Marktberichte August 2021

Aktien: Weitere Zugewinne sorgen für Rekordstände

Renten: Leichte Verluste

Aktienmärkte: Insgesamt gute Unternehmensdaten im 2. Quartal und die fortgesetzte Niedrigzinspolitik der Notenbanken führten zu weiteren Kursanstiegen. Eine Reihe von Indizes erreichten im August Rekordstände.

Rentenmärkte: Die anhaltend hohe Inflation und die Diskussion um eine Rückführung der Anleiheankäufe durch die Notenbanken belasteten die Staatsanleihen. Auf Gesamtmarktebene waren sowohl in den USA als auch im Euroraum leichte Verluste und entsprechende Renditeanstiege zu beobachten.

Die Aktienmärkte

Europa

Hohe Inflation sorgt für kleinen Dämpfer an Europas Börsen

Die europäischen Aktienmärkte setzten ihren Kletterkurs auch im August fort. Der Euro STOXX 50-Index schloss mit 2,6 Prozent im Plus. Auch der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte wie bereits in den Monaten zuvor einen Zuwachs, aktuell von knapp zwei Prozent. Nachgefragt waren vor allem Aktien aus dem Technologie- und dem Versorgungssektor. Weniger gesucht waren Titel aus dem Bereich Grundstoffe und dem Einzelhandel.

Gegen Ende des Monats drückten die veröffentlichten Inflationszahlen der Eurozone für August auf die Stimmung an den Märkten – die Teuerungsrate stieg im Jahresvergleich um 3,0 Prozent, der höchste Wert seit fast zehn Jahren, die Kerninflation stieg um 1,6 Prozent. Damit einher gingen mehrere Äußerungen von Mitgliedern des EZB-Rats, die anregten, über das Tempo der Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank nachzudenken.

Zudem nimmt die Dynamik der Konjunkturerholung in der Eurozone wie erwartet etwas ab. Dies zeigte sich unter anderem an den jüngsten Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone: Zwar schätzten die Einkaufsmanager die Lage nach wie vor als sehr gut ein, die Erwartungen zeigten sich aber etwas niedriger als im Vormonat – dies jedoch auf sehr hohem Niveau. Auch das Verbrauchervertrauen nahm im Vergleich zum Vormonat ab, doch auch hier bewegt sich der Index oberhalb des langfristigen Durchschnitts und gab nicht so stark nach wie etwa das Pendant in den USA.

An den Kapitalmärkten ist der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ weitgehend eingepreist. Nach wie vor steht die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie im Fokus der Anleger, ebenso wie die Geldpolitik der Notenbanken. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben gefragt.

Deutschland

Deutsche Nebenwerte entwickeln sich erneut besser als Blue Chips

Auch im August hat der deutsche Aktienmarkt seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, schloss knapp 1,9 Prozent im Plus. Am 13. Auguste knackte das deutsche Leitbarometer im Handelsverlauf erstmal die Marke von 16.000 Punkten. Die Werte mit einer mittleren und geringen Marktkapitalisierung entwickelten sich im Berichtsmonat erneut besser als die Schwergewichte. Gemessen am MDAX-Index legten die Midcaps um knapp 2,3 Prozent zu. Der SDAX-Index, in dem die kleinen Firmen vertreten sind, verzeichnete einen Zugewinn von 3,3 Prozent.

Die ZEW-Geschäftserwartungen sind im August spürbar um 22,9 Punkte auf 40,4 Zähler zurückgegangen. Die Finanzexperten schauten im Vormonat noch so zuversichtlich wie selten in die Zukunft, damals waren es kaum fünf Prozent der Befragten, die für die kommenden sechs Monate mit einer Verschlechterung der Lage gerechnet hatten. Dass der Optimismus nachlässt, je länger ein Aufschwung dauert, ist normal. So wurde die aktuelle Lage erneut besser bewertet als im Vormonat und somit erfolgen die Erwartungen weiterer Konjunkturverbesserungen von einem höheren Ausgangsniveau.

