURO STOXX 50-Index gewann 5,3 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index legte 6,2 Prozent zu. Die im MSCI Europe Small Cap-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung verbuchten sogar Zuwächse in Höhe von 8,1 Prozent.

Dabei kamen von konjunktureller Seite eher negative Impulse. Nach wie vor schwächt sich das globale Wachstum ab, dazu trägt auch Europa bei. Beispielsweise zeigte die Schnellschätzung des Einkaufsmanagerindex der Eurozone eine weitere Eintrübung an: Der Indikator für die gesamte Wirtschaft des Währungsraums fiel im Januar auf ein 66-Monatstief und lag damit unter den Erwartungen der Marktteilnehmer.

Gleichzeitig ging das Brexit-Drama weiter: Der von Premierministerin Theresa May mit der Europäischen Union (EU) ausgehandelte Scheidungsvertrag wurde in der Abstimmung am 15. Januar vom britischen Unterhaus mit großer Mehrheit abgelehnt. Das anschließende Misstrauensvotum konnte May zwar für sich entscheiden. Doch auch der von ihr wenige Tage später vorgelegte „Plan B“ sorgte für breite Enttäuschung. Nachverhandlungen mit der EU stehen nun auf dem Plan und die Zeit drängt. Trotzdem zeigte sich der britische Aktienmarkt robust: Der FTSE 100-Index gewann 3,6 Prozent.

Die positive Marktreaktion im Januar ist insbesondere auf die Geldpolitik in den USA und der Eurozone zurückzuführen. Die Währungshüter zeigten sich weniger restriktiv als noch Ende 2018. Sie betonten, die jüngste konjunkturelle Schwäche anzuerkennen und signalisierten Bereitschaft, ihre geldpolitische Straffung auszusetzen oder der Wirtschaft bei Bedarf sogar mit konjunkturstimulierenden Maßnahmen zur Seite zu stehen. Die Marktteilnehmer honorierten diese Vorgehensweise mit Aktienkäufen. Auch Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit trieben die Börsen an.

Mit Brexit, Handelsstreit und globaler Wachstumsschwäche sind nach wie vor einige Belastungsfaktoren vorhanden. Die europäischen Börsen dürften sich daher in den kommenden Wochen schwankungsanfällig zeigen.

Deutschland

Deutsche Aktien mit starkem Jahresauftakt

Deutschlands Aktienmärkte sind fulminant in das neue Börsenjahr 2019 gestartet. Dem DAX 30-Index mit den größten deutschen Unternehmen gelang im Januar der Sprung über die 11.000 Punkte-Marke und konnte damit die Verluste aus dem Dezember größtenteils wieder wettmachen. Das Börsenbarometer verzeichnete auf Monatssicht einen Kurszuwachs von 5,8 Prozent. Auch der MDAX-Index mit Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung legte mit 9,7 Prozent kräftig zu. Die im SDAX-Index geführten kleineren Firmen schlossen sogar 11,0 Prozent fester. Die im TecDAX-Index gelisteten Technologieunternehmen verbuchten Kursgewinne von 5,6 Prozent. Mit diesem starken Jahresauftakt reihen sich die deutschen Aktienmärkte in den globalen Börsentrend ein.

Während des gesamten Monats belasteten Sorgen um die sich eintrübende Weltwirtschaft die Stimmung der Anleger. Die inländische Industrieproduktion fiel schwächer aus als erwartet und der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie fiel zum ersten Mal seit vier Jahren unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Außerdem verzeichnete die Erwartungskomponente des ifo-Geschäftsklimaindex den schlechtesten Wert seit 2012. Während die Automobilbranche schon länger mit dem Dieselskandal kämpft, leiden nun auch die Chemiebranche und der Maschinenbau unter der sich verlangsamenden Weltkonjunktur. Auf (wirtschafts-)politischer Ebene wirkten sich besonders zu Beginn des Monats die Unsicherheit über die weiteren Entwicklungen beim Brexit und im Handelsstreit zwischen den USA und China negativ auf die deutschen Börsen aus. Die positive Marktreaktion ab der Monatsmitte ist insbesondere auf die Geldpolitik in den USA und der Eurozone zurückzuführen. Die Währungshüter betonten, die jüngste konjunkturelle Schwäche anzuerkennen und signalisierten Bereitschaft, ihre geldpolitische Straffung auszusetzen oder der Wirtschaft bei Bedarf sogar mit konjunkturstimulierenden Maßnahmen zur Seite zu stehen.

