MarktTicker 16. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 19. bis 23. April 2021

    Diese Woche: Corona-Infektionsgeschehen verunsichert

In der Berichtswoche war das Geschehen an den Aktienmärkten von einer Konsolidierung geprägt. Zum Handelsauftakt am Montag erzielte der DAX 30-Index mit rund 15.500 Punkten noch einen Rekordstand, ehe auch im deutschen Leitindex der folgende Verkaufsdruck zu leichten Gewinnmitnahmen führte. Aufgeschreckt durch das starke Infektionsgeschehen in Indien und einer möglichen weltweiten Ausbreitung der indischen Coronavirus-Mutante schalteten Investoren einen Gang zurück. Zyklische Aktien standen auf der Verkaufsliste, dagegen wurden defensive Dividendentitel gekauft. An den Staatsanleihemärkten fiel die Verzinsung ein wenig, dort zeigte sich somit eine leicht freundliche Tendenz.

Konjunkturdaten

In der Berichtswoche gab es vergleichsweise wenige Konjunkturdaten. Die am Freitagnachmittag der Vorwoche veröffentlichten Zahlen vom US-Immobilienmarkt (Baugenehmigungen, Neubauten) waren im März insgesamt positiv. Auch der Index für das Konsumentenvertrauen der Universität Michigan zeigte sich für April besser, lag allerdings etwas unter den Erwartungen der befragten Analysten. Am US-Arbeitsmarkt war die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche mit 547.000 weiter rückläufig.

Zudem gab es erfreuliche Im- und Exportdaten aus Japan. Der Preisanstieg in Großbritannien (Verbraucherpreise im März, Kernrate im Jahresvergleich) war mit plus 1,1 Prozent etwas höher als erwartet.

Am Freitagvormittag zeigten sich dann noch die Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum in einer ersten Schnellschätzung für April besser als erwartet.

Europäische Zentralbank: Geldpolitik bleibt unverändert

Auf ihrer Sitzung am Donnerstag hat die EZB wie erwartet die Geldpolitik nicht geändert. Alle relevanten Aspekte zur künftigen Geldpolitik blieben im Statement unangetastet. Die wirtschaftliche Einschätzung war mit einem gedämpften Optimismus versehen. Bezüglich des Notfallkaufprogramms (PEPP) hat die heutige Sitzung kaum Neuigkeiten zum weiteren Verlauf gebracht. Bis Juni sollen die Käufe unverändert signifikant höher ausfallen als vor der März-Sitzung. Details zu der Zukunft der PEPP-Käufe auch über März 2022 hinaus waren nicht zu vernehmen. Insgesamt hat die EZB-Sitzung wenig neue Erkenntnisse gebracht. Die Kapitalmarktimplikationen waren entsprechend gering. Der sich langsam aufklarende Wirtschaftsausblick muss sich zunächst noch in den neuen Projektionen im Juni und September niederschlagen, bevor die EZB weitere Beschlüsse fasst. Hier stehen nach wie vor die Kaufprogramme ganz oben auf der Liste, während beim Leitzins auf längere Zeit keine Änderung zu erwarten ist. Im Juni steht die Entscheidung über das PEPP-Ankauftempo im dritten Quartal an, welches durchaus etwas geringer ausfallen könnte. Im September erwarten wir dann mit den Herbstprojektionen die Entscheidung über die Zukunft des PEPP über den März 2022 hinaus. Eine abermalige Verlängerung (und damit Ausweitung) erscheint uns möglich, dürfte aber dann bereits in den Monaten zwischen der Juni- und der September-Sitzung kommunikativ von der EZB vorbereitet werden.

    Aktien: Konsolidierung auf hohem Niveau

Quartalsberichtssaison verläuft weiterhin sehr positiv

Die Berichtssaison mit den Zahlen zum ersten Quartal verlief in der Berichtswoche überwiegend positiv. Dies führte auch dazu, dass sich die Aktienmärkte nach dem Verkaufsdruck der ersten Wochenhälfte wieder etwas erholen konnten. So wies exemplarisch der deutsche Automobilproduzent BMW erfreuliche Daten auf und folgte dem Konkurrenten Daimler. Aufgrund eines guten China-Geschäfts konnten die Münchener im ersten Quartal einen Gewinn vor Steuern in Höhe von knapp 3,8 Milliarden Euro erzielen. Dem Aktienkurs half es allerding wenig. Nach dem Kursanstieg in den vergangenen Monaten scheint die positive Geschäftsentwicklung derzeit im Aktienkurs berücksichtigt. Die Aktie verlor in der Berichtswoche 2,9 Prozent.

Netflix enttäuscht hingegen

Es gab in der Berichtswoche aber auch moll-Töne bei den Unternehmensergebnissen. So zeigte sich die Geschäftsentwicklung beim US-Medienunternehmen Netflix weniger erfreulich. Die Zahl der Abonnenten im Streaming Geschäft wächst nicht so wie erwartet. Der große Gewinner der Corona-Pandemie hatte Ende 2020 mehr als 200 Millionen Abonnenten. Mittlerweile lässt die Dynamik beim Zuwachs neuer Interessenten deutlich nach, im ersten Quartal gab es statt erwarteter sechs nur vier Millionen neue Abonnenten. Für das zweite Quartal wird seitens des Unternehmens mit einer weiteren Abschwächung und mit einem Plus von nur noch einer Million neuer Kunden gerechnet. Die Aktie fiel nach 554,50 US-Dollar zum Wochenstart im weiteren Handelsverlauf auf rund 509 US-Dollar zurück. Darüber hinaus hat auch der US-Chip-Produzent Intel am Donnerstagabend Zahlen veröffentlich und ein rückläufiges Geschäft bekanntgegeben. Die Aktie gab bereits im Wochenverlauf bis zur Freitagseröffnung nach.