Der ifo-Geschäftsklimaindex erlitt zudem im August zum zweiten Mal in Folge einen Rücksetzer. Er fiel von 100,7 auf 99,4 Punkte und damit stärker als erwartet. Das sind jedoch eher Anzeichen für eine Normalisierung des Wachstums auf hohem Niveau als für einen Abschwung. Die Lage der Unternehmen ist weiterhin gut. Allerdings gibt es, bedingt durch ein knappes Angebot und Unsicherheit durch die Ausbreitung der Delta-Variante, verschiedene Risiken, die beobachtet werden müssen. Insgesamt ist der Rückgang des ifo-Index ein Warnzeichen, gibt jedoch noch keinen Anlass für übertriebene Sorge.

An den Kapitalmärkten wird zunehmend der Übergang in die Nach-Corona-Zeit eingepreist, auch in Deutschland. Die Ausbreitung der Delta-Variante birgt gewisse Risiken. Die Chancen für Risikoanlagen stehen weiter gut, auch wenn das Aufwärtstempo nachlassen wird. Taktik und Selektion bleiben gefragt.

Osteuropa

Deutliche Kursgewinne an osteuropäischen Börsen

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben im August von einer freundlichen Anlegerstimmung profitiert. Gemessen am MSCI EM Eastern Europe-Index legten sie in Lokalwährung um 4,2 Prozent zu und erreichten im Monatsverlauf zeitweise den höchsten Stand seit Januar 2020.

Am russischen Aktienmarkt gewannen die Kurse, gemessen am MOEX-Index, in Lokalwährung 3,9 Prozent hinzu. Trotz der Ausbreitung der Delta-Variante in Russland ist die Wirtschaft nach offiziellen Daten weiterhin auf Erholungskurs, wenn auch in geringerem Tempo. Ebenfalls bleibt die Inflation hoch, hat sich aber zuletzt leicht abgeschwächt. Die Aktien des Energieriesen Gazprom sind auf den höchsten Stand seit dreizehn Jahren gestiegen. Als Begründung hieß es, die steigende Nachfrage aus Europa sowie die Pläne, den Export über die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2 in diesem Jahr zu starten, hätten für Kursauftrieb gesorgt. Zudem wurde bekannt, dass ein Vertragsabschluss über Lieferung von 4,5 Milliarden Kubikmeter Gas nach Ungarn bis Ende September bevorstehe. Die Gaslieferung würde direkt, ohne den Transitweg durch die Ukraine, erfolgen. Unter Druck standen dagegen Aktien von Supermarktketten wie Magnit und X5 nach Beschwerden von Kunden über steigende Preise. In diesem Zusammenhang sei Mitarbeitern der staatlichen Antimonopol-Behörde der Zutritt verwehrt worden.

Die ungarische Zentralbank hat erneut ihren Leitzins angehoben. Allerdings sagte die Notenbank nicht mehr wie bisher, dass die Inflationsrisiken nach oben gerichtet seien. Der BUX-Index stieg im Monatsvergleich kräftig um 6,9 Prozent und erreichte in Lokalwährung ein Allzeithoch.

In Prag legte der PX-Index in Lokalwährung um 6,2 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit 2008. Zu den größten Kursgewinnern gehörten die Aktien des Spirituosenherstellers Stock Spirits.

An den Kapitalmärkten der entwickelten Volkswirtschaften ist der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ weitgehend eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich unverändert gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur geringer geworden ist.

USA

US-Börsen bauen Gewinne aus

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im August die Kursfortschritte des Vormonats ausgebaut. Der marktbreite S&P 500-Index legte 2,9 Prozent zu. Der Industrie-lastige Dow Jones Industrial Average ging mit einem Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel. Beide Börsenbarometer knackten dabei neue Rekorde. Der Technologie-Index Nasdaq Composite kletterte 4,0 Prozent. Vor allem die Sektoren IT, Banken und Versorger verzeichneten deutliche Gewinne, Luftfahrt- und Energieunternehmen schnitten hingegen unterdurchschnittlich ab.

