Marktberichte März 2021

Aktien: Weitere Zugewinne

Renten: Staatsanleihen uneinheitlich

Aktienmärkte: An den Aktienmärkten setzte sich die freundliche Entwicklung fort. In den USA sorgten Impffortschritte sowie der American Rescue Plan im Volumen von 1,9 Billionen US-Dollar für Unterstützung. Darüber hinaus trugen gute Konjunkturdaten sowohl in Europa als auch den USA zur freundlichen Stimmung bei. Eine Reihe von Aktien-Indizes erreichte Höchststände.

Rentenmärkte: US-Staatsanleihen verbuchten im März Verluste, die Renditen stiegen weiter an. Der Fed gelang aber der Spagat zwischen lockerer Geldpolitik und positiven Wachstumsaussichten, ohne Befürchtungen eines zu frühen Rückzugs bei ihren Ankäufen auszulösen.

Die Aktienmärkte

Europa

Europas Börsen steigen weiter

Die europäischen Aktienmärkte legten auch im März unterm Strich weiterhin zu und haben damit annähernd das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Der Euro STOXX 50-Index schloss im Vergleich zum Vormonat 7,8 Prozent freundlicher. Der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit plus 6,1 Prozent, fast hätte der Index sein Rekordhoch vom Februar 2020 erreicht. Im März waren vor allem Titel aus der Automobil-, der Grundstoff- sowie Telekommunikationsbranche gesucht. Weniger gefragt war der Energiesektor.

Trotz der schleppend vorangehenden Impfkampagne in vielen europäischen Ländern und weiter anhaltender Lockdowns angesichts der sich ausbreitenden britischen Covid-19-Variante setzten die Anleger im Euroraum nach wie vor auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft und den globalen Konjunkturaufschwung. Entsprechende Wirtschaftsdaten untermauerten den Optimismus. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone lag im März wieder oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, auch der ZEW-Index für den Euroraum stieg auf den höchsten Stand seit 2003. Zusätzlich stützte das erfolgreich vom US-Kongress verabschiedete Konjunkturpaket in den USA und zum Ende des Monats weitere Details zum geplanten US-Infrastrukturpaket, das ebenfalls mehrere Billionen US-Dollar umfassen soll.

Der weitere Verlauf an den europäischen Kapitalmärkten dürfte bis auf Weiteres von der Entwicklung der Corona-Pandemie sowie den Fortschritten in der Corona-Impfstoffverteilung geprägt bleiben. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld unverzichtbar.

Deutschland

Deutsche Aktien lagen im März im Plus

Der deutsche Aktienmarkt entwickelte sich im März freundlich – allen voran die Schwergewichte. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, legte um knapp neun Prozent zu und übersprang gegen Ende des Monats erstmals die Schwelle von 15.000 Punkten. Firmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung schlossen gemessen am MDAX-Index ebenfalls im Plus, konnten jedoch nur rund 1,4 Prozent dazu gewinnen. Die Nebenwerte im SDAX-Index legten um gut 2,2 Prozent zu.

Trotz der schleppend vorangehenden Impfkampagne und des anhaltenden Lockdowns setzten die Anleger in Deutschland wie im Euroraum nach wie vor auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft und den globalen Konjunkturaufschwung. Entsprechende Wirtschaftsdaten untermauerten den Optimismus. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im März sehr deutlich um 3,9 auf 96,6 Punkte gestiegen, obwohl zumindest zum Ende des Befragungszeitraums neue Einschränkungen im März und April absehbar waren. Vor allem die Industrie blickt optimistisch in die Zukunft. Die zyklische Erholung hält an, die Auftragsbücher bleiben gut gefüllt, und der Exportindustrie hilft eine ungebrochen starke Nachfrage aus dem Ausland. Auch beim Handel und bei Dienstleistungen sieht es nicht mehr ganz so schlimm aus. Zwar werden deren Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung unverändert von den Corona-Maßnahmen belastet. Aber auch hier haben sich die Geschäftserwartungen im März stark verbessert. Dies gilt insbesondere für den Dienstleistungssektor. Auch die Markit-Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum übertrafen im März die Erwartungen der Analysten. Der Gesamtindex kletterte vor allem dank guter Daten aus Deutschland und Frankreich von 48,8 auf 52,5 Zähler und damit über die wichtige 50 Punkte-Wachstumsschwelle. Dies ist der höchste Stand seit Ende 2018.

