Marktberichte Juni 2021

Aktien: Leicht im Plus

Renten: Staatsanleihen im Plus

Aktienmärkte: Im Juni überwogen an den Aktienbörsen die positiven Vorzeichen. Die Beibehaltung der aktuellen Geldpolitik durch die großen Notenbanken und gute Konjunkturdaten unterstützten. Einige Indizes erreichten zwischenzeitlich neue Rekordstände.

Rentenmärkte: Vor dem Hintergrund der im Juni abgehaltenen Notenbanksitzungen tendierten die Staatsanleihemärkte im Euroraum und in den USA leicht freundlich. Trotz aktuell erhöhter Inflationsraten behalten die beiden großen Notenbanken ihre expansive Geldpolitik vorerst unverändert bei.

Die Aktienmärkte

Europa

Abkühlung an Europas Börsen zum Monatsende

Im Juni erreichten die europäischen Aktienmärkte zwischenzeitlich neue Höchststände. Gegen Ende des Monats ließ jedoch die weitere Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus die Euphorie etwas abkühlen, da sich dadurch die Erholung in einzelnen Branchen und der Gesamtwirtschaft verlangsamen könnte. Der Euro STOXX 50-Index beendete den Monat mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index lag 1,4 Prozent im Plus. Gesucht waren vor allem Aktien aus dem Gesundheitswesen und der Technologiebranche. Weniger nachgefragt wurden Titel aus den Sektoren Versicherungen und Banken.

Auch im Juni untermauerten aktuelle Konjunkturdaten die starke Erholung der europäischen Wirtschaft. Das warme Wetter und die Impffortschritte erlaubten weitere Öffnungsschritte. In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni deutlicher gesunken als erwartet, insbesondere der Dienstleistungssektor profitierte von den breiten Lockerungen und konnte viele Stellen aufbauen. Die Einkaufsmanager im Euroraum blickten weiter zuversichtlich in die Zukunft, vor allem im Dienstleistungssektor stieg die Stimmung an. So schloss sich auch die Lücke zu den Umfragewerten des verarbeitenden Gewerbes. Viele Unternehmen klagten über Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten. Die Europäische Zentralbank hielt weiterhin an ihrer expansiven Geldpolitik fest.

Mit den Erfolgen bei den Corona-Impfungen scheint das Ende der Pandemie in den größten Volkswirtschaften der Welt in Sichtweite gerückt und eine kräftige Konjunkturbelebung hat begonnen. An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

Deutschland

Mittelgroße deutsche Aktien hatten im Juni die Nase vorn

Auch im Juni hat der deutsche Aktienmarkt seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Die Zugewinne der Schwergewichte waren allerdings verhaltener. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, schloss lediglich gut 0,7 Prozent im Plus. Dafür entwickelten sich die Werte mit einer mittleren Marktkapitalisierung im Berichtsmonat deutlich erfreulicher. Gemessen am MDAX-Index legten sie um knapp 2,6 Prozent zu. Die Kurse der Nebenwerte mit niedriger Marktkapitalisierung rutschten dagegen ins Minus. So verzeichnete der SDAX-Index einen Rückgang von knapp 1,8 Prozent.

Auch im Juni untermauerten Konjunkturdaten die starke Erholung der europäischen und insbesondere der deutschen Wirtschaft. Das warme Wetter und die Impffortschritte erlaubten weitere Öffnungsschritte. In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni deutlicher gesunken als erwartet, insbesondere der Dienstleistungssektor profitierte von den breiten Lockerungen und konnte viele Stellen aufbauen.

So wuchs auch der Optimismus unter den Verbrauchern: Das GfK-Konsumklima ist im Juni kräftig gestiegen. Der Index kletterte um 6,6 Punkte auf -0,3 Punkte. Das ist angesichts der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft nach dem Lockdown nicht überraschend. Offene Geschäfte und Restaurants geben den Menschen ebenso wie die Aussicht auf Urlaub die Chance, ihr Geld auch auszugeben. Doch der genaue Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Bäume keinesfalls in den Himmel gewachsen sind. Die wichtigsten Unterkomponenten, insbesondere die Einkommenserwartungen, haben sich zwar spürbar verbessert. Die Anschaffungsneigung jedoch ist noch weit von den Ständen vor der Krise entfernt. Es gibt also noch Luft nach oben.

