Marktberichte Juli 2021

Aktien: Erfreuliche Unternehmensberichte

Renten: Staatsanleihen gesucht

Aktienmärkte: Sehr erfreuliche Unternehmensdaten im Zuge der laufenden Berichtssaison zum 2. Quartal und die anhaltend expansive Geldpolitik der Notenbanken sorgten im Juli für weitere Zugewinne an den Aktienbörsen.

Rentenmärkte: Trotz guter Wirtschaftsdaten und zuletzt unerwartet hoher Inflationsraten konnten die Staatsanleihemärkte im Juli weitere Zugewinne verbuchen. Sowohl die EZB als auch die US-Fed erachten die aktuelle Inflationsentwicklung als vorübergehend, eine generelle Straffung der Geldpolitik ist vorerst nicht zu erwarten.

Die Aktienmärkte

Europa

Moderate Kursgewinne an Europas Börsen

Von einer Sommerpause an den europäischen Finanzmärkten kann im Juli keine Rede sein. Moderaten Kursgewinnen standen Sorgen der Anleger vor einer Ausbreitung der Delta – Variante gegenüber, die sich in einer Korrektur bemerkbar gemacht haben. Der Euro STOXX 50-Index schloss mit einem Plus von knapp über 0,6 Prozent. Der marktbreite STOXX Europe 600-Index hingegen konnte einen Zuwachs von knapp zwei Prozent vermelden. Weniger gesucht waren dabei Titel der Automobil- und Energiebranche sowie aus dem Einzelhandel. Stark nachgefragt wurden Aktien aus der Basisressourcen- und Bauindustrie sowie dem Technologiesektor.

Auch Konjunkturdaten gaben Auftrieb, etwa der Wachstumspfad der deutschen Wirtschaft: Im zweiten Quartal wuchs das BIP um 1,5 Prozent. Die guten Ergebnisse der Berichtssaison stützten ebenfalls. Auf der anderen Seite belasteten den Markt jedoch die Delta-Variante und die damit einhergehende Sorge um die weitere Konjunkturerholung. Auch die Unsicherheit aufgrund der anhaltenden Lieferengpässe bestand weiterhin.

Mit den Erfolgen bei den Corona-Impfungen scheint das Ende der Pandemie in den größten Volkswirtschaften der Welt in Sichtweite gerückt und eine kräftige Konjunkturbelebung hat begonnen. An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist. Allein die rasche Ausbreitung der Delta-Variante ruft Besorgnis bei den Anlegern hervor. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben gefragt.

Deutschland

Kleine und mittlere deutsche Aktien schlagen Schwergewichte

Auch im Juli hat der deutsche Aktienmarkt seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Die Blue Chips bewegten sich allerdings erneut nahezu seitwärts. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, schloss lediglich knapp 0,9 Prozent im Plus. Dafür entwickelten sich die Werte mit einer mittleren und geringen Marktkapitalisierung im Berichtsmonat deutlich erfreulicher. Gemessen am MDAX-Index legten die Midcaps um gut 3,2 Prozent zu. Der SDAX-Index, in dem die kleinen Firmen vertreten sind, verzeichnete einen Zugewinn von ebenfalls knapp 3,2 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft ist auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal um 1,5 Prozent gewachsen. Allerdings lag die Latte nach dem herben Rücksetzer im ersten Quartal eher tief. Bemerkenswert ist, dass sich der wirtschaftliche Impuls verlagert hat: War es in den Vorquartalen eher die Industrie, die den Ton angab, war nun der Dienstleistungsbereich das Zugpferd.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat sich im Juli hingegen unerwartet eingetrübt. Gegenüber dem Vormonat fiel das Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft im Gesamtindex um einen Punkt auf 100,8 Zähler. Der Rückgang, der mit Ausnahme der Bauwirtschaft nahezu alle Sektoren umfasste, war von Analysten so nicht erwartet worden. Im Dienstleistungssektor machte die Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus zu schaffen. Und im Verarbeitenden Gewerbe hielt die Unsicherheit bezüglich der Lieferengpässe an.

