Marktrückblick und -ausblick 31. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 02. bis 06. August 2021

    Diese Woche: Freundliche Stimmung setzt sich durch

Die Märkte befinden sich mitten in der Sommerpause. Dennoch unterstützt die sehr gut verlaufende Quartalsberichterstattung der Unternehmen die globalen Aktienmärkte und überschattet damit die weltweit wieder ansteigenden Corona-Neuinfektionen. So erzielten der marktbreite STOXX Europe 600- und der für US-Technologiewerte repräsentative Nasdaq 100-Index in der Berichtswoche einen Rekordstand. Die Schwäche an den asiatischen Börsen vermochte kaum mehr zu beeindrucken. An den Staatsanleihemärkten legten die Notierungen ebenfalls zu. Deutsche Bundesanleihen waren gefragt, deren Zehnjahresrendite fiel in der Berichtswoche bis auf minus 0,5 Prozent.

Konjunkturdaten

Die Konjunkturdaten waren in der Berichtswoche hinsichtlich ihrer Anzahl eher übersichtlich. Bei den am US-Arbeitsmarkt mit Spannung erwarteten neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft wurden im Juli die Erwartungen mit 943.000 zusätzlichen Jobs weitaus übertroffen. Der über die Agentur Bloomberg ermittelte Konsens lag bei 870.000.

Beim ISM-Index in den Vereinigten Staaten ergab sich für Juli ein gemischtes Bild. Während das Verarbeitende Gewerbe unterhalb des Vormonatswertes und auch der Erwartungen lag, konnte die Dienstleistungskomponente deutlich zulegen. Mit einem Zuwachs von vier Punkten gegenüber dem Juni gab es dort einen kräftigen Schub, der vor allem in der Arbeitskomponente wiederzufinden war.

In China konnte der Chaixin Einkaufsmanagerindex im Juli überzeugen und stieg - sowohl bei den Dienstleistungen als auch beim Verarbeitenden Gewerbe überraschend deutlich an. Allerdings wurden die Daten vor der jüngsten Corona-Ausbreitung erhoben.

Der Auftragseingang in Deutschlands Industrie konnte im Juni mit plus 4,1 Prozent überzeugen. Unter den Erwartungen lag hingegen die deutsche Industrieproduktion im gleichen Monat. Die Schätzungen gingen gegenüber Mai von einem leichten Plus von 0,5 Prozent aus, zeigten sich mit minus 1,3 Prozent dann aber deutlich schlechter. Vor allem leidet die Automobilproduktion unter dem nach wie vor grassierenden Mangel an Elektrochips.

Die Einzelhandelsumsätze im Euroraum lagen im Juni mit fünf Prozent hingegen leicht über den Schätzungen.

    Aktien: STOXX Europe 600- und Nasdaq 100-Index mit Rekordständen

Die Aktienmärkte entwickelten sich in der Berichtswoche überwiegend positiv. Die Unsicherheit hinsichtlich der Delta-Ausbreitung des Corona-Virus wurde hier und da thematisiert, konnte aber den über die Woche anhaltenden Aufwärtstrend nicht stoppen. Die Anleger investieren weiter in weltweit anlegende Aktienfonds. Auch die Regulierungsproblematik in China lag für die US- und auch die europäischen Märkte zuletzt in weiter Ferne. Die nach wie vor sehr erfreulichen Unternehmensergebnisse zum 2. Quartal sorgten für eine gute Unterstützung. So haben aktuell knapp 90 Prozent der im S&P 500-Index gelisteten Unternehmen berichtet. 84 Prozent konnten beim Umsatz, 86 Prozent beim Gewinn positiv überraschen. Beim EURO STOXX 50-Index waren es bislang 78 bzw. 79 Prozent. Somit wurden in der Berichtswoche neue Höchstmarken erzielt. In den USA schwang sich der Nasdaq 100-Index zu neuen Höhen auf, während S&P 500-Index sowie der Dow Jones Industrial Average bis zum Freitagsstart noch nahezu unverändert lagen. Im Euroraum stieg der marktbreite STOXX Europe 600-Index am Donnerstag auf ein Rekordhoch. Insgesamt war es für die Aktionäre eine recht erfreuliche Woche, der MSCI-World-Index legte 1,1 Prozent zu

Technologie vorne, Allianz und Bayer im Minus

Dies spiegelte sich auch in der Branchenentwicklung des STOXX Europe 600-Index wider. Aktien aus dem Technologiesektor (plus 3,4 Prozent) sowie von Finanzdienstleistern (plus 3,0 Prozent) waren am stärksten nachgefragt. Immobilientitel folgten mit einem Zuwachs von 2,9 Prozent. Leicht im roten Bereich lagen hingegen Corona-bedingt wieder einmal die Reise- und Freizeitwerte sowie Nahrungsmittel und Getränke (minus 0,4 bzw. minus 0,3 Prozent). Ansonsten befanden sich alle anderen Branchen im Plus.

