MarktTicker 29. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 13. bis 17. Juli 2020

    Diese Woche: China-Daten vs. Hoffnung auf Corona-Impfstoff

Gemischte Wirtschaftsdaten aus China und Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen Corona prägten in der Berichtswoche das Marktgeschehen. Die Aktienmärkte tendierten mit Ausnahme einiger asiatischer Börsen weitgehend freundlich. Die Europäische Zentralbank beließ ihre Geldpolitik am Donnerstag unverändert. Die Rentenmärkte bewegten sich, auch im Rahmen der Sommerpause, in engen Bahnen.

China: Q2-BIP besser als erwartet

Das chinesische Bruttoinlandsprodukt lag im 2. Quartal trotz der Corona-Krise mit plus 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal über den Erwartungen (Konsens 2,5 Prozent). Für Moll-Töne sorgten jedoch gleichzeitig die für Juni veröffentlichten schwachen chinesischen Einzelhandelsumsätze. Diese fielen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,8 Prozent. Die Analysten hatten hingegen mit einem positiven Vorzeichen gerechnet. Die schleppende Konsumerholung bereitet Sorgen und führte in erster Linie an den asiatischen Börsen zu Verlusten.

Moderna macht Mut mit klinischen Tests

An den Aktienbörsen sowohl in den USA als auch in Europa sorgte in dieser Woche vor allem eine Meldung für Unterstützung: Das US-Biotechunternehmen Moderna berichtete über Erfolge bei der Suche nach einem Corona Impfstoff. Ein experimenteller Impfstoff habe nach Unternehmensangaben ermutigende Testergebnisse gezeigt. Die Aktienmärkte reagierten auf die Meldungen mit Zugewinnen, die bis Freitagmittag auch gehalten wurden.

US-Wirtschaftsdaten positiv

Weniger erfreulich war die zunehmende Corona-Ausbreitung in den USA, die in der Berichtswoche aber von den zumeist guten US-Wirtschaftsdaten überlagert wurde.

Die US-Industrieproduktion stieg im Juni um 5,4 Prozent an (lt. Bloomberg waren plus 4,3 Prozent erwartet). Der Empire State Index für den Juli stieg von minus 0,2 auf plus 17,2 Zähler an, erwartet wurden lediglich zehn Punkte. Die Fed hat in ihrem am Mittwoch veröffentlichten „Beige Book“ ein verhalten optimistisches Bild vermittelt und auf die erhöhte wirtschaftliche Aktivität in allen Fed-Bezirken hingewiesen. So sei auch die Vergabe von Hypothekenkrediten angestiegen. Doch die Unsicherheit bleibt auch bei der Fed angesichts der sich ausbreitenden Infektion und der damit verbundenen Einschränkungen weiterhin hoch.

Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe beliefen sich für die Woche zum 10. Juli auf 1,3 Millionen und blieben damit die 17. Woche in Folge bei über einer Million Anträgen. Die Einzelhandelsumsätze lagen im Juni mit plus 7,5 Prozent über den Prognosen. Hinter der weiteren Entwicklung des US-Konsums steht jedoch eine großes Fragezeichen. Ende Juli laufen die Finanzhilfen für die US-Bürger aus. Durch die Bereitstellung umfangreicher staatlicher Transferleistungen wurden die Corona-bedingten Einkommensverluste bislang mehr als kompensiert. Eine Verlängerung des Care-Acts durch die US-Regierung steht nun in Frage, und damit die weitere Entwicklung des US-Konsums. Hieraus könnten sich in den kommenden Monaten Belastungen für die Konjunktur der Vereinigten Staaten ergeben.

EZB zufrieden mit ihrem derzeitigen geldpolitischen Kurs

Wie allgemein erwartet sieht die Europäische Zentralbank (EZB) momentan keinen Anlass für eine Änderung ihrer geldpolitischen Ausrichtung. Der EZB kommt zugute, dass die Pandemie in Europa für den Moment weitestgehend unter Kontrolle ist und es zuletzt keine neuerlichen Verwerfungen an den Finanzmärkten gab. Zusätzlich entlastet die Initiative zum Aufbau eines europäischen Wiederaufbaufonds die Geldpolitik. Allerdings ist auch klar, dass die EZB weiterhin bereitsteht, im Falle eines erneuten Aufflammens der Krise insbesondere mit einer Ausweitung des Anleiheankaufprogramms (PEPP), zu reagieren. Die Märkte zeigten sich von den Ausführungen der EZB weitgehend unbeeindruckt.