Die deutschen Verbraucherpreise zogen im Juli gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent an. Energie- und Lebensmittelpreise sowie Basiseffekte aus der Mehrwertsteuer waren hierfür verantwortlich.
An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist, auch in Deutschland. Die Ausbreitung der Delta-Variante birgt gewisse Risiken. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben gefragt.

Osteuropa

Osteuropäische Börsen entwickeln sich uneinheitlich

Im Juli tendierten die osteuropäischen Aktienbörsen per saldo schwächer. Gemessen am MSCI EM Eastern Europe-Index gaben sie in Lokalwährung 1,1 Prozent ab. Hintergrund hierfür war vor allem die Schwäche des russischen Marktes, der über drei Viertel der Indexgewichtung ausmacht. In Russland ging der MOEX-Index, gemessen in Lokalwährung, um 1,8 Prozent zurück, der RTS-Index (RTS) fiel um 1,7 Prozent.

Die Märkte Polens, Ungarns und Tschechiens folgten über weite Strecken dem gesamteuropäischen Trend und schwankten insgesamt deutlich. Das Anziehen der Inflation und der Anstieg der Corona-Neuinfektionszahlen infolge der verstärkten Ausbreitung der Delta-Variante sorgten für Nervosität in der gesamten Region.

In Warschau stieg der WIG-Index in lokaler Währung um 2,4 Prozent. In Polen standen in der zweiten Monatshälfte Konjunkturdaten im Fokus. Laut Eurostat steigerte das verarbeitende Gewerbe im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat seine Produktion um mehr als 30 Prozent. Gefragt waren die Titel des der Einzelhändler CCC und LPP. Bankenwerte wie die Alior Bank zählten ebenfalls zu den Gewinnern. Die Aktien des Mineralölkonzerns PKN Orlen mussten hingegen Einbußen hinnehmen.

Der ungarische BUX-Index stieg im Monatsvergleich um 2,9 Prozent. Die Papiere der OTP Bank konnten leicht zulegen. Die Aktien des Pharmaunternehmens Gedeon Richter und des Ölkonzerns MOL traten unter Schwankungen auf der Stelle.

In Prag legte der PX-Index um 4,9 Prozent zu. Beflügelt wurde die tschechische Börse nicht zuletzt von den Fusionsverhandlungen der Virenschutz-Anbieter Avast und NortonLifeLock. Hinzu kamen Kurszuwächse bei den hoch gewichteten Banken Erste Group und Komercni Banka.
An den Kapitalmärkten ist der Übergang in die Nach-Corona-Zeit weitgehend eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich unverändert gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur nachgelassen hat. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

USA

US-Börsen zeigen Kursplus

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Juli Kursfortschritte erzielt. Der marktbreite S&P 500-Index legte 2,3 Prozent zu und erreichte zwischenzeitlich einen neuen Rekordstand. Der Industrie-lastige Dow Jones Industrial Average ging mit einem Plus von 1,3 Prozent aus dem Handel. Der Technologie-Index Nasdaq Composite kletterte 1,2 Prozent. Vor allem die Sektoren IT, Health Care sowie Versorger verzeichneten deutliche Gewinne, Banken und Energieunternehmen schnitten hingegen unterdurchschnittlich ab.

Im Zuge der laufenden Berichtssaison gab es wieder positive Überraschungen. Mittlerweile haben knapp 300 Unternehmen aus dem S&P500-Index die Bücher geöffnet. Von ihnen konnten 83 Prozent die ohnehin schon hohen Umsatz- und sogar 87 Prozent die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen. Doch starke Zahlen allein reichten nicht immer aus, um auch den Aktienkurs klettern zu lassen. So hat beispielsweise Amazon einen Gewinnsprung um fast 50 Prozent im zweiten Quartal vermeldet. Allerdings erläuterte das Management, dass mit einer Abschwächung der Trends zu rechnen sei, weil der Erfolg der Impfkampagnen dazu führe, dass die Menschen weniger Zeit zu Hause verbringen und damit auch weniger online einkaufen würden. In der Folge gab der Titel an der Börse binnen kurzer Zeit rund sieben Prozent ab.

