Marktberichte Januar 2021

Aktien: Verluste zum Jahresauftakt

Renten: Renditeanstieg in den USA und in Europa

Aktienmärkte: Sowohl in den USA als auch Europa gingen die Aktienmärkte mit Verlusten aus dem ersten Handelsmonat. Nach freundlichem Monatsbeginn führten die Folgen der Corona-Lockdowns und die Sorge hinsichtlich möglicher Schieflagen einiger Hedge Fonds im Zusammenhang mit der Spekulation um die GameStop-Aktie zu rückläufigen Kursen.

Rentenmärkte: Ausgehend von den USA und dem geplanten billionenschweren Konjunkturprogramm des neuen US-Präsidenten Biden kamen US-Staatsanleihen unter Druck. Die Angst vor Inflation infolge der immensen Verschuldung ließ die US-Renditen ansteigen. In der Folge kam es auch im Euroraum zu Verlusten an den Rentenmärkten.

Die Aktienmärkte

Europa

Europas Börsen im Griff der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat die europäischen Aktienmärkte auch im Januar im Griff. Bislang nur verhaltene Impffortschritte sowie stetig verlängerte Eindämmungsmaßnahmen lasteten auf der Stimmung. Der Euro STOXX 50-Index schloss mit rund 2,0 Prozent im Minus, der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit minus 0,8 Prozent. Vor allem Konsumgüterhersteller sowie Finanz- und Versicherungstitel verzeichneten Abschläge. Gefragt waren hingegen Aktien aus den Sektoren Technologie, Telekommunikation und Grundstoffe.

Stimmungsindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone spiegelten die Ernüchterung durch den erneuten Lockdown sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor wider. In der Industrie lag der Wert, von einem sehr hohen Niveau kommend, immer noch deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Aufgrund der Schließung vieler Dienstleistungsbetriebe befinden wir uns dort hingegen im kontraktiven Bereich. Dennoch ist die Stimmung insgesamt weit besser als im Frühjahr. Vor allem die Industrie scheint besser auf die zweite Corona-Welle vorbereitet zu sein. Gegen Ende des Monats belegten dann auch die ersten BIP-Schätzungen, dass die wirtschaftliche Aktivität im Schlussquartal weniger stark zurückging als befürchtet. Vor allem die Daten aus Frankreich überraschten positiv.

Zugleich ist die Berichtssaison für das vierte Quartal in vollem Gange. Die meisten Unternehmen lagen über den Erwartungen der Analysten. Zur Trendwende kam es zum Monatsende, als in den USA eine sehr große Zahl von Kleinanlegern den Aktienkurs des wirtschaftlich angeschlagenen US-Computerspielehändlers GameStop stark in die Höhe trieb, nachdem Hedgefonds über Leerverkäufe auf rückläufige Kurse gesetzt hatten. Das Phänomen griff auf einige Titel in Europa über wie Varta oder Evotec. Die großen Indizes drehten ins Minus.

Das Pandemiegeschehen wird die Entwicklung an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld unverzichtbar.

Deutschland

Deutsche Aktien tendierten im Januar uneinheitlich

Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich im Januar uneinheitlich. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, gab rund zwei Prozent nach, nachdem er zu Beginn des Jahres noch erstmals über 14.000 Punkte gestiegen war. Firmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung lagen dagegen gemessen am MDAX-Index knapp ein Prozent im Plus, während die Nebenwerte im SDAX-Index sogar gut drei Prozent dazu gewannen. Während am Monatsanfang noch die guten Nachrichten vom Impfstart in Deutschland dominierten, kippte die Stimmung zunehmend mit der Diskussion über Lieferengpässe und mögliche Versäumnisse der Politik bei der Impfstoffbeschaffung. Gegen Ende des Berichtszeitraums belasteten zudem Turbulenzen aus den USA rund um leer verkaufte Aktien wie GameStop.