Das Pandemiegeschehen wird die Entwicklung an den Kapitalmärkten weiter entscheidend prägen. Mit dem Beginn der Massenimpfungen stehen trotz des holprigen Starts die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzt. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien.

Osteuropa

Osteuropas Aktienmärkte mit Gewinnen

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben im März einen Zickzack-Kurs eingeschlagen. Bis zur Monatsmitte zogen die Kurse an, bevor eine Korrektur einsetzte. Gegen Monatsende hin erholten sich die Notierungen wieder deutlich. Der MSCI EM Eastern Europe-Index stieg unter dem Strich in Lokalwährung um 5,3 Prozent. Stark steigende Corona-Infektionszahlen etwa in Polen und Tschechien und damit einhergehende neue Eindämmungsmaßnahmen belasteten zeitweise. Ebenfalls führten weiter steigende US-Staatsanleiherenditen zu einer generellen Zurückhaltung von Investoren gegenüber Schwellenländer-Anlagen.

In Moskau legte der Aktienmarkt im Berichtszeitraum, gemessen am MOEX-Index, in Lokalwährung um 5,8 Prozent zu. Unterstützung fand der Markt durch den festeren Ölpreis. Gegenwind kam von der Geldpolitik: Die russische Notenbank hat den Leitzins erstmals seit Juli 2020 erhöht und damit nach Einschätzung von Marktbeobachtern einen Zinserhöhungszyklus eingeläutet. Dies vor dem Hintergrund der steigenden Inflation, die über dem von der Notenbank angestrebten Ziel von vier Prozent liegt und zuletzt ein Fünf-Jahres-Hoch erreicht hatte.

In Warschau rückte der WIG-Index um knapp zwei Prozent vor. Die polnische Zentralbank erklärte, die Chancen auf eine Leitzinserhöhung tendierten gegen Null. Dies setzte die polnische Währung Zloty unter Druck: Gegenüber dem Euro fiel sie auf ein Zwölfjahres-Tief.

In Tschechien stieg der PX-Index auf Lokalwährungsbasis um 3,1 Prozent. Als bekannt wurde, dass der tschechische Milliardär Petr Kellner bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen ist, gerieten die Aktien von Moneta Money Bank und des Telekombetreibers O2 Czech kurzzeitig unter Druck. Die PPF Gruppe von Kellner ist Mehrheitseigner von O2 Czech und arbeitete an einer Übernahme von Moneta. Durch den Tod Kellners sei hier etwas Unsicherheit aufgekommen, hieß es.

Die osteuropäischen Börsen dürften von der Pandemie sowie den Fortschritten in der Corona-Impfstoffverteilung geprägt bleiben. Die höheren Anleiherenditen belasten kurzfristig das Segment. Mittelfristig spricht eine Konjunkturerholung für steigende Kurse, solange die Pandemie im Griff bleibt.

USA

US-Börsen setzen Gewinnserie fort

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im März an die Entwicklung des Vormonats angeschlossen und Gewinne erzielt. Der Dow Jones Industrial Average-Index stieg um 6,6 Prozent. Der marktbreite S&P 500-Index legte 4,2 Prozent zu. Der Technologie-Index Nasdaq Composite konnte mit dem breiten Markt nicht ganz Schritt halten und verbesserte sich um 0,4 Prozent. Vor allem Fluglinien, Industriewerte und Versorger verzeichneten kräftige Aufschläge. Aktien aus den Sektoren Health Care und IT schnitten hingegen leicht unterdurchschnittlich ab.

