Marktberichte Februar 2020

Aktien: Aktienbörsen unter starkem Druck

Renten: Sichere Staatsanleihen weiter deutlich im Plus

Aktienmärkte: Die rasche Ausbreitung des Corona-Virus über China hinaus führte in der letzten Februarwoche zu hohen Verlusten an den Aktienbörsen. So verlor beispielsweise der Dow Jones Industrial Average zehn Prozent an Wert. Die Schwankungsbreite an den Märkten stieg deutlich an.

Rentenmärkte: Von der Flucht in sichere Anlagen profitierten einmal mehr US-Staatsanleihen und auch deutsche Bundespapiere. US-Papiere mit zehn Jahren Laufzeit fielen auf ein historisches Renditetief. Bei den mit Risiko behafteten Anleiheklassen wie Unternehmenspapiere oder Titeln aus den Schwellenländern stiegen die Risikoprämien an.

Europa

Corona-Virus schickt europäische Aktien auf Talfahrt

Die Aktienmärkte in Europa starteten freundlich in den Berichtsmonat. Der marktbreite STOXX Europe 600-Index markierte bei knapp 434 Punkten am 19. Februar sogar ein neues Allzeithoch. Danach sorgte die Angst vor einem Einbruch der Konjunktur durch die rasche Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus, das die Krankheit COVID-19 auslöst, außerhalb Chinas für einen Ausverkauf an den weltweiten Börsen. Auch die europäischen Aktienmärkte wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Der EURO STOXX 50-Index verlor auf Monatssicht 8,6 Prozent, der STOXX Europe 600-Index büßte 8,5 Prozent ein.

Die rasche Ausbreitung des Corona-Virus zuerst auf Südkorea und Italien ließ die Unsicherheit der Marktteilnehmer in der letzten Februar-Woche sprunghaft ansteigen. Schließlich breitete sich das Virus immer weiter aus, auch zahlreiche europäische Länder sind betroffen. Dadurch stieg an den Kapitalmärkten die Sorge vor einem Abrutschen der Weltwirtschaft in die Rezession. Die Kurseinbrüche führten auch bei den systematischen Investoren zu Verkaufsdruck, was die Lage weiter verschärfte. Insgesamt stieg die Volatilität am europäischen Aktienmarkt in der letzten Februarwoche sprunghaft an.

Von konjunktureller Seite kamen im Berichtsmonat gemischte Signale. Während die Industrieproduktion für die Eurozone Mitte des Monats unter den Erwartungen lag, brachten die am 21. Februar veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum einen kleinen Lichtblick. Im Februar lagen die Daten für das Verarbeitende Gewerbe (49,1 Punkte) und für den Dienstleistungssektor (52,8 Punkte) sowohl über den Erwartungen als auch den Vormonatswerten. Letztlich wurden die volkswirtschaftlichen Daten aber vollständig vom Corona-Abverkauf überlagert.

Die volkswirtschaftlichen Effekte der Corona-Epidemie dürften zwar überwiegend vorübergehender Natur sein. Kurzfristig dürfte es zu einer scharfen wirtschaftlichen Abschwächung kommen, gefolgt von einer zeitlich gestreckten Erholung in Richtung des vorherigen Wachstumspfades. In den kommenden Wochen dürften die Unwägbarkeiten durch das Virus aber zu erhöhten Schwankungen an den europäischen Börsen führen.

Deutschland

Corona-Virus sorgt für Abverkauf an deutschen Börsen

Die deutschen Aktienmärkte starteten zunächst freundlich in den Februar. Der DAX 30-Index mit den 30 größten gelisteten deutschen Unternehmen schloss am 19. Februar mit 13.789 Punkten auf Rekordschlussstand. Am Monatsende lag das Börsenbarometer noch bei 11.890 Punkten, auf Monatssicht büßte der Index 8,4 Prozent ein. Grund hierfür war die Angst vor einem Einbruch der Konjunktur durch die rasche Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus außerhalb Chinas. Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung gaben 9,4 Prozent ab (MDAX-Index). Die im SDAX-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung schlossen 7,5 Prozent leichter. Der deutsche Technologiesektor verlor 6,7 Prozent (TecDAX-Index).