2020 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um fünf Prozent eingebrochen. Es handelt sich um den stärksten Rückgang seit dem Jahr 2009. Gleichwohl sind die schlimmsten Befürchtungen für den Jahresausklang 2020 nicht eingetreten. Trotz des neuerlichen Lockdowns hat die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal zwar Schrammen bekommen, sich aber besser geschlagen als erwartet. Das BIP ist in den letzten drei Monaten 2020 gegenüber dem Vorquartal gestiegen, wie bereits im dritten Quartal. Es lag 0,1 Prozent im Plus. Den Unterschied machte insbesondere die gute Lage des verarbeitenden Gewerbes aus, auch dank der Erholung in China. Dies bildete ein starkes Gegengewicht zu den Einbußen in Teilen des Dienstleistungssektors. Darüber hinaus hat die Inflation in Deutschland im Januar stark auf 1,6 Prozent angezogen (von 0,7 Prozent im Dezember). Das war jedoch auf Sondereffekte zurückzuführen. Zum einen ist die Mehrwertsteuersenkung ausgelaufen, zum anderen die CO2-Abgabe in Kraft getreten.

Das Pandemiegeschehen wird die Entwicklung an den Kapitalmärkten weiter entscheidend prägen. Mit dem Beginn der Massenimpfungen stehen trotz des holprigen Starts die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen wird. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien.

Osteuropa

Osteuropas Aktienmärkte unter Druck

Im Januar hat sich an den osteuropäischen Aktienmärkten kein klarer Trend etabliert. Gemessen am MSCI EM Eastern Europe-Index verlor die Region 0,9 Prozent auf Lokalwährungsbasis. Nach einem Start ins neue Jahr mit deutlichen Kursgewinnen – beflügelt von Impfstoff-Hoffnungen und der Aussicht auf weitere fiskalpolitische Unterstützungsmaßnahmen, etwa in den USA – haben sich die Aktienmärkte in Osteuropa zum Monatsende hin wieder abgeschwächt. Generell wurde von Investoren die Anlageregion Emerging Markets in der zweiten Monatshälfte weniger attraktiv beurteilt. Mit ein Grund waren steigende Inflationserwartungen in den USA, die einher gingen mit steigenden Renditen bei Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten. Unterstützung erhielten die Börsen der Region dagegen teilweise vom Ölmarkt. Die Preise zogen dort trotz Lockdowns in vielen europäischen Ländern weiter an. Als einen Grund führten Marktteilnehmer die größere Förderdisziplin großer Ölproduzenten an.

Der russische Aktienmarkt hat sich im Berichtsmonat leicht schwächer entwickelt. Gemessen am MOEX-Index verlor er 0,4 Prozent auf Lokalwährungsbasis. Die Verhaftung des russischen Oppositionellen Alexei Nawalny bei seiner Rückkehr nach Moskau sowie großangelegte Verhaftungen von Demonstrierenden, die für ihn protestierten, sorgte für Spannungen mit der Europäischen Union. Die Gemeinschaft erklärte, als Reaktion weitere Sanktionen in Erwägung zu ziehen.

In Warschau sank der WIG-Index um 0,1 Prozent auf Lokalwährungsbasis. Starke Kursschwankungen prägten die Aktien des Spieleherstellers CD Projekt, die nach einer Kursrally am letzten Handelstag des Berichtsmonats 16 Prozent verloren. Am Markt wurde auf den Short Squeeze in einigen US-Aktien verwiesen und vergleichbare Effekte bei in Europa stark leerverkauften Titeln.

An der Budapester Börse schloss der ungarische Leitindex Bux mit einem Plus von 3,4 Prozent. Die ungarische Zentralbank ließ wie erwartet ihren Leitzinssatz unverändert.

Die osteuropäischen Börsen dürften bis auf weiteres von der Entwicklung der Corona-Pandemie sowie den Fortschritten in der Corona-Impfstoffverteilung geprägt bleiben.

USA

US-Börsen mit schwachem Jahresauftakt

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben den Januar mit Verlusten beendet. Der Dow Jones Industrial Average-Index schloss 2,0 Prozent schwächer, der marktbreite S&P 500-Index gab 1,1 Prozent ab. Vor allem Verbrauchsgüter, Konsumdienstleistungen und Fluglinien verzeichneten kräftige Abschläge. Aktien aus den Sektoren Industrie und Energie konnten sich dem Negativtrend hingegen entziehen.

Bis zur letzten Januarwoche hatten die Börsen noch deutlich im Plus gelegen, getrieben unter anderem von der Aussicht auf ein weiteres Fiskalpaket. Auch die beginnenden Corona-Massenimpfungen in den USA und die damit verbundene Hoffnung auf eine Öffnung der Wirtschaft machten den Anlegern Mut.

