Marktrückblick und -ausblick 32. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 09. bis 13. August 2021

    Diese Woche: US-Inflation im Juli auf hohem Niveau

Die US-Inflation lag im Juli im Vergleich zum Vorjahr weiter auf hohem Niveau. Zum Vormonat Juni war aber ein Rückgang der Dynamik zu verzeichnen. Vor allem wurde die rückläufige Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) positiv bewertet. Nach der Bekanntgabe der Daten gab es einige Marktschwankungen, man ging dann aber recht schnell zur Tagesordnung über. An den Aktienbörsen verzeichneten zahlreiche Indizes in Europa und in den USA weitere Rekordstände. Am US-Staatsanleihemarkt gab es zuletzt rückläufige Notierungen, die richtungsweisende Zehnjahresrendite stieg dort etwas an. Deutsche Bundesanleihen tendierten im Sommermodus seitwärts.

Auf Monatssicht Entspannung bei der US-Preisentwicklung

Die US-Inflationsdaten für Juli lagen im Rahmen der Erwartungen. Die Konsumentenpreise stiegen in der Breite gegenüber dem Juli des Vorjahres um 5,4 Prozent an (Bloomberg-Konsens 5,3 Prozent). Die stark gestiegenen Energiepreise sowie Re-opening-Effekte wie im Hotel- und Gaststättengewerbe trugen maßgeblich dazu bei. Die um die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise bereinigte Kernrate ging leicht von 4,5 auf nunmehr 4,3 Prozent zurück.

Im Vergleich zum Vormonat Juni zeigte sich eine erfreulich rückläufige Dynamik, denn die Gesamtinflation stieg nur noch um 0,5 Prozent an (Juni plus 0,9 Prozent). Die Kernrate erhöhte sich zudem nur leicht um 0,3 Prozent. Bei der Preisentwicklung könnte in einigen Sektoren, wie etwa bei den Gebrauchtwagen, der Zenit bereits überschritten sein. Allerdings weisen die jüngsten US-Produzentenpreise (plus 1,0 Prozent im Juli) darauf hin, dass der aktuelle „Preisbuckel“ uns noch eine Weile begleiten könnte, bevor wir wieder eine rückläufige Entwicklung der Inflationsraten beobachten können. Allerdings dürfte der Preisdruck in den kommenden Jahren in der Breite strukturell etwas zulegen. Die US-Notenbank Fed wird die Entwicklung jedenfalls aufmerksam begleiten.

In den USA gab der für mittelständische US-Unternehmen repräsentative NFIB-Stimmungsindex im Juli von 102,5 auf 99,7 Punkte nach. Die Lieferkettenproblematik und die offene Stellenbesetzung am US-Arbeitsmarkt waren altbekannte Belastungsfaktoren.

In China lagen Import- und Exportdaten im Rahmen der Erwartungen. Ein zuletzt schwächeres Kreditwachstum passt ins Bild einer jüngst nachlassenden Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung.

ZEW-Index auf dem Rückzug

Beim deutschen ZEW-Index ist der Optimismus der deutschen Finanzexperten auf dem Rückzug. Die ZEW-Geschäftserwartungen sind im August spürbar um 22,9 Punkte auf 40,4 Zähler zurückgegangen. Doch dies sollte kaum überraschen, denn es wurde zuletzt so zuversichtlich wie selten in die Zukunft geschaut. Im Vormonat waren es kaum fünf Prozent der Befragten, die für die kommenden sechs Monate mit einer Verschlechterung der Lage gerechnet hatten. Dass der Optimismus nachlässt, je länger ein Aufschwung dauert, liegt fast in der Natur der Sache. So wurde die aktuelle Lage erneut besser bewertet als im Vormonat und die erwarteten weiteren Konjunkturverbesserungen kommen damit von einem höheren Ausgangsniveau. Bemerkenswert ist, wie der turbulente Juli mitsamt der Verbreitung der neuen Corona-Variante und der angepassten Strategie der Europäischen Zentralbank in den Erwartungen verarbeitet wurde. Trotz des neuen Inflationsziels rechnen weniger Befragte mit einer höheren Teuerungsrate auf Sicht von sechs Monaten als noch vor einem Monat. Die Angst vor einer anhaltend höheren Preisdynamik nach dem zu erwartenden Inflationshöhepunkt im vierten Quartal scheint also die Finanzgemeinde nicht umzutreiben. Dementsprechend haben sich auch die Erwartungen an steigende langfristige Zinsen nicht noch weiter erhöht. Die Rentenmärkte könnten also möglicherweise vor einem impulsarmen Spätsommer stehen.