Die rasche Ausbreitung des Corona-Virus zuerst auf Südkorea und Italien ließ die Unsicherheit der Marktteilnehmer in der letzten Februar-Woche sprunghaft ansteigen. Schließlich breitete sich das Virus immer weiter aus, auch in Deutschland. Dadurch stieg an den Kapitalmärkten die Sorge vor einem Abrutschen der Wirtschaft in die Rezession. Die Kursverluste führten auch bei den systematischen Investoren zu Verkaufsdruck. Insgesamt stieg die Volatilität am deutschen Aktienmarkt am Monatsende deutlich an.

Von konjunktureller Seite kamen im Berichtsmonat gemischte Signale. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der gegenüber Januar um 0,1 auf 96,1 Punkte kletterte, überraschte. Positiv war vor allem, dass die Erwartungskomponente zulegte und die befragten Unternehmen etwas optimistischer in die Zukunft schauten. Angesichts der weiteren Entwicklung rund um das Corona-Virus musste die Aussagefähigkeit der Zahlen aber mit Fragezeichen versehen werden. Der Mitte Februar veröffentlichte ZEW-Konjunkturindex verzeichnete im Februar wie erwartet einen deutlichen Rückgang. Hier spiegelte sich die Unsicherheit rund um das Virus wider.

Die volkswirtschaftlichen Effekte der Corona-Epidemie dürften zwar überwiegend vorübergehender Natur sein. Kurzfristig dürfte es zu einer scharfen wirtschaftlichen Abschwächung kommen. In den kommenden Wochen sollten die Unwägbarkeiten durch das Virus aber zu erhöhten Schwankungen an den Börsen führen.

Osteuropa

Grassierende Corona-Sorgen an Osteuropas Börsen

In der ersten Hälfte des Berichtsmonats haben die osteuropäischen Aktienmärkte noch Kursgewinne verzeichnet. Mit der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus (Sars-CoV-2) auf Europa haben aber die Konjunktursorgen schlagartig stark zugenommen. Dies führte auf breiter Front zu kräftigen Abgaben an den weltweiten Börsen. Dem konnten sich auch die osteuropäischen Märkte nicht entziehen. Im Monatsvergleich rutschte der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index in Lokalwährung um 10,9 Prozent ab.

In Moskau büßte der MOEX-Index in Lokalwährung 9,5 Prozent ein. Die russische Zentralbank hatte zu Beginn des Monats ihren Leitzins zum sechsten Mal in Folge gesenkt, was den Markt unterstützte. Innerhalb des Berichtszeitraums wurden zwar in einem technischen Komitee des Ölkartells OPEC weiterreichende Förderkürzungen über eine Million Barrel Rohöl pro Tag diskutiert, doch erhielt Russland bis zum Ende des Berichtsmonats laut Energieminister Alexander Novak noch keinen konkreten Vorschlag.

Der polnische Aktienmarkt verlor, gemessen am WIX-Index, mit 13,1 Prozent deutlich stärker. Die polnische Zentralbank sagte zu Beginn des Monats, es gebe keine Notwendigkeit, die Zinsen vor 2022 zu erhöhen. In Budapest fiel der BUX-Index um 6,6 Prozent und in Prag der PX-Index um 8,9 Prozent.

Dem Abwärtstrend konnte sich auch die Börse in Istanbul nicht entziehen. Der BIST-Index gab um elf Prozent nach. Die türkische Zentralbank senkte ihren Leitzins – den einwöchigen Repo-Satz – von 11,25 Prozent auf 10,75 Prozent. Dieser „maßvollere“ Zinsschritt stehe in Einklang mit den prognostizierten rückläufigen Inflationsraten, hieß es. Die Türkische Lira stand unter Druck und erreichte im Berichtszeitraum ein Neun-Monats-Tief gegenüber dem US-Dollar, was exportorientierten Sektoren Unterstützung gab. Auf das Marktgeschehen belastend wirkten sich dagegen die steigenden Spannungen mit Syrien und Russland aus.

USA

Herbe Verluste an den US-Börsen

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Februar heftige Kursrückgänge verzeichnet. Der Dow Jones Industrial Average gab unter dem Strich 10,1 Prozent ab, der marktbreite S&P 500-Index verlor 8,4 Prozent. Belastend wirkte insbesondere die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Corona-Virus, das sich im Berichtsmonat über China hinaus ausbreitete. Vor allem Aktien aus den Bereichen Versorger, Luftfahrt und Verteidigung sowie Finanzwerte kamen unter die Räder, während der Gesundheitssektor, IT-Titel und zyklische Konsumgüter noch vergleichsweise gut abschnitten.