In den kommenden Wochen wird entscheidend sein, wie sich das konjunkturelle Umfeld weiterhin entwickelt und wie es beim Handelskonflikt zwischen den USA und China weitergeht..

Osteuropa

Guter Jahresauftakt an Osteuropas Aktienmärkten

Die osteuropäischen Aktienmärkte konnten sich im Januar von ihren Verlusten im Dezember erholen. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index gewann in Lokalwährung 6,6 Prozent. In US-Dollar gerechnet lag der Zugewinn bei 10,7 Prozent. Während sich das globale Konjunkturumfeld weiter eintrübte, sorgte insbesondere die US-Geldpolitik für Auftrieb.

Nachdem die US-Notenbank auf ihrer Dezember-Sitzung noch restriktiv auftrat, ließen die Währungshüter im Januar moderatere Töne verlauten. Die Notenbanker gaben an, die konjunkturelle Schwäche erkannt zu haben und zeigten sich bereit, ihren Straffungspfad langsamer zu gestalten beziehungsweise auszusetzen. Das unterstützte die globalen Börsen.

Die russischen Aktienmärkte legten in Lokalwährung 6,9 Prozent zu (MICEX-Index). Aufgrund der kräftigen Aufwertung des Russischen Rubels gegenüber dem US-Dollar (+6,6 Prozent) gewann der in US-Dollar notierende RTS-Index 13,9 Prozent an Wert. Den dortigen Börsen kam die kräftige Erholung beim Ölpreis zugute (Brent-Öl: +23,5 Prozent). Aber auch die Aufhebung der im April 2018 verhängten US-Sanktionen gegen den Aluminiumkonzern Rusal unterstützten.

Auch in der Türkei ging es mit den Kursen kräftig nach oben. Der BIST-Index gewann in Lokalwährung 14,0 Prozent. Die Währung konnte ebenfalls Gewinne verzeichnen: Die Türkische Lira legte gegenüber dem US-Dollar um 2,4 Prozent zu. Unterstützend für die Kurse wirkten neben der soliden Berichtssaison Aussagen der türkischen Zentralbank. Zwar hatte diese auf ihrer Januar-Sitzung die Leitzinsen erneut unangetastet gelassen, doch die Währungshüter betonten, dass es zu keiner raschen Abkehr von ihrer straffen Zinspolitik käme. Aufgrund der hohen Inflationsrate ist eine restriktive Geldpolitik angebracht.

Daneben konnten sich auch die Aktienmärkte in Polen (WIG-Index: +4,6 Prozent), Ungarn (BUX-Index: +4,4 Prozent) und Tschechien (PX-Index: +5,8 Prozent) im Januar gut behaupten.

An den osteuropäischen Börsen könnte es aufgrund der globalen Wachstumsschwäche in den kommenden Wochen zu Schwankungen kommen. Der Fortgang der US-Geldpolitik wird ebenso ein wichtiger Einflussfaktor sein.

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USA

US-Börsen gehen stark ins neue Jahr

Die Aktienmärkte in den USA haben dem schwachen Dezember einen überdurchschnittlich guten Januar folgen lassen. Unter dem Strich kletterte der Dow Jones Industrial Average um 7,2 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 7,9 Prozent.

Nach den heftigen Verlusten zum Jahresende setze sich am Markt offenbar die Erkenntnis durch, dass die Abverkäufe eine Übertreibung dargestellt hatten. Investoren hatten den schwächsten Dezember seit den 1930er Jahren gesehen. Dementsprechend stiegen die Kurse im Januar quer durch alle Branchen. Besondere Stärke zeigten die Sektoren Luftfahrt und Verteidigung, Energie und Banken.

