MarktTicker 34. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 17. bis 21. August 2020

    Diese Woche: Sommerpause hält an

Aber teils neue Höchststände in den USA

In der Berichtswoche ging es sommerlich ruhig zu. In den USA erzielten sowohl der Technologieindex Nasdaq 100 als auch der breiter aufgestellte S&P 500-Index zwischenzeitlich Rekordstände. Der Dow Jones Industrial Average tendierte hingegen etwas leichter, wie auch die Aktienbörsen im Euroraum. Mangels positiver Signale zu den Themen US-Konjunkturpaket und amerikanisch-chinesischer Handelsstreit hielten sich die Anleger aber eher zurück. Gefragt waren hingegen sichere Anleihen wie etwa deutsche Bundespapiere und auch US-Treasuries, die an Wert hinzugewinnen konnten. Auch an den Rentenmärkten der Euro-Peripherie prägten rückläufige Verzinsungen das Handelsgeschehen.

Einkaufsmanagerindizes im Euroraum enttäuschen

Die am heutigen Freitag mit Spannung erwarteten Schnellschätzungen zu den Markit-Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum für August enttäuschten. Sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch die Dienstleistungen betreffend lagen die Daten sowohl unter den Vormonatswerten als auch deutlich unter den Konsenserwartungen. Der Rückfall des Composite-PMI der Eurozone im August (von 54,9 auf 51,6) deutet darauf hin, dass der Aufschwung nach der Aufhebung der Lockdowns bereits verpufft ist. Auch in Deutschland waren rückläufige Zahlen zu vernehmen, vor allem der Dienstleistungssektor gab vor dem Hintergrund der zunehmenden Corona-Infektionen deutlich von 55,6 auf 50,8 Punkte nach. Allerdings sollte abgewartet werden, ob die rückläufige Stimmung von den kommenden wirtschaftlichen Daten auch wirklich bestätigt wird.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stieg wieder etwas an und lag bei 1,1 Millionen, erwartet wurden hingegen 920.000 neue Anträge.

    Aktien: Uneinheitlich, S&P 500 und Nasdaq mit neuen Höchstständen

Die großen Aktienmärkte handelten in der Berichtswoche uneinheitlich. In den USA konnten sowohl die Technologiebörse Nasdaq 100 als auch der marktbreite S&P 500-Index im Handelsverlauf historische Höchststände erzielen und lagen unter den großen Indizes als einzige bis Donnerstagabend im Plus. Der S&P 500 übertraf sein Hoch von Mitte Februar leicht.

Apple bei zwei Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung

In den USA standen einmal mehr die Technologieaktien auf der Kaufliste. Zum Beispiel Apple, das Unternehmen überschritt zur Wochenmitte mit 463 US-Dollar je Aktie erstmals eine Marktkapitalisierung von zwei Billionen US-Dollar. Microsoft und Amazon blieben als direkte Verfolger mit jeweils rund 1,6 Billionen US-Dollar noch um einiges hinter dem iPhone- und Computerproduzenten zurück. Darüber hinaus stand die Tesla-Aktie einmal mehr im Blickpunkt. Am Donnerstag überschritt die Aktiennotierung erstmals die 2.000 US-Dollarmarke. Damit hat sich der Kurs seit Anfang Juli in nur wenigen Wochen verdoppelt.

DAX 30-Index: Delivery Hero ersetzt Wirecard

Stabwechsel zum Wochenende im DAX 30-Index. Wirecard wird nach dem Bilanzskandal per heutigem Freitagabend außerplanmäßig aus dem deutschen Leitindex genommen. An dessen Stelle tritt der Essenslieferdienst Delivery Hero, der aus dem MDAX aufsteigt. Das ehemalige Start-up gilt als einer der Profiteure der Corona-Krise.