Unterstützung für die Kurse kam auch von der US-Notenbank Fed. Die hatte Ende Juli bei der Sitzung des Offenmarktausschusses an ihrem grundsätzlichen geldpolitischen Kurs keine Änderung vorgenommen. Die Mitglieder im Ausschuss betrachten es nach wie vor als angemessen, die Leitzinsen auf dem aktuell niedrigen Niveau zu belassen. Auch die Anleihekäufe sollen fortgesetzt werden.

Mit den Erfolgen bei den Corona-Impfungen scheint das Ende der Pandemie in den größten Volkswirtschaften der Welt in Sichtweite gerückt und eine kräftige Konjunkturbelebung hat begonnen. An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

Fernost

Asiatische Börsen verzeichnen Kursverluste

Die Aktienmärkte in Fernost haben im Mai mehrheitlich schwächer tendiert. Der MSCI Far East Ex Japan-Index gab auf Lokalwährungsbasis um 2,2 Prozent nach. Zeitweise belasteten steigende Corona-Infektionszahlen, etwa in Malaysia und Japan, die Stimmung der Investoren. Zudem schürten Inflationsängste die Unsicherheit.

Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde der chinesische Aktienmarkt. Der Shanghai Composite-Index gab 5,4 Prozent ab (in Lokalwährung). Belastend wirkte vor allem eine neue Regulierungsoffensive aus Peking. So gab die chinesische Regierungsführung bekannt, dass private Bildungsanbieter künftig weder Gewinne machen noch Kapital über die Börse aufnehmen dürfen. Durch die Maßnahme wird das Geschäftsmodell einer Industrie mit einem Umsatzvolumen von über 100 Milliarden US-Dollar stark beeinträchtigt. Zudem ging die Angst um, dass künftig auch weitere Branchen von neuen Regulierungsmaßnahmen betroffen ein könnten.

Verluste verzeichnete auch der Aktienmarkt in Taiwan gemessen am TAIEX-Index (-2,9 Prozent). In Korea gab der Kospi-Index ebenfalls 2,9 Prozent nach. Noch deutlicher fielen die Abschläge in Hongkong aus, der Hang Seng-Index sackte um 9,9 Prozent ab. Auch hier griff die Sorge um sich, dass die chinesischen Behörden mit ihren Regulierungsplänen in die Wirtschaft der Sonderverwaltungszone eingreifen könnte.

An den Kapitalmärkten ist der Übergang in die Nach-Corona-Zeit weitgehend eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich unverändert gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur geringer geworden ist. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

Japan

Kursverluste an der Börse in Tokio

Die japanischen Aktienmärkte haben im Berichtsmonat Verluste verzeichnet. Der Nikkei 225-Index gab 5,2 Prozent ab, der markbreite Topix verlor 2,2 Prozent. Hintergrund ist unter anderem die Unsicherheit der Anleger im Zusammenhang mit der Delta-Variante des Coronavirus, die sich im Berichtsmonat in Japan ausbreitete. In Reaktion darauf hatte der japanische Premierminister Yoshihide Suga Anfang Juli den Ausnahmezustand verhängt. Der Beginn der olympischen Sommerspiele im Land der aufgehenden Sonne konnte die Stimmung an den Börsen ebenfalls nicht positiv beeinflussen.