Unterstützt wurden die Notierungen von einer eher defensiven Rhetorik der US-Notenbank Fed sowie einem zufriedenstellenden Start der Unternehmen in die Berichtssaison zum Schlussquartal 2018. Nachdem knapp die Hälfte der 500 Mitglieder im S&P 500-Index ihre Berichte vorgelegt hat, konnten gut 60 Prozent der Konzerne die Umsatzerwartungen und 73,1 Prozent die Gewinnschätzungen der Analysten übertreffen. Die Zahlen sind besser als von vielen Experten erwartet, im Vergleich zu den vorherigen Quartalen der vergangenen zwei Jahre aber eher unterdurchschnittlich.

Bereits früh im Jahr gab es schlechte Nachrichten des Technologie-Riesen Apple, der die Märkte mit einer Gewinnwarnung schockte. Grund für die verfehlten Erwartungen war laut Apple-Chef Cook eine unerwartet starke Abschwächung in den Schwellenländern, insbesondere in China. Vor allem die Nachfrage nach dem iPhone, welches insgesamt 60 Prozent der Erlöse repräsentiert, sank aufgrund der hohen Preise der Apple Produkte bei gleichzeitig steigendem Konkurrenzdruck. Die Aktie gab unmittelbar nach der Nachricht gut acht Prozent ab, drehte dann im Monatsverlauf wieder ins Plus. Unter dem Strich stand für den Januar ein Zugewinn von gut fünf Prozent.

Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass die Wachstumsdynamik in den USA an Stärke verliert. Zudem dürften die globale politische Unsicherheit und der von den Vereinigten Staaten ausgehende Handelskonflikt immer wieder für Schwankungen sorgen.

Fernost

Gelungener Jahresstart in Asien

Die Börsen der asiatischen Schwellenländer haben die Verluste aus dem Vormonat ausgeglichen und deutliche Kursgewinne erzielt. Unter dem Strich stand beim MSCI Far East ex Japan-Index in lokaler Währung ein Plus von 8,1 Prozent.

Für Erleichterung unter den Investoren sorgten unter anderem Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China, nachdem sich beide Konfliktparteien wieder etwas annähern konnten. Im Zentrum stand zudem die US-Notenbank Federal Reserve, die hinsichtlich ihrer Geldpolitik im Berichtsmonat etwas sanftere Töne anschlug. Offensichtlich könnte der Zinserhöhungspfad der Währungshüter deutlich flacher ausfallen, als noch im Dezember erwartet worden war. Steigende Zinsen in den USA stellen für die aufstrebenden Volkswirtschaften in der Regel ein Problem dar, da sie den US-Dollar gegenüber den Schwellenländerwährungen aufwerten lassen und sich dadurch die Refinanzierungskosten erhöhen.

Für Unsicherheit sorgt nach wie vor die konjunkturelle Lage in China. Im Januar gaben die Frühindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe weiter nach. Hinzu kommen sinkende Inflationsdaten. Dem stehen beispielsweise verbesserte Daten zur Kreditvergabe gegenüber. In dieser Gemengelage konnte der Shanghai Composite-Index mit den übrigen asiatischen Börsen nicht Schritt halten und verbesserte sich lediglich um 3,6 Prozent. In Hongkong stieg der Hang Seng Composite-Index um 8,1 Prozent.

Die Leitindizes in den übrigen asiatischen Schwellenländern verzeichneten überwiegend Kursgewinne: Indonesien (5,5 Prozent), Thailand (5,0 Prozent), Singapur (4,0 Prozent) und Taiwan (2,1 Prozent) legten vergleichsweise kräftig zu. Die Märkte in Indien litten unter der Haushaltsdebatte und den anstehenden Wahlen, sie stiegen im Januar lediglich um 0,1 Prozent. In Malaysia fielen leichte Verluste an (- 0,4 Prozent).

