Marktberichte Juli 2020

Aktien: Uneinheitliche Entwicklung

Renten: Weiterer Renditerückgang zu beobachten

Aktienmärkte: Während die Aktienbörsen in den USA ihren Aufwärtstrend fortsetzten, zeigte sich Europa mit seitwärts oder ins negative tendierenden Märkten von der weniger freundlichen Seite. In den USA trieben vor allem Tech-Werte die Indizes.

Rentenmärkte: Die teils zu vernehmende Verunsicherung der Anleger im Rahmen der verstärkten Corona-Ausbreitung führte zu Käufen an den als sicher geltenden Staatsanleihemärkten. Die Zinskurven verflachten aufgrund der Renditerückgänge in den langen Laufzeitbereichen. Die Euro-Peripherie profitierte von der Einigung zum EU-Wiederaufbaufonds.

Europa

Vorsichtige Stimmung an Europas Börsen

Die Aktienmärkte in Europa konnten nicht an die Kursgewinne vom Vormonat anknüpfen. Der EURO STOXX 50-Index schloss mit 1,8 Prozent im Minus, der marktbreite STOXX Europe 600-Index gab um 1,1 Prozent nach. Neben historisch schlechten Wirtschaftsdaten einerseits und Frühindikatoren, die andererseits eine erste zarte Erholung signalisieren, hatten vor allem der leichte Anstieg der Corona-Neuinfektionen sowie die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen den größten Einfluss auf das Marktgeschehen.

Die Anleger reagierten zunächst positiv auf die Ergebnisse des EU-Gipfels Mitte des Monats. Die EU-Regierungschefs erzielten einen Durchbruch und beschlossen die Schaffung eines EU-Wiederaufbaufonds. Die Summe an Zuschüssen für Investitionen und Reformen im Rahmen der Coronahilfen soll aber nur 390 Milliarden Euro statt wie von der Kommission vorgeschlagen 500 Milliarden Euro betragen. Auch wurde der mehrjährige Finanzrahmen bis 2027 gebilligt. Die Zustimmung des EU-Parlaments steht noch aus, doch sorgte der Durchbruch für eine größere Risikoneigung unter Investoren und Zuflüssen in europäischen Vermögenswerten. Am Aktienmarkt profitierten davon vor allem der Grundstoffsektor, Chemie- und Industriewerte.

Auf die Stimmung drückten jedoch wieder steigende Neuinfektionszahlen auch in immer mehr europäischen Ländern. Zudem zeigten die jüngsten Daten zum Wirtschaftswachstum, dass die Coronakrise die europäische Wirtschaft hart getroffen hat. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone fiel im zweiten Quartal um 12,1 Prozent, ein beispielloser Einbruch. Besonders hart traf es dabei Spanien und Frankreich, am wenigsten stark schrumpfte die Wirtschaftsleistung in Litauen. Das deutsche BIP fiel um 10,1 Prozent und damit so stark wie nie zuvor in Nachkriegsdeutschland.

Weitere Wirtschaftsdaten waren durchmischt: Die Industrie- und Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone fielen etwas besser aus als erwartet, die Arbeitslosenquote etwas schlechter.

Die Kursentwicklung an den Börsen Europas dürfte von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie sowie vom Tempo der konjunkturellen Erholung abhängig bleiben.

Deutschland

Gemischtes Bild an deutschen Aktienmärkten

Die Aktienmärkte in Deutschland schlossen im Juli so gut wie unverändert. Der DAX 30-Index mit den 30 größten gelisteten deutschen Unternehmen gewann 0,02 Prozent hinzu. Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung legten 1,4 Prozent zu (MDAX-Index). Der SDAX-Index, der Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung repräsentiert, verteuerte sich um 1,8 Prozent. Deutsche Technologiewerte kletterte um 1,7 Prozent (TecDAX-Index).

