Marktberichte November 2018

Aktien: US-Börsen freundlich, Euro-Aktien mit weiteren Verlusten

Renten: Leicht im Plus

Aktienmärkte: Während die US-Aktienmärkte nach schwachem Auftakt gegen Monatsende noch ins Plus drehten, ging der Euroraum mit einem Minus aus dem Handelsmonat. Sowohl Italien als auch die Brexit-Verhandlungen belasteten. Auch drückten Sorgen hinsichtlich des weltweiten Wirtschaftswachstums auf die Kurse.

Rentenmärkte: Europäische und US-amerikanische Staatsanleihen konnten von der Unsicherheit der Anleger profitieren. Die als sicherer Anlagehafen geltenden Papiere waren vor dem Hintergrund der politischen Unwägbarkeiten und schwächerer Konjunkturdaten gesucht. Zudem kam es in der europäischen Peripherie zu einer Erholungsbewegung.

Die Aktienmärkte

Europa

Europäische Aktien bauen Kursverluste aus

Europas Aktienmärkte haben im November erneut Kursverluste erzielt. Der EURO STOXX 50-Index verlor 1,1 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte ein Wertverlust von 0,8 Prozent. Die im MSCI Europe Small and Mid Caps-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung gaben 3,5 Prozent nach.

Zwar wies die Weltwirtschaft ein nach wie vor solides, wenn auch verlangsamtes Wachstumstempo auf. Gleichzeitig aber lasteten (geo-)politische Unsicherheiten auf der Kursentwicklung an den Aktienmärkten. Mit Blick auf die Brexit-Verhandlungen hat die Europäische Union (EU) das Austrittsabkommen mit dem Vereinigten Königreich zwar abgesegnet. Fraglich ist aber, ob die Vereinbarung auch im britischen Parlament auf Zustimmung stoßen wird. Umfragen zufolge wird die Mehrheit der Abgeordneten am 11. Dezember gegen das Brexit-Abkommen stimmen. Am britischen Aktienmarkt gaben die Kurse angesichts der anhaltenden Unsicherheit weiter nach. Der FTSE 100-Index verlor 2,1 Prozent an Wert, der FTSE 250-Index verbuchte einen Wertverlust von 2,3 Prozent.

Auch in Italien hielt die Unsicherheit an - denn die italienische Regierung ist der Aufforderungen der EU-Kommission nach Anpassung des Haushaltsentwurfs nicht nachgekommen. Nach und nach werden auch erste wirtschaftliche Auswirkungen der politischen Querelen sichtbar. Da viele Marktteilnehmer bis zur Europawahl im Mai aber weder mit einer weiteren Eskalation noch mit einer nachhaltigen Entspannung zwischen Brüssel und Rom rechneten, konnte sich der italienische FTSE MIB-Index von den starken Kursverlusten des Vormonats etwas erholen. An der Börse in Mailand legten die Notierungen gegen den allgemeinen Markttrend um 0,7 Prozent zu.

Das zugrundeliegende Bild für Aktien ist weiter solide, aber bei weitem nicht makellos. Perspektivisch dürften höhere Inputkosten auf den Gewinnen lasten. Dennoch bieten die Aktienmärkte weiter Chancen. Gleichwohl sind eine höhere Reaktionsschnelligkeit und eine sorgfältige Titelselektion zunehmend wichtig für den Anlageerfolg.

Deutschland

Deutsche Aktien bauen Kursverluste aus

Deutsche Aktien haben im November erneut Kursverluste verzeichnet. Der DAX 30-Index mit den größten Konzernen des Landes fiel 1,7 Prozent. Der MDAX-Index, der sich aus Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung zusammensetzt, schloss 3,0 Prozent leichter. Die im SDAX-Index geführten kleineren Gesellschaften gaben um 4,9 Prozent nach, während die im TecDAX-Index gelisteten Technologiefirmen Abschläge in Höhe von 1,8 Prozent verzeichneten.