    Aktien: Asien im Minus, USA und Euroraum mit freundlicher Tendenz

NASDAQ kratzt zwischenzeitlich die 11.000er-Marke

Die Aktienbörsen verzeichneten eine überwiegend freundliche Handelswoche. Der MSCI World-Index lag per Freitagmittag mit 1,3 Prozent im Plus. Der schwache Konsum in China führte allerdings dazu, dass die Börsen in Fernost ins Minus rutschten. Der Hang Seng China Enterprises-Index (HSCEI) gab 3,2 Prozent ab, ebenso der MSCI EM-Asia (minus 2,7 Prozent). Aktien aus den Schwellenländern tendierten insgesamt leichter (MSCI EM minus 2,2 Prozent).

In den USA legte der Dow Jones Industrial Average bis Donnerstagabend vier Prozent zu, der S&P 500 zwei Prozent. Die US-Technologiebörse NASDAQ erreichte am Montag mit zwischenzeitlich über 11.000 Punkten ein historisches Hoch. Dem folgte am gleichen Tag eine deutliche Gegenreaktion. Der Index gab deutlich ab und lag per Freitagvormittag mit 1,2 Prozent im Wochenvergleich leicht im Minus. Nach dem starken Anstieg seit Mitte März scheint die Luft im Technologiesektor etwas dünner zu werden. Netflix hat am Donnerstagabend nach Börsenschluss mit den Q2-Daten zudem für Enttäuschung unter den Anlegern gesorgt.

Tesla bei knapp 1.800 US-Dollar, US-Banken mit Quartalsberichten

Zudem stand Tesla am US-Markt einmal mehr im Blickpunkt. Mit fast 1.800 US-Dollar erreichte die Aktie am Montag ungeahnte Höhen. Zum Vergleich: Mitte März fiel die Aktie in der Corona-Krise kurzzeitig bis auf 400 US-Dollar. Das Unternehmen ist unlängst – die Marktkapitalisierung betreffend – der wertvollste Automobilproduzent weltweit und hat damit auch den japanischen Toyota-Konzern überholt. Darüber hinaus galt den US-Banken, die mit ihren Berichten zum 2. Quartal antraten, die volle Aufmerksamkeit der Anleger. Institute wie JP Morgan, Citigroup oder Wells Fargo berichteten. Insgesamt war das Quartal Corona-bedingt von hohen Rückstellungen in der Finanzbranche gekennzeichnet. Die Institute, die ein aktives Geschäft im Investment Banking vorweisen können, kamen bislang etwas besser durch die Krise.

Der DAX 30-Index gewann 2,1 Prozent hinzu. Mit Blick auf die Branchen im STOXX Europe 600-Index (plus 1,3 Prozent) lagen Chemiewerte sowie der Automobilsektor mit 3,8 bzw. 3,2 Prozent vorne. Der Immobilienbereich sowie analog zur US-Entwicklung die Technologiewerte lagen mit 2,9 und 0,5 Prozent im Minus.

    Renten: Impulsloser Handel

EU-Gipfel zum Wiederaufbaufonds für Peripherie entscheidend

An den Rentenmärkten ging es in der Berichtswoche eher beschaulich zu. Der Anstieg der Corona-Infektionen in den USA hat dort die US-Staatsanleihen etwas unterstützt. Der Renditerückgang war mit zwei bis vier Basispunkten je nach Laufzeit aber sehr überschaubar.

Am Markt für Euro-Staatspapiere hielt sich die Bewegung unter dem Eindruck der EZB-Sitzung vom Donnerstag und des EU-Gipfels (Freitag und Samstag) ebenfalls in Grenzen. Den Ergebnissen zur Ausgestaltung des EU-Wiederaufbaufonds dürfte eine tragende Rolle für die weitere Entwicklung der Peripherie-Staatsanleihemärkte zukommen. Wir rechnen nicht mit schnellen Ergebnissen. Die Verhandlungen dürften sich mit weiteren Runden über den Sommer hinziehen.

Deutsche Bundespapiere wiesen einen minimalen Renditeanstieg auf (ein bis drei Basispunkte). Die Spread-Entwicklung der Peripherieanleihen gegenüber Bundesanleihen war weitgehend seitwärts gerichtet. Euro-Unternehmensanleihen tendierten freundlich, was auch für in Euro und US-Dollar denominierte Anleihen aus den Schwellenländern galt. Bei Letzteren waren die zweite Woche in Folge Mittelzuflüsse in das Marktsegment zu beobachten, das Anlegerinteresse nimmt dort wieder zu.

    Ausblick auf die kommende Woche

Mit den Einkaufsmanagerindizes aus einigen Ländern stehen am Freitag die wichtigsten Daten in der neuen Woche an (alle vorläufig). Die Konsensschätzungen sowohl für den Euroraum als auch die USA lassen eine weitere Erholung schließen, wenngleich deren Tempo etwas nachlassen dürfte. Zudem gibt es am Mittwoch und ebenfalls am Freitag Daten zum US-Immobilienmarkt. Darüber hinaus nimmt die Berichtssaison zum 2. Quartal an Fahrt auf.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 17. Juli 2020, soweit nicht anders angegeben.

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