Neben historisch schlechten Wirtschaftsdaten auf der einen Seite und eine erste zarte Erholung signalisierenden Frühindikatoren auf der anderen Seite hatte vor allem der leichte Anstieg der Corona-Neuinfektionen sowie die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen den größten Einfluss auf das Marktgeschehen.

Die Anleger reagierten positiv auf die Ergebnisse des EU-Gipfels Mitte des Monats. Die EU-Regierungschefinnen und -chefs erzielten nach mehrtätigem Ringen einen Durchbruch und beschlossen die Schaffung eines Wiederaufbaufonds. Die Summe an Zuschüssen (für Investitionen und Reformen) soll aber nur 390 Milliarden Euro statt, wie von der Kommission vorgeschlagen, 500 Milliarden Euro betragen. Auch wurde der mehrjährige Finanzrahmen bis 2027 gebilligt. Die Zustimmung des EU-Parlaments steht noch aus.

Auf die Stimmung drückten jedoch wieder steigende Neuinfektionszahlen, auch in immer mehr europäischen Ländern wie Spanien. Zugleich fiel das deutsche Bruttoinlandsprodukt so stark wie nie zuvor in Nachkriegsdeutschland. Der historische Rückgang um 10,1 Prozent im Quartalsvergleich markiert den stärksten Einbruch der Wirtschaftsaktivität seit 75 Jahren.

Auf der anderen Seite fielen Frühindikatoren wie der ifo-Geschäftsklima-Index höher aus als erwartet und die deutsche Industrieproduktion, der Einzelhandel und der Export zeigen erste Zeichen einer Erholung. Die Zweitrundeneffekte der Corona-Krise auf Konsum und Investitionen sowie die sich nach wie vor weltweit ausbreitende Pandemie verhindern aber einen schnellen Aufschwung.

Die Kursentwicklung an den deutschen Börsen dürfte deshalb von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie sowie vom Tempo der konjunkturellen Erholung abhängig bleiben.

Osteuropa

Osteuropäische Börsen leicht fester

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben sich im Juli in einer vergleichsweise schmalen Spanne seitwärts bewegt. Internationale Anleger reagierten positiv auf die Ergebnisse des EU-Gipfels Mitte des Monats in Brüssel. Dies gab auch osteuropäischen Anlagen Auftrieb. Auf dem EU-Gipfel wurde nach mehrtätigem Ringen ein Durchbruch erzielt und die Schaffung eines Wiederaufbaufonds beschlossen. Die Summe an Zuschüssen (für Investitionen und Reformen) soll aber nur 390 Milliarden Euro statt wie von der Kommission vorgeschlagen 500 Milliarden Euro betragen. Außerdem wurde der mehrjährige Finanzrahmen bis 2027 gebilligt. Die Zustimmung des EU-Parlaments steht aber noch aus.

Auf die Stimmung drückten aber wieder steigende Neuinfektionszahlen auch in immer mehr (ost-)europäischen Ländern. Der MSCI EM Eastern Europe-Index gewann im Monatsvergleich in Lokalwährung 2,5 Prozent.

Durch die Corona-Krise erlitt die Wirtschaft im zweiten Quartal einen beispiellosen Einbruch. Mit Tschechien legte das erste Land aus Osteuropa die Zahlen für das Bruttoinlandprodukt im zweiten Quartal vor. Die Wirtschaft schrumpfte im Jahresvergleich 10,7 Prozent und damit etwas weniger als jene der Eurozone (-12,1 Prozent). Der Aktienmarkt in Prag verlor im Juli 3,8 Prozent (PX-Index).

Für den polnischen Aktienmarkt resultierte ein Plus von 1,8, Prozent in Lokalwährung (Warsaw General-Index). Die knappe Wiederwahl des amtierenden, nationalistisch orientierten Präsidenten Andrzeij Duda in der zweiten Runde sorgte für kaum Bewegung. Duda ist mitverantwortlich für die Auflage eines der größten fiskalpolitischen Stimulus-Pakete unter den Schwellenländern. Damit sollen die Folgen der Corona-Krise gemildert werden.