Die heftigen Abverkäufe waren zumindest in Teilen den Strategien systematischer Investoren, vor allem regelbasierte Marktakteure und bestimmter Hedgefonds, geschuldet. Ausgelöst durch die bereits über mehrere Tage anhaltende höhere Schwankungsbreite des Marktes waren sie gegen Ende der Berichtsperiode gezwungen, Positionen zu veräußern. Hinzu kamen Abflüsse aus börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Die erhöhte Handelsaktivität machte sich nicht zuletzt in den Umsätzen bemerkbar: Das Kassamarktvolumen an der New Yorker Börse sprang um 80 Prozent gegenüber dem 20-Tages-Mittel.

Die Sorgen der Investoren drehten sich vor allem um die Implikationen, die das Virus für die globale Wirtschaftsaktivität entfalten könnte. Wie stark die Wachstumsdelle in den verschiedenen Wirtschaftsräumen ausfällt, hängt vom weiteren Verlauf der Ausbreitung ab. Die Folgen dürften aber zeitlich begrenzt bleiben. Nach einer Beruhigung der Lage werden Nachholeffekte einsetzen. Regierungen und Notenbanken dürften zudem fiskal- und geldpolitisch gegensteuern.

Die volkswirtschaftlichen Effekte der Corona-Epidemie dürften überwiegend vorübergehender Natur sein. Wir erwarten eine scharfe wirtschaftlichen Abschwächung – aber keine tiefe Rezession –, gefolgt von einer zeitlich gestreckten Erholung in Richtung des vorherigen Wachstumspfades. In diesem Umfeld sollten perspektivisch auch Risikoanlagen wieder aussichtsreiche Opportunitäten bieten. Kurzfristig dürften die Unwägbarkeiten aber noch auf den Kursen lasten und zu erhöhten Schwankungen führen.

Fernost

Moderate Verluste an den asiatischen Börsen

Die asiatischen Aktienmärkte sind im Berichtsmonat unter kräftigen Abgabedruck geraten, haben sich aber im weltweiten Vergleich gut gehalten. Grund für die Einbußen war die Störung von Lieferketten sowie die Ausbreitung der Infektionen mit dem neuartigen Corona-Virus (Sars CoV-2) nun auch außerhalb Chinas. So wurden rapide steigende Ansteckungszahlen aus Südkorea gemeldet, aber auch in Japan. Damit verbunden waren auch steigende Sorgen vor belastenden Effekten auf die weltweite Konjunktur. Der MSCI Far East ex Japan-Index verlor im Monatsvergleich in Lokalwährung gerechnet moderate 1,7 Prozent. Dies lag daran, dass sich die Aktienmärkte in China nach einem anfänglichen Einbruch im weiteren Verlauf des Monats wieder erholten. Zudem setzten die Regierungen in China, Hongkong und Singapur Stimulus-Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur um.

In Schanghai gab der Shanghai Composite-Index im Monatsvergleich in Lokalwährung um 3,2 Prozent nach. Während des Berichtsmonats gingen die Neuansteckungszahlen deutlich zurück, zudem mehrten sich Berichte, wonach die Produktion in Unternehmen wieder hochgefahren wurde. Der Hang Seng-Index in Hongkong verlor 0,7 Prozent.

Zu den größten Verlierern zählten die Börsen in Indonesien und Singapur. Der Aktienmarkt in Jakarta fiel in Lokalwährung um 8,2 Prozent (IDX Composite-Index). Der Straits-Times-Index in Singapur verlor 4,5 Prozent. Die Regierung in dem Stadtstaat kündigte ein umfangreiches Stimulus-Paket für die Wirtschaft an. In Südkorea, dem Land mit den höchsten Ansteckungszahlen außerhalb Chinas, gab der Kospi-Index um 6,2 Prozent nach. Die Konsumentenstimmung in Südkorea sank im Februar auf ein Sechs-Monats-Tief. In Malaysia wiederum fiel der Aktienmarkt um 3,2 Prozent (FTSE Bursa Malaysia-Index). Abgesehen von den Corona-Ängsten sorgte hier auch der überraschende Rücktritt des Premierministers Mahathir Mohamad für Verunsicherung.

