Marktrückblick und -ausblick 40. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 4. bis 8. Oktober 2021

    Diese Woche: Starker Gaspreisanstieg verunsichert

Ein heftiger Sprung des Gaspreises verunsicherte in der Berichtswoche die Märkte. Damit einhergehend stiegen auch die Rohöl-Notierungen weiter an. Die OPEC plus hatte entgegen mancher Erwartung nicht die Ölförderung stärker ausgeweitet. Dementsprechend beherrschten weiterhin Inflationssorgen das Geschehen. Aus Russland kommende Signale bezüglich einer Entspannung in der Gas-Thematik sorgten dann für eine Beruhigung an den Märkten, in dessen Zuge die Gas-Notierung auch wieder deutlich zurückkam. Die Entwicklung an den Rentenmärkten war von weiter ansteigenden Renditen geprägt. Die Aktienbörsen konnten sich nach schwächerem Auftakt zum Ende der Woche hin erholen. Mit Ausnahme von Japan lagen bis Freitagmittag alle großen Märkte im Plus.

Rückläufige Wirtschaftsdaten aus Deutschland

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie weist für August gegenüber dem Vormonat ein Minus in Höhe von 7,7 Prozent auf und lag damit deutlich unter den Erwartungen (minus 2,2, Prozent). Nach kräftigen Anstiegen in den beiden Vormonaten gab es somit zuletzt einen Rücksetzer. Im Jahresvergleich ist dennoch mit 11,7 Prozent ein dickes Plus zu verzeichnen. Die Entwicklung ist nicht zuletzt auf die allgemein vorherrschende Unterbrechung der Lieferketten bzw. Materialknappheit in der Industrie zurückzuführen. Hiervon war vor allem der Automobilsektor betroffen. Regional betrachtet entwickelten sich die Industrieaufträge aus dem Euroraum sogar besser, aber die Auftragslage aus dem „Rest“ der Welt ging stark zurück. Nicht zuletzt auch durch rückläufige Großaufträge.

Dieser Tendenz schloss sich die deutsche Industrieproduktion im August an. Mit minus vier Prozent war der industrielle Output merklich geringer als im Vormonat (plus 1,0 Prozent) Die Erwartungen waren mit minus 0,5 Prozent zwar ebenfalls negativ, aber nicht so deutlich. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich noch ein Plus von 1,7 Prozent, was ebenfalls deutlich unter den Erwartungen (plus 5,0 Prozent) rangiert. Den Schlusspunkt setzten dann die Exporte, die sich im August unerwartet um 1,2 Prozent abschwächten. Gleichzeitig erhöhten sich die Importe um 3,5 Prozent.

US-Arbeitsmarktbericht

Das in der eher datenarmen Berichtswoche eindeutige Highlight kam aus den USA. Die Zahl der außerhalb der Landwirtschaft neu geschaffenen Stellen sorgte aber für eine herbe Enttäuschung bei den Anlegern. Statt der im Bloomberg-Konsens erwarteten 500.000 waren es letztlich nur 194.000 neue Jobs, die im September geschaffen wurden. Die Arbeitslosenrate lag bei 4,8 Prozent.

USA: Debatte um Staatsdefizit geht in die Verlängerung

Mit einer Zwischenlösung zur aktuellen US-Schuldenobergrenze bis Dezember scheint im Streit zwischen Demokraten und Republikanern die Zahlungsfähig der Vereinigten Staaten zunächst einmal gesichert. Mit der vorläufigen Anhebung des Schuldendeckels bis Anfang Dezember ist nunmehr etwas Zeit gewonnen, um die Verhandlungen zu diesem Zeitpunkt weiterzuführen. Wir erwarten schwierige Verhandlungen über die Schuldengrenze. Ungeachtet dessen gehen wir weiterhin davon aus, dass es am Ende nicht zu einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit der USA kommen wird.

    Aktien: Erholung zum Wochenschluss

Trotz einer turbulenten Woche lagen die weltweit großen Aktienmärkte bis Freitagvormittag überwiegend im Plus. Auf die Entspannung an den Energiemärkten am Donnerstag reagierten die Börsen mit Zugewinnen, sodass zumeist ein Plus im Wochenvergleich vor der Wertentwicklung stand. Unberücksichtigt sind noch die US-Arbeitsmarkten, die erst am Freitagnachmittag bekannt gegeben werden. Der Zugewinn im MSCI-World lag bei 0,8 Prozent. In den USA legten Dow Jones Industrial Average, S&P 500- und Nasdaq-Index 1,4 bis 2,7 Prozent zu. Der DAX 40 lag mit 0,4 Prozent leicht im Plus. Weniger erfreulich verlief es in Asien. Der japanische Nikkei 225-Index verlor auf Wochensicht gegen den Trend 2,5 Prozent. Eine mögliche Erhöhung der Kapitalertragssteuer als Folge des Regierungswechsels in Japan wurde von den Anlegern, insbesondere wohl ausländischen Investoren, mit wenig Freude aufgenommen. Entsprechende Kursverluste bei den Aktien waren die Folge, von denen auch der Tokioer Topix-Index (minus 1,2 Prozent) betroffen war.