In Moskau stieg der MOEX-Index in Lokalwährung 6,1 Prozent. Für Auftrieb sorgten der gestiegene Ölpreis sowie das lockere geldpolitische Umfeld. Die russische Zentralbank hat auf ihrer Zinssitzung Ende Juli erneut den Leitsatz gesenkt. Auch flachten die Corona-Neuinfektionszahlen in Russland etwas ab.

Die osteuropäischen Börsen dürften von der weiteren Entwicklung der Corona-Neuinfektionszahlen sowie vom Tempo der konjunkturellen Erholung geprägt bleiben.

USA

US-Börsen bauen Kursgewinne aus

Im Berichtsmonat Juli setzte sich die Erholung an den US-Aktienmärkten fort. Der Dow Jones Industrial Average notierte 2,4 Prozent höher, und der marktbreite S&P 500-Index verbuchte eine Kurssteigerung von 5,5 Prozent. Auch der Nasdaq Composite-Index steigerte sich um 6,8 Prozent und erreichte während des Berichtsmonats einen Rekordstand. Insbesondere Firmen aus dem Bereich E-Commerce sowie aus der Halbleiterbranche (mit Ausnahme von Intel) glänzten mit starken Zahlen. Gut entwickelten sich auch Titel aus dem IT-Bereich sowie aus dem Gesundheitssegment. Günstige Nachrichten von klinischen Studien für Corona-Impfstoffe sorgten ebenfalls für Auftrieb.

Auch die Aussagen der US-Notenbank Fed auf ihrer Zinssitzung Ende Juli, weiterhin alle geldpolitischen Instrumente bereitzuhalten, unterstützten die Märkte. Darüber hinaus gab die Fed eine Verlängerung jener Kreditfazilitäten bis zum Ende diesen Jahres bekannt, die Ende September ausgelaufen wären. Die Fed stellt nach dem Einbruch bei Wirtschaftsaktivität und Beschäftigung eine Belebung in den vergangenen Monaten fest. Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft um 32,9 Prozent eingebrochen. Die US-Notenbank wies auch darauf hin, dass die Konjunkturrisiken wegen wieder steigender Corona-Neuinfektionszahlen hoch geblieben sind. Im Juli legten die Anträge auf Arbeitslosenhilfe wieder etwas stärker zu.

Sorgen bereiteten den Marktakteuren dagegen zunehmende Spannung mit China. Die USA verkündeten die Schließung des chinesischen Konsulats in Houston. Peking reagierte daraufhin mit der Räumung des US-Konsulats in Chengdu. Zum Ende des Berichtsmonats lief auch der „CARES Act“ aus, der während der Krise für eine Stabilisierung des Konsums gesorgt hat. Die Verhandlungen über ein neues Konjunkturpaket hielten Ende Juli an, doch zeichnete sich ab, dass dessen Umfang deutlich kleiner ausfallen wird als bisherige Unterstützungsprogramme.

Für die US-Aktienmärkte dürfte die Entwicklung der Corona-Neuinfektionszahlen und das Tempo der wirtschaftlichen Erholung ausschlaggebend sein. Auch Neuigkeiten aus der Corona-Impfstoffentwicklung dürften die Kurse beeinflussen.

Fernost

Freundliche Stimmung an Asiens Aktienmärkten

Die asiatischen Aktienmärkte haben im Berichtsmonat Juli weiter an Boden gewonnen. In der zweiten Monatshälfte hat sich die Anlegerstimmung aber leicht eingetrübt. Im Monatsvergleich ergab sich für den MSCI Far East ex Japan-Index auf Lokalwährungsbasis ein Plus von 7,4 Prozent.