Unterdessen hat die japanische Notenbank die Wachstumsprognose für das laufende Jahr gesenkt. So rechnen die Währungshüter nur noch mit einem Wachstum von 3,8 Prozent für das bis März 2022 laufende Geschäftsjahr. Zuvor hatte die Prognose noch bei 4,0 Prozent gelegen. Gleichzeitig revidierten die Währungshüter ihre Prognose für das darauffolgende Geschäftsjahr auf 2,7 Prozent von 2,4 Prozent. Der Optimismus fußt auf der Annahme, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit dem Voranschreiten der Impfkampagne nachlassen und der Konsum anziehen dürfte. Allerdings sei der Ausblick höchst ungewiss, da die Volkswirtschaften im In- und Ausland von den Entwicklungen in Bezug auf die Pandemie beeinflusst werden könnten, betont die Notenbank in ihrem vierteljährlichen Bericht.

An den Kapitalmärkten der entwickelten Volkswirtschaften ist der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ weitgehend eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich unverändert gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur geringer geworden ist. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

Weltweit

Globale Aktienmärkte weiter im Aufwind

Im Juli konnten die globalen Aktienmärkte an den Kurszuwächsen aus dem Vormonat anknüpfen. Der MSCI Welt-Index legte im Monatsvergleich in Lokalwährung um 1,6 Prozent zu. In den USA entwickelten sich die Börsen ebenso erfreulich. Der marktbreite S&P 500-Index legte um 2,3 Prozent zu und erreichte zwischenzeitlich einen neuen Rekordstand. Der Industrie-lastige Dow Jones Industrial Average ging mit einem Plus von 1,3 Prozent aus dem Handel. Neben einer positiv verlaufenden Berichtssaison kam auch von der US-Notenbank Fed Unterstützung. Sie hat Ende Juli bei der Sitzung des Offenmarktausschusses an ihrem grundsätzlichen geldpolitischen Kurs keine Änderung vorgenommen.

In Europa schlossen die Märkte uneinheitlich. Während der Euro STOXX 50-Index mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent den Monat beendete, konnte der marktbreite STOXX Europe 600-Index einen deutlichen Zuwachs von knapp zwei Prozent vermelden. So unterstützten nach wie vor gute Wirtschaftsdaten sowie erfreuliche Unternehmensergebnisse das Geschehen. Zudem wurde mit Spannung die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank erwartet. Diese hat ihre geldpolitische Strategie neu ausgerichtet. Erstmals wurde ein Inflationsziel von zwei Prozent festgelegt, bei dem auch kurzfristige Überschreitungen dieses Werts toleriert werden. Insgesamt wird die lockere Geldpolitik beibehalten. Belastend wirkte sich dagegen die zunehmende Ausbreitung der Delta-Variante und die damit verbundene Unsicherheit hinsichtlich des weiteren Wachstumspfads aus.
Mit den wieder zunehmenden Corona-Infektionszahlen in Japan stieg auch dort die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern. Der japanische Leitindex Nikkei 225 gab im Juli um 5,2 Prozent nach. Die Börsen aus den Schwellenländern, gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in Lokalwährung, verloren sogar 6,4 Prozent.

An den Kapitalmärkten der entwickelten Volkswirtschaften ist der Übergang in die Nach-Corona-Zeit weitgehend eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich unverändert gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur geringer geworden ist.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Kräftiges Kursplus trotz anziehender Inflation

Der Euro-Staatsanleihenmarkt kann im Juli auf eine ausgesprochen freundliche Entwicklung zurückblicken. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ging um 25 Basispunkte zurück und betrug zum Monatsende nur noch minus 0,46 Prozent. Mit Verweis auf die guten Wirtschaftsdaten und weiter anziehenden Inflationserwartungen ist dies durchaus bemerkenswert, schließlich sprechen diese Vorgaben sonst eigentlich für steigende Renditen. Dass es dennoch zu Kursgewinnen kam, liegt einerseits an der Delta-Variante des Corona-Virus. Lockerungen und Urlaubsreisen ließen die Infektionszahlen wieder steigen. Einige Länder sahen sich daher bereits einer vierten Infektionswelle gegenüber, gerade die Urlaubsregionen rund um das Mittelmeer waren besonders betroffen. Den Impffortschritten sei Dank stieg die Zahl der Hospitalisierungen jedoch nur langsam an, sodass noch nicht mit neuerlichen Eindämmungsmaßnahen gerechnet werden muss.