Zwar wies die Weltwirtschaft ein nach wie vor solides, wenn auch verlangsamtes Wachstumstempo auf. Gleichzeitig aber lasteten (geo-)politische Risiken auf der Kursentwicklung an den Aktienmärkten. Vor allem die von den Brexit-Verhandlungen und den Budgetdiskussionen in Italien ausgehenden Unsicherheiten trübten die Stimmung.

Der deutsche Pharma- und Chemieriese Bayer will bis zum Jahr 2021 etwa zehn Prozent der Stellen streichen. Ein erheblicher Anteil der Arbeitsplätze soll dabei in Deutschland abgebaut werden. Daneben will sich Bayer vom Geschäft mit Tierarzneimitteln trennen. Der Verkauf der Sparte könnte bis zu sieben Milliarden Euro in die Unternehmenskasse spülen. Trotz der Umbaupläne reagierten Investoren enttäuscht auf die Gewinnziele für das Jahr 2019. Die Aktien der Leverkusener gaben im November insgesamt 4,8 Prozent nach.

Für knapp acht Milliarden US-Dollar kauft SAP das US-Unternehmen Qualtrics. Der Konzern sammelt Rückmeldungen und Daten, die automatisch erfasst und unmittelbar ausgewertet werden. Der Zukauf soll SAP einen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern verschaffen. Für den Software-Hersteller ist es die größte Übernahme seit dem Kauf von Concur im Jahr 2014. Am Markt kamen die Pläne jedoch nicht gut an: Da viele Investoren den Kaufpreis als zu hoch erachten, gaben die Aktien des DAX-Konzerns im Berichtszeitraum um 3,1 Prozent nach.

Das zugrundeliegende Bild für Aktien ist weiter solide, aber bei weitem nicht makellos. Perspektivisch dürften höhere Inputkosten auf den Gewinnen lasten. Dennoch bieten die Aktienmärkte weiter Chancen. Gleichwohl sind eine höhere Reaktionsschnelligkeit und eine sorgfältige Titelselektion zunehmend wichtig für den Anlageerfolg.

Osteuropa

Aktienmärkte in Osteuropa im Plus

Die Aktienmärkte in Osteuropa gewannen im November hinzu. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index legte in Lokalwährung 2,2 Prozent zu, in US-Dollar lag das Ergebnis bei +1,4 Prozent. Damit entwickelten sich die Börsen in Osteuropa besser als die globalen Aktienmärkte (MSCI World-Index, in Lokalwährung: +1,0 Prozent). Insbesondere die Rede des US-Notenbank-Chefs Jerome Powell Ende des Monats unterstützte die Kurse. In einer ersten Reaktion wurden seine Worte dahingehend interpretiert, dass die Federal Reserve die Leitzinsen zukünftig womöglich langsamer als bislang angenommen erhöhen könnte.

Unter anderem deswegen legten die türkischen Aktienmärkte kräftig zu. Der BIST-Index gewann in Lokalwährung 5,8 Prozent, die Türkische Lira stieg gegenüber dem US-Dollar um 7,1 Prozent. Auch die Entspannung der diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten unterstützte. Die Freilassung des US-Pastors Andrew Brunson im Oktober hat den Grundstein dafür gelegt. Die beiden Länder hoben Anfang November gegenseitige Sanktionen auf. Auch die für Oktober veröffentlichte Inflationsrate von 25,2 Prozent, die auf den höchsten Stand seit 2003 geklettert ist, konnte die gute Börsenstimmung nicht trüben.

Der starke Verfall im Ölpreis sowie die erneuten Spannungen mit der Ukraine belasteten die Börsen in Russland. Dass US-Präsident Donald Trump sein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel aufgrund der Vorfälle im Ukraine-Konflikt abgesagt hatte, setzte ebenfalls die russische Währung unter Druck. Der Russische Rubel gab gegenüber dem US-Dollar 1,6 Prozent ab. Der in US-Dollar notierende RTS-Index schloss auf Monatssicht unverändert. Der MICEX-Index konnte in Lokalwährung aufgrund der Rubelschwäche 1,7 Prozent zulegen.

Die positive Marktstimmung gegen Monatsende zog auch die Aktienmärkte in Ungarn (BUX-Index: +8,0 Prozent) und Polen (WIG-Index: +5,2 Prozent) mit.