Für Zuversicht sorgten erfreuliche Konjunkturindikatoren in der Region. Unterstützung kam weiterhin durch eine lockere Geldpolitik sowie dem Bekenntnis der chinesischen Regierung, die Wirtschaft weiter zu stützen. Das staatliche China Securities Journal erklärte in einem Leitartikel, es sei angezeigt, auf einen „gesunden“ Aufschwung an der Börse hinzuwirken. Ein reifer Finanzmarkt könne der Erholung Chinas nützen.

Andererseits belasteten wieder steigende Corona-Neuinfektionszahlen in vielen Ländern. Insbesondere der starke Anstieg der Fallzahlen in Vietnam, der laut Wissenschaftlern auf eine deutlich ansteckendere Variante des Corona-Virus zurückgeht, sorgte für Nervosität. Drei Monate lang hatte Vietnam keinerlei Neuinfektionen verzeichnet. Auch geopolitische Spannungen trübten die Stimmung. Im Fokus stand abgesehen vom Handelskonflikt zwischen den USA und China die Zukunft von Hongkong. Am 14. Juli 2020 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump einen Erlass, der die Sonderbehandlung der ehemaligen britischen Kronkolonie durch die USA beendet. Hintergrund ist die Einführung eines neuen Sicherheitsgesetzes durch China, das die Autonomie Hongkongs beschneidet. Ebenfalls wies die Trump-Regierung territoriale Ansprüche Chinas im Südchinesischen Meer zurück.

Der Shanghai Composite-Index legte in Lokalwährung im Juli um 10,9 Prozent zu, nicht zuletzt durch eine höhere Nachfrage von chinesischen Privatanlegern. Der Hang Seng-Index in Hongkong stieg dagegen nur um 0,7 Prozent. In Singapur rutschte der Straits Times-Index im Berichtsmonat in Lokalwährung um 2,3 Prozent ab. Bei den Wahlen vom 10. Juli 2020 verlor die regierende People's Action Party (PAP) Stimmen, aber nicht ihre Mehrheit.

Für die asiatischen Aktienmärkte dürften kurzfristig die weitere Entwicklung der Corona-Neuinfektionszahlen sowie geopolitische Spannungen ausschlaggebend sein.

Japan

Starker Yen belastet Japans Aktienmarkt

Während es an den Börsen in China und in den USA im Berichtsmonat Juli aufwärts ging, sah der Aktienmarkt in Tokio fallende Kurse. So verlor der breite Topix-Index im Monatsvergleich in Lokalwährung 4,0 Prozent, und der Nikkei 225-Index 2,6 Prozent. Ein Grund dafür war die Aufwertung des Yen. Die japanische Währung stieg auf ein Vier-Monatshoch. Marktbeobachter verwiesen hier auf die US-Notenbank Federal Reserve, die sich weiterhin auf einem ultralockeren geldpolitischen Kurs bewegt.

Ein weiterer Faktor für die unterdurchschnittliche Entwicklung japanischer Aktien waren die steigenden Zahlen an Corona-Neuinfektionen auf der Insel. Dies, nachdem der nationale Notstand im Mai aufgehoben wurde. Zum Ende des Berichtsmonats wies Tokio eine rekordhohe Zahl an Neuinfektionen aus, und die Gouverneurin der Millionenmetropole sagte, die beste Lösung könne die neuerliche Ausrufung des Notstands sein.

Auch sorgten geopolitische Spannungen für Kursschwankungen. So unterzeichnete US-Präsident Donald Trump einen Erlass, wonach Hongkong der Status von Sonderbeziehungen mit den USA entzogen werden soll, nachdem China neue Sicherheitsgesetze für die ehemalige britische Kronkolonie beschlossen hatte. Damit steigt die Sorge vor einer neuen Eskalation des Handelskonflikts zwischen den beiden Großmächten. Davon konnten aber die Aktienkurse japanischer Technologiewerte profitieren, etwa im Halbleiter-Zulieferergeschäft, da japanische Zulieferer als mögliche Profiteure des Konflikts gelten.