Mit den Erfolgen bei den Corona-Impfungen scheint das Ende der Pandemie in den größten Volkswirtschaften der Welt in Sichtweite gerückt und eine kräftige Konjunkturbelebung hat begonnen. An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist, auch in Deutschland. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben gefragt.

Osteuropa

Freundliche Stimmung an osteuropäischen Börsen

Im Juni haben die Aktienmärkte in Osteuropa erneut verbucht. Gemessen am MSCI EM Eastern Europe-Index legten sie in Lokalwährung um 2,6 Prozent zu. Die Konjunkturerholung, ein deutlicher Rückgang der Corona-Neuinfektionszahlen sowie generell eine risikofreundlichere Einstellung von Anlegern unterstützten die Märkte. Auffällig war dabei, dass die osteuropäischen Länder bei der Zinsentwicklung einen eigenen Weg einschlagen. So haben die Notenbanken von Ungarn und Tschechien die Leitzinsen erhöht. Dies zeigt zum einen den zugrundeliegenden höheren Inflationsdruck in diesen Ländern, zum anderen aber auch Fortschritte in der Wirtschaftserholung.

Am russischen Aktienmarkt legten die Kurse, gemessen am MOEX-Index, in Lokalwährung um 3,1 Prozent zu. Ein Vertreter der russischen Notenbank erklärte, Teuerung und Wachstum würden über den Prognosen von April liegen.

Die ungarische Zentralbank hat als erste Zentralbank in der Europäischen Union (EU) und erstmals seit dem Jahr 2012 ihren Leitzins angehoben. Gleichzeitig wurden weitere monatliche Zinsschritte in Aussicht gestellt, solange dies die Preisentwicklung erforderlich mache, um die steigende Inflation in den Griff zu bekommen. Damit vollzog die Notenbank eine beachtliche Kehrtwende, zählte sie doch lange Jahre zu den Instituten mit der lockersten Geldpolitik in den Schwellenländern. Die Anleihekäufe werden allerdings nicht ausgesetzt. Der BUX-Index stieg im Monatsvergleich um 1,9 Prozent.

Auch die Tschechische Notenbank setzte die Zinsen herauf, und zwar um 25 Basispunkte auf 0,5 Prozent. Hintergrund sind eine rascher als erwartete Erholung der tschechischen Wirtschaft nach der Aufhebung von Corona-Lockdowns, steigende Inflationsraten sowie das Risiko einer Überhitzung auf dem Arbeitsmarkt, wie es hieß. Die Notenbank sei nicht so optimistisch, dass es sich nur um temporäre Inflationseffekte handle. In Prag sank der PX-Index um 0,9 Prozent.

An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

USA

US-Börsen schließen uneinheitlich

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Juni uneinheitlich tendiert. Der marktbreite S&P 500-Index legte 2,2 Prozent zu und erreichte zwischenzeitlich einen Rekordstand. Der Industrie-lastige Dow Jones Industrial Average ging mit minus 0,1 Prozent nahezu unverändert aus dem Handel. Der Technologie-Index Nasdaq Composite kletterte 5,5 Prozent. Vor allem die Sektoren IT, Basiskonsumgüter und Energie verzeichneten deutliche Gewinne, Banken und Grundstoffe schnitten hingegen unterdurchschnittlich ab.

