MarktTicker 9. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 01. bis 05. März 2021

    Diese Woche: DAX 30-Index mit Rekordhoch

Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft ab dem Sommer durch die globale Ausweitung der Impfkampagnen hielt in Europa die Börsenindizes auf Kurs. So erzielte der DAX 30-Index als führendes deutsche Börsenbarometer am Mittwoch mit knapp 14.200 Punkten einen Rekordstand. Die US-Börsen drehten angesichts der Belastungen aus dem Renditeanstieg, der vor allem bei US-Staatsanleihen zu beobachten war, ins Minus. Technologiewerte wurden durch Titel der „Old Economy“ als Gewinner abgelöst, vor allem Autowerte glänzten an den europäischen Börsen.

Wirtschaftsdaten: Deutschland - Inflation bleibt hoch

Die Inflation bleibt auch im Februar hoch. Die Preise in Deutschland stiegen um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenüber Januar dieses Jahres war sogar ein spürbarer Preisanstieg von 0,7 Prozent zu verzeichnen. Unter dem Strich wird die Inflation in Deutschland in diesem Jahr die zwei Prozent phasenweise übertreffen. Mehrwertsteuererhöhung, CO2-Abgabe und andere Sondereffekte lassen die Preise zwar nur einmal steigen, der Anstieg bleibt aber bis Jahresende in den Büchern stehen. Eine Anhebung der Leitzinsen im Euroraum dürfte dennoch kein Thema sein, denn in keinem anderen Land der Eurozone wird die Inflationsrate 2021 so hoch ausfallen wie hierzulande.

Die Euro-Inflation verharrte im Februar wie erwartet bei plus 0,9 Prozent (gegenüber dem Vorjahr). Die um die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise bereinigte Kernrate fiel von 1,4 Prozent im Januar auf 1,1 Prozent zurück.

Weiterhin gute Daten aus der Industrie

Mit Blick auf die China-Einkaufsmanagerindizes zeigte sich die Daten für Februar auf hohem Niveau etwas rückläufig. Die deutschen Einzelhandelsumsätze gaben im Januar Lockdown-bedingt um 4,5 Prozent gegenüber dem Vormonat nach. Lebensmittel verzeichneten einen starken Zuwachs. Andere Güter, vor allem Bekleidung, welche einen Nachfrageeinbruch um 67 Prozent erlitt, verloren deutlich.

In den USA war bezüglich des ISM-Einkaufsmanagerindex eine differenzierte Entwicklung zu beobachten. Im verarbeitenden Gewerbe setzte sich mit 60,8 Punkten der positive Trend in Amerikas Wirtschaft fort. Die Dienstleistungskomponente ging hingegen auf 55,3 Punkte und damit unerwartet deutlich zurück. Auch die US-Auftragseingänge folgten mit 2,5 Prozent im Januar dem positiven Trend, wie auch in Deutschland (plus 1,4 Prozent). Die Vorzeichen im industriellen Sektor sind damit weiterhin klar positiv.

Die OPEC lässt die Ölproduktion entgegen der Markterwartung konstant, der Preis der Sorte Brent legte in den vergangenen Tagen von 63 auf nunmehr 68 US-Dollar je Barrel zu.

    Aktien: Uneinheitliche Tendenz - Europa vor den USA

Die Entwicklung an den Aktienbörsen zeigte sich in der Berichtswoche uneinheitlich. Der MSCI-World-Index lag 0,8 Prozent im Minus. Während die Märkte in Europa gegenüber dem Vorwochenschluss leicht ins Plus tendierten, verzeichneten die US-Börsen bis zum Handelsstart am Freitagnachmittag ein Minus. Insbesondere am Donnerstagabend gaben die führenden US-Indizes nach der Rede von Notenbank-Chef Powell, in der unter anderem die Erwartung anziehender Inflation hervorstach, nach. So lagen S&P 500-Index sowie Dow Jones Industrial Average vor dem Freitagsstart mit 1,5 Prozent im Minus. Der Nasdaq-Index gab 2,8 Prozent ab. Der Renditeanstieg am Rentenmarkt bremste Tech- und Wachstumsaktien aus. Nach den Krisengewinnern, die zuletzt weniger gefragt waren, standen nun in erster Linie Value-Aktien sowie Titel der „Old Economy“ im Vordergrund.

Europäische Aktienbörsen vorn

Mit der Aussicht auf Lockerungen und eine sukzessive Öffnung der Wirtschaftszweige zeigte sich die Entwicklung der europäischen Aktienmärkte etwas erfreulicher. Der DAX 30-Index etwa erzielte am Mittwoch mit knapp 14.200 Punkten einen Rekordstand. Auch die anderen europäischen Märkte, allen voran der britische FTSE 100 (plus 1,8 Prozent), lagen leicht im Plus.