Für die asiatischen Aktienmärkte wird in den kommenden Wochen entscheidend sein, wie sich die Corona-Epidemie weiter entwickelt. Da schwierig abschätzbar ist, was dies für die regionale Konjunktur bedeutet, dürfte die Marktentwicklung volatil bleiben.

Japan

Markante Verluste an Japans Aktienmarkt

Der japanische Aktienmarkt ist zunächst freundlich in den Berichtsmonat gestartet, doch dann setzten markante Verluste ein. Der Nikkei 225-Index verlor auf Lokalwährungsbasis 8,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der marktbreite Topix-Index rutschte sogar um 10,3 Prozent ab.

Grund waren zunehmende Konjunktursorgen als Folge der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus (Sars CoV-2). So nahmen viele Unternehmen in China die Produktion langsamer als erwartet auf. Zudem blieben viele kleinere und mittelgroße Produktionsbetriebe weiterhin weitgehend stillgelegt. Damit verbunden war die Sorge, dass die Lieferketten nun auch außerhalb Chinas in Schwierigkeiten geraten könnten.

Zugleich stieg auch die Zahl der Infizierten außerhalb Chinas deutlich an, insbesondere in Südkorea, aber auch in Japan. Damit wurde fraglich, ob die dieses Jahr in Tokio geplanten Olympischen Sommerspiele wirklich stattfinden können. Ein Ausfall würde empfindliche wirtschaftliche Einbußen für die japanische Wirtschaft bedeuten.

Der japanische Markt wurde darüber hinaus auch davon belastet, dass die südkoreanische Zentralbank ihren Leitzins nicht wie allgemein erwartet gesenkt hat. Zudem ist die Wirtschaft im Land der aufgehenden Sonne im vierten Quartal 2019 mit annualisiert 6,3 Prozent so stark wie seit fast sechs Jahren nicht mehr geschrumpft. Dies lag unter anderem an der Einführung einer Umsatzsteuer, welche die Konsum- und Investitionsausgaben bremste.

Für die japanischen Aktienmärkten werden in den kommenden Wochen die weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus maßgebend sein. Falls die Ansteckungsraten bald zurückgehen, dürften die makroökonomischen Gegebenheiten wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten. Ein volatiles Marktgeschehen ist zu erwarten.

Weltweit

Corona-Virus belastet globale Aktienmärkte

Die globalen Aktienmärkte haben im Februar unter dem Eindruck des Corona-Virus heftige Kursrückgänge verzeichnet. Der MSCI World-Index verbuchte im Berichtsmonat ein Minus von 8,2 Prozent in lokaler Währung. In allen wichtigen Regionen liefen Verluste auf.

In den USA gab der Der Dow Jones Industrial Average unter dem Strich 10,1 Prozent ab, der marktbreite S&P 500-Index schloss 8,4 Prozent leichter. Belastend wirkte insbesondere die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie, die sich im Berichtsmonat über China hinaus ausbreitete. Vor allem Aktien aus den Bereichen Versorger, Luftfahrt und Verteidigung sowie Finanzwerte kamen unter die Räder, während der Gesundheitssektor, IT-Titel und zyklische Konsumgüter noch vergleichsweise gut abschnitten.

Auch die europäischen Aktienmärkte wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Der EURO STOXX 50-Index verlor auf Monatssicht 8,6 Prozent, der STOXX Europe 600-Index büßte 8,5 Prozent ein. Hier sorge die Ausbreitung auf Italien für Unsicherheit. Von konjunktureller Seite kamen im Berichtsmonat gemischte Signale. Während die Industrieproduktion für die Eurozone unter den Erwartungen lag, brachten die Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum einen kleinen Lichtblick.

In Japan verlor der Nikkei 225-Index auf Lokalwährungsbasis 8,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der marktbreite Topix-Index rutschte sogar um 10,3 Prozent ab. Die Börsen der Schwellenländer gaben gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung 3,9 Prozent ab.