Der weitere Fortgang der handelspolitischen Spannungen dürfte die Volkswirtschaften Asiens je nach Eskalationsniveau mehr oder weniger stark belasten. Auch die schwächelnde globale Konjunktur könnte in den kommenden Monaten für Schwankungen an den Börsen führen.

Japan

Freundlicher Jahresauftakt am japanischen Aktienmarkt

Nach den deutlichen Kursrückgängen im Vormonat konnten sich die japanischen Aktienmärkte im Januar deutlich erholen. Der NIKKEI 225-Index legte in lokaler Währung um 3,8 Prozent zu. Der marktbreitere TOPIX-Index stieg im Berichtszeitraum um 4,9 Prozent. Der weltweite Aktienmarkt, gemessen am MSCI World-Index, entwickelte sich mit einem Wertzuwachs von 7,1 Prozent deutlich besser als die Börsen in Japan. Mit der Aussicht auf ein niedrigeres Zinsniveau trieb die Fed das globale Risikosentiment. Die Währungshüter kündigten an, bei Bedarf mittelfristig eine restriktivere Zinspolitik zu betreiben und geplante Zinserhöhungen möglicherweise auszusetzen.

Aufgrund der eingetrübten globalen Konjunkturaussichten gingen die japanischen Exporte im Dezember zurück. Die Ausfuhren verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent. Experten hatten lediglich einen Rückgang von 1,8 Prozent erwartet. Exporte nach China, dem wichtigsten Handelspartner Japans, verringerten sich sogar um sieben Prozent. Eine schwache Nachfrage herrschte vor allem im Bereich Maschinen, Halbleiter und Handys, ein Indikator für eine Investitions- und Konsumschwäche der Chinesen. Auch die japanische Notenbank zollte den schwächeren Wachstumsperspektiven Tribut: Sie senkte die BIP-Prognose für das im März endende Fiskaljahr von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent.

Hinweise auf Zugeständnisse im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie solide Konzernergebnisse im Rahmen der Berichtssaison zum abgelaufenen Geschäftsquartal sorgten indes für Auftrieb im japanischen Unternehmenssektor. Der Hersteller für Elektronik Komponenten, Tokyo Electron Ltd., legte im Berichtszeitraum nach den starken Kursverlusten im Vormonat um 24,9 Prozent zu. Auch die Titel des Telekommunikationsdienstleister Softbank Group Corp. kletterten 16,7 Prozent, nachdem es seit dem Beginn des vierten Quartals 2018 scharf abwärts ging.

Trotz des starken Jahresanfangs werden sich Investoren weiterhin auf die weltweite Konjunkturentwicklung und die handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und Japans wichtigstem Handelspartner, China, fokussieren.

Weltweit

Globale Börsen starten mit deutlichem Plus ins neue Jahr

Nach den spürbaren Kursverlusten im Dezember konnten sich die globalen Aktienmärkte im Januar von ihren Tiefständen erholen und erfreuliche Kurszuwächse verzeichnen. Im Monatsvergleich legte der MSCI World-Index in lokaler Währung deutlich um 7,7 Prozent zu. In den USA entwickelte sich der Dow Jones Industrial Average mit einem Plus von 7,2 Prozent, der marktbreiten S&P 500-Index kletterte um 7,9 Prozent.

Nach einem insgesamt sehr schwachen Jahr 2018 starteten die globalen Aktienmärkte verhalten ins neue Kalenderjahr. Neben den anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten belasteten zudem bestehende Sorgen um eine schwächelnde Weltwirtschaft das Marktgeschehen. Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine Erholungsbewegung ein, die vor allem durch eine eher defensive Rhetorik der US-Notenbank Fed ausgelöst wurde. Weitere Aufwärtsimpulse gab es durch einen zufriedenstellenden Start der Unternehmen in die Berichtssaison zum Schlussquartal 2018. Nachdem knapp die Hälfte der 500 Mitglieder im S&P 500-Index ihre Berichte vorgelegt hat, konnten gut 60 Prozent der Konzerne die Umsatzerwartungen und 73,1 Prozent die Gewinnschätzungen der Analysten übertreffen.