Für etwas Unsicherheit hatte zwischenzeitlich die US-Notenbank Federal Reserve gesorgt. Sie betonte bei ihrer Juni-Sitzung, das Tempo der monatlich 120 Milliarden US-Dollar umfassenden Anleiheankäufe vorerst beibehalten zu wollen. Allerdings zeichnete sich nach der Sitzung ein Richtungsstreit innerhalb der Fed ab. Einige Mitglieder des Offenmarktauschusses gaben sich eher restriktiv und befürworteten angesichts der aktuellen Entwicklung eine straffere Geldpolitik und damit eine eher früher denn später einsetzende Reduzierung der Anleiheankäufe (Tapering). Für den Markt überraschend hatten mehrere Fed-Gouverneure die Seiten gewechselt und sich für eine restriktivere Notenbankpolitik bereits 2022 ausgesprochen. Später brachte Fed-Chef Powell dann vor dem Unterausschuss des Repräsentantenhauses wieder Ruhe in den Markt, indem er an die bislang gültige offizielle Sprachregelung der US-Zentralbank anknüpfte und betonte, dass die aktuelle (nach oben gerichtete) Inflationsentwicklung eine vorübergehende sei. Der Preisdruck habe zwar zugenommen, die Teuerungsrate werde sich jedoch längerfristig um zwei Prozent einpendeln. Eine präventive Zinserhöhung sei nicht geplant.

Mit den Erfolgen bei den Corona-Impfungen scheint das Ende der Pandemie in den größten Volkswirtschaften der Welt in Sichtweite gerückt und eine kräftige Konjunkturbelebung hat begonnen. An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

Fernost

Kleines Kursplus für Börsen in Fernost – China schwächer

Keine klare Tendenz zeigten die Aktienmärke im Fernen Osten im Berichtsmonat Juni und entwickelten sich insgesamt seitwärts. Gemessen am MSCI Far East ex Japan-Index resultierte für die Region ein minimales Kursplus von 0,3 Prozent in Lokalwährung.

Bestimmende Faktoren blieben die Entwicklung der Corona-Neuinfektionszahlen sowie Aussagen zur US-Geldpolitik und den Infrastrukturplänen der US-Regierung. Die Ausbreitung der gefährlicheren Delta-Variante in einigen asiatischen Ländern, drückte auf die Stimmung. Andererseits wirkten Aussagen der US-Notenbankvertreter, die Geldpolitik weiter locker zu halten, kursstützend. Auch die überparteiliche vorläufige Einigung auf ein – wenn auch begrenztes – US-Infrastrukturpaket kam an den Märkten gut an.

Unter Druck stand auch der chinesische Aktienmarkt. Gemessen am Shanghai Composite-Index verlor er 0,7 Prozent. Ein Grund waren unter anderem Befürchtungen vor einer leichten konjunkturellen Verlangsamung. Auch gab es Berichte, wonach der in der Volksrepublik verbreitet eingesetzte Impfstoff von Sinovac nicht so effektiv gegen die gefährlichere Delta-Variante des Corona-Virus schützen könnte. Die offiziellen Corona-Infektionszahlen sind in dem Land aber auch im Juni vergleichsweise sehr niedrig geblieben. Darüber hinaus will die People's Bank of China (PBoC) kleine Unternehmen des Landes direkt unterstützen, teilte die Notenbank nach ihrer vierteljährlichen geldpolitischen Sitzung Ende Juni mit. Auch sollten Banken angewiesen werden, mittel- und langfristige Kredite an Unternehmen zu erhöhen. Die Verschuldungsquote der Wirtschaft solle aber insgesamt stabil gehalten werden. Auch wird eine stärkere internationale wirtschaftspolitische Koordination mit einem flexibleren Wechselkurs angestrebt, hieß es. Die ausländischen Devisenreserven der chinesischen Banken hatten zuletzt erstmals die Schwelle von einer Billion US-Dollar überschritten.

An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die Nach-Corona-Zeit eingepreist. Die Ausbreitung der Delta-Variante birgt jedoch Risiken. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn die Dynamik nachlassen sollte.

Japan

Japanischer Aktienmarkt mit uneinheitlicher Entwicklung

Auch im Juni ging es für den japanischen Aktienmarkt insgesamt leicht nach oben, allerdings bei einer uneinheitlichen Tendenz. Der auf internationale Unternehmen ausgerichtete Nikkei 225-Index fiel um 0,2 Prozent (in Lokalwährung), während der marktbreite Topix-Index um 1,1 Prozent zulegte.

