MarktTicker 11. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 15. bis 19. März 2021

    Diese Woche: US-Notenbank Fed hält geldpolitische Ausrichtung bei

Die US-Notenbank hält an ihrer geldpolitischen Ausrichtung unvermindert fest. Die Leitsätze blieben ebenso unverändert wie auch die Anleihekäufe, die weitergeführt werden. Den Aktienmärkten hat die Botschaft von Fed-Chef Powell in einer ersten Reaktion gutgetan, während sich der Anleihemarkt eher verschnupft zeigte. Die Renditen stiegen zunächst angesichts des nun startenden Konjunkturpakets sowie möglicher weiterer umfangreicher Hilfen an. Der US-Rentenmarkt spielt klar die Wachstumsstory, zum Wochenschluss konnten sich die Anleihekurse aber wieder etwas erholen. An den Aktienbörsen setzten sich hingegen die Rekordstände auch in der Berichtswoche zum Teil fort. Der Dow Jones Industrial Average etwa kletterte erstmals über die Marke von 33.000 Punkten. Der DAX 30-Index erreichte mit rund 14.800 Punkten am Donnerstag einen Rekordstand.

Fed-Chef Powell: Erfolgreicher Spagat zwischen lockerer Geldpolitik und positiven Wachstumsaussichten

Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch wie erwartet keine Änderungen an ihrem geldpolitischen Kurs vorgenommen. Die Leitzinsen bleiben unverändert, die Anleiheankäufe werden planmäßig fortgesetzt. In jüngster Vergangenheit erfreute sich am Markt und in der Finanzpresse der Begriff „Taper Tantrum“ zunehmender Beliebtheit. Damit ist der Übergang der Fed zu einer Reduzierung ihrer Anleihekäufe umschrieben. Angesichts der zunehmenden Inflationserwartungen im Rahmen erhöhter wirtschaftlicher Wachstumsprognosen war es am Mittwoch Aufgabe der Fed, die Anlegergemeinde hinsichtlich der Spekulation über einen frühen Rückzug der Fed bei ihren Ankäufen wieder einzufangen.

Fed-Chef Jerome Powell scheint dies gelungen zu sein. Trotz einer erhöhten Wirtschaftsprognose für das vierte Quartal 2021, die einen BIP-Zuwachs von 6,5 Prozent vorsieht (wir erwarten plus 5,7 Prozent), konnte Powell die Gemüter eher beruhigen. Die Fed wird so lange Anleihen ankaufen, bis substanzielle Fortschritte in der realen Wirtschaft (und nicht „nur“ in den Prognosen) wie beispielsweise dem Arbeitsmarkt, erkennbar sind. Darüber hinaus sehen die US-Notenbanker kaum Inflationsdruck. Mit 2,0 sowie 2,1 Prozent für 2022/2023 ist der Ausblick in den Makro-Projektionen der Fed eher moderat.

Der jüngste Renditeanstieg beunruhigt die Fed zudem nicht, denn die Finanzierungsbedingungen haben sich nach Ansicht der amerikanischen Währungshüter nicht verschlechtert. Letztlich besteht für die Fed aktuell kein Widerspruch zwischen positiven Wirtschaftsaussichten einerseits und einer fortgesetzt lockeren (dovishen) Geldpolitik andererseits. Die amerikanischen Leitzinsen dürften somit bis Ende 2023 auf dem derzeitigen Niveau verharren.

Wirtschaftsdaten: Schwächere US-Produktion nur temporär

Mit Blick auf die wöchentlichen Wirtschaftsdaten zeigte sich in China im Februar ein anhaltend positives Bild. Sowohl die Industrieproduktion als auch der Einzelhandel lagen über den Schätzungen der auf Bloomberg befragten Analysten.

In den Vereinigten Staaten hat der Empire State-Manufacturing-Index (März) über Erwartung zugelegt. Die US-Industrieproduktion gab hingegen im Februar um 2,2 Prozent nach, was vor allem auf den Wintereinbruch und die teilweisen Stromausfälle zurückzuführen ist. Zudem gaben auch die US-Einzelhandelsumsätze im Februar um drei Prozent nach. Hierzu sei angemerkt, dass der Vormonat kräftig - auf plus 7,6 Prozent - nach oben revidiert wurde. Wir erwarten aber, dass sich der positive Trend in der US-Wirtschaft weiter fortsetzen wird. Dies bestätigte sich auch mit dem am Donnerstag veröffentlichten Philadelphia Fed Business Outlook-Index, der im März von 23,1 auf 51,8 Punkte regelrecht nach oben schoss. Der NAHB-Wohnungsmarkt-Index gab, wohl in erster Linie aufgrund des Renditeanstiegs in den USA, um zwei auf 82 Punkte nach. Dieser bleibt aber immer noch robust, zumal die Immobiliennachfrage weiterhin als solide eingeschätzt wird. Der US-Arbeitsmarkt trübte sich zuletzt mit unerwarteten 770.000 Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe etwas ein.

In Deutschland hat sich beim ZEW-Index die Lage angesichts der - bis zum Befragungsende – bestehenden Hoffnungen auf eine Lockerung der Corona-bedingten Beschränkungen aufgehellt. Die Erwartungskomponente der befragten institutionellen Anleger und Analysten stieg für März auf 76,6 (Vormonat 71,2) Punkten an.