Nach wie vor leidet die japanische Wirtschaft unter den Folgen der Corona-Krise. Die Kerninflationsrate lag in Japan im Juni bei null Prozent und damit weit entfernt vom Ziel der Bank of Japan (2,0 Prozent). Wegen außergewöhnlich großer staatlicher Corona-Hilfen steigt auch die Staatsverschuldung. Eine weitere führende Rating-Agentur erklärte im Berichtsmonat, den Ausblick für die Kreditqualität des Landes zu senken. Die Nachfrage für eine Auktion dreißigjähriger Staatsanleihen war dennoch sehr hoch.

Die weitere Kursentwicklung am japanischen Aktienmarkt dürfte vom Verlauf der Corona-Neuinfektionszahlen und der geopolitischen Entwicklung abhängen.

Weltweit

Globale Aktienmärkte setzen Gewinnserie fort

Die globalen Aktienmärkte konnten im Juli ihre positive Entwicklung aus dem Vormonat fortsetzen. Der MSCI Welt-Index verzeichnete in lokaler Währung ein Plus von 3,3 Prozent.

In den USA notierte der Dow Jones Industrial Average 2,4 Prozent höher, und der marktbreite S&P 500-Index verbuchte eine Kurssteigerung von 5,5 Prozent. Auch der Nasdaq Composite-Index steigerte sich um 6,8 Prozent. Insbesondere Firmen aus dem Bereich E-Commerce sowie aus der Halbleiterbranche (mit Ausnahme von Intel) glänzten mit starken Zahlen. Gut entwickelten sich auch Titel aus dem IT-Bereich sowie aus dem Gesundheitssegment. Günstige Nachrichten von klinischen Studien für Corona-Impfstoffe sorgten hier für Auftrieb. Auch die Aussagen der US-Notenbank Fed auf ihrer Zinssitzung Ende Juli, weiterhin alle geldpolitischen Instrumente bereitzuhalten, unterstützten die Märkte.

Die Aktienmärkte in Europa mussten zuletzt Verluste hinnehmen. Der EURO STOXX 50-Index schloss mit 1,8 Prozent im Minus, der marktbreite STOXX Europe 600-Index gab um 1,1 Prozent nach. Die Anleger reagierten zunächst positiv auf die Ergebnisse des EU-Gipfels Mitte des Monats. Die EU-Regierungschefs erzielten einen Durchbruch und beschlossen die Schaffung eines EU-Wiederaufbaufonds. Auf die Stimmung drückten jedoch wieder steigende Neuinfektionszahlen in immer mehr europäischen Ländern. Zudem zeigten die jüngsten Daten zum Wirtschaftswachstum, dass die Corona-Krise die europäische Wirtschaft hart getroffen hat.

In Tokio sah der Aktienmarkt fallende Kurse. So verlor der breite Topix-Index im Monatsvergleich in Lokalwährung 4,0 Prozent und der Nikkei 225-Index 2,6 Prozent. Ein Grund dafür war die Aufwertung des Yen. Marktbeobachter verwiesen hier auf die US-Notenbank Federal Reserve, die sich weiterhin auf einem ultralockeren geldpolitischen Kurs bewegt. Die Aktien der Schwellenländer gewannen, gemessen am MSCI Emerging Markets in lokaler Währung, 6,5 Prozent hinzu.

Durch die hohen Kursgewinne der letzten Monate sollte kurzfristig das Anstiegspotenzial der Märkte begrenzt sein. Mittelfristig dürften gut ausgewählte Risikoanlagen jedoch interessante Chancen bieten.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Euro-Rentenmarkt bleibt gut unterstützt