Unterstützt wurden die Märkte unter anderem von immensen Fortschritten bei der Impfkampagne sowie von der Aussicht auf staatliche Stimulusmaßnahmen. So wurde mit dem American Rescue Plan ein Paket im Volumen von 1,9 Billionen US-Dollar verabschiedet. Darin enthalten sind Schecks für die meisten Bürger in Höhe von 1.400 US-Dollar. Auch eine Erhöhung des Arbeitslosengelds ist vorgesehen. Beide Maßnahmen sollen den Konsum im Land ankurbeln. Ein weiteres Paket mit Infrastrukturinvestitionen ist bereits in Arbeit.

Rückenwind kam überdies von der US-Notenbank Federal Reserve. Deren Chef Jerome Powell betonte nach der Sitzung im März unlängst, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis weitere substanzielle Fortschritte hinsichtlich der geldpolitischen Ziele erreicht seien. Die Leitzinsen sollten nach den Erwartungen der Mitglieder im Offenmarktausschuss der Fed wohl bis Ende 2023 unverändert bleiben. Eine Rückführung der Anleihekäufe, mit denen die Fed die Märkte und Konjunktur stützt, sollte nicht vor dem zweiten Quartal 2022 begonnen werden.

Das Coronavirus wird den Beginn der 2020er Jahre an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. Mit dem Impffortschritt stehen die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen wird. Risikoanlagen sind durch die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen weiter unterstützt. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld Trumpf.

Fernost

Fernost-Aktienmärkte bleiben unter Druck

An den asiatischen Märkten hat die bereits Mitte Februar eingesetzte Schwäche weiter angehalten. Der MSCI Far East Ex Japan-Index gab auf Lokalwährungsbasis 2,4 Prozent nach. Als Bremse wirkten die steigenden Staatsanleihe-Renditen in den USA, aber auch ein geringerer Kreditimpuls in China sowie eine leichte Abschwächung der Wachstumsdynamik in der Volksrepublik. Dies führte zu Gewinnmitnahmen, vor allem bei hoch bewerteten Aktien. Hinzu kamen Sorgen vor einer Verschärfung der Pandemielage in Europa. Auf der anderen Seite weckten Pläne der US-Regierung für ein Infrastrukturpaket sowie Fortschritte der Impfkampagnen in den USA, Großbritannien und Israel Hoffnung auf eine baldige Normalisierung der Wirtschaft und eine anhaltende Wachstumserholung.

In Shanghai fiel der Shanghai Composite-Index auf Lokalwährungsbasis 1,9 Prozent. Neue handelspolitische Spannungen mit den USA und auch Europa belasteten die Stimmung. Gegen Ende des Monats standen zudem viele in den USA gelistete chinesische Technologie-Aktien unter Druck. Hintergrund waren regulatorische Sorgen, weil die Meldepflichten für chinesische Unternehmen, die in den USA gelistet sind, verschärft werden sollen. Die damit verbundene Unsicherheit belastete auch die Zweitnotierungen dieser Unternehmen in Hongkong und färbte auf den chinesischen Aktienmarkt ab.

Darüber hinaus sorgten Zwangsliquidierungen (Margin Calls) bei einem bedeutenden Hedgefonds (Archegos Capital) in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar für Kursschwankungen. Betroffen waren etwa die Aktien des chinesischen Suchmaschinenbetreibers Baidu oder des Musikstreaming-Konzerns Tencent Music.

Der Hang-Seng-Index in Hongkong fiel um 2,1 Prozent. Technologiewerte entwickelten sich schwächer. Dem zugrunde lag eine auch anderswo zu beobachtende Rotation aus Wachstums- und Technologiewerten in zyklische oder günstig bewertete Aktien.

Angesichts von Fortschritten in der Impfstoffentwicklung und solange die Corona-Pandemie beherrschbar bleibt, dürften die asiatischen Aktienmärkte noch Aufwärtspotenzial haben. Der rückläufige Fiskalstimulus in China und steigende US-Staatsanleiherenditen wirken aber bremsend.

Japan

Topix erreicht höchsten Stand seit August 1990

Im März zeigte sich der japanische Aktienmarkt deutlich fester, allerdings bei größeren Schwankungen. Der marktbreite Topix-Index erreichte den höchsten Stand seit August 1990 und stieg um 4,8 Prozent. Angetrieben wurde er von robusten Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe. Auch die anhaltende Niedrigzinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Mitte März unterstützte den Aktienmarkt. Der Nikkei 225-Index kletterte Mitte März erneut über die Marke von 30.000 Punkten, fiel dann aber wieder etwas zurück und schloss im Monatsvergleich kaum verändert.

