Marktrückblick und -ausblick 51. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 20. bis 23. Dezember 2021

      Diese Woche: Corona trübt die Weihnachtsstimmung

Die weltweit rasante Verbreitung der Omikron-Variante hat auch in der Weihnachtswoche die Entwicklung der Kapitalmärkte bestimmt. Um die Corona-Welle zu unterbrechen haben etwa in Deutschland Bund und Länder in dieser Woche weitere Verschärfungen ab spätestens dem 28. Dezember geplant. Zur Eindämmung der neuen Corona-Variante sollen unter anderem Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene gelten. Private Zusammenkünfte sind damit nur mit maximal zehn Personen erlaubt. In den Niederlanden wurde gar ein „harter“ Lockdown verhängt.

Einige positive Nachrichten führten aber auch zu Stimmungsaufhellungen. So gab der Impfstoffhersteller Moderna bekannt, dass eine Booster-Impfung mit ihrem Impfstoff eine sehr gute Wirksamkeit auch gegen die Omikron-Variante sei. Weiterhin soll Moderna wahrscheinlich im Frühjahr 2022 einen an die Omikron-Variante angepassten mRNA-Impfstoff liefern können. Darüber hinaus wurde zum Beginn der Handelswoche der fünfte Covid-19-Impfstoff auf den Markt gebracht. Mit der Freigabe der EU-Kommission folgt das Institut der Empfehlung durch die Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Damit ist das (im Unterschied zu den mRNA-Vakzinen von Moderna und Pfizer/BioNtech) konventionell hergestellte Mittel des US-Herstellers Novavax der fünfte Impfstoff mit EU-Zulassung.

Omikron im Fokus der Kauflaune

Vor dem Hintergrund der hohen Inflationszahlen und den aktuellen Herausforderungen der Corona-Pandemie sinkt das Konsumklima-Barometer GFK in Deutschland für Januar deutlich. So ist ein Rückgang um fünf auf minus 6,8 Zähler zu verzeichnen. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 2,7 Punkte gerechnet. Die Laune der deutschen Verbraucher verschlechtert sich damit spürbar. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt im Juni 2021.

Im Vergleich dazu hat sich die Stimmung unter den US-Verbrauchern im Dezember überraschend aufgehellt. Zum Vormonat steig das Verbrauchervertrauen um 3,9 P auf 115,8 Punkte. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Joachim Nagel wird neuer Bundesbankpräsident

Auf den Rücktritt von Jens Weidmann folgt Joachim Nagel als Deutschlands neuer Bundesbankchef. 17 Jahre war der 55-Jährige bei der Deutschen Bundesbank, die letzten Jahre im Vorstand. Danach folgten Stationen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die in Expertenkreisen auch als „Zentralbank der Zentralbanken“ bezeichnet wird. Nagel gilt als erfahrene Persönlichkeit, der die Stabilität und Kontinuität der Bundesbank sichern soll.

      Aktien: Das Jahr endet mit einem Auf und Ab der Börsen

Die in den vergangenen Tagen erlebte Schaukelbörse an den europäischen Aktienmärkten setzte sich auch kurz vor Weihnachten weiter fort. Eine kräftige Jahresendrallye fällt damit für 2021 offenbar aus. Nach einem Omikron-bedingten Dämpfer zum Wochenstart folgte im Verlauf des Handels wieder einmal die kurzfristige Erholung, ausgelöst durch ermutigende Nachrichten seitens der Impfstoffhersteller. Kurz vor den Feiertagen zeigten sich damit wichtige Aktienbarometer – wie z.B. der deutsche Leitindex – nahezu unbewegt. Zur verbesserten Marktstimmung hatten auch positive Konjunkturdaten aus den USA beigetragen, etwa in Form eines angestiegenen Verbrauchervertrauens. Der japanische Leitindex Nikkei verzeichnete am Donnerstagmorgen ein Plus von knapp einem Prozent. Die Entwicklung des Dow Jones Index blieb ebenfalls unter einem Prozent. In Europa und Deutschland notierten die Indizes nahezu unverändert. Der EuroStoxx 50 und der DAX 40 legten lediglich jeweils 0,3 Prozent zu. Auch der marktbreite EuroStoxx 600 konnte zum Tagesbeginn nicht mehr als 0,3 Prozent steigen.

Zu den Wochengewinnern auf dem Frankfurter Parkett gehörten in dieser Woche MTU Aero Engines (plus 6,9 Prozent) und Delivery Hero (plus 4,9 Prozent). Das Schlusslicht des deutschen Leitindex bildeten die Automobilhersteller Porsche (minus 4,0 Prozent) und Volkswagen (minus 3,2 Prozent).

Nike Aktie legt zu: Quartalszahlen überraschen positiv

Nachdem der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike im vergangenen Herbst noch mit geschlossenen Fabriken in Südostasien zu kämpfen hatte, fielen die Umsatzerwartungen an das zweite Quartal 2021 eher verhalten aus. Aber: Dank eines starken Nordamerika-Geschäfts und trotz Corona-Krise überraschten die Quartalszahlen letztendlich die Anleger und die Aktie legte zu. Laut dem Unternehmen stieg der Nettogewinn in den drei Monaten bis Ende November um sieben Prozent auf rund 1,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz verbesserte sich um ein Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt bei 11,3 Milliarden Dollar gelegen hatten.