In den kommenden Wochen könnten eine konjunkturelle Eintrübung sowie erneute Verschärfungen im Handelskonflikt zu Schwankungen an den osteuropäischen Börsen führen.

USA

US-Börsen notieren wieder fester

Die Aktienmärkte in den USA haben im November nach den erheblichen Kursverlusten des Vormonats wieder Gewinne verzeichnet. Unter dem Strich stieg der Dow Jones Industrial Average um 1,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index legte 1,8 Prozent zu. Dabei hatte der November mit heftigen Verlusten begonnen, erst gegen Ende des Monats drehten die Kurse ins Plus. Zudem zeigte sich bei genauem Betrachten ein divergierendes Bild. Während beispielsweise Aktien aus dem Health Care-Sektor im Schnitt um fast sieben Prozent kletterten, gaben Tech- und Energiewerte deutlich nach.

Die Märkte wurden von der Sorge verunsichert, dass die drohenden Strafzölle für die Unternehmen eine Belastung darstellen könnten. Die Aktie von Apple beispielsweise büßte nach Gewinnwarnungen von Zulieferbetrieben und Spekulationen über einen schwächelnden iPhone-Absatz im November mehr als 18 Prozent ein. Facebook musste einen Abverkauf nach Gerüchten über Datenmissbrauch hinnehmen, die Aktie verlor gut sieben Prozent. Andere Unternehmen aus dem IT-Sektor konnten sich dem Trend widersetzen, sowohl die Google-Mutter Alphabet als auch Microsoft beschlossen den Monat mit einem Kursplus.

Für Entlastung sorgte gegen Monatsende die US-Geldpolitik. Hintergrund war eine Aussage von US-Notenbankchef Powell, dass die aktuelle Leitzinsspanne „knapp unter“ dem geschätzt neutralen Niveau liege, mit dem die Wirtschaft weder gefördert noch gebremst werde. Die Aussage legte den Schluss nahe, dass möglicherweise nicht mehr so viele Zinserhöhungen kommen, wie von der Fed bislang suggeriert. Und so löste die Rede entsprechende Kursreaktionen aus: An der Wall Street stiegen die Aktienkurse kräftig an und machten die Verluste des Monatsanfanges wieder wett.

Die starke Wachstumsdynamik gibt den US-Konzernen nach wie vor tendenziell Rückenwind und bietet grundsätzlich ein freundliches Umfeld für die Aktienmärkte. Die globale politische Unsicherheit und der von den USA ausgehende Handelskonflikt können aber immer wieder für erhebliche Schwankungen sorgen.

Fernost

Erholung an den Börsen der asiatischen Schwellenländer

Trotz anhaltender Unsicherheit im Hinblick auf den Handelsstreit mit den USA und wachsender Befürchtungen hinsichtlich einer Abschwächung der Konjunkturdynamik in China wiesen die Aktienmärkte der asiatischen Schwellenländer in Summe eine positive Entwicklung auf. Die Kurserholung basierte auf der Aussicht auf mögliche wirtschaftspolitische Gegenmaßnahmen der chinesischen Regierung zur Wachstumsstabilisierung. Nach deutlichen Kurseinbußen in Vormonat zeigte der MSCI Far East ex Japan-Index Erholungstendenzen und legte im November um 4,0 Prozent in lokaler Währung zu. Im internationalen Kontext stellte dies eine überdurchschnittliche Wertentwicklung dar, da der MSCI World-Index sich um 1,0 Prozent in lokaler Währung verteuerte.

Insgesamt stehen die Zeichen für die dominierende Volkswirtschaft China nach wie vor auf moderate Abschwächung auf noch erhöhtem Niveau. Im Oktober verlangsamte sich die gesamtwirtschaftliche Kreditvergabe deutlicher als von den Analysten erwartet und die Expansionsrate der Einzelhandelsumsätze ging auf 8,6 Prozent im Jahresvergleich zurück (nach +9,2 Prozent im Vormonat). Im Gegensatz hierzu wiesen die Wachstumsraten der Industrieproduktion und der Bruttoanlageinvestitionen im Reich der Mitte moderate Verbesserungen auf. Mit Blick auf die gesamte asiatische Region war ein Großteil der Einkaufsmanagerindizes im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt rückläufig, unter anderem in Südkorea, Taiwan und Indonesien. Dagegen verbesserten sich diese Konjunkturindikatoren in Indien, Thailand und den Philippinen.