Die nach wie vor sehr erfreulichen Unternehmensergebnisse zum zweiten Quartal sorgten für eine gute Unterstützung. Nachdem fast alle der im S&P 500-Index gelisteten Unternehmen berichtet hatten, konnten 84 Prozent beim Umsatz und 86 Prozent beim Gewinn positiv überraschen.

Die mit viel Spannung erwarteten Inflationsdaten in den USA bewegten sich weitgehend im Rahmen der Prognosen: Die Konsumentenpreise zogen in der Breite gegenüber dem Juli des Vorjahres um 5,4 Prozent an. Dazu trugen unter anderem die stark gestiegenen Energiepreise sowie Re-opening-Effekte im Hotel- und Gaststättengewerbe maßgeblich bei. Die um die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise bereinigte Kernrate ging leicht von 4,5 auf nunmehr 4,3 Prozent zurück.

Seitens der US-Notenbank Fed kam bezüglich der Teuerungsrate zwar keine Entwarnung, aber auch keine besorgniserregende Nachricht. Bei der Notenbankerkonferenz in Jackson Hole betonte Fed-Chef Jerome Powell, nach einem Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik zu suchen. Er betonte aber auch, dass ein Ende der monatlichen Anleihekäufe keineswegs als Signal für eine nahende Zinserhöhung zu werten sei.

An den Kapitalmärkten der entwickelten Volkswirtschaften ist der Übergang in die Nach-Corona-Zeit weitgehend eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich unverändert gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur geringer geworden ist. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

Fernost

Regulierungssorgen führen zu Kursschwankungen in China

Die Aktienmärke im Fernen Osten haben sich im August unter dem Eindruck steigender Corona-Infektionszahlen schwächer entwickelt. Gemessen am MSCI Far East ex Japan-Index resultierte für die Region ein Plus von 0,7 Prozent in Lokalwährung.

Die asiatischen Märkte entwickelten sich sehr uneinheitlich. So gewannen die Börsen in Bangkok, Malaysia und auf den Philippinen deutlich. Für Turbulenzen sorgten aber weitere regulatorische Eingriffe bei börsennotierten Unternehmen in China, was die Kurse in Hongkong und Schanghai belastete. Auch der Markt in Seoul notierte im Monatsvergleich tiefer. Eine vom Zeitpunkt her überraschend frühe Zinserhöhung belastete den Markt aber insgesamt kaum. Dass das Kapitalmarktumfeld in Asien grundsätzlich im Berichtsmonat gut war, zeigte sich bei den Börsengängen: Das Erlösvolumen aus Erstnotierungen erreichte im August den Rekordstand von über 20 Milliarden US-Dollar.

Wie schon im Vormonat wurde allerdings der chinesische Aktienmarkt von Sorgen ausländischer Investoren belastet, etwa im Zusammenhang mit regulatorischen Eingriffen der chinesischen Regierung im Internetsektor oder in den Bereichen Nachhilfe und Spiele. Dies führte etwa bei Aktien von Spieleanbietern und Nachhilfeunternehmen erneut zu hohen Kursschwankungen. In Hongkong, wo viele chinesische Unternehmen gelistet sind, verlor der Hang Seng Index 0,3 Prozent. Auch sorgte der Konflikt zwischen den USA und China für anhaltende Verunsicherung, etwa, was die Frage von in den USA gelisteten chinesischen Aktien betraf. Trotzdem erholten sich die Kurse in Schanghai in der zweiten Monatshälfte deutlich. Der Shanghai Composite-Index gewann (in Lokalwährung) 4,3 Prozent. Dies ist insofern beachtlich, als sich zum Monatsende die Anzeichen einer Konjunkturabkühlung akzentuierten. So fiel der offizielle chinesische Einkaufsmanager-Index im Dienstleistungssektor erstmals seit der Corona-Krise unter die Marke von 50 Punkten, was eine Schrumpfung anzeigt.

Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich weiter gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur geringer wird.