Gegen Monatsende hingegen folgte eine Trendwende, als die Aktie des wirtschaftlich angeschlagenen US-Computerspielehändlers GameStop in die Schlagzeilen geriet. Eine sehr große Zahl von Kleinanlegern hatte sich über Social Media verbündet und den Aktienkurs stark in die Höhe getrieben, nachdem Hedgefonds über Leerverkäufe auf rückläufige Kurse gesetzt hatten. Im Zuge der konzertierten Aktion sprang die Aktie von GameStop binnen kurzer Zeit von weniger als 20 US-Dollar auf über 400 US-Dollar.

Das Phänomen war auch bei einer Reihe weiterer Titel wie etwa bei dem Kinobetreiber AMC zu beobachten. In der Folge wurde über mögliche Schieflagen von Hedge-Fonds und deren Folgen und Risiken für die Märkte spekuliert, zumal sich einige der in Frage kommenden Marktteilnehmer in größerem Stil von anderen, fundamental intakten Positionen trennen mussten, um Liquidität zu schaffen. Daraufhin verloren auch die breiten Indizes in den USA an Wert.

Nach dem scharfen Konjunktureinbruch 2020 sollte ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie etwa Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld Trumpf.

Fernost

Fernost-Aktienmärkte starten höher ins neue Jahr

Die asiatischen Märkte zeigten sich auch im neuen Jahr zumeist von ihrer freundlichen Seite und verbuchten kräftige Kursgewinne. Der MSCI Far East Ex Japan-Index gewann auf Lokalwährungsbasis 5,2 Prozent und damit fast so viel wie im Vormonat. Damit schnitt diese Anlageregion deutlich besser ab als die USA, Europa und Südamerika. Die erfreuliche Entwicklung war in erster Linie auf eine anhaltende, kräftige Konjunkturerholung in vielen asiatischen Ländern, allen voran China, zurückzuführen. Auch blieb das Pandemiegeschehen in der Region vergleichsweise moderat, auch wenn es zu neuen Corona-Infektionen etwa in China, Hongkong und Südkorea kam. So beschränkte die chinesische Regierung die Reisetätigkeit vor dem Neujahrsfest. Gegen Ende des Berichtsmonats belasteten Turbulenzen rund um stark leer verkaufte Aktien in den USA.

In Seoul stieg der KOSPI 200-Index in Lokalwährung um 3,9 Prozent. In Schanghai stieg der Shanghai Composite-Index in Lokalwährung um 0,3 Prozent. Die Kurse wurden zum einen von leicht steigenden Corona-Infektionszahlen belastet, welche zu neuen Einschränkungen für die Bevölkerung in einigen Regionen führten. Außerdem wirkte der Anstieg der Kurzfrist-Swap-Sätze im chinesischen Geldmarkt dämpfend. Damit soll Überschussliquidität aus dem chinesischen Finanzsystem gezogen werden. In Hongkong stieg der Hang-Seng-Index um 3,9 Prozent. Zu den größten Gewinnern zählten die Aktien der chinesischen Internet-Holding Tencent und des ebenfalls chinesischen Lieferdienst-Anbieters Meituan. In Taiwan legte der TAIEX-Index um 2,8 Prozent zu, obwohl es nach dem Amtsantritt von Joe Biden als 46. US-Präsidenten zu ersten Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten gekommen ist. Die US-Regierung erklärte, China solle die Einschüchterung Taiwans unterlassen, und sandten einen Flugzeugträger in die Region.

Angesichts von Fortschritten in der Impfstoffentwicklung und solange die Corona-Pandemie beherrschbar bleibt, dürften die asiatischen Aktienmärkte noch Aufwärtspotenzial haben. Rückenwind für Risikoanlagen wie Aktien kommt von der lockeren Geldpolitik sowie der Liquiditätsschwemme.