Euro-Staatsanleihen handelten in der ersten Monatshälfte weitgehend seitwärts. Wie so oft in den Sommermonaten gingen die Handelsvolumina zurück. Darüber hinaus gab es auch wenig Neuigkeiten. In der zweiten Monatshälfte zeigten sich die Märkte dann gut unterstützt. Die als sicher geltenden Staatspapiere aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden waren mit einer aufkommenden Risikoaversion gesucht. Nach den ersten Ferienwochen stiegen die Infektionszahlen mit dem Corona-Virus in einigen Regionen wieder sprunghaft an. Nicht alle Urlauber und Restaurantbetreiber hielten die Vorgaben ein, sodass vielerorts neue Beschränkungen verhängt werden mussten, um eine weite größere Infektionswelle zu verhindern. Darüber hinaus setzte sich die schmerzhafte Erkenntnis durch, dass es trotz der vielen geld- und fiskalpolitischen Hilfsmaßnahmen länger als zunächst angenommen dauern wird, bis das wirtschaftliche Vorkrisenniveau wieder erreicht sein wird. Hinzu kam die Angst vor einer im Herbst möglichen drohenden Pleitewelle auf Unternehmensseite.

Anleihen aus den Peripherieländern waren ebenfalls gesucht. Als stützend erwies sich die Einigung der Mitglieder der Europäischen Union auf einen Wiederaufbaufonds. Das Hilfspaket umfasst 750 Milliarden Euro und soll den von der Corona-Krise besonders hart getroffenen Regionen zur Verfügung gestellt werden. 390 Milliarden Euro davon werden als Zuschüsse und nicht als Kredite gewährt. Dieser Einstieg in eine Transferunion hilft zunächst vor allem den südlichen Ländern, weshalb die Nachfrage nach deren Anleihen entsprechend hoch war und die Renditen weiter zurückkamen. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass die grundlegenden Probleme fehlender Wettbewerbsfähigkeit und eines zu geringen Wachstums damit nicht gelöst sind und den Regierungschefs womöglich sogar Anreize geben, weiterhin untätig zu bleiben. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index bedeutete dies für europäische Staatsanleihen im Juli ein Plus von 1,0 Prozent. Anleihen aus den Kernländern verteuerten sich auf Gesamtmarktebene um 0,8 Prozent, Peripherieanleihen legten um 1,5 Prozent zu.

USA

US-Staatsanleihen bleiben gut unterstützt

In Abwesenheit einiger Händler aufgrund der Urlaubssaison handelten US-Staatsanleihen im Juli in engen Handelsspannen, jedoch mit leicht freundlichem Unterton. So kam es trotz der geringen täglichen Bewegungen Schritt für Schritt zu leicht höheren Notierungen. Schlussendlich fiel dadurch die Rendite zehnjähriger Schatzanweisungen von 0,66 Prozent auf 0,53 Prozent. Damit wurde der geringste Wert der vergangenen 200 Jahre erreicht. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) bedeutete das im Juli ein Plus von 1,3 Prozent für US-Staatsanleihen.

Die konstante Nachfrage ergab sich einerseits durch die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in den bevölkerungsreichsten Bundesstaaten. Zwischenzeitlich lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen mehr als doppelt so hoch wie im März/April. Anleger befürchteten deshalb neuerliche Beschränkungen, die eine wirtschaftliche Erholung erschweren. Dabei setzte sich die Erkenntnis durch, dass es trotz der umfangreichen geld- und fiskalpolitischen Hilfen länger dauern wird als angenommen, bis das Vorkrisenniveau erreicht sein wird.

Andererseits sind die Erwartungen an die US-Notenbank hoch. Im Gespräch ist dabei eine mögliche Zinsobergrenze (Yield Curve Control). Auf ihrem Treffen zum Monatsende hielt sich die Federal Reserve (Fed) jedoch noch zurück und beließ die Leitzinsen unverändert. Der Fed-Vorsitzende Powell unterstrich in der Pressekonferenz jedoch mehrfach, dass das Board zudem bereitstünde, jederzeit zu reagieren und im Bedarfsfalle alle Instrumente nutzen würde, um eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft sicherzustellen. Darüber hinaus verlängerte die Fed bereits vorzeitig einige Kreditfazilitäten, die Ende September ausgelaufen wären, bis zum Jahresende. Damit reagierten die Währungshüter frühzeitig auf das aktuelle Umfeld, sodass Unsicherheit gar nicht erst aufkam. Letztlich sieht die Fed zum aktuellen Zeitpunkt keine Notwendigkeit für weitere geldpolitische Maßnahmen. Powells Äußerungen auf der Pressekonferenz legen aber nahe, dass konkrete Ankündigungen auf der nächsten Sitzung im September folgen dürften.