Ein Grund für die Schwäche des Nikkei 225-Index war, dass die Bank of Japan (BoJ) sich in ihrer Geldpolitik mehr Flexibilität verschafft. Die Notenbank wird ab April nur noch Anteile von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) kaufen, die den marktbreiten Topix-Index abbilden, und nicht mehr solche auf den Nikkei 225-Index. Damit sollen Marktverzerrungen durch die Konzentration der Käufe auf einen zu kleinen Kreis von Unternehmen verhindert werden. Als Konsequenz fiel der Nikkei 225-Index nach der Entscheidung um 1,4 Prozent, während der Topix-Index stieg.

Darüber hinaus kam durch einen Brand in einer Fertigungsanlage des japanischen Halbleiterhersteller Renesas Electronics Sorge über eine Verschärfung der Knappheit im Halbleitersektor auf. Dies belastete kurzfristig auch Autowerte. Zudem warnte Ende März die japanische Investmentbank Nomura, dass offene Forderungen über zwei Milliarden US-Dollar gegenüber einem Hedgefonds bestünden und ein erheblicher Verlust drohe. Auch Mitsubishi UFJ warnte vor einem möglichen Verlust von 300 Millionen US-Dollar. Die Verluste stehen in Zusammenhang mit der Schieflage des Hedgefonds Archegos Capital, der sich unter anderem in chinesischen Tech-Werten verspekuliert hatte. Die Auswirkungen auf die japanischen Aktienindizes waren aber nur geringfügig und von kurzer Dauer.

Der japanischen Aktienmarkt dürfte weiterhin von der lockeren Geldpolitik und den Fortschritten in der Impfstoffverteilung geprägt sein.

Weltweit

Globale Aktienmärkte setzen Aufwärtstrend fort

Im März konnten die globalen Aktienmärkte ihre Aufwärtsbewegung aus dem Vormonat weitgehend fortsetzen. Der MSCI Welt-Index verzeichnete in Lokalwährung ein Plus von 4,0 Prozent.

In den USA wurden die Märkte unter anderem von den immensen Fortschritten bei der Impfkampagne sowie von der Aussicht auf staatliche Stimulusmaßnahmen unterstützt. So wurde mit dem American Rescue Plan ein Paket im Volumen von 1,9 Billionen US-Dollar verabschiedet. Rückenwind kam auch von der US-Notenbank Federal Reserve. Deren Chef Jerome Powell betonte nach der Sitzung im März unlängst, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis weitere substanzielle Fortschritte hinsichtlich der geldpolitischen Ziele erreicht seien. Der Dow Jones Industrial Average-Index stieg im März um 6,6 Prozent. Der marktbreite S&P 500-Index legte um 4,2 Prozent zu.

In Europa setzten die Anleger trotz der schleppend vorangehenden Impfkampagne in vielen europäischen Ländern und weiter anhaltender Lockdowns nach wie vor auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft und den globalen Konjunkturaufschwung. Entsprechende Wirtschaftsdaten untermauerten den Optimismus. Zusätzlich stützte das erfolgreich vom US-Kongress verabschiedete Konjunkturpaket in den USA. Der EURO STOXX 50-Index schloss im Vergleich zum Vormonat 7,8 Prozent höher. Der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit einem Plus von 6,1 Prozent.

Der japanische Aktienmarkt zeigte sich zuletzt fester, allerdings unter stärkeren Schwankungen. Der marktbreite Topix-Index erreichte den höchsten Stand seit August 1990 und stieg um 4,8 Prozent. Der Nikkei 225-Index kletterte Mitte März erneut über die Marke von 30.000 Punkten, fiel dann aber wieder etwas zurück und schloss im Monatsvergleich kaum verändert. Die Schwellenländer-Börsen mussten Einbußen hinnehmen. Der MSCI Emerging Markets-Index verzeichnete in lokaler Währung einen Verlust von 1,1 Prozent.