Außer dem S&P 500 und dem Nasdaq 100-Index wiesen alle internationalen Märkte rote Vorzeichen auf. Der DAX 30-Index etwa lag bei moderaten minus 0,4 Prozent. Der EURO STOXX 50-Index gab ein knappes Prozent ab. Mit minus 2,4 Prozent kam zudem der spanische IBEX 35 am deutlichsten unter Druck.

Der marktbreite STOXX Europe 600-Index lag mit minus 0,4 Prozent leicht im Minus. Branchenseitig lag der Gesundheitssektor mit plus 1,1, Prozent vorne. Die Anleger hoffen auf den Durchbruch bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes. Darüber hinaus lag der Bausektor im Plus (0,6 Prozent). Deutlich rückläufig waren Bankaktien und Unternehmen aus der Öl- und Gasbranche (jeweils minus drei Prozent).

    Renten: Sichere Staatsanleihen gesucht

Renditen im Rückwärtsgang

In der Berichtswoche zeigten sich die als sicher geltenden Staatsanleihemärkte aufgrund der leicht zunehmenden Risikoaversion der Anleger von ihrer freundlichen Seite. Die Zinskurven tendierten über die langen Laufzeiten etwas flacher. So waren bei 30-jährigen US-Treasuries Renditerückgänge um sieben Basispunkte zu beobachten. Im vorderen Teil der Zinskurve tat sich hingegen wenig. Ein ähnliches Bild bot die Bundkurve, dort fiel die Rendite bei den lang laufenden Papieren um zehn Basispunkte. Die Mitschriften der jüngsten EZB-Ratssitzung und auch der Fed-Zusammenkunft brachten keine neuen Erkenntnisse bezüglich der Zins- und Geldpolitik. Im September dürfte vielleicht mehr über die kommende strategische Ausrichtung beider Zentralbanken zu erfahren sein. Euro-Peripherieanleihen tendierten ebenfalls freundlich, die Risikoprämien gegenüber deutschen Papieren weiteten sich aber leicht aus.

Die Märkte für Euro-Unternehmenspapiere und Anleihen aus den Schwellenländern tendierten seitwärts, die Umsätze waren im Rahmen der Sommerpause gering.

Euro/Dollar und Gold wenig verändert

Nach gut zwei Wochen Konsolidierung setzte sich die Abwertung des US-Dollar zum Euro zunächst fort. In der Spitze mussten in der Berichtswoche 1,1965 US-Doller für einen Euro gezahlt werden. Die 1,20er Marke war greifbar, wurde aber nicht erreicht. In der zweiten Wochenhälfte konnte sich der Dollar wieder leicht erholen. Mit rund 1,18 US-Dollar je Euro war bis Freitagmittag im Vergleich zum Vorwochenschluss aber letztlich kaum eine Veränderung zu vernehmen. Gleichzeitig ging nach der scharfen Korrektur in der Vorwoche der Goldpreis zunächst wieder in die Höhe. Die 2.000er US-Dollar-Marke je Unze wurde zeitweise wieder überschritten. Mit 1.930 US-Dollar waren aber auch am Goldmarkt im Wochenvergleich nur geringe Kursveränderungen zu beobachten.

      Ausblick auf die kommende Woche

Die US-Auftragseingänge für langlebige Güter im Juli und der Ifo-Index für die deutsche Wirtschaft sind die relevanten Konjunkturdaten in der kommenden Woche. Beim Ifo-Index wird dem Konsens zufolge eine Verbesserung erwartet. Bei den US-Auftragseingängen sehen die Analysten für Juli einen deutlich geringeren Zuwachs als noch im Vormonat.

Darüber hinaus wird am 27. und 28. August das Treffen der wichtigsten Notenbanker im US-amerikanischen Jackson Hole stattfinden – dieses Mal auf virtueller Ebene. Eventuell könnte die eine oder andere dort getroffene Aussage für Gesprächsstoff an den Finanzmärkten sorgen.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 21. August 2020, soweit nicht anders angegeben.

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