    Aktien: Zahlreiche Index-Rekordstände, DAX 30 knackt 16.000 Punkte

An den Aktienbörsen prägten in der Berichtswoche wieder Rekordstände das Geschehen. Fortgesetzt gute Unternehmensergebnisse zum zweiten Quartal und der langsamere Anstieg der US-Kerninflation sorgten für gute Stimmung unter den Anlegern. Die Indizes entwickelten sich überwiegend freundlich. Der MSCI-Word-Index gewann 0,6 Prozent hinzu. In den USA kletterten S&P 500-Index sowie der Dow Jones Industrial Average auf neue Höhen. Der Technologieindex Nasdaq 100 hat hingegen noch etwas Nachholbedarf, denn dieser lag bis vor dem Start am Freitag leicht im Minus und unterhalb seines Höchststands von Anfang August. Im Euroraum knackte der DAX 30-Index am Freitagmittag die 16.000er-Marke. Darüber hinaus bewegten sich auch EURO STOXX 50-Index, STOXX Europe 600-Index sowie MDAX und SDAX auf Rekordhöhen. Bei der Branchenentwicklung des STOXX Europe 600-Index lagen sämtliche Sektoren im Plus. Am stärksten konnte die Versicherungsbranche mit einem Plus in Höhe von 3,7 Prozent zulegen. Die Entwicklung spiegelte sich auch im DAX 30-Index wider, denn die Aktie von Munich Re lag mit plus 7,5 Prozent an der Spitze aller 30 Indextitel. Die Merck-Aktie folgte mit einem Wochenzuwachs von 6,5 Prozent. Weit abgeschlagen lagen die Anteile von Delivery Hero, die im Laufe der Berichtswoche rund zwölf Prozent an Wert verloren.

    Renten: Bundesanleihen entwickeln sich seitwärts

In der Berichtswoche waren seitens verschiedener US-Notenbanker Kommentare zu vernehmen, die auf eine vorzeitige Straffung der US-Geldpolitik hindeuten. Die Diskussion über eine schon auf den kommenden Herbst vorgezogenen Rückführung der Anleiheankäufe (Tapering) durch die Fed könnte sich vor dem Hintergrund der jüngsten Preisdaten verschärfen. Einer Umfrage zufolge rechnet ein nicht unerheblicher Teil befragter Finanzanalysten bereits im September mit konkreten Fed-Vorschlägen zum Tapering.

Unterdessen wurde der Kursanstieg der Staatsanleihepreise gebremst. In der Berichtswoche waren am US-Markt leichte Verluste zu beobachten. Damit einhergehend stieg die Verzinsung zehnjähriger US-amerikanischer Treasuries bis Freitagvormittag um fünf Basispunkte auf 1,35 Prozent an. Letztlich hat sich die US-Zinskurve in der Berichtswoche je nach Laufzeit um bis zu fünf Basispunkte nach oben verschoben.

Bei den deutschen Bundesanleihen prägte im richtungsweisenden Zehnjahresbereich eine Seitwärtsbewegung das Geschehen. Dies traf auch sowohl auf die gesamte Euro-Peripherie als auch den Markt für Euro-Unternehmensanleihen mit Kreditwürdigkeit Investment Grade zu. Der Märkte handeln aktuell im Sommermodus.

    Ausblick auf die kommende Woche

Auch in der neuen Handelswoche ist die Anzahl der anstehenden Konjunkturdaten überschaubar. Am Dienstag wird das Interesse der Anleger auf die US-Einzelhandelsumsätze im Juli gerichtet sein. Die Schätzungen gehen dabei von einem leichten Rückgang aus. Das Auslaufen der staatlichen Hilfsprogramme zur Kompensation von Einkommensausfällen und auch die teils bestehenden Engpässe bei der Güterproduktion wie etwa den Neuwagen dürften zu einer leicht rückläufigen Ausgabebereitschaft geführt haben. Die Industrieproduktion soll hingegen minimal zugelegt haben.

Darüber hinaus stehen einige chinesische Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Die zuletzt rückläufige Dynamik der chinesischen Wirtschaft dürfte sich auch in den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion im Juli widerspiegeln.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 13. August 2021, soweit nicht anders angegeben.

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