Der chinesische Aktienmarkt – gemessen am MSCI China-Index – legte im November um 7,2 Prozent zu. Und auch die Leitindizes in den übrigen asiatischen Schwellenländern verzeichneten zumeist Kursgewinne: Indien (+5,1 Prozent), Indonesien (+4,7 Prozent), Südkorea und Singapur (jeweils +3,3 Prozent) sowie Taiwan (+0,9 Prozent. Hingegen verbuchten die Börsenbarometer in Thailand (-1,6 Prozent) und Malaysia (-1,7 Prozent) moderate Kurseinbußen.

Der weitere Fortgang der handelspolitischen Spannungen dürfte die Volkswirtschaften Asiens je nach Eskalationsniveau mehr oder weniger stark belasten.

Japan

Börse in Tokio im Erholungsmodus

Trotz anhaltender Unsicherheit im Hinblick auf eine Eskalation der handelspolitischen Spannungen und wachsender Befürchtungen hinsichtlich einer Abschwächung der globalen Konjunkturdynamik wies der japanische Aktienmarkt eine positive Entwicklung auf. Nach den spürbaren Verlusten im Vormonat legte der Leitindex NIKKEI 225-Index im November um 1,9 Prozent zu, der marktbreitere Topix-Index verbuchte ein moderates Plus von 1,3 Prozent. Im internationalen Kontext stellte dies eine überdurchschnittliche Wertentwicklung dar, da der MSCI World-Index Kurssteigerungen von 1,0 Prozent in lokaler Währung verzeichnete.

Aus makroökonomischer Sicht stellten sich widersprüchliche Signale ein. Das japanische Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal lediglich um 0,3 Prozent im Jahresvergleich und lag damit deutlich unter der Expansionsrate von 1,4 Prozent im zweiten Quartal. Schwäche Handelsaktivitäten und eine Reihe von Naturkatastrophen (unter anderem Taifuns, Erdbeben und Überschwemmungen) bremsten die wirtschaftlichen Aktivitäten in Japan. Die Datenpunkte für Oktober gaben jedoch wieder Anlass zu Optimismus. Die Industrieproduktion expandierte um 4,2 Prozent im Jahresvergleich (nach einem Minus von 2,5 Prozent im September) und das Wachstum der Einzelhandelsumsätze beschleunigte sich auf 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (nach einem Plus von 2,2 Prozent im September).

Die Kurserholung an der Börse in Tokio war von einem Großteil der Sektoren getrieben. Unter den Gewinnern waren sowohl defensive (unter anderem Nicht-zyklischer Konsum und Pharma) als auch zyklische Branchen zu finden (unter anderem Industriewerte). Lediglich Finanz- und insbesondere Energiewerte waren auf Sektorenebene rückläufig. Auf Einzeltitelebene stachen unter den Indexschwergewichten der Technologiekonzern Softbank (+5,3 Prozent – Börsengang der Telekomtochter), das Pharmaunternehmen Chugai Pharmaceuticals (+17,2 Prozent) und der Kosmetikhersteller Kao (+11,0 Prozent) positiv hervor.

Die zunehmenden Anzeichen für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums weltweit sprechen gegenwärtig für eine defensive Positionierung am japanischen Aktienmarkt.