Oracle stemmt größte Übernahme seiner Unternehmensgeschichte

Der US-Softwareriese Oracle kauft für mehr als 28 Milliarden US-Dollar das auf Informationssysteme im Gesundheitswesen spezialisierte Unternehmen Cerner. Im Zuge der größten Übernahme der Oracle Geschichte wird das Unternehmen 95 US-Dollar je Cerner-Aktie zahlen, was einem Kaufpreis von rund 28,3 Milliarden US-Dollar entspricht. Der Deal soll im kommenden Jahr final abgeschlossen sein. Einige Analystenstimmen sehen in der Übernahme eine Stärkung der Präsenz im Gesundheitswesen und einen langfristig positiven Faktor für die Aktie.

    Renten: Anleihemärkte mit schwachem Handelsvolumen

Typischerweise geht die Handelsaktivität an den Rentenmärkten in den Tagen vor Weihnachten deutlich zurück. Es kommt kaum noch zu Neuemissionen am Primärmarkt, und auch am Sekundärmarkt sinkt die Liquidität. Das Jahr 2021 macht von diesem Muster keine Ausnahmen. Die vorweihnachtliche Handelswoche fiel bei Anleihen relativ ruhig aus, zumal es nur noch wenige Impulse in Form volkswirtschaftlicher Daten oder Zentralbankentscheidungen gab. In Prag hatte beispielsweise die Tschechische Nationalbank den Leitzins um 100 Basispunkte auf 3,75 Prozent erhöht und damit die Reihe geldpolitischer Straffungen in Ostmitteleuropa fortgesetzt. Die Region sieht sich aktuell vergleichsweise hohen Inflationsraten gegenüber.

Auch in China kam es zu einer Zinsentscheidung, allerdings mit umgedrehtem Vorzeichen: Im Kampf gegen die wirtschaftliche Abschwächung im Reich der Mitte reduzierte die People’s Bank of China (PBoC) den Zins für einjährige Ausleihungen der Geschäftsbanken um 5 Basispunkte auf 3,8 Prozent. Der Einfluss auf das Marktgeschehen war jedoch gering. Zwar kam der Schritt überraschend, wurde aber von vielen Anlegern als zu gering eingeschätzt.

Achterbahnfahrt der Türkischen Lira

Derweil hat die Türkische Lira in der vorweihnachtlichen Handelswoche an den internationalen Devisenmärkten deutlich an Boden gewonnen und die Talfahrt der vergangenen Monate zunächst gestoppt. Zur Erinnerung: Hatte man zu Dezemberbeginn noch rund 14 Lira für einen US-Dollar zahlen müssen, so waren es am vergangenen Montag schon fast 19 Lira. Hintergrund für die deutliche Abwertung war die hohe Inflation von zuletzt über 21 Prozent. Die türkische Zentralbank hatte aufgrund politischen Drucks zuletzt kaum etwas gegen die Inflation unternommen und damit den Verfall des Wechselkurses begünstigt. In der abgelaufenen Handelswoche verkündete nun die Regierung in Ankara umfängliche Maßnahmen zur Stützung der Lira. Unter anderem sollen Einlagen gegen Wechselkursschwankungen abgesichert werden. Innerhalb kurzer Zeit wertete die türkische Währung um rund 25 Prozent gegenüber US-Dollar und Euro auf. Zum Wochenausklang waren für den Erwerb eines US-Dollars noch 11 Lira notwendig.

„Sichere Häfen“ in ruhiger See

Deutlich weniger dynamisch verlief die Handelswoche bei den „sicheren Häfen“, also den Staatspapieren bonitätsstarker Schuldner. In relativ dünnem Handel stieg die Rendite für deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit von -0,385 Prozent auf -0,266 Prozent am Donnerstagmittag. Laufzeitengleiche US-Staatsanleihen verzeichneten einen Renditeanstieg um 6 Basispunkte. Hintergrund war die allgemein verbesserte Risikostimmung durch die positiven Impfstoffnachrichten sowie unterstützende Konjunkturdaten.

Italienische Staatsanleihen konnten in den vergangenen Monaten von der erhöhten politischen Stabilität, der vergleichsweise guten Pandemielage und verbesserten Wirtschaftszahlen profitieren. In der abgelaufenen Woche war nun eine leichte Gegenbewegung zu beobachten. Zehnjährige italienische Anleihen, sog. BTPs, verzeichneten einen Renditeanstieg um knapp 14 Basispunkte. Hintergrund waren verschiedene Stimmen aus der Europäischen Zentralbank (EZB), wonach die Anleihekäufe möglicherweise schneller als geplant gekürzt werden könnten, sollte sich die Inflation nicht wie erwartet beruhigen. Angesichts des hohen Schuldenstand der Regierung in Rom könnten, so die Vermutung der Marktteilnehmer, BTPs davon überproportional stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Euro legte vor diesem Hintergrund in der abgelaufenen Woche etwas zu. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich gegenüber dem Greenback leicht von 1,124 auf zuletzt 1,133 US-Dollar.

      Ausblick auf die kommende Woche: Letzte Konjunkturdaten für das Jahr 2021

Zum Ende des Börsenjahres 2021 erwarten uns nur noch wenige Konjunkturdaten. Wir beginnen die Woche mit den Einzelhandelsumsätzen aus Japan und Deutschland. An Silvester folgen die Zahlen zum Einkaufsmanagerindex aus China.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 23. Dezember 2021, soweit nicht anders angegeben.

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