Die europäischen Börsen verzeichneten ebenso erfreuliche Wertzuwächse. Der EURO STOXX 50-Index entwickelte sich mit einem Plus von 5,3 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index legte um 6,2 Prozent zu. Im Fokus der Anleger stand zuletzt die Abstimmung des britischen Unterhauses über den Scheidungsvertrag Großbritanniens mit der Europäischen Union. Da ein Scheitern des Abkommens erwartet wurde, waren die Reaktionen an den Kapitalmärkten kaum negativ. Viele Indizes verbuchten sogar Kurszuwächse.

An der Börse in Tokio fielen die Gewinne nicht ganz so deutlich aus. Der Nikkei 225-Index legte um 3,8 Prozent zu. Dagegen gewannen die Schwellenländerbörsen gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung deutlich 8,7 Prozent hinzu.

Neben Anzeichen einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik dürften zudem anhaltende geopolitische Risiken immer wieder für Schwankungen an den Börsen sorgen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Hohe Nachfrage nach neuen Anleihen

In den ersten Handelstagen des neuen Jahres war die Risikoaversion der Anleger zunächst noch hoch. Doch schon kurze Zeit später signalisierte die US-Notenbank Fed eine mögliche Pause in ihrem Zinserhöhungszyklus. Anleger preisten letztlich sogar sämtliche Zinsschritte für dieses Jahr aus. In Kombination mit den schwachen Konjunkturdaten ging die Furcht vor steigenden Renditen merklich zurück und es entwickelte sich eine große Nachfrage seitens der Anleger. In den darauffolgenden Wochen waren dabei vor allem jene Anleihen gesucht, die zuvor stark unter Druck geraten waren. Die als sicher geltenden Staatsanleihen aus den Kernländern sahen sich daher zunächst Kursverlusten gegenüber. Für Papiere aus den Peripherieländern ging es hingegen aufwärts. Hier half auch, dass die Diskussion um den italienischen Haushalt gänzlich verstummte.

Viele Emittenten nutzten den Risikoappetit der Investoren, um am Markt neue Papiere zu platzieren. Die Nachfrage danach war derart hoch, dass manche Emissionen um ein Vielfaches überzeichnet waren. In diesem Umfeld konnten die italienischen Schuldenmanager daher bereits mehr Mittel als erhofft einwerben. Gegen Monatsende machte sich auch Griechenland den Anlagenotstand zunutze. Letztlich war die Anleihe um ein Vielfaches überzeichnet. Griechenland konnte auf einen Schlag mehr als ein Drittel seines gesamten geplanten Emissionsvolumens für 2019 einsammeln.

Die Geschehnisse rund um den Brexit haben zum Monatsende dann auch wieder Kernanleihen gestützt. Das britische Parlament will das Vertragswerk nachverhandeln. Vertreter der Europäischen Union (EU) haben dem Wunsch einmal mehr eine Absage erteilt. Darüber hinaus gäbe es auch keine Bestrebungen für einen Sondergipfel. Das Risiko eines harten Brexits wächst somit, wenngleich sowohl die EU als auch die britische Regierung erklärt haben, dies unbedingt verhindern zu wollen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index legte der Gesamtmarkt im Januar um 1,1 Prozent zu und machte damit die Verluste aus dem Vormonat wieder wett.

Euro-Outs

Erholung an den europäischen Rentenmärkten durch gestiegene Risikobereitschaft

Die europäischen Rentenmärkte, bestehend aus Nationen ohne die Gemeinschaftswährung Euro, profitierten von der gestiegenen Risikobereitschaft diverser Investoren. Die als sicher geltenden Schuldverschreibungen der Schweiz handelten nahezu unverändert. Ein Indikator dafür, dass risikoreichere Anlagen im Berichtszeitraum stärker nachgefragt wurden. Das Aussetzen des Zins-Autopiloten seitens der US-Notenbank Federal Reserve, die Beendigung des US-Regierungsstillstandes sowie der gestiegene Optimismus hinsichtlich der Handelsgespräche zwischen den USA und China nutzten die Investoren um risikoreichere Anlagen nachzufragen.

