MarktTicker 17. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 26. bis 30. April 2021

    Diese Woche: Gute Konjunkturdaten und Unternehmensergebnisse

Mehrheitlich gute Konjunktur- und Unternehmensdaten zum ersten Quartal bildeten fortgesetzt ein positives Umfeld für die Aktienmärkte. Teils wurden neue Rekordstände erzielt, die Börsen lagen mit Ausnahme asiatischer Indizes zumeist im Plus. An den Rentenmärkten sorgten die deutschen Inflationsdaten im April für schlechtere Stimmung. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen notierten schwächer und erreichten renditeseitig mit minus 18 Basispunkten ein Zwölfmonatshoch.

Konjunkturdaten

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die heimische Wirtschaft kletterte auf 96,8 Punkte, lag damit jedoch etwas unter den Erwartungen. Aufwärts gerichtet war auch die deutsche Preisentwicklung im April. Die Inflation (EU-harmonisierter Verbraucherpreisindex, HVPI) zog nach vorläufigen Schätzungen um 2,1 Prozent an und lag somit leicht über den Erwartungen (2,0 Prozent). In erster Linie zeigten sich hierfür die Energiepreise, hauptsächlich Öl und die CO2-Abgabe, für den Anstieg verantwortlich. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal um 1,7 Prozent, wie das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) erkennen lässt. Die deutsche Exportlastigkeit konnte immerhin ein noch negativeres Ergebnis verhindern.

Im Euroraum stieg der European Commission Economic Sentiment-Indikator im April von 101 auf 110 Punkte deutlich an.

In den USA legte der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter (Durable Goods) im März um 0,5 Prozent leicht zu. Sehr stark zeigte sich das Konsumentenvertrauen (Conference Board), das von 109,7 auf 121,7 Punkte schoss. Vor allem die aktuelle Lage wurde mit sehr gut bewertet, was in erster Linie auf die Auszahlung der US-Hilfen (Schecks) zurückzuführen war. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe lag mit 553.000 leicht über der Woche zuvor. Das annualisierte US-Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal um 6,4 Prozent (Konsens 6,7 Prozent). Zuletzt gab es noch solide China-Daten bei den dortigen Einkaufsmanagerindizes.

Insgesamt setzte sich somit der Trend positiver Wirtschaftsdaten in der Berichtswoche unvermindert fort und untermauert zusammen mit den guten Quartalsergebnissen den Anstieg der Aktienmärkte in der jüngsten Vergangenheit.

US-Notenbank Fed: Geldpolitik bleibt unverändert

Die Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch brachte insgesamt wenig Neues. Wie erwartet nahm die Fed keine Änderungen an ihrem geldpolitischen Kurs vor. Neben einer etwas günstigeren Einschätzung der aktuell wirtschaftlichen Lage ist nach Fed-Ansicht kein nachhaltiger Inflationsdruck in Sicht.

Dem Fed-Vorsitzenden Powell scheint es erneut gelungen zu sein, zumindest vorübergehend die Tapering-Sorgen (Rückführung der Fed-Anleiheankäufe) der Anleger zu zerstreuen, worauf die Entwicklung der Rendite 10jähriger Treasuries im Verlaufe der Pressekonferenz hindeutete. Sollte es in den kommenden Monaten zu dem von uns erwarteten deutlichen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit einer spürbaren Verbesserung bei wichtigen Beschäftigungsmaßen kommen, könnte die Fed allerdings möglicherweise schon im ersten Quartal 2022 (und nicht erst im zweiten Quartal) damit beginnen, ihre Anleihekäufe graduell zu reduzieren. Eine entsprechende kommunikative Vorbereitung des Tapering wäre dann bereits schon im Spätsommer 2021 zu erwarten.

    Aktien: S&P 500-, Nasdaq- und MSCI World-Indizes mit Rekordhoch

Positive Quartalsberichtssaison setzt sich fort

Im Rahmen der laufenden Quartalsberichtssaison der Unternehmen gab es in den USA sowohl beim S&P 500- als auch dem Nasdaq-Index Rekordstände. Dies traf auch für den umfassenden MSCI World-Index zu. Die großen Aktienindizes legten in der Berichtswoche bis Freitagvormittag zumeist leicht zu, Spitzenreiter war der S&P 500-Index mit plus 1,8 Prozent. Der japanische Nikkei 225 und der Hang Seng China Enterprise-Index fielen mit minus 0,7 und minus 2,2 Prozent etwas aus der Reihe.

US-Indexschwergewichte wie exemplarisch Apple, Amazon oder Microsoft konnten in der Berichtswoche mit sehr überzeugende Quartalergebnissen aufwarten. Im S&P 500-Index beispielsweise hat mittlerweile etwas mehr als die Hälfte der darin vertretenen Unternehmen berichtet. Dabei überraschten laut Bloomberg knapp 72 Prozent der Firmen bei den Umsatzerwartungen die Analysten. Bei der Gewinnentwicklung übertrafen sogar 87 Prozent die Schätzungen. Im EURO STOXX 50-Index hatten den aktuellen Daten zufolge, knapp die Hälfte der Unternehmen berichtete bereits, knapp 70 Prozent die Umsatz- und 75 Prozent die Gewinnerwartungen übertroffen. Auffällig dabei, oftmals spiegelte sich das gute Ergebnis jedoch nicht in den Kursen wider. Hier scheint inzwischen viel Optimismus eingepreist zu sein.