Eine wichtiger Stabilitätsanker war andererseits die Europäische Zentralbank (EZB). Die Währungshüter zeigten sich von den steigenden Inflationszahlen völlig unbeeindruckt und machten deutlich, dass es sich hierbei nur um einen temporären Preisdruck handele. Demnach wolle man auch unbeirrt an der expansiven Geldpolitik der letzten Jahre festhalten. Darüber hinaus stellte die Notenbank ihre überarbeitete Strategie vor. Letztlich meißelte die EZB aber nur offiziell in Stein, was sie in den vergangenen Jahren bereits praktiziert hat. Das erleichtert ihr künftig die Kommunikation. Ein wesentlicher Kurswechsel in ihrer Geldpolitik durch die neue Strategie scheint aber unwahrscheinlich. Zusätzlich gab es Andeutungen, wonach das Ankaufprogramm (PEPP) womöglich über März 2022 hinaus verlängert werden könnte. Dementsprechend verschoben sich die Erwartungen bezüglich einer ersten möglichen Zinserhöhung auf der Zeitachse nach hinten.
Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im Juli ein kräftiges Plus von 1,8 Prozent. Die aktuelle Renditerückgang dürfte die zugrunde liegenden Ursachen überzeichnen. Wir rechnen daher wieder mit leicht steigenden Renditen.

USA

Weitere Kursgewinne

Der US-Rentenmarkt präsentierte sich im Juli in einer ausgesprochen guten Verfassung. Vor allem langlaufende Anleihen konnten Kursgewinne verbuchen. Dies war umso erstaunlicher, als dass die Rahmenbedingungen eigentlich für eine entgegengesetzte Entwicklung sprachen. Denn auch wenn die konjunkturelle Dynamik zuletzt etwas abnimmt, beobachten wir aktuell Zuwachsraten die in anderen Jahren bei vielen Volkswirten noch Ängste vor einer möglichen Überhitzung ausgelöst hätten. Hinzu kommen Inflationsraten von mehr als fünf Prozent. Ungeachtet dessen legten US-Staatsanleihen im Juli, gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index, 1,3 Prozent zu. Zehnjährige US-Papiere rentierten damit nur noch bei 1,22 Prozent. Zum Vergleich: Ende März betrug die Rendite kurzzeitig sogar 1,75 Prozent.

Für die gute Wertentwicklung war vor allem die US-Notenbank Fed verantwortlich. Die Währungshüter machten unmissverständlich klar, dass die höheren Teuerungsraten auf Sondereffekte zurückzuführen seien und der Preisdruck daher schon bald wieder nachlasse. Darüber hinaus erkannten die Notenbanker die Fortschritte am Arbeitsmarkt zwar an, die bisherige Erholung rechtfertige aber noch keine Änderung ihrer Politik. Innerhalb der Fed beginnen die Meinungen allerdings darüber auseinander zu gehen, wann der geeignete Zeitpunkt gekommen ist, um die Anleihekäufe zu reduzieren. Bislang gelingt es der US-Notenbank aber noch sehr gut, die Marktteilnehmer darauf behutsam vorzubereiten. Nach der jüngsten Notenbanksitzung konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Währungshüter es damit noch nicht eilig haben. Ein Stück weit verunsicherte Anleger auch die Delta-Variante des Corona-Virus. Höhere Infektionszahlen gehen in Ländern mit gutem Impffortschritt bislang nicht mit einer Erhöhung der Krankenhausaufenthalte einher. Die ehrgeizigen Ziele der Herdenimmunität dürfte die USA bis zum Herbst aber nur schwer erreichen können.