Zu einer zunehmenden Belastung wuchsen sich die wieder steigenden Corona-Neuinfektionszahlen in einigen asiatischen Ländern aus, was vor allem an der sich ausbreitenden, gefährlicheren Delta-Variante lag. Auch im Großraum Tokio hielten sich zuletzt die Neuinfektionszahlen auf erhöhtem Niveau. Damit ist auch die Durchführung der Olympischen Spiele vom 23. Juli bis 8. August unter Anwesenheit von Zuschauern unwahrscheinlicher geworden. Unterstützung für den japanischen Aktienmarkt kam dagegen aus den USA, wo es eine überparteiliche Einigung auf ein neues Infrastrukturpaket über 579 Milliarden US-Dollar gegeben hat. Zudem erholte sich der Aktienmarkt von einem zwischenzeitlichen Kursrutsch, nachdem vorübergehend aufgekommene Sorgen vor einer möglichen schnelleren geldpolitischen Straffung durch die US-Notenbank Federal Reserve abgeebbt waren.

Konjunkturdaten zeigten ein gemischtes Bild. Im Mai sank der Output des produzierenden Gewerbes um 5,9 Prozent, was vor allem an der Halbleiterknappheit im Automobilsektor und einer damit verbundenen Produktionsverlangsamung in der japanischen Autoproduktion lag. Auch Daten zum Auftragseingang zeigten einen Rückgang. Die Bank of Japan erklärte zudem, die Auswirkungen der Corona-Pandemie würden weiterhin die japanische Wirtschaft belasten.

Mit den Erfolgen bei den Corona-Impfungen scheint das Ende der Pandemie in den größten Volkswirtschaften der Welt in Sichtweite gerückt und eine kräftige Konjunkturbelebung hat eingesetzt. An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die Nach-Corona-Zeit eingepreist. Die Ausbreitung der Delta-Variante birgt jedoch Risiken. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn die Dynamik nachlassen sollte.

Weltweit

Globale Aktienmärkte verzeichnen weitere Gewinne

Im Juni tendierten die globalen Aktienmärkte insgesamt freundlich. Der MSCI Welt-Index legte in Lokalwährung um 2,2 Prozent zu. In den USA verzeichnete der marktbreite S&P 500-Index ein Plus von 2,2 Prozent, wogegen der Industrie-lastige Dow Jones Industrial Average ein leichtes Minus von 0,1 Prozent hinnehmen musste. Für etwas Unsicherheit hatte zwischenzeitlich die US-Notenbank Federal Reserve gesorgt. Hier hatte sich nach der Sitzung im Juni ein Richtungsstreit innerhalb der Fed bezüglich der künftigen Geldpolitik abgezeichnet, später hat der Fed-Vorsitzende Jerome Powell mit klaren Worten Stellung bezogen.

Die europäischen Märkte legten ebenfalls zu. Der Euro STOXX 50-Index kletterte um 0,6 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index schloss 1,4 Prozent fester. Hier untermauerten aktuelle Konjunkturdaten die starke Erholung der europäischen Wirtschaft. Das warme Wetter und die Impffortschritte erlaubten weitere Öffnungsschritte. In Deutschland etwa ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni deutlicher gesunken als erwartet, insbesondere der Dienstleistungssektor profitierte von den breiten Lockerungen und konnte viele Stellen aufbauen. Die Einkaufsmanager im Euroraum blickten weiter zuversichtlich in die Zukunft, vor allem im Dienstleistungssektor stieg die Stimmung an. So schloss sich auch die Lücke zu den Umfragewerten des verarbeitenden Gewerbes.

In Japan verzeichnete der japanische Leitindex Nikkei 225 ein leichtes Minus von 0,2 Prozent, wogegen die Börsen aus den Schwellenländern, gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in Lokalwährung, 0,5 Prozent gut machten.