Aktienindizes konsolidieren

Die großen Aktienindizes lagen per Freitagvormittag im Minus. Der MSCI-World-Index verlor ein Prozent. In den USA gaben Dow Jones Industrial Average und S&P 500-Index ein knappes Prozent ab. Der Technologieindex Nasdaq 100 verlor fast zwei Prozent.

Im Euroraum ermäßigte sich der DAX 30-Index bis Freitagvormittag um 1,2 Prozent, der EURO STOXX 50-Index hielt sich knapp über der 4.000er-Marke (minus 0,7 Prozent). In Asien gab der Nikkei 225 mit 2,2 Prozent in dieser Woche etwas deutlicher ab.

Branchen: Zyklische Titel favorisiert

Bei der Branchenentwicklung im STOXX 600 Europe-Index stand die in der Berichtswoche die Finanzbranche unter Druck. Sowohl die Banken selbst als auch die Finanzdienstleister gaben auf Indexebene jeweils 3,5 Prozent ab. Auch lag der zyklische Automobilsektor mit 3,3 Prozent deutlich im Minus. Defensive Versorgertitel, Aktien von Getränke- und Nahrungsmittelproduzenten sowie der Gesundheitssektor waren hingegen gesucht und tendierten mit bis zu 1,3 Prozent ins Plus.

Im Dax 30-Index spiegelte sich bei den Einzelwerten die Branchenentwicklung deutlich wider. Fresenius und Fresenius Medical Care aus dem Gesundheitssektor waren mit jeweils plus rund 3,5 Prozent die Wochengewinner. Mit der Deutsche Bank-Aktie (minus 6,5 Prozent) und den Vorzugstiteln von Volkswagen (minus 5,7 Prozent) waren Finanz- und Autotitel die Schlusslichter im bekanntesten deutschen Aktienbarometer.

      Renten: Staatsanleihen mit leichten Zugewinnen

Zinskurven aber nur gering verändert

An den Rentenmärkten tat sich in der Berichtswoche wenig. Sichere Staatsanleihen waren angesichts der verhaltenen Risikofreude unter den Marktteilnehmers eher gesucht, die Tendenz damit leicht freundlich. Kursgewinne führen an den Staatsanleihemärkten zu leicht rückläufigen Renditen. Am US-Anleihemarkt ergab sich auf der Zinskurve ein leichter Renditerückgang von bis zu drei Basispunkten.

Im Euroraum hatte die EZB-Sitzung keine Auswirkung auf das Handelsgeschehen. Die Renditen sowohl beim Bund als auch in der Peripherie waren im Rahmen der US-Vorgaben ebenfalls leicht abwärtsgerichtet.

Kanadische Zentralbank kündigt restriktivere Geldpolitik an

Unterdessen hat die Kanadische Zentralbank am Mittwoch neben einer Erhöhung der Wachstumsprognose für die kanadische Wirtschaft als erste führende Nationalbank eine Drosselung ihrer wöchentlichen Anleihekäufe (von vier auf drei Milliarden Kanadische Dollar) angekündigt. Die früher als bislang angenommen eintretende wirtschaftliche Erholung könnte zudem dazu führen, dass die erste Leitzinserhöhung bereits in der zweiten Hälfte 2022 statt für 2023 erfolgt. Die wirtschaftliche Erholung Kanadas vollzieht sich derzeit schneller als von den kanadischen Währungshütern bislang erwartet.

      Ausblick auf die kommende Woche

In der neuen Handelswoche ist seitens der Notenbanken nun die US-Fed am Zug. Nach der eher ereignislosen EZB-Sitzung dürfte auch die Fed ihren aktuellen geldpolitischen Kurs bestätigen. Insgesamt bewegt sich die amerikanische Notenbank in einem Umfeld starker US-Konjunkturdaten. Damit einhergehende Inflationsrisiken dürften aber (noch) kein Thema für Notenbanker sein. Auch dürfte die Fed die Diskussion um einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik, im Gegensatz zum kanadischen Pendant, kleinhalten. Zudem tagt am Dienstag die Japanische Zentralbank.

Mit Blick auf die Wirtschaftsdaten wird am Montag in Deutschland der Ifo-Index erwartet. Darüber hinaus stehen am Donnerstag die heimischen Konsumentenpreise und am Freitag das Bruttoinlandsprodukt zum 1. Quartal zur Veröffentlichung an. Dieses wird bereits am Donnerstag für die USA veröffentlicht. Für den Euroraum zählen das Wirtschaftsvertrauen (Donnerstag) und die Verbraucherpreise (Freitag) zu den interessanten Datenpunkten.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 23. April 2021, soweit nicht anders angegeben.

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