Von dieser Entwicklung profitierten vor allem die Schuldverschreibungen aufstrebender Volkswirtschaften. Allen vorweg die Rentenpapiere der Türkei mit einem Renditerückgang von über zwei Prozent. Auch russische Gläubigerpapiere konnten ordentliche Kurszuwächse verzeichnen, die letztlich in einem Renditerückgang mündeten. Für Rückenwind sorgte dabei vor allem der starke Anstieg des Rohölpreises, da dieser essentiell für einen Großteil der russischen Haushaltseinnahmen ist. Ergänzend dazu ging es auch für den Russischen Rubel aufwärts. Die Währung des flächenmäßig größten Landes der Erde verabschiedete sich mit einem Plus von 6,8 Prozent aus dem Januar. Anleihen des nordeuropäischen Landes Schweden handelten aufgrund einer schwächelnden Konjunktur ebenfalls fester. Zu dem wies die Schwedische Krone den schlechtesten Jahresauftakt seit 1993 auf. Durch die Konjunkturschwäche preiste der Markt bei der als sicherer Hafen geltenden Währung die Hoffnung einer Leitzinserhöhung im Februar aus. Der Euro konnte gegenüber der Schwedischen Krone im Januar knapp zwei Prozent dazugewinnen.

Rentenpapiere aus Großbritannien konnten auch einen leichten Renditerückgang verbuchen. Der von Premierministerin Theresa May ausgehandelte und am 15. Januar vom Unterhaus abgelehnte Scheidungsvertrag führte zu Flucht in die sicheren Häfen. Insgesamt ist der Ausgang des Brexits weiter unklar und die Unsicherheit der Marktteilnehmer deshalb hoch.

USA

US-Notenbank schlägt ruhigere Töne an

Anfangs setzte sich der Trend zu niedrigeren Renditen noch fort, da Anleger vor dem Hintergrund massiver Konjunktursorgen nicht bereit waren, höhere Risiken einzugehen. Innerhalb weniger Wochen war die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen daher von 3,25 Prozent auf 2,55 Prozent gefallen. Doch schon kurze Zeit später wendete sich das Blatt, als die US-Notenbank eine mögliche Pause im Zinserhöhungszyklus ankündigte. Man wolle datenabhängiger agieren, hieß es. Prompt wagten sich Anleger wieder ins Risiko und es kam zu einer Gegenbewegung. Bis zur Monatsmitte kletterte die Rendite für US-Schatzanweisungen wieder auf 2,8 Prozent.

Im weiteren Verlauf verschlechterten sich jedoch einige Konjunkturdaten. Gerade von Seiten des US-Verbrauchers - der wichtigsten Stütze der US-Wirtschaft - kamen ernüchternde Daten. Es gab allerdings auch durchaus Anlass, Trübsal zu blasen. Im Streit um die Gewährung von zusätzlichen Mitteln für den Bau einer Mauer zu Mexiko kam es zur längsten Haushaltssperre in der Geschichte der USA. In diesem Zusammenhang wurden viele Staatsbedienstete in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Finanzexperten schätzen den Schaden für die 35 Tage andauernde Blockade auf elf Milliarden US-Dollar. In der Vergangenheit ließen sich diese negativen Effekte in den Monaten danach allerdings zu großen Teilen wieder aufholen.