Japan

Japanischer Aktienmarkt mit positiver Entwicklung

Am japanischen Aktienmarkt zeigten die Kurse im August nach oben. Der auf internationale Unternehmen ausgerichtete Nikkei 225-Index legte um knapp 3,0 Prozent zu (in Lokalwährung), während der marktbreite Topix-Index um 3,1 Prozent stieg.

Für Unsicherheit sorgten die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen in Japan und steigende Hospitalisierungsraten. Die Anleger hielten sich zudem vor dem jährlichen Notenbanktreffen im US-Skiort Jackson Hole zurück, von dem neue Hinweise zur US-Geldpolitik erhofft wurden. Die Rede von Fed-Chef Jerome Powell wurde als eher „dovish“ interpretiert, da er den Zeitpunkt für eine Drosselung der Wertpapierkäufe offen ließ. Damit könnte eine geldpolitische Straffung womöglich doch erst etwas später umgesetzt werden, so die Spekulation am Markt. Als Folge davon legten die Kurse von Risikoanlagen und damit auch an den Aktienmärkten zu. Das japanische Kabinettbüro erklärte in seinem Konjunkturbericht für August, trotz der steigenden Covid-Zahlen sei weiterhin davon auszugehen, dass das Bruttoinlandsprodukt zum Ende des laufenden Jahres das Vorkrisenniveau erreichen werde. Zwar bleibe der heimische Konsum schwach, doch würden die Unternehmensgewinne steigen, insbesondere im produzierenden Gewerbe.

Mit größeren Kursgewinnen machten die Aktien des IT-Riesen NTT Data auf sich aufmerksam. Fester notierten auch Aktien aus zyklischen Branchen, wie beispielsweise aus dem Industrie- und dem Chemiesektor oder dem Logistikbereich.

An den Kapitalmärkten der entwickelten Volkswirtschaften ist der Übergang in die „Nach-Corona-Zeit“ weitgehend eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich unverändert gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur geringer geworden ist. Taktik und Selektion bleiben weiterhin gefragt.

Weltweit

Globale Aktienmärkte erreichen neue Rekordstände

Im August setzten die globalen Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend aus den Vormonaten fort und erreichten zum Teil neue Rekordstände. Der MSCI Welt-Index verbuchte in Lokalwährung einen Zuwachs von 2,5 Prozent. Auch die US-amerikanischen Börsen haben die Kursfortschritte des Vormonats ausgebaut. Der marktbreite S&P 500-Index legte 2,9 Prozent zu. Der Industrie-lastige Dow Jones Industrial Average ging mit einem Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel. Beide Börsenbarometer knackten dabei neue Rekorde. Für eine gute Unterstützung sorgten die nach wie vor sehr erfreulichen Unternehmensergebnisse zum zweiten Quartal. Die mit viel Spannung erwarteten Inflationsdaten in den USA bewegten sich weitgehend im Rahmen der Prognosen. Seitens der US-Notenbank Fed kam bezüglich der Teuerungsrate zwar keine Entwarnung, aber auch keine besorgniserregenden Nachrichten.

In Europa kletterten die Indizes im Berichtsmonat ebenso auf neue Allzeithochs. Der Euro STOXX 50-Index schloss mit 2,6 Prozent im Plus, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte einen Zuwachs von knapp zwei Prozent. Gegen Ende des Monats drückten die veröffentlichten Inflationszahlen der Eurozone für August auf die Stimmung an den Märkten – die Teuerungsrate stieg im Jahresvergleich um 3,0 Prozent, der höchste Wert seit fast zehn Jahren. Zudem nimmt die Dynamik der Konjunkturerholung in der Eurozone wie erwartet etwas ab.

Auch in Japan zeigten die Kurse zuletzt nach oben. Der Nikkei 225-Index legte um knapp 3,0 Prozent zu (in Lokalwährung). Für Unsicherheit sorgten dort jedoch die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen und steigende Hospitalisierungsraten. Die Börsen aus den Schwellenländern, gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in Lokalwährung, verbuchten ein Plus von 2,1 Prozent.