Weltweit

Geldpolitik treibt globale Börsen

Die globalen Aktienmärkte haben im November nach einer anfänglichen Schwächephase noch ins Plus gedreht. Unter dem Strich stieg der MSCI World-Index in lokaler Währung um 1,0 Prozent. In den USA kletterte der Dow Jones Industrial Average um 1,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index legte 1,8 Prozent zu. In der Spitze gaben die wichtigsten US-Börsen um knapp zehn Prozent nach, bevor zum Monatsende eine Erholungsbewegung einsetzte. Für Entlastung sorgte gegen Monatsende die US-Geldpolitik. Hintergrund war eine Aussage von US-Notenbankchef Jerome Powell, dass die aktuelle Leitzinsspanne „knapp unter“ dem geschätzt neutralen Niveau liege, mit dem die Wirtschaft weder gefördert noch gebremst werde. Die Aussage legte den Schluss nahe, dass möglicherweise nicht mehr so viele Zinserhöhungen kommen werden, wie von der Fed bislang suggeriert. Und so löste die Rede entsprechende Kursreaktionen aus: An der Wall Street stiegen die Aktienkurse kräftig an und machten die Verluste des Monatsanfangs wieder wett.

Europas Aktienmärkte haben im November hingegen erneut Kursverluste erzielt. Der EURO STOXX 50-Index verlor 1,1 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte ein Wertverlust von 0,8 Prozent. Die im MSCI Europe Small and Mid Caps-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung gaben 3,5 Prozent nach. Zwar wies die Weltwirtschaft ein nach wie vor solides, wenn auch verlangsamtes Wachstumstempo auf. Gleichzeitig aber lasteten (geo-)politische Unsicherheiten etwa in Zusammenhang mit dem Brexit und dem italienischen Haushaltsentwurf auf der Kursentwicklung.

An der Börse in Tokio konnte sich der Nikkei 225-Index von seinen Vormonatsverlusten erholen, er kletterte um 1,9 Prozent. Die Schwellenländerbörsen stiegen ausweislich des MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung 3,0 Prozent.

Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass das konjunkturelle Bild weltweit Risse bekommt. Vor diesem Hintergrund ist mit schwankungsanfälligen Börsen zu rechnen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Italien hält die Märkte weiter in Atem

Nach dem starken Abverkauf am Aktienmarkt im Vormonat, kam es im November zu einer merklichen Erholungsbewegung. In diesem Umfang wagten Anleger wieder mehr Risiken. Dies hatte auch Auswirkungen auf den Euro-Staatsanleihenmarkt. Die als sicher geltenden Papiere aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden kamen daher im November zunächst unter Druck. Im weiteren Verlauf machten sich dann jedoch Konjunktursorgen breit, sodass diese Papiere schnell wieder gefragt waren. Parallel dazu lastete der anhaltende Handelskonflikt zwischen China und den USA weiter auf der Risikobereitschaft der Marktteilnehmer. Die Rendite von Bundesanleihen näherte sich daher zum Monatsende wieder der Marke von 0,3 Prozent an.

Peripherieanleihen vollzogen eine ähnliche Kursbewegung, wenn auch mit deutlich mehr Dynamik. Sie standen zu Monatsbeginn ebenfalls unter Druck und konnten vom freundlichen Marktumfeld gegenüber Risikoanlagen nicht profitieren. Ursache hierfür war der Haushaltsstreit zwischen der italienischen Regierung und der Europäischen Union. Italien ließ die Frist für Nachbesserungen verstreichen und signalisierte zunächst kein Entgegenkommen. Von Seiten der EU-Kommission wird nun die Einleitung eines Defizitverfahrens geprüft. In diesem Zusammenhang kam es zu einem neuerlichen Renditeanstieg in Italien, worunter auch andere Länder litten. Zum Monatsende hin zeigten sich beide Seiten dann aber wieder gesprächsbereit. Einige der Reformen könnten womöglich erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf den Weg gebracht werden und würden so den Haushalt nicht in vollem Umfang belasten, hieß es. Anleger standen daraufhin Peripherieanleihen wieder freundlich gegenüber, wenngleich keines der strittigen Reformvorhaben gestrichen wurde. In Italien sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von mehr als 3,6 Prozent auf zwischenzeitlich unter 3,2 Prozent. Letztlich verzeichneten Peripherieanleihen dadurch ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Vormonat und entwickelten sich damit wesentlich besser als Papiere aus den Kernmärkten. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign legte der Gesamtmarkt im November um 0,6 Prozent zu.