Die volkswirtschaftlichen Effekte der Corona-Epidemie dürften überwiegend vorübergehender Natur sein. Wir erwarten eine scharfe wirtschaftlichen Abschwächung – aber keine tiefe Rezession –, gefolgt von einer zeitlich gestreckten Erholung in Richtung des vorherigen Wachstumspfades. In diesem Umfeld sollten perspektivisch auch Risikoanlagen wieder aussichtsreiche Opportunitäten bieten. Kurzfristig dürften die Unwägbarkeiten aber noch auf den Kursen lasten und zu erhöhten Schwankungen führen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Bundesanleihen als sicherer Hafen gefragt

Am Euro-Rentenmarkt herrschte im Februar zunächst noch eine recht gelöste Stimmung. Das SARS-CoV-2 Virus schien vor allem ein Problem in China, nicht aber für den Rest der Welt zu sein. Bundesanleihen tendierten weitgehend seitwärts bis leicht freundlich. Auf den schon niedrigen Niveaus bestand nur eine geringe Nachfrage. Ganz anders bei Anleihen mit einem Renditeaufschlag. Insbesondere Titel aus den europäischen Peripherieländern waren gesucht. Die Rendite für zehnjährige Anleihen aus Griechenland fiel unter die Ein-Prozent-Marke. Bei einer Neuemission eines langlaufenden Papiers aus Italien mit einer Laufzeit von 15 Jahren summierten sich die Zeichnungswünsche auf mehr als neun Milliarden Euro. Eine sechsjährige Anleihe aus Portugal wurde sogar mit einer negativen Rendite platziert. Damit setzte sich der seit Monaten bestehende Trend zur Annäherung der Renditen im Euroraum fort.

In der zweiten Monatshälfte wendete sich jedoch das Blatt. Zwar ging in China die Zahl der Neuinfektionen zurück, die Viruserkrankung COVID-19 breitete sich aber nach und nach auch auf andere Länder aus. Bei den Marktteilnehmern nahmen in diesem Zusammenhang die Wachstumssorgen deutlich zu. Aufgrund der tiefen Integration der chinesischen Wirtschaft in die weltweiten Lieferketten kam es bereits bei einigen Unternehmen zu ersten Gewinnwarnungen. Anleger fürchten nun, dass auch in anderen Ländern mögliche Schließungen von Produktionsstätten spürbar negative Effekte auf das jeweilige Wachstum haben könnten. In diesem Umfeld waren die als sicher geltenden Bundesanleihen nun wieder gefragt. Die Rendite für zehnjährige Papiere reduzierte sich Schritt für Schritt auf -0,6 Prozent. Schuldverschreibungen aus den Peripherieländern sahen sich hingegen steigenden Renditen gegenüber und mussten daher entsprechende Kursverluste hinnehmen. In Italien stieg die Rendite zehnjähriger BTPs von 0,85 Prozent auf in der Spitze 1,23 Prozent an. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index gewannen europäische Staatsanleihen im Februar 0,4 Prozent an Wert. Während Papiere aus den Kernländern 1,3 Prozent zulegten, verloren Anleihen aus der Peripherie 0,7 Prozent.

USA

US-Staatsanleihen markieren Rekord-Renditetief

Nachdem sich die Rendite von zehnjährigen US-Schatzanweisungen Ende Januar der wichtigen Marke von 1,5 Prozent angenähert hatte, sorgten gute Konjunkturdaten für eine Korrektur in Richtung von 1,7 Prozent. Danach handelten die Papiere lange Zeit seitwärts, bis sich das SARS-CoV-2-Virus auch auf andere Länder ausbreitete. Bei den Marktteilnehmern nahmen in diesem Zusammenhang die Wachstumssorgen deutlich zu. Aufgrund der tiefen Integration der chinesischen Wirtschaft in die weltweiten Lieferketten kam es bereits bei einigen US-Unternehmen zu ersten Gewinnwarnungen (Apple). Anleger fürchten nun, dass auch in anderen Ländern mögliche Schließungen von Produktionsstätten spürbar negative Effekte auf das jeweilige Wachstum haben könnten. In diesem Umfeld waren die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen als sicherer Hafen gefragt. Die Rendite zehnjähriger Papiere ging bis zum Monatsende auf 1,15 Prozent zurück. Damit wurde ein Rekordtief erreicht. Selbst lange Zeitreihen, die bis 1790 zurückgehen, verzeichnen kein derartiges Niveau. Trotz der starken Kursbewegung am langen Ende, wurde die Zinsstrukturkurve sogar noch steiler. Am kurzen Ende begannen die Marktteilnehmer gleich mehrere Zinsschritte der US-Notenbank einzupreisen. Eine erste Zinssenkung wird bereits für März in Erwägung gezogen. Die Kommentare der US-Währungshüter fielen eher verhalten aus. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gewannen US-Staatsanleihen im Februar mit 2,8 Prozent deutlich hinzu.