    Aktien: Uneinheitlich, DAX und Dow Jones gefragt

Unterdessen setzen die Aktienbörsen weiter auf eine wirtschaftliche Erholung. Allerdings war die Entwicklung uneinheitlich, denn der MSCI-World lag mit 0,2 Prozent leicht im Minus. In den USA kletterte der Dow Jones Industrial Average zwischenzeitlich über die Marke von 33.000 Punkten und lag trotz Rücksetzern vor dem Handelsstart am Freitagmittag auf Wochensicht um 1,2 Prozent im Plus. Der S&P 500-Index gab hingegen leicht nach (minus 0,6 Prozent). Der Technologie-Index Nasdaq 100 geriet mit minus zwei Prozent weiter ins Hintertreffen und liegt derzeit sieben Prozent unter dem Höchststand von Mitte Februar. Zyklische und Value-Titel waren auch in der Berichtswoche einmal mehr gefragt und trieben entsprechende Indizes wie den Dow Jones oder den DAX 30-Index an.

Automobilsektor klar vorne

Im für Europa repräsentativen STOXX Europe 600-Index, der per Freitagmittag um 0,5 Prozent im Plus liegt, war die Automobilbranche der klare Wochengewinner. Die dort enthaltenen Aktien legten um 6,4 Prozent zu. Spitzenreiter unter den Einzeltiteln war die Vorzugsaktie von Volkswagen, die um knapp 19 Prozent anstieg. Auch war der Batteriehersteller Varta im Zusammenhang mit der Elektromobilität gesucht, die Aktie lag 16 Prozent im Plus.

Darüber hinaus waren Papiere aus den Branchen Reise und Freizeit, Medien sowie Telekommunikation gefragt, die jeweils um gut zwei Prozent zulegten. Deutlich abgeschlagen tendierte mit minus 4,5 Prozent der Sektor Öl&Gas. Der Ölpreis (Brent) korrigierte den Anstieg vergangenen Wochen und fiel auf 64 US-Dollar je Barrel.

Volkswagen wertvollstes börsennotiertes deutsches Unternehmen

Beflügelt wurden die VW-Aktien in den vergangenen Tagen durch Ankündigungen des Autokonzerns, den Wandel vom traditionellen Automobilbauer zum softwaregetriebenen Mobilitätsanbieter zu forcieren. VW machte mit der Erläuterung zur Strategie für eine Batterie- und Ladeplattform eine klare Ansage in Richtung Tesla. Mit dem jüngsten Kursanstieg ist VW aktuell das wertvollste im Dax 30-Index vertretene deutsche Unternehmen und überholte damit SAP beim Börsenwert. Dies bezieht sich allerdings auf die Gesamtkapitalisierung, also sowohl die Stamm- als auch die Vorzugsaktien. Im DAX 30-Index sind lediglich die Vorzugsaktien gelistet, während die Stammaktien weitestgehend in festen Anlegerhänden sind und nur wenig free-float aufweisen.

Damit waren die Volkswagen-Vorzüge im DAX Spitzenreiter. Auch dort lagen weitere Unternehmen aus dem Automobilsektor ganz vorne und belegten nach Volkswagen mit BMW (plus 9,1 Prozent), Continental (plus 7,3 Prozent) und Daimler (plus 4,6 Prozent) die ersten vier Ränge.

Adidas war hingegen in dieser Woche das Schlusslicht im DAX. Der Konkurrent Nike hatte am Vorabend mit einigen Unternehmenszahlen enttäuscht. Die Adidas-Aktie lag sechs Prozent im Minus.

      Renten: Per saldo nur gering verändert

An den Staatsanleihemärkten setzte sich in der Berichtswoche der Zinsanstieg zunächst fort. Zehnjährige US-Schatzanweisungen rentierten zwischenzeitlich mit 1,75 Prozent. Am heutigen Freitagmittag ist eine leichte Erholung zu beobachten, die US-Papiere liegen bei 1,68 Prozent.

Auf der US-Zinskurve kam es bei den Laufzeiten ab fünf Jahren aufwärts im Wochenvergleich per saldo zu einem leichten Renditeanstieg. Die Bundkurve zeigte letztlich ebenfalls nur geringe Bewegungen. Während die Renditen bis zu zehn Jahren Laufzeit leicht rückläufig waren, stieg die Verzinsung der Langläufer um bis zu drei Basispunkte an. 30-jährige Bundesanleihen werfen derzeit 0,25 Prozent ab. Zum Vergleich: Die US-Pendants liegen bei rund 2,4 Prozent.

Auch in der Peripherie war die Zinsbewegung leicht nach oben gerichtet. Dennoch gelang es Griechenland, einen Langläufer mit Fälligkeit in 30 Jahren erfolgreich zu platzieren. Die 2,5 Milliarden Euro schwere Anleihe war zehnfach überzeichnet, die Emissionsrendite lag bei 1,96 Prozent. Der Euro-Gesamtmarkt (iBoxx €-Sovereigns-Index) gab bis Donnerstagabend 0,4 Prozent nach.

      Ausblick auf die kommende Woche

Nach den Notenbanksitzungen richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger wieder verstärkt auf die Wirtschaftsdaten. In der neuen Handelswoche werden zahlreiche Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Darüber hinaus wird zur Wochenmitte das EWU-Konsumentenvertrauen bekanntgegeben. Alle Daten dürften vor dem Hintergrund der aktuellen 3. Corona-Ausbreitungswelle und den wieder zu erwartenden restriktiven Maßnahmen seitens der politischen Entscheidungsträger mit einiger Vorsicht zu interpretieren sein. Zum Wochenauftakt gibt es einige Daten vom US-Immobilienmarkt. Am kommenden Freitag wird der Ifo-Index zur aktuellen Lage und den Erwartungen in der deutschen Wirtschaft von Interesse sein.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 19. März 2021, soweit nicht anders angegeben.

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