Mit Blick auf die DAX-Titel lag Infineon als Vertreter der Technologietitel mit einem Plus in Höhe 11,2 Prozent auf Wochensicht deutlich vorne. Dahinter rangierte Merck, die vom Boom der Impfstoffforschung profitieren. Im Rahmen einer Erhöhung der Jahresprognose legte die Aktie um 7,1 Prozent zu. Auch die Siemens-Aktie stieg im Rahmen der Q2-Berichterstattung um 6,1 Prozent an. Es gab aber auch einige Papiere, die unter Verkaufsdruck gerieten. Etwa die Allianz, die sich Presseberichten zufolge in den USA den Klagen von Großanlegern ausgesetzt sieht. Das Unternehmen soll sich Meldungen zufolge nicht an Richtlinien bzw. Zusagen bei der Anlagestruktur eines Fonds gehalten haben. Das US-Justizministerium hat sich nunmehr in die Ermittlungen eingeschaltet. Die Allianz-Aktie verlor 5,5 Prozent. Darüber hinaus konnte Bayer im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat im 2. Quartal nicht überzeugen. Die Aktie gab 5,8 Prozent ab und lag an der Spitze der wöchentlichen DAX-Verlierer.

Mit plus 1,3 Prozent Zugewinn (Stand 15.750 Punkte am Freitagvormittag) ist der DAX30-Index mittlerweile nicht mehr weit von seinem Höchststand bei 15.810 Punkten entfernt.

    Renten: Bundesanleihen gefragt, Rendite bei minus 0,5 Prozent

In der Berichtswoche setzte sich der Renditerückgang im Euroraum unvermindert fort, die Staatsanleihen verzeichneten weitere Kursgewinne. Die deutsche Zinskurve tendierte über die langen Fälligkeiten etwas flacher, zuletzt befanden sich sämtliche Laufzeiten im negativen Renditebereich. Geringe Umsätze im Rahmen der Sommerpause, die Nachfrage nach sicheren Bonds vor dem Corona-Hintergrund und vor allen die Europäische Zentralbank, die im Rahmen ihrer Ankaufprogramme weiter fleißig Bundesanleihen einsammelt, waren für diese Entwicklung verantwortlich. Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten zeitweise mit minus 0,5 Prozent. Auch in der Euro-Peripherie überwog das Kaufinteresse, dort waren ebenfalls rückläufige Renditen zu verzeichnen. Die Risikoaufschläge (Spreads) zu Bundesanleihen haben sich im Wochenverlauf dabei sogar ein wenig eingeengt. Aus Gesamtmarktsicht legte der iBoxx Euro Sovereign-Index bis Donnerstagabend um 0,6 Prozent zu.

Der US-Staatsanleihemarkt tendierte weniger erfreulich. Dort kam es in den kurzen bis mittleren Laufzeiten zu einem leichten Renditeanstieg, der bei Fälligkeiten von fünf Jahren mit vier Basispunkten am deutlichsten ausfiel. Somit hat sich die Entwicklung im Euroraum zuletzt von den Vorgaben des US-Marktes abgekoppelt.

    Ausblick auf die kommende Woche

Die Zahl der in der neuen Handelswoche anstehenden wichtigen Konjunkturdaten ist sehr überschaubar. Hierzu gehören am Mittwoch die US-Verbraucherpreise für den Juli. Der zuletzt stark nach oben gerichtete Preistrend sollte an Dynamik verlieren. So waren beispielsweise jüngst die Gebrauchtwagenpreise heißgelaufen. Dennoch dürfte beim Preisanstieg angesichts eingeschränkter Lieferketten und der Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten noch keine Entwarnung gegeben werden. Der Konsens rechnet gegenüber dem Vorjahr mit einem geringen Rückgang auf hohem Niveau. Darüber hinaus wird zum Wochenschluss das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen veröffentlicht.

Aus Deutschland kommen am Dienstag die ZEW-Konjunkturerwartungen. Ansonsten dürften sich die Märkte weiter im Sommermodus bewegen.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 6. August 2021, soweit nicht anders angegeben.

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