Japan

Japanischer Aktienrally geht die Puste aus

Im Januar zeigte der japanische Aktienmarkt keine klare Richtung. Zunächst stiegen die Kurse zu Jahresbeginn im Zuge einer höheren Risikoneigung der Investoren, ausgelöst durch die beginnenden Corona-Impfungen in vielen Ländern sowie der Ankündigung neuer Fiskalstimuli. Auf die Stimmung drückten jedoch steigende Corona-Infektionszahlen in Japan sowie in der zweiten Monatshälfte die Turbulenzen am US-Aktienmarkt, ausgelöst durch Retail-Investoren, die einen Short Squeeze auslösten, also stark steigende Kurse in Aktien, die von anderen Marktteilnehmern in der Hoffnung auf fallende Kurse leer verkauft worden waren. Dies brachte einigen US-Hedge-Fonds hohe Verluste und belastete indirekt die Aktienmärkte weltweit. Der marktbreite Topix-Index legte auf Lokalwährungsbasis 0,2 Prozent zu, während der Nikkei 225-Index im Berichtsmonat um 0,8 Prozent stieg.

Auftrieb erhielt der japanische Aktienmarkt durch sich langsam aufhellende Gewinnaussichten der dortigen Unternehmen. Gegen Ende des Monats standen aber nach Vorlage von Zahlen zyklische Titel aus dem Maschinenbau und dem Elektroniksektor unter Druck. Teilweise fielen die Unternehmensprognosen etwas konservativer aus als erwartet, zum Teil nahmen Investoren aber nach zuvor kräftigen Kurssteigerungen auch Gewinne mit. Nach wie vor erhält der Markt Unterstützung von der Geldpolitik. Die Bank of Japan (BoJ), die japanische Zentralbank, erklärte, es sei zu früh, über einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik zu sprechen. Inzwischen halte die BoJ sieben Prozent am japanischen Aktienmarkt, sagte Zentralbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda.

Die künftige Kursentwicklung am japanischen Aktienmarkt dürfte von der Entwicklung der Corona-Pandemie und der Impfstoffverteilung sowie dem Tempo der konjunkturellen Erholung geprägt sein.

Weltweit

Globale Aktienmärkte erhielten Dämpfer

Im Berichtsmonat verzeichneten die globalen Aktienmärkte weitgehend Verluste. Der MSCI Welt-Index büßte in Lokalwährung 0,8 Prozent ein.

In den USA hatten die Börsen bis zur letzten Januarwoche noch deutlich im Plus gelegen, getrieben vor allem von den beginnenden Corona-Massenimpfungen und der damit verbundene Hoffnung auf eine Öffnung der Wirtschaft. Gegen Monatsende folgte eine Trendwende, als die Aktie des wirtschaftlich angeschlagenen US-Computerspielehändlers GameStop in die Schlagzeilen geriet. Eine sehr große Zahl von Kleinanlegern hatte sich über Social Media verbündet und den Aktienkurs stark in die Höhe getrieben, nachdem Hedgefonds über Leerverkäufe auf rückläufige Kurse gesetzt hatten. Das Phänomen war auch bei einer Reihe weiterer Titel zu beobachten. Dies brachte einigen US-Hedge-Fonds hohe Verluste und belastete indirekt die Aktienmärkte weltweit. Der Dow Jones Industrial Average-Index schloss 2,0 Prozent schwächer.

In Europa standen die Märkte weiter unter dem Einfluss der anhaltenden Corona-Pandemie. Bislang nur verhaltene Impffortschritte sowie stetig verlängerte Eindämmungsmaßnahmen lasteten auf der Stimmung. Der Euro STOXX 50-Index schloss mit rund 2,0 Prozent im Minus. Stimmungsindikatoren für die Eurozone spiegelten die Ernüchterung durch den erneuten Lockdown sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor wider. Dennoch ist die Lage insgesamt positiver als im Frühjahr. Vor allem die Industrie scheint besser auf die zweite Corona-Welle vorbereitet zu sein. Gegen Ende des Monats belegten die ersten BIP-Schätzungen, dass die wirtschaftliche Aktivität im Schlussquartal weniger stark zurückgegangen ist als befürchtet.

In Japan stiegen die Kurse zu Jahresbeginn im Zuge einer höheren Risikoneigung der Investoren. Im weiteren Verlauf belasteten jedoch insbesondere wieder steigende Corona-Infektionszahlen das Geschehen. Der Nikkei 225-Index legte im Berichtsmonat um 0,8 Prozent zu.