Zum Monatsende kamen die Renditen dann wieder etwas zurück. Auf der Sitzung der US-Notenbank betonten die Währungshüter, dass sie angesichts der globalen wirtschaftlichen Entwicklungen und dem geringen Inflationsdruck geduldig sein wollen. Notenbankchef Powell geht davon aus, dass die globale Wachstumsabschwächung und der anhaltende Handelsstreit mit China noch eine Weile für Gegenwind sorgen dürften. Damit ist eine Zinserhöhung im März nahezu ausgeschlossen. Inzwischen sind sogar sämtliche Zinsschritte für das Jahr 2019 komplett ausgepreist. In Summe legten US-Staatsanleihen damit im Januar leicht zu. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index ergab sich ein Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Weltweit

Freundlicher Monat, vor allem für risikobehaftete Papiere

Anfangs setzte sich der Trend zu niedrigeren Renditen noch fort, da Anleger vor dem Hintergrund massiver Konjunktursorgen nicht bereit waren, höhere Risiken einzugehen. Doch schon kurze Zeit später wendete sich das Blatt, als die US-Notenbank eine mögliche Pause im Zinserhöhungszyklus ankündigte. Im späteren Verlauf preisten die Marktteilnehmer die bisher angedachten Zinsschritte sogar für das gesamte Jahr aus. Man wolle datenabhängiger agieren, hieß es. Prompt wagten sich Anleger wieder ins Risiko und es kam zu einer Gegenbewegung. Im weiteren Verlauf verschlechterten sich jedoch einige Konjunkturdaten. Gerade von Seiten des US-Verbrauchers - der wichtigsten Stütze der US-Wirtschaft - kamen ernüchternde Daten. Es gab allerdings auch durchaus Anlass, Trübsal zu blasen. Im Streit um die Gewährung von zusätzlichen Mitteln für den Bau einer Mauer zu Mexiko kam es zur längsten Haushaltssperre in der Geschichte der USA. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index ergab sich ein Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Am Euro-Staatsanleihenmarkt war ein ähnlicher Verlauf zu beobachten. In Kombination mit den schwachen Konjunkturdaten ging die Furcht vor steigenden Renditen merklich zurück und es entwickelte sich eine große Nachfrage seitens der Anleger. In den darauffolgenden Wochen waren dabei vor allem jene Anleihen gesucht, die zuvor stark unter Druck geraten waren. Papiere aus den Peripherieländern waren besonders gefragt. Hier half auch, dass die Diskussion um den italienischen Haushalt gänzlich verstummte. Viele Emittenten nutzten den Risikoappetit der Investoren, um am Markt neue Papiere zu platzieren. Die Geschehnisse rund um den Brexit haben zum Monatsende dann auch wieder Kernanleihen gestützt, weshalb Euro-Staatsanleihen stärker zulegten als Papiere aus den USA. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index legte der Gesamtmarkt im Januar um 1,1 Prozent zu.

Unternehmensanleihen legten ebenfalls um 1,1 Prozent zu. Die Aussicht auf eine Zinspause in den USA und wieder höhere Rohstoffpreise beflügelte Papiere aus den Schwellenländern, die ein kräftiges Plus von 4,4 Prozent verbuchten.

Unternehmensanleihen

Erfreulicher Jahresauftakt

Europäische Unternehmensanleihen verzeichneten einen erfreulichen Start ins neue Jahr. Zunächst setzte sich noch die Ende 2018 vorherrschende Marktschwäche fort. Mit Beginn der zweiten Januarwoche drehte sich dann das Bild. Verantwortlich für den Stimmungsumschwung unter den Anlegern zeichnete sich in erster Linie die Zinspolitik der US-Notenbank. Die Fed hatte im Rahmen ihrer Kommunikation erklärt, stärker auf die aktuellen Rahmendaten achten zu wollen. Dem bis dahin auf Autopilot bestehenden Zinserhöhungsmodus wurde somit eine Absage erteilt. In der Folge wurden, auch im Rahmen allgemein schwächerer Frühindikatoren, sämtliche Zinserhöhungen für 2019 am Markt ausgepreist. US-Treasuries und deutsche Bundesanleihen tendierten freundlicher. Auch beim Handelskonflikt zwischen den USA und China wurden Fortschritte ausgemacht. Zudem verlief die Berichtssaison bislang ordentlich, ein Gewinneinbruch auf breiter Ebene war nicht auszumachen.

