MarktTicker 19. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 10. bis 14. Mai 2021

    Diese Woche: Hohe US-Inflation überrascht

Die in der Berichtswoche veröffentlichten US-Verbraucherpreisdaten sorgten an den Märkten für größere Verunsicherung. Mit plus 4,2 Prozent lag die Inflation im April (gegenüber dem Vorjahr) deutlich über den Erwartungen. Die Angst vor steigenden Zinsen führte am Aktien- und am Rentenmarkt für Kursverluste. Die US-Notenbank scheint jedoch entspannt, sieht diese im aktuellen Inflationsanstieg nur ein vorübergehendes Phänomen.

Konjunkturdaten

Die US-Verbraucherpreisdaten für April waren mit einem unerwartet hohen Anstieg von 4,2 Prozent das Thema der Woche. Die Erwartungen der Analysten bewegten sich mit plus 3,6 Prozent schon auf einem hohen Niveau, das dann aber noch getoppt wurde. Neben Basiseffekten machten sich vor allem Preissteigerungen im Rahmen des Corona-bedingten Re-Opening der US-Wirtschaft entsprechend bemerkbar. Hierzu gehören in erster Linie steigende Preise für Flugreisen, Mietwagen und Hotels. Die US-Notenbank Fed zeigt sich bislang hinsichtlich der Entwicklung aber gelassen und erachtet die aktuelle Entwicklung als nicht dauerhaft.

Am US-Arbeitsmarkt lagen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche mit 473.000 weiter unterhalb der 500.000-Marke.

In Deutschland übertraf der ZEW-Index mit 84,4 Punkten deutlich die Erwartungen (Umfrage 72 Punkte). Auch zeigte sich die aktuelle Lage etwas besser als eingeschätzt. Angesichts der mittlerweile erreichten Werte unter den befragten Analysten ist künftig nicht mehr viel Platz für eine weitere Steigerung des Index zu erwarten. Sprich, besser kann es bezüglich des ZEW eigentlich nicht mehr werden.

    Aktien: Weltweit Kursverluste

In der Berichtswoche war der Trend an den Aktienbörsen unter dem Eindruck der US-Inflationsdaten und der Spekulation auf steigende Zinsen klar nach unten gerichtet. Sämtliche führenden Aktienindizes tendierten ins Minus. Der MSCI Word-Index gab 2,9 Prozent ab. Vor allem tendierten die asiatischen Märkte schwächer, der MSCI EM Asia etwa gab knapp fünf Prozent nach, der Nikkei 225-Index verlor 4,3 Prozent. In den USA tendierten vor allem Tech-Werte schwächer, der Nasdaq-Index verlor bis Donnerstagabend 3,7 Prozent. Dow Jones Industrial Average und S&P 500-Index verloren mit 1,5 bzw. 2,1 Prozent etwas weniger. Im Euroraum lagen STOXX Europe 600- und der DAX 30-Index am Freitagvormittag mit 1,5 und 1,2 Prozent im Minus.

Berichtssaison: Das beste Quartal seit 20 Jahren

Ein Rekordjagd geht zu Ende. Die Berichtssaison zum ersten Quartal 2021 ist so gut wie gelaufen. Die Erwartungen wurden massiv übertroffen – vor allem in den USA. Die beiden vorangegangenen Quartale waren ebenfalls sehr gut, verblassen aber gegenüber den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Mit Blick auf das Übertreffen der Gewinnprognosen war es das beste Quartal der vergangenen 20 Jahre.

Mittlerweile haben rund 90 Prozent der US-Konzerne ihre Ergebnisse vorgelegt. 87 Prozent haben die Gewinnerwartungen übertroffen, 78 Prozent die Umsatzschätzungen. Im Vergleich mit dem ersten Quartal 2020 entsprechen die Ergebnisse einem Gewinnwachstum von 50 Prozent. Das ist aber noch nicht alles: Die Gewinne liegen auch rund 20 Prozent über denen, die für die ersten drei Monate 2019 berichtet wurden, also auch deutlich über dem Vorkrisenniveau. Auch die Margen haben sich im ersten Quartal 2021 verbessert.