Automobilsektor gefragt

Mit Blick auf die Branchen im STOXX Europe 600-Index war der Automobilsektor einmal mehr gefragt. Der Auto-Index legte 4,9 Prozent zu. Diese Entwicklung spiegelte sich auch im DAX 30-Index wider, denn mit Volkswagen (plus 9,8 Prozent), Daimler (plus 6,2 Prozent) und BMW (plus 6,0 Prozent) fanden sich in der Berichtswoche drei Automobilproduzenten unter den fünf stärksten DAX-Aktien. Infineon als Technologiewert gab 9,8 Prozent ab und war entsprechend der Branchenentwicklung (minus 3,7 Prozent) Schlusswert im DAX 30. Gefragt waren neben den Automobilen auch Banken, Versicherer sowie Aktien aus dem Öl- und Gassektor, die allesamt jeweils 3,6 Prozent hinzugewannen.

Zum Thema Automobile wurde zudem bekannt, dass Porsche im Rahmen der aktuellen Überprüfung der Aktienindizes nach fast 20 Jahren in den MDAX zurückkehren wird. Im DAX 30-Index wird Siemens-Energy die Beiersdorf-Aktie ersetzen.

    Renten: US-Anleihemarkt weiter angespannt

An den Staatsanleihemärkten blieb die Lage, vor allem in den USA, in der Berichtswoche eher angespannt. Nach einem leichten Rückgang zum Wochenauftakt zogen die Renditen im weiteren Verlauf dort wieder an. US-Notenbankchef Powell hatte am Donnerstag in einer Rede mit dem Hinweis auf eine erwartete höhere Inflation die Anleger verunsichert. Die Zehnjahresrendite US-amerikanischer Schatzanweisungen stieg um 14 Basispunkte auf 1,58 Prozent an. Die US-Zinskurve tendierte in der Berichtswoche wieder über die langen Laufzeiten etwas steiler.

Am deutschen Staatsanleihemarkt blieb die richtungsweisende Zehnjahresrendite (minus 0,30 Prozent) unter dem Höchststand der Vorwoche und gab um fünf Basispunkte nach. Die deutsche Zinsstrukturkurve tendierte etwas steiler, da die ganz langen Laufzeiten einige Renditestellen zulegten. Somit folgte der deutsche Bondmarkt der US-Bewegung in der Berichtswoche nicht mehr in Gänze. Der iBoxx € Sovereigns-Index lag per Donnerstagabend leicht im Plus.

Im Euroraum sinnierte die EZB nach Aussagen einiger Ratsmitglieder über verstärkte Anleiheankäufe im Rahmen des 1,85 Billionen Euro schweren Notfallprogramms PEPP nach. Sie schlugen eine Ausweitung des finanziellen Rahmens vor. Die EZB spricht diesbezüglich jedoch nicht einheitlich, denn in der Berichtswoche gab es auch Kommentare, die ein vielschichtiges Meinungsbild erkennen ließ. So hatte etwa der Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zwischenzeitlich am Markt die Sorgen über den Renditeanstieg dämpfen können. In der kommenden Sitzung am 11. März wird es im EZB-Rat einiges an Raum für vielschichtige Diskussionen geben.

In der Euro-Peripherie tat sich nach Schwankungen renditeseitig per saldo wenig. Italien kam als erster staatlicher-Emittent der Peripherie mit einem Green Bond (Laufzeit 2045) an den Markt. Die 8,5 Milliarden Euro schwere Emission rief ein Zeichnungsvolumen von 80 Milliarden Euro im Orderbuch hervor.

      Ausblick auf die kommende Woche

Am Donnerstag steht die Sitzung der Europäischen Zentralbank im Blickpunkt der Märkte. Die EZB dürfte dabei den jüngsten Renditeanstieg hervorheben. Nicht wenige Marktteilnehmer erwarten angesichts des Anstiegs stärkere Marktinterventionen im Rahmen des Anleiheankaufprogramms. Zügigere Ankäufe oder gar eine Aufstockung des Programms wären die Optionen. Womöglich könnte die EZB aber auch schon im Vorfeld der Sitzung ihre Ankäufe erhöhen, allerdings gehen die Meinungen im EZB-Rat derzeit diesbezüglich auseinander.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten steht am Montag die deutsche Industrieproduktion auf der Agenda. Am Mittwoch gibt es Daten zur Preisentwicklung in den USA. Am Freitag ist dann die EU-Industrieproduktion von größerem Interesse. Der Konsens rechnet mit einem leichten Rückgang gegenüber dem schon rückläufigen Vormonat.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 5. März 2021, soweit nicht anders angegeben.

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