Der europäische Unternehmensanleihemarkt konnte auf breiter Basis (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) ab der zweiten Januarwoche kontinuierlich hinzugewinnen und ging mit plus 1,1 Prozent aus dem Handelsmonat. Die Spreads stiegen zunächst noch an, engten sich im Verlauf des Berichtsmonats letztlich aber um sechs auf 98 Basispunkte ein. Sehr erfreulich verlief die Entwicklung in den Untersegmenten. So konnten etwa Nachrangtitel und hochverzinsliche Anleihen (High Yield) auf Indexebene mehr als zwei Prozent hinzugewinnen. Die Risikoprämien, vor allem im High Yield-Sektor (minus 50 auf 357 Basispunkte), fielen deutlich. Am Primärmarkt wurden Investment Grade Euro-Corporates im Gegenwert von knapp 40 Milliarden Euro emittiert. Entgegen mancher Befürchtung ging von dort kein Druck auf den Handel aus. Die Neuemissionsprämien waren mit bis zu 30 Basispunkten zunächst sehr attraktiv. Mit zunehmender Marktstabilität und hoher Nachfrage erfolgte eine Anpassung durch die Emittenten. Die Prämien betrugen zuletzt nur noch fünf bis zehn Basispunkte.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China und die damit einhergehende weltwirtschaftliche Entwicklung bleiben vorerst marktbestimmenden Faktoren.

Emerging Markets

Zum Jahresauftakt im Plus

Die zum Jahresende beobachtete Erholung an den Rentenmärkten der Schwellenländer setzte sich auch im neuen Jahr fort. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) konnten die in Euro und US-Dollar notierenden Hartwährungsanleihen per 31. Januar ein Plus in Höhe von 4,4 Prozent verbuchen. Zu Jahresbeginn weiteten sich die Spreads zunächst noch leicht aus. Im weiteren Verlauf setzte dann aber verstärkt eine Erholung ein. Die Risikoprämien fielen um 64 auf 358 Basispunkte. Dabei entfiel ein beträchtlicher Teil auf den sprunghaften Kursanstieg der Staatsanleihen aus Venezuela. Die Rentenmärkte der Schwellenländer erfreuten sich insgesamt über erhöhte Mittelzuflüsse, da risikoreiche Assets stärker nachgefragt wurden. Dazu haben die Signalisierung einer zurückhaltenden Geldpolitik seitens der Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank, der People's Bank of China sowie der Renditerückgang bei Bundesanleihen und US-Treasuries beigetragen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat im vergangenen Monat ihren Zins-Autopiloten ausgesetzt.

Daneben sorgten die gestiegenen Rohstoffpreise ebenfalls für Rückenwind. Als Konsequenz konnten die Lokalwährungen aus Südafrika, Brasilien, und Chile starke Kurszuwächse verzeichnen. Der russische Rubel wertete ebenfalls mit 6,8 Prozent gegenüber dem Euro stark auf. Dafür war insbesondere der Anstieg des Rohölpreises verantwortlich, da dieser essentiell für einen Großteil der russischen Haushaltseinnahmen ist.

Des Weiteren machte sich zu Jahresbeginn am Primärmarkt eine erhöhte Emissionsdynamik bemerkbar. Die Schuldner nutzen den das positive Umfeld, um an frisches Geld zu gelangen. Zu den Emittenten gehörten unter anderem Uruguay, Mexiko, Saudi-Arabien, Kolumbien sowie die Türkei. Die Emissionen waren häufig vielfach überzeichnet und erfreuten sich somit über eine hohe Nachfrage.

Insgesamt ist die Entwicklung dennoch aufgrund diverser Risikoaspekten mit Vorsicht zu genießen. Das globale Wirtschaftswachstum, die Zinsentwicklung in den USA sowie die Konjunktur in China bleiben wichtige Einflussfaktoren.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Januar 2019, soweit nicht anders angegeben.

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