Mit den Erfolgen bei den Corona-Impfungen scheint das Ende der Pandemie in den größten Volkswirtschaften der Welt in Sichtweite gerückt und eine kräftige Konjunkturbelebung hat begonnen. An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Notenbanken sorgen zwischenzeitlich für Beruhigung

Der Euro-Staatsanleihemarkt war im Juni zweigeteilt. In der ersten Monatshälfte herrschte zunächst ein freundlicher Unterton. Vielfach kam es zu rückläufigen Renditen, die mit entsprechenden Kursgewinnen einhergingen. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zwischenzeitlich bei minus 0,28 Prozent. Ende Mai lag die Rendite noch bei minus 0,18 Prozent. Eine wichtige Rolle spielten hierbei die guten Vorgaben aus den USA. Dort hatte die US-Notenbank deutlich gemacht, dass sie nicht von dauerhaften Preissteigerungen ausgehe und deshalb vorerst an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten wolle. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) blieb vorsichtig und gewohnt vage. Die EZB betonte wie schon so häufig, dass Sonderfaktoren verantwortlich für den starken Anstieg der Inflation im laufenden Jahr wären. Diese Sonderfaktoren würden sich zum Ende des Jahres umkehren und dafür sorgen, dass die Inflationsrate 2022 wieder deutlich geringer ausfallen wird. Darüber hinaus plane man auch in den kommenden Monaten, Anleihen im Rahmen des Pandemieprogrammes (PEPP) in signifikant höherem Maße als in den ersten Monaten dieses Jahres anzukaufen.

In der zweiten Monatshälfte wendete sich das Blatt dann wieder. Impffortschritte erlaubten in vielen Ländern weitere Öffnungsschritte und sorgten für einen optimistischen Blick in die Zukunft. Damit einher gingen auch wieder leicht höhere Inflationserwartungen, sodass die Renditen wieder etwas anzogen. Dadurch ging ein Teil der zuvor erzielten Kursgewinne wieder verloren. Diesmal gab es nur marginale Unterschiede zwischen Anleihen aus den Kernländern und der Peripherie. Für Aufsehen sorgten die ersten Emissionen des europäischen Konjunkturpakets „Next Generation EU“. Die Nachfrage nach den fünf-, zehn-, und dreißigjährigen Anleihen war hoch, sodass die Emissionen deutlich überzeichnet und im späteren Handel auch gut nachgefragt waren.

Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im Juni ein Plus von 0,5 Prozent. In den Sommermonaten rechnen wir mit einem ruhigen Handel, aber jedoch leicht steigenden Renditen.

USA

Fallende Renditen trotz guter Konjunktur und höherer Inflation

Parallel zur beschleunigten Inflationsentwicklung zeigt sich die US-Wirtschaft derzeit in einer äußerst starken Verfassung. Sinkende Corona-Zahlen und ein schneller Impffortschritt ermöglichten umfangreiche Öffnungsschritte. Zusammen mit den kräftigen fiskalpolitischen Impulsen (Stichwort: Haushaltschecks) brummt die US-Konjunktur wie lange nicht. In solch einem Umfeld hätten US-Staatsanleihen eigentlich Kursverluste verkraften müssen. Doch weit gefehlt, die Papiere zogen sogar fester. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verzeichneten US-Staatsanleihen im Juni einen Zuwachs von 0,8 Prozent. Hierfür war vor allem die US-Notenbank verantwortlich. In den letzten Wochen gelang es der Fed, die Marktteilnehmer zu beruhigen. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses traten dabei geschlossen auf und wiederholten die immer gleiche Botschaft: Man befinde sich in einer Phase vorrübergehend höherer Inflationsraten, die aber nicht von langer Dauer sei.

Mit den höheren Teuerungsraten begann auch eine Debatte, ob die Fed zeitnah mit einer Reduzierung ihrer Anleihekäufe beginnen könnte. Zwar haben die Währungshüter immer betont, dass man damit keine Eile habe und die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle spielen würde. Erst wenn dort ausreichend Fortschritte auszumachen seien, käme das Thema ernsthaft in Betracht. Dennoch war die Verunsicherung am Markt lange Zeit hoch gewesen. Die jüngsten Arbeitsmarktberichte spielten den Notenbankern aber in die Karten und verschafften ihrem Argument, der Preisanstieg sei vorübergehend, wieder mehr Glaubwürdigkeit. So waren die Zahlen der neu geschaffenen Stellen im April und im Mai zwar durchaus solide ausgefallen, die Werte blieben aber hinter den hohen Erwartungen der Analysten zurück. Zuletzt wurde der Chor der Fed jedoch wieder vielstimmiger. Einige Mitglieder sehen die Gefahr einer länger andauernden Phase mit steigenden Preisen und fordern daher eine weniger expansive Geldpolitik. Tendenziell dürfte der Renditeanstieg daher nur pausieren, sich dann aber fortsetzen, allerdings nicht mehr mit der Dynamik aus den ersten Monaten des Jahres.