Weltweit

Weitere Kursgewinne

US-Staatsanleihen handelten im Juli in engen Handelsspannen, jedoch mit leicht freundlichem Unterton. So kam es trotz der geringen täglichen Bewegungen Schritt für Schritt zu leicht höheren Notierungen. Schlussendlich fiel dadurch die Rendite zehnjähriger Schatzanweisungen auf 0,53 Prozent. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) bedeutete das im Juli ein Plus von 1,3 Prozent für US-Staatsanleihen. Die konstante Nachfrage ergab sich einerseits durch die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in den bevölkerungsreichsten Bundesstaaten. Anleger befürchteten deshalb neuerliche Beschränkungen, die eine wirtschaftliche Erholung erschweren. Andererseits sind die Erwartungen an die US-Notenbank hoch. Im Gespräch ist dabei eine mögliche Zinsobergrenze (Yield Curve Control). Auf ihrem Treffen zum Monatsende hielt sich die Federal Reserve (Fed) jedoch noch zurück. Powells Äußerungen auf der Pressekonferenz legen aber nahe, dass konkrete Ankündigungen auf der nächsten Sitzung im September folgen dürften.

Euro-Staatsanleihen handelten zunächst seitwärts, zeigten sich in der zweiten Monatshälfte dann aber gut unterstützt. Auch in Europa nahm die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Corona-Virus wieder etwas zu. Hinzu kam die Angst vor einer im Herbst möglichen drohenden Pleitewelle auf Unternehmensseite. Anleihen aus den Peripherieländern waren ebenfalls gesucht. Als stützend erwies sich die Einigung der Mitglieder der Europäischen Union auf einen Wiederaufbaufonds. Ein Teil des Hilfspakets wird als Zuschuss und nicht als Kredit gewährt. Dieser Einstieg in eine Transferunion hilft zunächst vor allem den südlichen Ländern, weshalb die Nachfrage nach deren Anleihen entsprechend hoch war. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index bedeutete dies für europäische Staatsanleihen im Juli ein Plus von 1,0 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen tendierten ebenfalls freundlich und verzeichneten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus in Höhe von 1,5 Prozent. Die Suche nach Rendite und ein schwacher US-Dollar sorgten bei Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) für einen Zuwachs von 3,7 Prozent.

Unternehmensanleihen

Weitere Zugewinne im Juli

Im Umfeld rückläufiger Renditen bei den deutschen Bundesanleihen tendierte der Unternehmensanleihesektor im Juli freundlich. Auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) verzeichneten Investment Grade-Unternehmenspapiere (IG) im Juli ein Plus in Höhe von 1,5 Prozent. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) engten sich weiter ein und fielen um 21 auf 101 Basispunkte. Damit haben sich die Risikoaufschläge gegenüber dem Höchststand während der Corona-Krise im März mittlerweile halbiert.

Die EZB behielt im Juli ihre offensive Geldpolitik unverändert bei, was weiterhin unterstützte. Zudem wirkte sich die Einigung auf den EU-Wideraufbaufonds positiv auf die risikoreichen Anlagesegmente aus. Das Hilfspaket umfasst 750 Milliarden Euro, hiervon werden 390 Milliarden Euro als Zuschüsse begeben.