Nach dem scharfen Konjunktureinbruch 2020 sollte ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie etwa Aktien.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Regierungskrise in Italien belastet nur kurz

Staatsanleihen aus dem Euroraum starteten mit leichten Kursverlusten in das neue Handelsjahr. Ausgehend von den USA kam es zu steigenden Renditen. Dort schürte eine demokratische Mehrheit im Senat die Erwartung auf ein umfangreiches Fiskalpaket, das mit einer deutlich höheren US-Verschuldung einhergehen dürfte. Auch wenn die Bewegung im Euroraum weniger stark ausfiel, kletterte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen dennoch zunächst bis auf -0,46 Prozent. Die Verlängerungen von diversen Lockdown-Maßnahmen in mehreren europäischen Ländern und der Mangel an ausreichenden Impfdosen stützten dann im weiteren Monatsverlauf den Markt ebenso wie die Kommentare der großen Notenbanken. Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch ihre Pendants in Großbritannien und den USA sprachen sich für eine weiterhin sehr expansive Geldpolitik aus. EZB-Chefin Lagarde betonte noch einmal die Handlungsbereitschaft der Währungshüter und versuchte zudem den Euro schwach zu reden. Eine zu starke Gemeinschaftswährung könnte zu einer Belastung der europäischen Wirtschaft werden. Zum Ende des Monats wurde sogar eine mögliche Zinssenkung in den Raum gestellt. Marktteilnehmer zweifelten aber an der Ernsthaftigkeit dieser Absicht, weshalb die Aussagen hierzu keinerlei Wirkung zeigten.

Anleihen aus den Peripherieländern standen ebenfalls leicht unter Druck. In Italien kam es zum Streit zwischen den Regierungsparteien über die Mittelverwendung aus dem europäischen Wiederaufbaufonds, der letztlich zum Bruch der Koalition führte. Die Sorge vor möglichen Neuwahlen erhöhte zwischenzeitlich den Risikoaufschlag zu Bundesanleihen und zog auch Anleihen aus den Nachbarstaaten in Mitleidenschaft. Ende Januar war die Aussicht auf eine neue Regierungsbildung jedoch groß und es kam zu einer Kurserholung.

Durch Sondereffekte verzerrte höhere Inflationsraten sorgten vor dem Monatswechsel noch einmal für allgemein steigende Renditen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index mussten europäische Staatsanleihen im Januar einen Verlust von 0,6 Prozent hinnehmen. Das Marktumfeld sollte aufgrund der Käufe der EZB aber dennoch gut unterstützt bleiben.

USA

Mehrheit der Demokraten im US-Senat lässt Renditen steigen

US-Schatzanweisungen gerieten zu Monatsbeginn unter Abgabedruck. Der überraschende Sieg der demokratischen Partei bei der Stichwahl in Georgia brachte dem neuen US-Präsidenten Joe Biden die ersehnte Mehrheit im US-Senat. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres Konjunkturpaket hoch. Im Gespräch waren anfänglich knapp zwei Billionen US-Dollar. Damit das Paket auch innerhalb der eigenen Partei mehrheitsfähig ist, dürften noch einige Ausgabepläne auf Eis gelegt werden. Der Stimulus für die US-Wirtschaft sollte dennoch enorm ausfallen. In Erwartung einer besseren konjunkturellen Entwicklung und einer deutlich höheren Staatsverschuldung rentierten zehnjährige US-Staatsanleihen daraufhin deutlich oberhalb von einem Prozent. In diesem Zusammenhang kamen erste Befürchtungen auf, die US-Notenbank (Fed) könnte Ende des Jahres mit der Rückführung ihrer Anleihekäufe (Tapering) beginnen. Die Währungshüter meldeten sich jedoch schnell zu Wort und dementierten ein solches Vorhaben deutlich worauf die Renditen wieder etwas zurückkamen. Vor allem der Arbeitsmarkt sei dafür noch viel zu schlecht aufgestellt, hieß es. Auf der später stattfindenden Sitzung der Fed gab es dann auch wenig Neues zu berichten. Die Leitzinsen blieben unverändert.

Darüber hinaus gingen die Überlegungen im US-Finanzministerium weiter, ob demnächst auch eine 50-jährige US-Staatsanleihe emittiert werden sollte. Die Überlegungen sind nicht ganz neu, doch angesichts der niedrigen Zinsen, der sich abzeichnenden höheren Verschuldung und der guten Nachfrage nach solchen Papieren in anderen Ländern, könnte dieses Vorhaben demnächst Gestalt annehmen.