Weltweit

Freundliche Tendenz im Juni

Parallel zur beschleunigten Inflationsentwicklung zeigt sich die US-Wirtschaft derzeit in einer äußerst starken Verfassung. In solch einem Umfeld hätten US-Staatsanleihen eigentlich Kursverluste verkraften müssen. Doch weit gefehlt, die Papiere zogen sogar fester. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verzeichneten US-Staatsanleihen im Juni einen Zuwachs von 0,8 Prozent. Hierfür war vor allem die US-Notenbank verantwortlich. In den letzten Wochen gelang es der Fed, die Marktteilnehmer zu beruhigen. Die klare Botschaft lautete: Man befinde sich in einer Phase vorrübergehend höherer Inflationsraten, die aber nicht von langer Dauer sei. Auch die Debatte um eine Reduzierung der Anleihekäufe wurde nach den jüngsten Arbeitsmarktberichte, die schwächer als erwartet ausfielen, weniger heftig geführt.

Am Euro-Staatsanleihemarkt herrschte zunächst ein freundlicher Unterton. Vielfach kam es zu rückläufigen Renditen, die mit entsprechenden Kursgewinnen einhergingen. Auch hier spielten die Aussagen der Fed und auch der EZB eine wichtige Rolle, wonach diese vorerst an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten wollen. Darüber hinaus plane die Europäische Zentralbank man auch in den kommenden Monaten, Anleihen im Rahmen des Pandemieprogrammes (PEPP) in signifikant höherem Maße als in den ersten Monaten dieses Jahres anzukaufen. In der zweiten Monatshälfte wendete sich das Blatt dann wieder. Impffortschritte erlaubten in vielen Ländern weitere Öffnungsschritte und sorgten für einen optimistischen Blick in die Zukunft. Dadurch ging ein Teil der zuvor erzielten Kursgewinne wieder verloren. Für Aufsehen sorgten auch die ersten Emissionen des europäischen Konjunkturpakets „Next Generation EU“. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im Juni ein Plus von 0,5 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen tendierten ebenfalls freundlich und verzeichneten, gemessen am ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00), einen Zuwachs von ebenfalls 0,5 Prozent. Stabile US-Renditen und feste Rohstoffnotierungen ließen Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index), im Juni um 0,7 Prozent steigen.

Unternehmensanleihen

Leichte Zugewinne, aber wenig Dynamik

Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade tendierten im Juni leicht positiv. Mit einem erfreulichen Auftakt legten auf Indexebene die im ICE BofA Euro Corporate-Index, ER00 enthaltenen Anleihen zunächst um 0,5 Prozent zu. Die Inflationsthematik und die Diskussion hinsichtlich einer kommenden Verschärfung der US-Geldpolitik - Stichwort: Tapering der Fed - haben dann in der zweiten Monatshälfte dazu geführt, dass ein Teil der Gewinne zunächst wieder verloren ging. Letztlich verblieb aber ein Indexzuwachs von 0,4 Prozent. Die Entwicklung der Asset Swap Spreads war erfreulich, im Juni wurde mit dem Monatsschlussstand das Jahrestief bei 56 Basispunkten (minus fünf Basispunkte gegenüber Ende Mai) erreicht.

Insgesamt war sehr wenig Dynamik im Markt zu vernehmen. Ein Finanzinstitut übertitelte eine Studie zum Euro-Unternehmensanleihemarkt für das bisherige Jahr 2021 als das „Langweiligste Handelsjahr aller Zeiten“. Gegen Monatsende wurden nur sehr wenige Unternehmensanleihen von der Europäischen Zentralbank im Rahmen ihres Ankaufprogramms erworben, dennoch lag der Mark sehr stabil.