Darüber hinaus nahm der US-Wahlkampf Fahrt auf. Nach den ersten Vorwahlen führt Bernie Sanders das Rennen um eine Nominierung der Demokraten an. Insgesamt misslang seiner Partei aber der Start ins Wahljahr. Die Buchmacher räumen derzeit Amtsinhaber Donald Trump Chancen auf eine Wiederwahl ein. Sanders will die Steuerlast der wohlhabenden US-Bürger deutlich erhöhen und plant unter anderem verschiedene Märkte – darunter auch den Finanzmarkt – stärker zu regulieren. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte dürfte der Wahlkampf für größere Kursschwankungen sorgen. Zunächst gilt es aber, die weitere Entwicklung von COVID-19 zu beobachten.

Weltweit

Rentenmärkte von Virus „angesteckt“

An den internationalen Rentenmärkten herrschte im Februar zunächst noch eine recht gelöste Stimmung. Das SARS-CoV-2 Virus schien vor allem ein Problem in China, nicht aber für den Rest der Welt zu sein. Gute Konjunkturdaten führten bei US-Schatzanweisungen und Bundesanleihen zu leicht steigenden Renditen. Papiere mit Risikoaufschlag, wie europäische Peripherieanleihen waren hingegen gesucht.

In der zweiten Monatshälfte wendete sich jedoch das Blatt. Zwar ging in China die Zahl der Neuinfektionen zurück, die Viruserkrankung COVID-19 breitete sich aber nach und nach auch auf andere Länder aus. Bei den Marktteilnehmern nahmen in diesem Zusammenhang die Wachstumssorgen deutlich zu. In diesem Umfeld waren die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen gefragt. Die Rendite zehnjähriger Papiere ging bis zum Monatsende auf 1,15 Prozent zurück. Damit wurde ein Rekordtief erreicht. Am kurzen Ende begannen die Marktteilnehmer gleich mehrere Zinsschritte der US-Notenbank einzupreisen. Eine erste Zinssenkung wird bereits für März in Erwägung gezogen. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gewannen US-Staatsanleihen im Februar mit 2,8 Prozent deutlich hinzu.

Im Euroraum waren Bundesanleihen ebenfalls gesucht. Die Rendite für zehnjährige Papiere reduzierte sich Schritt für Schritt auf -0,6 Prozent. Schuldverschreibungen aus den Peripherieländern sahen sich hingegen steigenden Renditen gegenüber und mussten daher entsprechende Kursverluste hinnehmen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index gewannen europäische Staatsanleihen im Februar 0,4 Prozent an Wert. Während Papiere aus den Kernländern 1,3 Prozent zulegten, verloren Anleihen aus der Peripherie 0,7 Prozent.

Euro-Unternehmensanleihen hielten sich vergleichsweise gut. Die niedrigeren Renditen bei Bundesanleihen federten die höheren Renditeaufschläge ab, sodass letztlich nur ein Minus von 0,4 Prozent entstand (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index). Anleihen aus den Schwellenländern litten unter der Risikoaversion der Marktteilnehmer und verloren im Februar, gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index, 1,0 Prozent an Wert.

Unternehmensanleihen

Euro-Unternehmensanleihen mit nur moderaten Verlusten

Die Entwicklung an den Finanzmärkten war im Februar weitestgehend von der Ausbreitung von SARS CoV-2 geprägt. Vor allem in der letzten Woche des Berichtsmonats sorgte die starke Zunahme an Viruserkrankungen außerhalb Chinas und damit auch im Euroraum für große Unsicherheit unter den Anlegern. Bundesanleihen und US-Schatzanweisungen waren als sicherer Anlagehafen sehr gefragt. Die Renditeentwicklung war stark rückläufig, zehnjährige US-Treasuries fielen zuletzt auf ein historisches Renditetief von 1,15 Prozent. Die Bundrendite lag bei minus 61 Basispunkten. Euro-Unternehmensanleihen konnten an der Bundbewegung partizipieren, standen aber auch unter dem Eindruck hoher Verluste an den Aktienmärkten. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) weiteten sich vor diesem Hintergrund um 17 auf 80 Basispunkte aus. Auf Gesamtmarktebene (ICE BofA Euro Corporates, ER00-Index) führten die genannten Einflussfaktoren den Total Return betrachtend letztlich zu einem Verlust in Höhe von 0,4 Prozent.