Branchen: Bankensektor positiv im Blickpunkt, Automobile unter Druck

Im DAX 30-Index stand in der Berichtswoche die Deutsche Bank im Blickpunkt. Deren erstes Quartal fiel deutlich besser aus als am Markt erwartet. Das Vorsteuerergebnis stieg Presseberichten zufolge in allen vier Geschäftsbereichen deutlich an. Die Einnahmen stiegen um 14 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, während die Risikovorsorge gegenüber dem Vorjahresquartal um 86 Prozent reduziert wurde. Insgesamt reiht sich die Deutsche Bank mit den guten Quartalsdaten in die positive Branchenentwicklung ein und war Wochengewinner im DAX 30-Index. Die Aktie legte um knapp 18 Prozent auf 11,60 Euro zu. Zahlreiche europäische Banken berichteten ebenfalls sehr erfreulich, was vor allem auf die Auflösung von Corona-bedingten Rückstellungen und ein gutes Geschäft im Investmentbanking zurückzuführen war. Damit folgte die europäische Branche den US-Pendants, die zum Auftakt der Berichtssaison bereits über sehr erfreuliche Geschäftszahlen berichteten.

Im STOXX 600 Europe-Index tendierte der Automobilsektor schwächer (minus 2,0 Prozent). Die Branche zeigt sich derzeit von der weltweiten Knappheit an Computerchips beeinträchtigt. Aber auch Unternehmen wie beispielsweise Apple sind hiervon betroffen. Pressemeldungen zufolge könnte es bei iPads und Mac-Computern zu Lieferengpässen im dritten Quartal und damit einhergehenden Umsatzrückgängen kommen. Mit plus 5,9 Prozent lag der Bankensektor aufgrund der guten Berichterstattung in der Berichtswoche klar vorne. Darüber hinaus waren Freizeit- und Reisetitel gesucht, der entsprechende Index stieg um 3,1 Prozent. Versorgertitel waren branchenseitig mit minus 2,4 Prozent das Schlusslicht.

      Renten: Verluste im Wochenverlauf, Renditen ziehen wieder an

Insgesamt gute Konjunkturdaten, die starken Unternehmensergebnisse und, zumindest in Deutschland, erhöhte Inflationsdaten und die damit einhergehenden Zinssteigerungserwartungen, schufen in der Berichtswoche ein nicht gerade positives Umfeld für Rententitel. Nach einer zwischenzeitlichen Pause mit rückläufigen Renditen setzte sich in der Berichtswoche der aufwärtsgerichtete Zinstrend fort. In den USA stieg die Zehnjahresrendite der US-Schatzanweisungen in der Berichtswoche um zehn Basispunkte auf 1,65 Prozent an. Am Donnerstagabend wurde dort sogar kurzzeitig die 1,7 Prozentmarke erreicht. Die US-Zinskurve tendierte ab fünf Jahren Laufzeit an etwas steiler.

Am Markt für deutsche Bundesanleihen erreichten wir am Donnerstag renditeseitig ein Zwölfmonatshoch. Die Zehnjahrespapiere rentierten vorübergehend mit minus 0,18 Prozent. Die Renditen legten über die gesamte Zinskurve hinweg um bis zu 13 Basispunkte zu. Peripherie-Staatsanleihen folgten den Vorgaben der Bundespapiere, auch dort kam es unisono zu Verlusten respektive ansteigenden Renditen. Auf Gesamtmarktebene (iBoxx € Sovereigns) lagen entsprechende Euro-Staatsanleihen am Donnerstagabend 0,6 Prozent im Minus.

Weiterhin im Aufwärtstrend lag – zum US-Dollar – die europäische Gemeinschaftswährung. Seit Ende März wertete der Euro zum Greenback stetig auf und stieg von 1,17 auf 1,215

US-Dollar je Euro. Die zurückhaltende Geldpolitik der US-Notenbank hat diesen Trend noch einmal verstärkt, wenngleich die Top-Notierungen nicht gehalten werden konnten und es am heutigen Freitag wieder unter die 1,21er Marke ging.

      Ausblick auf die kommende Woche

Am Freitag dürfte der US-Arbeitsmarktbericht von größerem Interesse sein. Der Konsens geht von 950.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft aus. Die Lockerung der Corona-bedingten Restriktionen sowie die Impffortschritte dürften zur Erholung beigetragen haben. Am Donnerstag wird bezüglich der deutschen Auftragseingänge mit einem Plus von 1,8 Prozent gerechnet, wenngleich die Produktion durch Probleme in den Lieferketten (bspw. Computerchips) gebremst worden ist.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 30. April 2021, soweit nicht anders angegeben.

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