An den Kapitalmärkten der entwickelten Volkswirtschaften ist der Übergang in die Nach-Corona-Zeit weitgehend eingepreist. Die Chancen für Risikoanlagen stehen grundsätzlich unverändert gut, auch wenn das Aufwärtspotenzial im Zuge der nachlassenden Dynamik bei Impfungen und Konjunktur geringer geworden ist.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Beginnende Neuemissionstätigkeit beendet die Sommerpause

Das Geschehen am Euro-Rentenmarkt war lange Zeit von einer sommerlichen Lethargie geprägt. In Abwesenheit zahlreicher Marktteilnehmer waren die Umsätze niedrig und es kam nur zu geringen Kurschwankungen. Zunächst gaben die Renditen sogar noch ein wenig nach. Bei einer Rendite von minus 0,5 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen fanden sich jedoch kaum noch Käufer. Mit Blick auf die gute konjunkturelle Entwicklung und die stetig steigenden Inflationsraten wären weitere Kurszuwächse auch sehr ungewöhnlich gewesen. Auch leicht schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten vermochten es nicht, den Rentenmarkt zu stützen.

Zum Monatsende hin wendete sich das Blatt dann jedoch, als die Neuemissionstätigkeit wieder zunahm. Neben der geplanten Geldaufnahme kündigten einige Länder zusätzliche neue Anleihen an, die auf den Kursen lasteten. Darüber hinaus sprachen sich einige Mitglieder innerhalb der EZB dafür aus, auch im Euroraum darüber nachzudenken, die Anleihekäufe zu reduzieren. Mit den Impffortschritten sollte zudem überlegt werden, die Pandemiehilfen auslaufen zu lassen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg daraufhin um acht Basispunkte an und betrug zum Monatsende minus 0,37 Prozent.

Anleihen aus den Peripherieländern hielten sich gut und waren lange Zeit kaum von Kursverlusten betroffen. Aufgrund der wieder sehr niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen aus den Kernländern waren Papiere mit einem Risikoaufschlag gesucht. Hinzu kam, dass es keine politischen Störfeuer gab. Gerade in Italien war die Nachrichtenlage erstaunlich ruhig. In den kommenden Wochen wird sich aber zeigen müssen, ob es dem Ministerpräsidenten Mario Draghi ebenso gut gelingt, Allianzen zu schmieden wie dem ehemaligen EZB-Chef Draghi. Noch honorieren die Marktteilnehmer seine Reformvorhaben. Die Vorsitzenden seiner Koalitionsparteien sind jedoch zurückhaltend und könnten die Umsetzung noch blockieren.

Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im August ein Minus von 0,5 Prozent. Der Renditerückgang der Sommermonat dürfte beendet sein. Wir rechnen mit wieder leicht steigenden Renditen.

USA

Fed gelingt Spagat zwischen Tapering und möglichen Zinsschritten

US-Staatsanleihen unterschritten anfänglich noch die Renditemarke von 1,2 Prozent für zehnjährige Papiere und setzten damit den freundlichen Trend aus den Vormonaten zunächst fort. Weiterhin hohe Teuerungsraten könnten den Renditeabwärtstrend, der sich ab April herausgebildet hatte, nun aber womöglich beendet haben. Denn mit ihnen stieg der Druck auf die Notenbanken und viele Marktteilnehmer stellten sich die Frage, ob die Währungshüter womöglich schon im September mit einer Reduzierung ihrer Anleihekäufe (Tapering) beginnen könnten. Das Ergebnis waren wieder steigende Renditen in Richtung von 1,4 Prozent. Damit verknüpft war die Sorge, dass die Notenbanken dann auch bald an der Zinsschraube drehen könnten.