In Europa fiel die Berichtssaison etwas verhaltener, aber ebenfalls sehr gut aus. Auf dem alten Kontinent haben rund 80 Prozent der Unternehmen berichtet. Davon konnten 68 Prozent bei den Gewinnen positiv überraschen. Das Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal beträgt 41 Prozent. Auch hier liegen die Gewinne wieder über dem Vorkrisenniveau von vor zwei Jahren, allerdings nur knapp. Hier spiegelt sich deutlich wieder, dass die USA zügiger aus der Krise kommen als Europa, das von mehr und längeren Lockdowns sowie schleppend verlaufenden Impfkampagnen belastet wird. Die Kurse der Unternehmen haben in Reaktion auf die positiven Überraschungen jedoch nur sehr verhalten reagiert. Das heißt dass der Großteil der Erwartungen bereits im Vorfeld in den Kursen Berücksichtigung gefunden hatte.

Branchen: Nur Bankentitel im Plus

Im STOXX 600 Europe-Index kamen in der Berichtswoche vor allem Reise- und Freizeitwerte deutlich unter Druck, der entsprechende Branchenindex verlor 8,6 Prozent. Technologiewerte waren mit einem Minus von 5,2 Prozent ebenfalls unter den Verlierer zu finden. Bis auf den Bankensektor, der 1,2 Prozent hinzugewann, verbuchten alle Branchen Verluste.

      Renten: Bundrendite steigt auf Zweijahreshoch

An den Staatsanleihemärkten prägten in der Berichtswoche Kursverluste das Geschehen. Deutsche Bundesanleihen erzielten am Donnerstag mit minus zehn Basispunkten ein Zweijahreshoch. Der Inflationsschock aus den USA hinterließ am deutschen Markt seine Spuren. Die deutsche Zinskurve tendierte im Laufzeitbereich von bis zu zehn Jahren etwas steiler und verschob sich von da ab um gut zehn Basispunkte nach oben. 30-jährige Papiere liegen mit einer Rendite von 0,42 Prozent mittlerweile wieder nennenswert im Plus. Mit Blick auf die Euro-Peripherie war auch sowohl in Italien als auch in Spanien ein Renditeanstieg zu beobachten, der sich über die gesamte Zinskurve erstreckte und bis zu zehn Basispunkte betrug. In Italien belastete zudem eine größere Neuemission. Der Euro-Gesamtmarkt (iBoxx Euro Sovereigns) lag per Donnerstagabend mit 0,8 Prozent im Minus.

Am US-Markt war die Reaktion verhaltener, denn dort waren die Renditen in jüngster Vergangenheit aber auch schon stark gestiegen. Das Interesse an US-Treasuries hat zuletzt auch wieder merklich zugenommen, wie auch die jüngste Auktion zehnjähriger Papiere zeigte. Die ebenfalls neu emittierten Papiere mit 30 Jahren Laufzeit waren hingegen weniger gefragt. Die Zehnjahresrendite stieg in der Berichtswoche in Richtung 1,7 Prozent, lag Freitagmittag mit 1,64 Prozent aber wieder darunter. Dennoch gab es auch am US-Markt auf Wochensicht Verluste.

Die Reaktion an den Staatsanleihemärkten sorgte auch im Bereich der Euro-Unternehmenspapieren und der Anleihen aus den Schwellenländern für leicht negative Reaktionen. Die Risikoprämien stiegen wieder etwas an.

      Ausblick auf die kommende Woche

Zahlreiche Einkaufsmanagerindizes (Mai) für das Verarbeitende Gewerbe und für die Dienstleistungen stehen am Freitag der neuen Handelswoche im Blickpunkt der Anleger. Für den Euroraum etwa rechnet der Konsens für das Verarbeitende Gewerbe nach dem starken Anstieg nun mit einer Stagnation bzw. leicht rückläufigen Werten. Darüber hinaus gibt es wieder einige Daten vom US-Häusermarkt. Diese waren zuletzt ein wichtiger Treiber der US-Konjunktur. Aus Japan und Großbritannien kommen zudem Inflationsdaten. Man darf gespannt sein, ob auch dort eine starke Zunahme wie in den USA erfolgte.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 14. Mai 2021, soweit nicht anders angegeben.

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