Die Unternehmensergebnisse im 2. Quartal hatten mehrheitlich zumindest keine belastende Wirkung auf den Markt. Die bislang veröffentlichten Zahlen fielen in der Mehrheit zwar schlecht, aber zumeist nicht so schlecht wie zunächst befürchtet aus. Darüber hinaus hielt das eine oder andere Unternehmen, vor allem in den USA, positive Überraschungen bereit. Dies spiegelte sich vor allem in der Entwicklung der US-Unternehmensanleihen wider. Der Markt für US-IG-Corporate Bonds (ICE BofA US-Large Corp.-Index, C0AL) legte im Juli mit 3,1 Prozent deutlich zu. Hochverzinsliche US-Papiere (High Yield) gingen sogar mit einem Plus von 4,8 Prozent aus dem Handelsmonat. Die Unternehmensanleiheankäufe seitens der Fed blieben aber wichtigster Stimulus.

Mit Blick auf die Entwicklung der Untersegmente im Euroraum (Finanz-, Industrie- und Hybridpapiere) lagen die Zugewinne zwischen 1,2 und 1,6 Prozent. Euro-High Yield-Papiere (ICE BofA HEAG-Index) legten um 1,8 Prozent zu. Die Spreads engten sich um bis zu 30 Basispunkte ein.

Am Primärmarkt nahm die Neuemissionstätigkeit durch die Sommerpause bedingt deutlich ab. Zudem wurden aufgrund der Unternehmenszahlen zum 2. Quartal weniger Papiere emittiert. Beides kam dem Sekundärmarkt als entlastendes Element zugute. Corona bleibt der entscheidende Faktor der weiteren Marktentwicklung.

Emerging Markets

Anleihen aus den Schwellenländern legen erneut zu

Die Anleihemärkte der Schwellenländer blicken erneut auf einen freundlichen Handelsmonat zurück. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index legten in Hartwährung denominierte Staatstitel um 3,7 Prozent zu. Die Risikoaufschläge (Spreads) engten sich um 34 auf 440 Basispunkte ein. Im Vergleich zu den Vormonaten wird aber auch deutlich, dass das Momentum der Spreadeinengungen zuletzt eher wieder abnahm. Die Aufwertung des Euro setzte vereinzelten Schwellenländerwährungen zu, während ein schwächerer US-Dollar hingegen die Märkte unterstützte. Hinsichtlich der generellen Markttreiber gab es recht wenig Veränderungen: Die expansiven Zentralbanken treiben im Niedrigzinsumfeld weiterhin die Suche nach Rendite an. Neuemissionen wurden nach wie vor gut aufgenommen. Dies betrifft vor allem Platzierungen aus dem Investment Grade-Bereich. Das Risikosentiment wurde auch in diesem Monat vor allem von länderspezifischen Themen dominiert.

Neu hingegen war eine Einigung beim EU-Gipfel. Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise haben sich die EU-Staaten auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Es besteht aus dem Corona-Wiederaufbaufonds mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro und einem mehrjährigen EU-Finanzrahmen für 2021 bis 2027 mit einem Umfang von 1,074 Billionen Euro. Diese Maßnahmen sollten perspektivisch die Solvenz osteuropäischer Staaten unterstützen. Ergänzend dazu wird die Funding-Situation in Osteuropa derzeit durch eine ohnehin solide Neuemissionstätigkeit bekräftigt.

Hinsichtlich des Infektionsgeschehens ist zu erwähnen, dass in vereinzelten Schwellenländern, die rasch auf die Virusausbreitung reagierten, mittlerweile wieder höhere Infektionszahlen zu beobachten sind. Exemplarisch kann die Situation in Israel herangezogen werden: Nach vorbildlichen Eindämmungsmaßnahmen schien das Virus zunächst eingedämmt. Doch dann vermeldete der Staat im Juli rekordhohe Neuinfektionen. Somit dürfte auch nach vorne blickend weiterhin das Infektionsgeschehen im Fokus der Marktteilnehmer stehen, wobei auch der Fortgang im Handelskonflikt zwischen den USA und China von Interesse sein dürfte.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Juli 2020, soweit nicht anders angegeben.

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