Mit großer Spannung wurde daher die Rede von Fed-Chef Powell auf der alljährlichen Notenbankkonferenz in Jackson Hole, im US-Bundestaat Wyoming, erwartet. Powell gelang es, die Tapering-Debatte von den Überlegungen hinsichtlich des zukünftigen Zinspfads zu trennen. Demnach sei es kein notwendiger Schritt, sofort die Leitzinsen anzuheben, sobald die Anleihekäufe beendet wären. Mit einem Zinsschritt wolle man zudem noch warten, weil die Währungshüter erst noch weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt sehen wollen. Die hohe Inflationsrate sei zudem nicht von langer Dauer und bedürfe zum jetzigen Zeitpunkt noch keines Zinsschritts. Im Nachgang war die Erleichterung bei den Marktteilnehmer spürbar. Mit Blick auf das Wachstums- und Inflationsbild erscheinen uns die Renditen dennoch etwas zu niedrig, sodass wir mit weiterhin leicht steigenden Renditen in den kommenden Monaten rechnen.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im August leicht an Wert und büßten gegenüber dem Vormonat 0,1 Prozent ein. Zehnjährige US-Papiere rentierten damit zum Monatsende bei 1,31 Prozent. Das sind neun Basispunkte mehr als noch Ende Juli. Seit Jahresbeginn büßten US-Staatsanleihen rund 1,7 Prozent ein.

Weltweit

Notenbanken bestimmen das Geschehen

US-Staatsanleihen setzten zunächst ihren freundlichen Trend fort. Weiterhin hohe Teuerungsraten könnten den Renditeabwärtstrend, der sich ab April herausgebildet hatte, nun aber womöglich beendet haben. Denn mit ihnen stieg der Druck auf die Notenbanken und viele Marktteilnehmer stellten sich die Frage, ob die Währungshüter womöglich schon im September mit einer Reduzierung ihrer Anleihekäufe (Tapering) beginnen könnten. Das Ergebnis waren wieder steigende Renditen. Damit verknüpft war die Sorge, dass die Notenbanker dann auch bald an der Zinsschraube drehen könnten. Fed-Chef Powell gelang es aber die Tapering-Debatte von den Überlegungen hinsichtlich des zukünftigen Zinspfads zu trennen. Demnach sei es kein notwendiger Schritt, sofort die Leitzinsen anzuheben, sobald die Anleihekäufe beendet wären. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im August leicht an Wert und büßten gegenüber dem Vormonat 0,1 Prozent ein.

Auch der Euro-Rentenmarkt war lange Zeit von einer sommerlichen Lethargie geprägt. Zum Monatsende hin wendete sich das Blatt jedoch, als die Neuemissionstätigkeit wieder zunahm und neue Anleihen auf den Kursen lasteten. Darüber hinaus sprachen sich einige Mitglieder innerhalb der EZB dafür aus, auch im Euroraum darüber nachzudenken, die Anleihekäufe zu reduzieren. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg daraufhin etwas an. Anleihen aus den Peripherieländern hielten sich gut und waren lange Zeit kaum von Kursverlusten betroffen. Aufgrund der wieder sehr niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen aus den Kernländern waren Papiere mit einem Risikoaufschlag gesucht. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im August ein Minus von 0,5 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen tendierten ebenfalls etwas schwächer und verloren, gemessen am ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00), 0,4 Prozent an Wert. Trotz steigender Infektionszahlen mit der Delta-Variante verbuchten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) einen Zuwachs ein 1,0 Prozent. Als stützend erwies sich vor allem die Rede von Fed-Chef Jerome Powell.

Unternehmensanleihen

Neuemissionstätigkeit nimmt im August wieder zu

Steigende Bund-Renditen und eine gegen Monatsende wieder zunehmende Neuemissionstätigkeit am Primärmarkt, die etwas auf die Risikoprämien (Spreads) drückte, führten im August zu leichten Verlusten im Unternehmensanleihesektor. Der für Euro-Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Rating repräsentative ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00) gab 0,4 Prozent nach. Die Asset Swap Spreads weiteten sich um vier auf 54 Basispunkte aus. Aufgrund der Sommerpause war am Markt eine geringe Volatilität zu beobachten.

Zur Monatsmitte kam kurzzeitig eine verstärkte Unsicherheit unter den Anlegern auf. Hintergrund waren die Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus, verstärkte Regulierungstendenzen in China, die aber in erster Linie den dortigen Aktienmarkt belasteten sowie die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Fahrplan der US-Notenbank. Letzteres hat sich nach der Rede des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell im amerikanischen Jackson Hole und der Aussicht über ein noch länger anhaltendes Niedrigzinsumfeld aber wieder abgemildert.