Mit den Impffortschritten stehen die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen wird. Risikoanlagen sind durch die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen weiter unterstützt.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Anleihekäufe der EZB sorgen für eine Konsolidierung

Nach zwei schwierigen Monaten, die mehrheitlich von Kursverlusten geprägt waren, kam es im März zu einer Beruhigung am Euro-Staatsanleihenmarkt. In der ersten Monatshälfte konsolidierten die Kurse zunächst und tendierten seitwärts. Im weiteren Verlauf legten die Notierungen dann sogar etwas zu. Zwischenzeitlich konnte die längste Gewinnserie seit Oktober 2020 verbucht werden. Hierfür waren letztlich zwei Faktoren ausschlaggebend. Einerseits sorgte die Virusmutation für einen schnellen Anstieg der Infektionszahlen. Dies machte die Hoffnungen auf eine schnelle Öffnung der Wirtschaft zunichte. Zwar wurde die Erholung keineswegs infrage gestellt, der Beginn dürfte sich aber etwas verzögern.

Anderseits zeigten sich die Notenbanker zunehmend besorgt, die steigenden Renditen könnten die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen verschlechtern und sich als Hemmschuh einer zukünftigen Erholung erweisen. Den anfänglichen verbalen Bekräftigungen folgten dann auf der EZB-Sitzung zur Monatsmitte auch Taten. Die Währungshüter sprachen sich dafür aus, die täglichen Ankäufe im Rahmen des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) bis Ende Juni diesen Jahres deutlich auszuweiten. Dadurch gelang es, den Renditeanstieg zu stoppen und kurzzeitig umzukehren. Zum Monatsende hin gingen die Gewinne jedoch wieder fast vollständig verloren.

Staatsanleihen aus den Peripherieländern waren stärker gesucht als Titel aus den Kernländern. Darüber hinaus waren die neuen Sure-Anleihen der EU ein Erfolg. Die Refinanzierung konjunktureller Maßnahmen wie etwa der Kurzarbeiterprogramme der Europäischen Union stieß auf eine hohe Nachfrage. Dem Bondvolumen standen erheblich höhere Zeichnungswünsche gegenüber. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im März einen leichten Zuwachs von 0,1 Prozent. Für Verunsicherung könnte die Prüfung der Rechtmäßigkeit des Europäischen Wiederaufbaufonds durch das Bundesverfassungsgericht sorgen. Schlimmstenfalls könnte die Ratifizierung der Aufbauhilfen scheitern. Experten halten dies jedoch für wenig wahrscheinlich.

USA

Fed kann Zinsanstieg nur temporär etwas bremsen

Am US-Rentenmarkt setzte sich der Renditeanstieg aus den Vormonaten fort. In der Spitze rentierten zehnjährige US-Schatzanweisungen zum Monatsende kurzzeitig über 1,75 Prozent. Zur Monatsmitte sah es noch nach einer Konsolidierung aus, die Verschnaufpause wehrte jedoch nur kurz. Ein Großteil des Renditeanstiegs dürfte wohl einer höheren Risikoprämie von US-Staatsanleihen zuzuschreiben sein. Schließlich steigt die Staatsverschuldung derzeit rasant an. Im März wurde der 1,9 Billionen schwere „Biden-Plan“ verabschiedet. Kurze Zeit später begann die Planung für ein noch größeres Konjunkturpaket, das auch nur zum Teil mit Steuererhöhungen gegenfinanziert werden soll.

An der zwischenzeitlichen Marktberuhigung hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) einen großen Anteil. Trotz einer erhöhten Wirtschaftsprognose für das vierte Quartal 2021, die einen BIP-Zuwachs von 6,5 Prozent vorsieht, konnte Fed-Chef Jerome Powell die Gemüter etwas beruhigen. Die Fed wird so lange Anleihen ankaufen, bis substanzielle Fortschritte in der realen Wirtschaft (und nicht „nur“ in den Prognosen) wie beispielsweise dem Arbeitsmarkt, erkennbar sind. Darüber hinaus sehen die US-Notenbanker kaum Inflationsdruck. Powell gelang damit der Spagat zwischen lockerer Geldpolitik und positiven Wachstumsaussichten, ohne Befürchtungen eines zu frühen Rückzugs der Fed bei ihren Ankäufen auszulösen.