Bankensektor legt auf Wochensicht kräftig zu

Mit Blick auf die im breit diversifizierten STOXX Europe 600 Index vertretenen Branchen lag der Bankensektor mit 4,2 Prozent vorne. Es folgten Grundstoffe (3,0 Prozent), Versicherungen (1,9 Prozent), Öl&Gas sowie Versorgertitel mit jeweils 1,8 Prozent an Zuwachs. Mit 2,8 Prozent deutlich im Minus lag der Reise- und Freizeitsektor sowie der Einzelhandel (minus 1,5 Prozent).

Bei den DAX-Werten verbuchte die Aktie der Deutschen Bank mit plus 5,4 Prozent den höchsten Zugewinn. Daimler lag mit 4,4 Prozent dahinter. Der Stuttgarter Automobilbauer hatte für das dritte Quartal einen infolge des Chipmangels deutlichen Absatzrückgang um 30 Prozent bekanntgegeben. Die in der Vorwoche bekannt gegebene Abspaltung der Nutzfahrzeugsparte dürfte ab zum weiteren Kursaufschwung verholfen haben. Konkurrent BMW (Aktie plus 0,3 Prozent) berichtete ebenfalls über geringere Auslieferungen, die mit minus zwölf Prozent aber erheblich geringer waren. Auf den Aktienkurs hatte dies kaum Auswirkungen. Nachrichtlich trat auch die Deutsche Post (minus 1,6 Prozent) auf den Plan und erhöhte nach vorläufigen positiven Zahlen zum 3. Quartal die kurz- und mittelfristigen Prognosen.

    Renten: Weiterer Renditeanstieg

Der aufwärts gerichtete Zinstrend blieb auch in der Berichtswoche intakt. An den Rentenmärkten gab es Verluste respektive einen weiteren Renditeanstieg. Die Preisentwicklung im Energiesektor hinterließ ihre Spuren. Zudem hat die Neuseeländische Zentralbank in der Berichtswoche den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Dies war zwar aufgrund der kommunikativen Vorbereitung erwartet worden. Aber damit hat - neben zahlreichen Zentralbanken aus den Schwellenländern (vor allem in Osteuropa) - nun nach der Norwegischen Zentralbank eine weitere Notenbank aus den entwickelten Nationen an der Zinsschraube gedreht.

Mit Blick auf die Zinskurven tendierten diese sowohl in den USA als auch in Deutschland im Laufzeitbereich von bis zu zehn Jahren steiler. Längere Laufzeiten bei den US-Treasuries legten parallel um bis zu 14 Basispunkte zu. Bei den Bundespapieren betrug der Anstieg bis zu zehn Basispunkte. Zehnjährige US-Schatzanweisungen rentierten zuletzt mit rund 1,6 Prozent (Vorwoche 1,46 Prozent). Laufzeitgleiche Bundesanleihen verzinsten sich mit minus 0,16 Prozent (Vorwoche minus 0,23 Prozent). Auch in der Peripherie zogen die Renditen an. Spekulationen um ein PEPP-Nachfolgeprogramm der EZB für die Anleiheankäufe ließ dann zum Wochenschluss die Renditeaufschläge gegenüber Bundesanleihen ein wenig abschmelzen. Der iBoxx Euro Sovereign-Index lag per Donnerstagabend mit 0,3 Prozent im Minus. Diese Entwicklung fand auch am Freitag vor der Veröffentlichung der wichtigen US-Arbeitsmarktdaten ihre Fortsetzung.

Leichte Einbußen erlitten auch Euro-Unternehmensanleihen, sowohl Investment Grade- als auch hochverzinsliche Papiere.

Der Euro tendierte ebenfalls etwas schwächer und setzte seinen Abwärtstrend gegenüber dem US-Dollar in der Berichtwoche fort (minus 0,5 Prozent). Zuletzt mussten 1,155 US-Dollar für einen Euro gezahlt werden.

    Ausblick auf die kommende Woche

Am Mittwoch stehen die US-Verbraucherpreise im Blickpunkt der Anleger. Der starke Anstieg dürfte sich auch im September fortgesetzt haben. Mit einem merklichen Rückgang sollte erst im kommenden Jahr zu rechnen sein. Die derzeitigen Produktionsengpässe und ein teils begrenztes Angebot werden wohl für anhaltend verstärkten Preisdruck gesorgt haben.

Für Deutschland wird am Dienstag der ZEW-Index für Oktober bekanntgegeben. Angesichts zuletzt schwächerer Daten aus der deutschen Industrie dürfte der vom Konsens erwartete Rückgang nicht überraschen.

Die US-Notenbank Fed veröffentlicht ihr Protokoll der vergangenen Sitzung. In den USA startet zudem mit dem Finanzinstitut JP Morgen Chase die Berichtssaison zum vergangenen dritten Quartal.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 8. Oktober 2021, soweit nicht anders angegeben.

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