Der August ist traditionell ein eher ruhiger Monat, ehe die Transaktionen zum September hin dann wieder anziehen. Mit Blick auf das Wachstums- und Inflationsbild erscheinen uns die Renditen zu niedrig, sodass mit wieder leicht steigenden Renditen zu rechnen ist.

Weltweit

Freundliche Wertentwicklung

Der US-Rentenmarkt präsentierte sich im Juli in einer ausgesprochen guten Verfassung. Vor allem langlaufende Anleihen konnten Kursgewinne verbuchen. Dies war umso erstaunlicher, als dass die Rahmenbedingungen eigentlich für eine entgegengesetzte Entwicklung sprachen. Denn auch wenn die konjunkturelle Dynamik zuletzt etwas abnimmt, beobachten wir aktuell noch immer hohe Zuwachsraten und Inflationsraten von mehr als fünf Prozent. Ungeachtet dessen legten US-Staatsanleihen im Juli, gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index, 1,3 Prozent zu. Zehnjährige US-Papiere rentierten damit nur noch bei 1,22 Prozent. Zum Vergleich: Ende März betrug die Rendite kurzzeitig sogar 1,75 Prozent. Für die gute Wertentwicklung war vor allem die US-Notenbank Fed verantwortlich. Die Währungshüter machten unmissverständlich klar, dass die höheren Teuerungsraten auf Sondereffekte zurückzuführen seien und der Preisdruck daher schon bald wieder nachlasse. Darüber hinaus erkannten die Notenbanker die Fortschritte am Arbeitsmarkt zwar an, die bisherige Erholung rechtfertige aber noch keine Änderung ihrer Politik.

Auch Euro-Staatsanleihen konnten im Juli auf eine a freundliche Entwicklung zurückblicken. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ging um 25 Basispunkte zurück und betrug zum Monatsende minus 0,46 Prozent. Mit Verweis auf die guten Wirtschaftsdaten und weiter anziehenden Inflationserwartungen war dies auch hier durchaus bemerkenswert. Wie schon in den USA war hierfür die Delta-Variante des Corona-Virus und die Notenbank verantwortlich. Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank zeigten sich ebenfalls unbeeindruckt von den steigenden Inflationszahlen und betonten an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten zu wollen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im Juli ein kräftiges Plus von 1,8 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen tendierten ebenfalls freundlich und verzeichneten, gemessen am ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00), einen Zuwachs von 1,2 Prozent. Fallende US-Renditen und stabile Rohstoffnotierungen ließen Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) im Juli um 0,4 Prozent steigen.

Unternehmensanleihen

Freundliche Marktentwicklung

Im Juli war eine allgemein abwärts gerichtete Renditeentwicklung zu beobachten. Zehnjährige Bundesanleihen verzinsten sich zuletzt mit minus 46 Basispunkten und damit 25 Basispunkte tiefer als Ende Juni. Hieran partizipierte auch der Markt für Euro-Unternehmensanleihen. Papiere mit Rating Investment Grade stiegen auf Gesamtmarktebene (ICE BofA Euro Corporate-Index, ER00) um rund 1,2 Prozent. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) bildeten sich im Monatsverlauf sukzessive zurück und erreichten ein Jahrestief bei 49 Basispunkten. Per saldo gaben die Spreads um sechs auf 50 Basispunkte nach.

Insgesamt verlief die Marktbewegung ruhig. Sehr erfreuliche Unternehmensergebnisse im zweiten Quartal und das Thema Reopening der Wirtschaft bestimmten die Entwicklung. Die Ausbreitung der Delta-Variante und zuletzt hohe Inflationsdaten aus den USA und im Euroraum konnten der positiven Marktentwicklung nichts anhaben. Darüber hinaus unterstützten die fortgesetzten Ankäufe der Europäischen Zentralbank und die Aussicht auf eine im Euroraum noch langanhaltende lockere Geldpolitik.