Euro-Outs

Russland geht erneut gegen die Ukraine vor

Der andauernde Handelsstreit zwischen China und den USA verunsichert die Marktteilnehmer weltweit und macht sich inzwischen deutlich in den Stimmungsindikatoren bemerkbar. In mittlerweile allen Regionen haben sich wichtige Frühindikatoren eingetrübt. Während die Aktienmärkte in diesem Umfeld auf Talfahrt gehen, können Staatsanleihen hiervon profitieren. Dies betraf im November nicht nur die als sicher geltenden Papiere aus Norwegen oder der Schweiz, auch der Großteil der osteuropäischen Schuldverschreibungen war gefragt.

Das größte Plus verbuchten türkische Staatsanleihen. Inzwischen hat sich die Lage merklich beruhigt. Solange die Zentralbank die Leitzinsen bei mehr als 20 Prozent hält, scheint der dortige Rentenmarkt wenig anfällig zu sein. Für Rückenwind sorgte auch der rückläufige Ölpreis. Im Oktober und November verlor das „Schwarze Gold“ rund 30 Prozent an Wert. Da die Türkei ein großer Ölimporteur ist, verbesserte sich durch den Preisverfall die Haushaltslage deutlich. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen ist mit über 18 Prozent immer noch sehr hoch und spiegelt die Risiken des Landes dar. Ende Oktober lag der Wert jedoch noch mehr als vier Prozentpunkte höher.

Darüber hinaus waren auch Anleihen aus Ungarn, Polen und Skandinavien gefragt. Zu höheren Renditen kam es lediglich in Russland. Anleger hielten sich angesichts des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine zurück. Nicht erst seit der Besetzung der Halbinsel Krim brodelt es zwischen beiden Ländern. Russland sperrte nun die Straße von Kertsch, den Seeweg zwischen Schwarzem und Asowschem Meer, die zwischen der besetzten Krim und dem russischen Festland liegt. Ohne diesen Seeweg sind die ukrainischen Häfen nicht anlaufbar. Schnell wurden Forderungen hinsichtlich neuer Russland-Sanktionen laut. Kurzzeitig drohte die Situation zu eskalieren. Zum Monatsende beruhigte sich der Konflikt dann jedoch wieder etwas.

USA

Konjunktursorgen stützen Kurse von US-Staatsanleihen

Hinter dem US-Rentenmarkt liegt ein ereignisreicher Monat. Zunächst kamen die Kurse etwas unter Druck. Dabei übersprang die Rendite zehnjähriger US-Schatzanweisungen die Schwelle von 3,2 Prozent. Doch schon unmittelbar nach den US-Zwischenwahlen wendete sich das Blatt. Wie zuvor angenommen, kam es letztlich zu einer Gewaltenteilung im Kongress. Gerade innenpolitisch dürfte es für US-Präsident Trump und seine republikanische Partei nun schwieriger werden, Akzente zu setzen. Eine gegenseitige Blockadepolitik ist hingegen wahrscheinlich, was gegen neuerliche Reformen spricht. Insgesamt trübten sich die Aussichten dadurch etwas ein. Im weiteren Monatsverlauf ließen schwächere Wirtschaftsdaten und die Unsicherheit über den Fortgang des Handelsstreits erneut Konjunktursorgen aufkommen. In diesem Zusammenhang waren US-Schatzanweisungen weiterhin gefragt und verbuchten Kursgewinne. Am US-Aktienmarkt kam es zu einer Korrektur bei Technologiewerten, was den als sicher geltenden Staatsanleihen ebenfalls in die Hände spielte.