Der Trend zu leicht steigenden Renditen dürfte sich noch etwas fortsetzen. Die Dynamik sollte jedoch abnehmen. Schließlich haben US-Staatsanleihen inzwischen ein Renditeniveau erreicht, dass für einige Investoren wieder interessant geworden ist. Eine größere Nachfrage war bereits aus Japan festzustellen. Für „Buy-and-Hold-Investoren“ lässt sich mit einem US-Engagement ein merklicher Renditeaufschlag gegenüber den heimischen Staatsanleihen realisieren. Insofern ist mit einer gewissen eigenen Marktregulierung zu rechnen, die einen Bremseffekt hat. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im März 1,3 Prozent an Wert.

Weltweit

US-Renditen steigen weiter

Am US-Rentenmarkt setzte sich der Renditeanstieg aus den Vormonaten fort. In der Spitze rentierten zehnjährige US-Schatzanweisungen kurzzeitig über 1,75 Prozent. Zur Monatsmitte sah es noch nach einer Konsolidierung aus, die Verschnaufpause wehrte jedoch nur kurz. Ein Großteil des Renditeanstiegs dürfte wohl einer höheren Risikoprämie von US-Staatsanleihen zuzuschreiben sein. Schließlich steigt die Staatsverschuldung derzeit rasant an. An der zwischenzeitlichen Marktberuhigung hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) einen großen Anteil. Powell gelang der Spagat zwischen lockerer Geldpolitik und positiven Wachstumsaussichten, ohne Befürchtungen eines zu frühen Rückzugs der Fed bei ihren Ankäufen auszulösen. Der Trend zu leicht steigenden Renditen dürfte sich mit geringerer Dynamik fortsetzen. Schließlich haben US-Staatsanleihen inzwischen ein Renditeniveau erreicht, dass für einige Investoren wieder interessant geworden ist. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im März 1,3 Prozent an Wert.

Nach zwei schwierigen Monaten, die mehrheitlich von Kursverlusten geprägt waren, kam es im März zunächst zu einer Beruhigung am Euro-Staatsanleihenmarkt. Einerseits sorgte die Virusmutation für einen schnellen Anstieg der Infektionszahlen. Dies machte die Hoffnungen auf eine schnelle Öffnung der Wirtschaft zunichte. Anderseits beschlossen die Währungshüter die täglichen Ankäufe im Rahmen des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) bis Ende Juni diesen Jahres deutlich auszuweiten. Zum Monatsende hin gingen die Gewinne jedoch wieder fast vollständig verloren. Staatsanleihen aus den Peripherieländern waren stärker gesucht als Titel aus den Kernländern. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index verbuchten Euro-Staatsanleihen im März einen leichten Zuwachs von 0,1 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen entwickelten sich etwas besser und verzeichneten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus von 0,2 Prozent. Steigende US-Renditen lasteten auch auf Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index), die im März 1,0 Prozent verloren.

Unternehmensanleihen

Euro-Unternehmensanleihen stabil

Im März bewegten sich die richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihen in einem engen Renditeband. Per saldo fiel die Verzinsung gegenüber Ende Februar um drei auf minus 29 Basispunkte. Damit konnten sich deutsche Staatsanleihen im Berichtsmonat von der Entwicklung in den Vereinigten Staaten etwas abkoppeln, da dort die Rendite der US-Treasuries weiter anstieg.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im März ihren geldpolitischen Rahmen nicht verändert. Es wird aber beabsichtigt, in Reaktion auf den jüngsten Renditeanstieg die monatlichen Anleiheankäufe im Rahmen des PEPP im kommenden Quartal temporär zu erhöhen. Von den verstärkten Anleiheankäufen sollten auch Euro-Unternehmenspapiere profitieren können.