In den Untersegmenten wie etwa dem Nachrangbereich kam es ebenfalls zu Verlusten. Nachrangige Finanz- und Industrieanleihen (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) verloren 1,0 beziehungsweise 1,3 Prozent. Die Risikoprämien erhöhten sich dort jeweils um etwas mehr als 30 Basispunkte. Hochverzinsliche Papiere (High Yield, ICE BofA HEAG-Index) gaben um 1,9 Prozent ab, die Spreadausweitung betrug 77 auf 359 Basispunkte.

Am Primärmarkt ging es nach einem stürmischen Jahresauftakt im Februar etwas ruhiger zu. Bis auf die letzte Februarwoche wurden jedoch regelmäßig Neuemissionen begeben. Die angebotenen Papiere waren insgesamt sehr gut nachgefragt.

Am US-Unternehmensanleihemarkt schlug sich die rückläufige Zinsbewegung der US-Staatsanleihen hingegen in einer positiven Indexentwicklung nieder. Der ICE BofA US-Large Corps.-Index gewann trotz Spreadausweitungen (plus 24 Basispunkte) auf US-Dollarebene 1,2 Prozent hinzu.

Kurzfristig dürften die Unwägbarkeiten im Rahmen der Ausbreitung von SARS CoV-2 noch auf den Kursen lasten und zu erhöhten Schwankungen führen. Wir erwarten eine zeitlich gestreckte wirtschaftliche Erholung.

Emerging Markets

Ausbreitung des Coronavirus setzt Märkte unter Druck

Rentenanlagen aus den Schwellenländern tendierten im Berichtszeitraum zunächst freundlich. Der JP Morgan EMBI Global Diversified-Index legte über ein Prozent zu. Die Spreads bewegten sich abwärts auf die Marke von 300 Basispunkten. Doch dann wendete sich in der letzten Woche des Berichtsmonats sprunghaft das Blatt. Die Kapitalmärkte gerieten im Rahmen der SARS Cov-2 Infizierungen unter starken Abgabedruck. Per saldo verloren in Hartwährung denominierte Schwellenländeranleihen (JP Morgan EMBI Global Diversified-Index) rund ein Prozent. Die Risikoaufschläge weiteten sich um 45 auf 345 Basispunkte aus. Der markante Spreadanstieg resultierte vor allem aus dem Renditerückgang der als sicher geltenden US-Treasuries in Höhe von 35 Basispunkten auf rund 1,16 Prozent.

In der letzten Februarwoche dominierten Nachrichten rund um das Corona-Virus das Marktgeschehen. Die Zunahme von Viruserkrankungen außerhalb Chinas schürten die Sorgen vor einem Abrutschen der Weltwirtschaft in eine Rezession. Allerdings lassen sich aus vergleichbaren Vorkommnissen der Vergangenheit wichtige Schlüsse für Corona ziehen. Typischerweise folgt auf den wirtschaftlichen Einbruch in unmittelbarer Folge der Epidemie eine zeitlich gestreckte Erholung. Nachholeffekte setzen ein, oftmals begleitet von fiskal- und gelpolitischen Stimuli. In China, Hongkong und Singapur wurden bereits verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet. Neben Helikoptergeld in Hongkong senkten die chinesischen Zentralbanker die Loan Prime Rate (Kreditzins für bonitätsstarke Kunden) von 4,15 auf 4,05 Prozent. Darüber hinaus senkten auch weitere EM-Notenbanken – mit Ausnahme von Tschechien – jeweils den geldpolitischen Schlüsselsatz.

Auf Einzeltitelebene standen vor allem Anleihen aus dem Libanon, der Türkei und Russland unter Druck. Abgesehen von politischen Spannungen sorgten rückläufige Ölnotierungen für steigende Renditen. Schuldverschreibungen aus dem osteuropäischen Raum handelten hingegen im Monatsvergleich fester. Die Renditerückgänge von zehnjährigen Titeln aus Rumänien, der Tschechischen Republik und Polen bewegten sich in einer Spanne von 14 bis 43 Basispunkten.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 29. Februar 2020, soweit nicht anders angegeben.

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