Am Primärmarkt für Unternehmenspapiere ließ die Neuemissionstätigkeit vor dem Hintergrund der Sommerpause und der Berichtssaison zuletzt deutlich nach. Die neuen Papiere, die im Juli platziert wurden, wiesen angesichts der anhaltend hohen Nachfrage weiterhin geringe Zeichnungsprämien für die Anleger auf.

Mit Blick auf die Sub-Indizes fiel auf, dass High Yield-Papiere im Juli etwas in der Entwicklung zurückfielen. Das dürfte in erster Linie am hohen Neuemissionsangebot hochverzinslicher Titel gelegen haben. Der repräsentative ICE BofA HEAG-Index gewann 0,4 Prozent hinzu, während sich die Spreads um sechs auf 265 Basispunkte ausweiteten. Finanz- und Industriepapiere aus dem Nachrangsektor (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) tendierten mit 0,9 und 1,1 Prozent ebenfalls freundlich, dort war eine rückläufige Spreadentwicklung zu beobachten.

US-Unternehmensanleihen (ICE BofA US-Large Cap Corporate-Index) gingen im Rahmen ebenfalls rückläufiger Treasury-Renditen mit einem Plus von 1,2 Prozent aus dem Markt. Die Risikoprämien weiteten sich allerdings leicht auf 98 Basispunkte aus.

Emerging Markets

Märkte profitieren von rückläufigen US-Treasury-Renditen

Im Umfeld steigender US-Treasury-Notierungen, bei der die Zehnjahresrendite um 25 Basispunkte auf rund 1,2 Prozent fiel, konnten auch die US-Dollar und Euro notierten Hartwährungsanleihen aus den Schwellenländern im Juli leicht hinzugewinnen. Die US-Notenbank setzt ihren expansiven geldpolitischen Kurs trotz aktuell hoher Inflationsdaten unbeirrt fort, da diese als nur vorübergehend betrachtet werden. Gleichwohl startete die Fed auf ihrer Juli-Sitzung die Diskussion zum Fahrplan bezüglich der Rückführung der Anleiheankäufe (Tapering).

Die im JP Morgan EMBI Global Diversified-Index enthaltenen Anleihen erzielten im Berichtsmonat auf Gesamtmarktebene ein Plus in Höhe von 0,4 Prozent. Allerdings war die Entwicklung auch von einem Anstieg der Risikoaufschläge (Spreads) begleitet, die sich von 340 auf 355 Basispunkte erhöhten. Dies war aber in erster Linie auf die starke Abwärtsentwicklung der US-Treasury-Renditen zurückzuführen, die zur Erhöhung der Renditedifferenz führte.

In China sorgten erneute regulatorische Eingriffe in Privatunternehmen, diesmal vor allem aus dem Bildungssektor, für Verunsicherung unter den Anlegern. Allerdings wirkte sich die Thematik in erster Linie belastend auf den Aktiensektor aus. Global ergab sich hieraus, was die Rentenmärkte betrifft, ein nur geringer negativer Einfluss auf die Stimmung.

Die Zinspolitik der EM-Notenbanken war von weiteren Erhöhungen geprägt. Wie schon im Juni hoben einige Notenbanken aus Osteuropa die Leitsätze an. Vor allem Ungarn (plus 30 Basispunkte) und Russland (plus 100 Basispunkte) standen dabei im Blickpunkt. Zudem gab es in Chile mit 25 Basispunkten eine kleinere Anhebung.

Am Primärmarkt war die Neuemissionstätigkeit im Juli zwar überschaubar, dennoch waren hohe Zuteilungsquoten zu beobachten. Die richtige Einzeltitelauswahl spielt in diesem Umfeld eine wichtige Rolle, da sich nicht alle Papiere vorteilhaft entwickelten.

Währungsseitig überwogen im Juli sowohl gegen Euro als auch den US-Dollar die roten Vorzeichen. Der überwiegende Teil der EM-Valuten wertete ab. Gegen den Trend zulegen konnte die Türkische Lira, die rund drei Prozent hinzugewann.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Juli 2021, soweit nicht anders angegeben.

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