Am Primärmarkt kam es in der zweiten Monatshälfte zu einer - für diesen Zeitpunkt eher überraschenden - Belebung bei der Neuemissionstätigkeit. Die Nachfrage der Anleger war ordentlich, wenngleich die Unternehmen weiterhin zumeist nur geringe Neuemissionsprämien boten. Dennoch waren vereinzelte Platzierungen auch mit etwas großzügigeren Prämien für die Anleger versehen.

Mit Blick auf die Untersektoren verzeichneten etwa hochverzinsliche Papiere (High Yield) gegen den Trend leichte Zugewinne. Der HEAG-Index stieg um 0,3 Prozent an, die Risikoprämien engten sich um vier auf 261 Basispunkte ein. Nachranganleihen aus dem Finanz- und Industriesektor (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) lagen gegenüber Vormonatsende hingegen nahezu unverändert.

Der US-Unternehmensanleihemarkt (ICE BofA US-Large Cap Corporate-Index) tendierte vor dem Hintergrund erhöhter US-Staatsanleiherenditen ebenfalls etwas leichter. Der Markt gab bei unveränderten Spreads in US-Dollar gerechnet 0,2 Prozent ab.

Emerging Markets

Anleihen aus den Schwellenländern im Plus

Trotz leicht anziehender Renditen von US-Staatsanleihen, die im Zehnjahresbereich um neun Basispunkte auf 1,31 Prozent zulegten, tendierte der Markt für in US-Dollar und Euro denominierte EM-Staatspapiere etwas freundlicher. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Diversified-Index) erzielten diese im August ein Plus von rund einem Prozent. Die Risikoaufschläge (Spreads) fielen um zwölf auf 344 Basispunkte.

Dabei war das Umfeld für risikoreiche Rentenanlagen von Unsicherheit geprägt. Der weltweite starke Anstieg der Delta-Neuinfektionen, vor allem in Asien, hatte belastet. In China kam zudem die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Regulierungswelle zum Tragen. Hiervon waren in erster Linie aber die Aktienmärkte belastet. Die Lage entspannte sich aber zum Monatsende, zumal der US-Notenbank Vorsitzende Jerome Powell auf dem Finanzkongress im US-amerikanischen Jackson Hole das aktuelle Niedrigzinsumfeld bestätigte. Am Primärmarkt war die Entwicklung im August sehr überschaubar. Aufgrund der Sommerpause waren kaum nennenswerte Neuemissionen zu verzeichnen.

Mit Blick auf die Zinspolitik der EM-Notenbanken war im August eine klare Fortsetzung des Aufwärtstrends zu beobachten. Zahlreiche Zentralbanken erhöhten ihre Leitsätze, so etwa in Brasilien, Mexiko und Chile. Letztere hat zum Monatsschluss mit einer Anhebung der Monetary Policy Rate um 0,75 auf nun 1,5 Prozent in der Höhe die Marktteilnehmer überrascht. Auch in Osteuropa gab es weitere Zinsanhebungen. Neben Tschechien hatte auch Ungarn ein weiteres Mal erhöht (0,3 Prozent) und liegt jetzt bezüglich seiner Base Rate bei 1,5 Prozent. Zudem hob in Asien die Zentralbank in Südkorea deren Base Rate um 0,25 auf aktuell 0,75 Prozent an.

Bei der Entwicklung der lokalen EM-Währungen überwogen im August eindeutig die Gewinner. Zahlreiche Valuten werteten gegenüber dem Euro auf. Hierunter der Ungarische Forint, der im Rahmen der Zinserhöhung mit plus 2,7 Prozent zum Euro an der Spitze lag. Der Chilenische und der Mexikanische Peso konnten hingegen nicht an den Leitzinserhöhungen partizipieren und verloren 1,5 bzw. 0,5 Prozent gegenüber der Gemeinschaftswährung.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. August 2021, soweit nicht anders angegeben.

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