Rückläufige Infektionszahlen mit dem Corona-Virus, leicht steigende Inflationsraten und ein im internationalen Vergleich guter Impffortschritt ließen die Renditen zum Monatsende dann noch einmal etwas anziehen. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im Januar 1,1 Prozent an Wert. Seit August hat sich ein Trend zu leicht steigenden Renditen ausgebildet, der vorerst weiter anhalten dürfte.

Weltweit

Schwacher Jahresauftakt am Rentenmarkt

US-Schatzanweisungen gerieten zu Monatsbeginn unter Abgabedruck. Der überraschende Sieg der demokratischen Partei bei der Stichwahl in Georgia brachte dem neuen US-Präsidenten Joe Biden die ersehnte Mehrheit im US-Senat. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres Konjunkturpaket hoch. In Erwartung einer besseren konjunkturellen Entwicklung und einer deutlich höheren Staatsverschuldung rentierten zehnjährige US-Staatsanleihen daraufhin deutlich oberhalb von einem Prozent. In diesem Zusammenhang kamen erste Befürchtungen auf, die US-Notenbank (Fed) könnte Ende des Jahres mit der Rückführung ihrer Anleihekäufe (Tapering) beginnen. Die Währungshüter meldeten sich jedoch schnell zu Wort und dementierten ein solches Vorhaben, worauf die Renditen wieder etwas zurückkamen. Rückläufige Infektionszahlen, leicht steigende Inflationsraten und ein guter Impffortschritt ließen die Renditen zum Monatsende wieder etwas anziehen. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen 1,1 Prozent an Wert.

Staatsanleihen aus dem Euroraum starteten ebenfalls mit leichten Kursverlusten in das neue Handelsjahr. Die Verlängerungen von diversen Lockdown-Maßnahmen in mehreren europäischen Ländern und der Mangel an Impfdosen stützten dann im weiteren Monatsverlauf den Markt ebenso wie die Kommentare der großen Notenbanken an ihrer Geldpolitik festhalten zu wollen. Anleihen aus den Peripherieländern standen ebenfalls leicht unter Druck. In Italien kam es zum Bruch der Regierungskoalition. Zwischenzeitlich wurden Neuwahlen befürchtet, was italienische Papiere belastete. Durch Sondereffekte verzerrte höhere Inflationsraten sorgten vor dem Monatswechsel noch einmal für allgemein steigende Renditen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index mussten europäische Staatsanleihen im Januar einen Verlust von 0,6 Prozent hinnehmen.

Europäische Unternehmensanleihen traten auf der Stelle und verzeichneten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Minus von 0,1 Prozent. Steigende US-Renditen lasteten auch auf Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index), die im Januar 1,1 Prozent verloren.

Unternehmensanleihen

Zum Jahresauftakt ohne große Impulse

Am Markt für Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade setzte sich in den ersten vier Handelswochen des neuen Jahres die bereits im Dezember eingeschlagene Seitwärtsbewegung fort. Nach zunächst leichten Hinzugewinnen gab der Markt zum Monatsende wieder etwas ab. Die fundamentale Lage mit dem Corona-bedingten Lockdown sowie dem Mangel an Impfstoffen gewann die Oberhand und verunsicherte die Anleger. Der Euro-Unternehmensanleihesektor gab in diesem Zuge auf Indexebene (ICE BofA Euro Corporate-Index, ER00) leicht um 0,1 Prozent nach. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) lagen stabil und verminderten sich um einen auf 68 Basispunkte. Die allgemeine Zinsentwicklung war leicht aufwärts gerichtet. Die Zehnjahresrendite deutscher Bundesanleihen erhöhte sich um sechs Basispunkte auf minus 0,52 Prozent.

Traditionell war der Blick zum Jahresauftakt auf den Primärmarkt gerichtet. Ein zunächst überraschend hohes Neuemissionsvolumen führte aber nicht zu erhöhten Risikoprämien, zumal zum Monatsende hin der Gesamtmarkt etwas schwächer tendierte und die Platzierungstätigkeit damit einhergehend spürbar nachließ.