Vor dem G20-Gipfel zum Monatsende verschärfte Donald Trump noch einmal seine Rhetorik in Richtung China. Dies dämpfte ein wenig die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit. Ebenfalls zu Monatsende machte Notenbankchef Jerome Powell auf sich aufmerksam. Nach einer Rede vor dem New Yorker Wirtschaftsklub wurden seine Worte dahingehend interpretiert, dass die Fed womöglich vor einer Zinspause stünde. Einige Marktbeobachter wollten sogar ein Regimewechsel ausgemacht haben. Letztlich passte er seine Rhetorik aber lediglich leicht an und machte deutlich, dass der weitere Zinspfad nicht zwangsweise vorgezeichnet, sondern vielmehr datenabhängig sei. Zum Monatsende unterschritt die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen wieder knapp die Marke von drei Prozent. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index bedeutete dies im November einen Wertzuwachs von 0,9 Prozent. Ein Teil der Verluste seit Jahresbeginn konnte dadurch aufgeholt werden. In den vergangenen elf Monaten verloren US-Schatzanweisungen 1,4 Prozent an Wert.

Weltweit

Konjunktursorgen stützen sichere Staatsanleihen

Der US-Rentenmarkt kam zunächst unter Druck. Doch schon unmittelbar nach den US-Zwischenwahlen wendete sich das Blatt. Wie zuvor angenommen, kam es letztlich zu einer Gewaltenteilung im Kongress. Gerade innenpolitisch dürfte es für US-Präsident Trump und seine republikanische Partei nun schwieriger werden, Akzente zu setzen. Insgesamt trübten sich die Aussichten dadurch etwas ein. Im weiteren Monatsverlauf ließen schwächere Wirtschaftsdaten und die Unsicherheit über den Fortgang des Handelsstreits erneut Konjunktursorgen aufkommen. In diesem Zusammenhang waren US-Schatzanweisungen weiterhin gefragt und verbuchten Kursgewinne. Zum Monatsende passte die Fed ihre Rhetorik leicht an und machte deutlich, dass der weitere Zinspfad nicht zwangsweise vorgezeichnet, sondern vielmehr datenabhängig sei. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index bedeutete dies im November einen Wertzuwachs für US-Staatsanleihen von 0,9 Prozent.

Euro-Staatsanleihen vollzogen ein ähnliches Kursmuster. Kernanleihen lagen letzten aber nur 0,3 Prozent im Plus. Peripherieanleihen konnten von der anfänglichen Risikofreude der Anleger nicht profitieren. Ursache hierfür war der Haushaltsstreit zwischen der italienischen Regierung und der Europäischen Union. Italien ließ die Frist für Nachbesserungen verstreichen und signalisierte zunächst kein Entgegenkommen. Zum Monatsende hin zeigten sich beide Seiten dann aber wieder gesprächsbereit. Einige der Reformen könnten womöglich erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf den Weg gebracht werden und würden so den Haushalt nicht in vollem Umfang belasten, hieß es. Peripherieanleihen legten im November ein Prozent zu. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign bedeutete das für den Gesamtmarkt ein Plus von Prozent.

Wachstumssorgen lasteten auch auf europäischen Unternehmensanleihen, die letztlich 0,6 Prozent zum Vormonat verloren. Nachrangpapiere aus dem Industriesektor gaben sogar 2,3 Prozent nach. Papiere aus den Schwellenländern hielten sich vergleichsweise gut, tendierten aber letztlich dennoch 0,4 Prozent leichter.

Unternehmensanleihen

Merkliche Verluste in allen Segmenten

Im November ruderten europäische Unternehmensanleihen teils deutlich zurück. Auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) verlor der Gesamtmarkt 0,6 Prozent. Am 21. November erreichte der Index dabei einen Jahrestiefstand. Die Risikoprämien (Spreads) stiegen trotz freundlicher Staatsanleihemärkte um 22 auf 98 Basispunkte an.

Für die Verluste waren mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen kamen verstärkt Befürchtungen auf, dass sich die weltweiten Wachstumsprognosen angesichts des andauernden Handelskonfliktes nicht werden halten lassen. So gerieten vor allem zyklische Sektoren unter Druck, während sich die nicht-zyklischen Bereiche etwas besser entwickelten. Zum anderen belasteten der Konfrontationskurs Italiens mit der EU-Kommission - Stichwort Haushaltsdefizit - und die Angst vor einem unkontrollierten Brexit. Die Unsicherheit der Anleger spiegelte sich in erster Linie im Bereich nachrangiger Unternehmensanleihen aus dem Finanz- und Industriesektor wider, die auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch EBSU- und ENSU-Index) 1,6 beziehungsweise 2,3 Prozent verloren. Dort weiteten sich die Spreads um jeweils etwas mehr als 30 Basispunkte aus. Im von Unsicherheit geprägten Marktumfeld gab auch der Markt für hochverzinsliche Papiere deutlich nach. Der ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index verlor zwei Prozent, die Risikoaufschläge stiegen um 61 auf das Jahreshoch von 381 Basispunkten.