Am Primärmarkt wurden regelmäßig Neuemissionen platziert. Die Nachfrage war nach wie vor vorhanden, größere Zugewinne für die Anleger blieben aufgrund der nach wie vor geringen Neuemissionsprämien aber Mangelware.

Mit Blick auf die Sub-Indizes waren im Nachrangbereich bei den Finanz- und Industriepapieren (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) mit plus 0,5 und 0,7 Prozent ebenfalls leichte Zugewinne zu beobachten. Die Risikoprämien engten sich um acht auf 118 bzw. zehn auf 198 Basispunkte ein. Der High Yield-Markt (ICE BofA HEAG-Index) gewann 0,6 Prozent hinzu und erreichte zwischenzeitlich ein Jahreshoch, dort profitierten die Anleihen weiterhin vom „Reopening“ der Wirtschaft. Die Risikoprämien fielen im Gegenzug zwischenzeitlich auf das Jahrestief bei 249 Basispunkten. Per saldo gaben die Prämien um neun auf 259 Basispunkte nach.

Am US-Unternehmensanleihemarkt stieg der ICE BofA US-Large Cap Corporate-Index im Fahrwasser rückläufiger Treasury-Renditen um 1,6 Prozent (in US-Dollar) an. Die Risikoaufschläge fielen um zwei auf 95 Basispunkte.

Emerging Markets

Leichte Zugewinne

An den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets) war im Juni eine leicht positive Tendenz zu beobachten. Mit einem erfreulichen Auftakt legten auf Indexebene die im JP Morgan EMBI Global Diversified-Index enthaltenen Anleihen zunächst um 1,3 Prozent zu. Die Inflationsthematik und die Diskussion hinsichtlich einer kommenden Verschärfung der US-Geldpolitik - Stichwort Tapering der Fed - haben dann in der zweiten Monatshälfte dazu geführt, dass ein Teil der Gewinne jedoch wieder verloren ging. Letztlich verblieb ein Indexzuwachs von 0,7 Prozent. Die Spreadentwicklung im EMBI Global Div.-Index verlief in engen Bandbreiten zwischen 330 und dem Schlussstand von 340 Basispunkten.

Recht lebhaft ging es am Primärmarkt zu. Die Emittenten auf Länder- und Unternehmensebene nutzten das insgesamt gute Umfeld, um vor der Sommerpause noch zahlreiche neue US-Dollarpapiere zu begeben. Das Zeichnungsinteresse der Anleger war in der Breite gut. Im Blickpunkt stand die sechs Milliarden US-Dollar schwere Neuemissionen von Saudi Aramco. Das Orderbuch für die drei Tranchen mit drei, fünf und zehn Jahre Laufzeit war mit 60 Milliarden US-Dollar zehnfach überzeichnet. Darüber hinaus brachten sowohl Katar als auch Brasilien zum Monatsende noch größere Neuemissionen an den Markt.

Bei den EM-Zentralbanken dominierten im Juni die Zinserhöhungen. Neben Lateinamerika (Brasilien 75, Mexiko 25 Basispunkte) war vor allem die Geldpolitik in Osteuropa von Zinsanstiegen geprägt. Russland, Ungarn und Tschechien (50, 30 sowie 25 Basispunkte) drehten allesamt an der Zinsschraube nach oben. Die dort schon vor Corona ohnehin robuste Konjunkturentwicklung erhält aktuell nochmals einen Reopening-Schub. Und die dort zu beobachtende Inflation wird – im Gegensatz zum Euroraum und den USA – nicht als vorübergehend betrachtet. Entsprechend konnten im Juni einige dieser Währungen gegenüber dem ansonsten aufgrund der Debatte um die US-Geldpolitik festen US-Dollar aufwerten. Der Brasilianische Real stieg um über fünf Prozent an. Der Mexikanische Peso und der Russische Rubel legten leicht um ein halbes Prozent zu. Die meisten EM-Währungen werteten jedoch ab.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 30. Juni 2021, soweit nicht anders angegeben.

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