Mit Blick auf die Untersektoren war ebenfalls eine nahezu unisono leicht nach unten gerichtete Kursentwicklung zu beobachten. Im Nachrangbereich verbuchten etwa Hybridanleihen sowohl aus dem Finanz- als auch dem Industriesektor (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) geringfügige Einbußen in Höhe von jeweils 0,2 Prozent. Die Spreads weiteten sich dabei um einige Basispunkte aus. Anleihen aus dem Energiesektor wurden fast durchweg ratingseitig abgestraft. Hier lasten die Auswirkungen der Energiewende auf der Bonität. Ebenso neigten sowohl Titel aus dem Reisesektor als auch Finanzpapiere eher etwas zur Schwäche.

Leicht verbessert zeigte sich hingegen der Markt für hochverzinsliche Euro-Anleihen (High Yield). Die über den ICE BofA HEAG-Index abgebildeten Papiere gewannen bei unveränderten Risikoprämien 0,3 Prozent hinzu. Hierfür war in erster Linie ein deutlich unter den Erwartungen liegendes Primärmarktangebot verantwortlich. Die synthetische Seite des High Yield-Marktes (iTraxx Crossover) tendierte hingegen etwas schwächer.

Emerging Markets

Schwellenländermärkte mit leichten Abgaben zum Jahresauftakt

Anleihen aus den Schwellenländern konnten nicht an den positiven Jahresabschluss anknüpfen und verbuchten im Januar leichte Verluste. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verzeichnete der Gesamtmarkt für in US-Dollar und Euro denominierte Anleihen ein Minus von 1,1 Prozent. Die Risikoaufschläge (Spreads) gegenüber US-Staatsanleihen blieben mit 352 Basispunkten nahezu unverändert. Der Jahresauftakt war für fast alle Segmente am Rentenmarkt mit leichten Verlusten verbunden. Ursächlich dafür war der Aufwärtsdruck bei den Renditen im sicheren Hafen. Neben einer sich abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung, die durch staatliche Konjunkturprogramme unterstützt wird, sorgte auch die damit einhergehende anziehende Inflationserwartung für den moderaten Aufwärtsdruck bei den Renditen. Das von Zentralbanken bevorzugte Maß der langfristigen marktimpliziten Inflationserwartungen (fünfjährige Inflationsswaps) ist in den USA von zwei Prozent vor Ausbruch der Pandemie auf mittlerweile rund 2,4 Prozent angestiegen. Auch in der Eurozone liegen die mittelfristigen marktimpliziten Inflationserwartungen inzwischen wieder leicht über dem Vorkrisenniveau.

Am Primärmarkt waren zum Monatsbeginn hohe Neuemissionsvolumen zu beobachten, vor allem aus Lateinamerika. Im weiteren Verlauf ging jedoch die Platzierungsaktivität deutlich zurück. Allerdings profitierte der EM-Anleihesektor auch im Januar von erheblichen Mittelzuflüssen. Ein Großteil davon floss in die lokalen EM-Anleihemärkte. Unter den Währungen der Schwellenländer konnten im Januar gegen den Euro vor allem die Türkische Lira (+2,5 Prozent), der Chinesische Renminbi (+2,2 Prozent) und der Ungarische Forint (+1,5 Prozent) aufwerten. Währungen aus Lateinamerika bildeten hingegen das Schlusslicht. Zu den größten Verlierern zählten der Argentinische Peso (- 3,0 Prozent), der Kolumbianischer Peso (-3,5 Prozent) und der Brasilianische Real (-4,4 Prozent).

Nach vorne blickend wird das Corona-Virus auch im Jahr 2021 die Entwicklung an den Kapitalmärkten entscheidend prägen.

Disclaimer

Die Quelle der genannten Finanzmarktdaten ist, sofern nicht anders ausgewiesen, Datastream oder Bloomberg.

Die Inhalte dieses Marketingmaterials stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Dieses Dokument wurde von der Union Investment Privatfonds GmbH mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Januar 2021, soweit nicht anders angegeben.

Ihre Kontaktmöglichkeiten: Union Investment Service Bank AG, Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am Main, Telefon 069 58998-6060, Telefax 069 58998-9000; www.union-investment.de


Börse

Loading:
Data

from
Server Uhr
DAX ESTOXX50 Bund-Future

Kontakt

Tel. 00352 2640-9500