Auf Einzelunternehmensebene gab es zumeist positive Nachrichten. Das fundamentale Umfeld für Unternehmensanleihen zeigte sich intakt. Anleihen von General Electric standen aufgrund schlechter Unternehmensdaten und des Ratings weiter unter Druck.

Am Primärmarkt wurden während ruhigerer Marktphasen zahlreiche neue Papiere platziert. Dabei ragte der Volkswagen-Konzern mit einer Multitranche über 35 Milliarden Euro heraus. Die Neuemissionsprämien insgesamt waren im November so attraktiv wie selten in den vergangenen zwei Jahren. Allerdings sorgten diese auch für eine Neubewertung der einen oder anderen Sekundärmarktkurve.

Die restriktivere Geldpolitik der Notenbanken und der wirtschaftliche Ausblick bleiben zentrale Einflussfaktoren.

Emerging Markets

Fed-Chef Powell stützt zum Monatsende

Auf US-Dollar und Euro lautende Staatsanleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets, EM) verzeichneten im November leichte Verluste. Der repräsentative JP Morgan EMBI Global Div.-Index verlor aufgrund einer gegenüber risikoreichen Anlagen eher verhaltenen Stimmung 0,4 Prozent. Die Risikoprämien (Spreads) gegenüber US-Treasuries - deren Zehnjahresrendite um 15 Basispunkte auf 2,99 Prozent fiel - überschritten zwischenzeitlich die Marke von 400 Basispunkten. In erster Linie belastete der starke Rückgang des Ölpreises den EM-Gesamtmarkt.

An den lokalen EM-Anleihemärkten war die Marktentwicklung hingegen aufwärtsgerichtet. Dort fiel die durchschnittliche Rendite auf Indexebene (JP Morgan GBI-EM-Div.-Index) von 7,08 auf 6,91 Prozent zurück. Währungsseitig profitierten vor allem ölimportierende Länder wie etwa die Türkei, Indien und Indonesien von niedrigeren Ölnotierungen. Deren Währungen werteten zwischen sechs und sieben Prozent auf. Weniger erfreulich verlief der Markt in Brasilien. Dort enttäuscht die bisherige Wirtschaftspolitik des neuen Präsidenten. Zudem waren dort nach zuvor positiver Entwicklung Gewinnmitnahmen zu beobachten, der Real wertete um knapp vier Prozent ab.

Weltweit im EM-Rentenpapiere investierende Fonds zogen im November Mittel ab, hauptsächlich im Hartwährungsbereich (US-Dollar und Euro). Hier dürfte auch angesichts der bisherigen Jahresentwicklung die Realisierung von Verlusten eine Rolle gespielt haben. Dennoch verbleibt für das bisherige Gesamtjahr hinsichtlich der Investitionen in die EM-Rentenmärkte ein positiver Saldo in Höhe von gut 19 Milliarden US-Dollar.

Für eine leichte Erholung sorgte zum Monatsende hin Fed-Chef Jerome Powell mit seiner Bemerkung zur Zinspolitik der Fed. Die Aussicht auf eine weniger restriktive Zinsgestaltung der US-Notenbank führte zu leichten Spreadeinengungen. Ende November lagen die Risikoaufschläge auf Gesamtmarktebene bei 395 und damit 30 Basispunkte höher als zum Vormonatsschluss.

Neben einem Renditeanstieg bleibt das globale Wirtschaftswachstum - mit besonderem Blick auf China - entscheidender Risikofaktor für den EM-Bereich.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 30. November 2018, soweit nicht anders angegeben.

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