Der Markt für Euro-Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Rating tendierte im März nahezu seitwärts. Der ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00) ging nach leichten Schwankungen gegenüber Februar mit einem leichten Plus in Höhe von 0,2 Prozent aus dem Handelsmonat. Die Risikoprämien engten sich um einen weiteren auf 64 Basispunkte ein. Technisch blieb der Markt im Rahmen der EZB-Unterstützung weiter sehr stabil. Die Nachfrage der Anleger blieb bei moderatem Angebot sehr hoch. Am Primärmarkt gab es kontinuierlich neue Papiere, die unter der Erzielung leichter Neuemissionsprämien von den Anlegern überwiegend gut aufgenommen wurden. Darüber hinaus bleibt die EZB mit ihren Ankäufen ein zentraler Unterstützungsfaktor.

In den risikoreicheren Untersegmenten zeigte sich eine freundliche Tendenz. Euro High Yield-Titel legten um 0,5 Prozent (ICE BofA HEAG-Index) zu. Auch bei den Nachrangpapieren (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) waren mit 0,6 und 1,1 Prozent Plus erfreuliche Zugewinne zu verzeichnen. Die Risikoprämien zeigten sich auch dort rückläufig und fielen je nach Segment um bis zu 13 Basispunkte.

Der US-Unternehmensanleihemarkt stand unter dem Eindruck steigender US-Treasury-Renditen. Auf Indexebene (ICE BofA US-Large Cap Corporate-Index) ergab sich in US-Dollar gerechnet im März ein vor allem zinsbedingter Verlust in Höhe von 1,3 Prozent. Die Risikoprämien konnten sich hingen leicht um drei auf 96 Basispunkte einengen.

Emerging Markets

US-Renditeanstieg belastet

Im März lasteten erneut steigende US-Renditen auf den Anleihen aus den Schwellenländern. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verlor der in Hartwährung denominierte Gesamtmarkt 1,0 Prozent. Die Risikoaufschläge gegenüber US-Staatsanleihen blieben bei rund 350 Basispunkten nahezu unverändert, wodurch der US-Renditeanstieg nicht kompensiert werden konnte. Am US-Rentenmarkt setzte sich der Zinsanstieg aus den Vormonaten fort. In der Spitze rentierten zehnjährige US-Schatzanweisungen kurzzeitig über 1,75 Prozent. Zur Monatsmitte sah es noch nach einer Konsolidierung aus, die Verschnaufpause wehrte jedoch nur kurz. An der zwischenzeitlichen Marktberuhigung hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) einen großen Anteil. Powell gelang der Spagat zwischen lockerer Geldpolitik und positiven Wachstumsaussichten, ohne Befürchtungen eines zu frühen Rückzugs der Fed bei ihren Ankäufen auszulösen. Angesichts der steigenden US-Zinsen fiel die Neuemissionstätigkeit der Schwellenländer insgesamt verhalten aus. Mit einem aggregierten Mittelzufluss in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar verzeichnete das Marktsegment erneut einen Mittelzuwachs, auch wenn sich die Dynamik zuletzt abschwächte.

Idiosynkratische Risiken belasteten die Entwicklung in vereinzelten Ländern. Hervorzuheben ist vor allem der Personalwechsel an der Spitze der türkischen Zentralbank. Der türkische Präsident Erdogan hat zum dritten Mal seit Mitte 2019 den Notenbank-Chef entlassen. Der erst vor knapp fünf Monaten ins Amt gehobene Naci Agbal wurde durch Sahap Kavcioglu ersetzt. Der Rauswurf Agbals wirft ein Schlaglicht auf vorige Bemühungen, die Geldpolitik des Landes unabhängig erscheinen zu lassen. Sowohl die Türkische Lira als auch Staatanleihen aus der Türkei haben mit scharfen Verlusten auf den Rauswurf des Zentralbankchefs reagiert.

Ferner hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro im Zuge einer umfassenden Regierungsumbildung sechs Kabinettsposten neu besetzt. Auch an der Führungsspitze des staatlichen Ölkonzerns Petrobras kam es zu einem Personalwechsel. Zudem wurden seitens der EU, den USA sowie dem Vereinigten Königreich weitere Sanktionen gegen China verhängt.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. März 2021, soweit nicht anders angegeben.

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