Marktberichte Mai 2020

Aktien: Erholung setzt sich fort

Renten: Kernländer kaum verändert, Europeripherie gefragt

Aktienmärkte: Trotz unvermindert schlechter Konjunkturdaten haben die Aktienmärkte im Mai ihre Erholungsbewegung fortgesetzt. Graduelle Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen sowie Stützungsmaßnahmen von geld- und fiskalpolitischer Seite unterstützten. In Europa sorgte die Ankündigung eines EU-Wiederaufbaufonds für Zuversicht.

Rentenmärkte: Sowohl US-amerikanische Schatzanweisungen als auch deutsche Bundesanleihen handelten im Mai in sehr engen Bahnen. Die Aussicht auf den EU-Wiederaufbaufonds ließ die Anleger im Rahmen des Niedrigzinsumfeldes zu Euro-Peripherieanleihen greifen. Dort kam es zu deutlichen Renditerückgängen.

Europa

Erholung an Europas Märkten setzt sich fort

Die europäischen Aktienmärkte habe sich im Mai weiter erholt und im Plus geschlossen. So konnte sich der EURO STOXX 50-Index um 4,2 Prozent verbessern. Trotz der Fortschritte notiert das Börsenbarometer seit Jahresbeginn weiter im Minus. Selbiges gilt für den breiter aufgestellten STOXX Europe 600-Index, der im Berichtsmonat mit einem Zuwachs von 3,0 Prozent aufwarten konnte.

Für die positive Börsenstimmung haben unter anderem Fortschritte im Kampf gegen das Corona-Virus gesorgt. So wurden bereits im April erste graduelle Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen verkündet und zu Beginn des Monats Mai auch umgesetzt. Auch erste Grenzöffnungen wurden bekannt gegeben und Fluglinien nahmen teilweise wieder den Betrieb auf. Somit verdichteten sich die Anzeichen, dass die die stark betroffene Tourismus-Industrie insbesondere in südeuropäischen Staaten wie Italien und Spanien wieder langsam in Gang kommt.

Ebenfalls unterstützend wirkte die Ankündigung eines europäischen Wiederaufbaufonds, den Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron vorgeschlagen hatte. Dieser soll ein Volumen von 500 Milliarden Euro beinhalten. Konkret sollen die Mittel über die EU-Kommission am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Mit diesem Geld sollen über Kredite und Zuschüsse von den Mitgliedstaaten aufgelegte Anti-Krisen-Projekte finanziert werden. Die EU-Kommission hat ihren eigenen Vorschlag dazu aufgelegt. Allerdings übten Österreich, die Niederlande, Schweden und Dänemark Kritik und unterbreiteten einen alternativen Vorschlag, der auf Kredite setzt. Die weitere Vorgehensweise soll unter anderem auf dem EU-Gipfel Mitte Juni diskutiert werden.

Die Aktienmärkte lassen sich aktuell weniger von der negativen Wirtschaftsentwicklung beeinflussen, sondern vielmehr vom Rückgang der Neuinfektionszahlen und den Lockerungen sowie von positiven Nachrichten zur Impfstoffentwicklung. Auch profitieren die Börsen von den massiven geld- und fiskalpolitischen Hilfsmaßnahmen. Es ist daher vorerst mit weiter tendenziell steigenden Märkten in den Industrieländern zu rechnen.

Deutschland

Erholung bei deutschen Aktien setzt sich fort

Der deutsche Aktienmarkt konnten sich im Mai weiter stabilisieren und nähert sich langsam den Niveaus aus der Zeit vor der Corona-Krise an. Der DAX 30-Index mit den 30 größten gelisteten deutschen Unternehmen gewann 6,7 Prozent hinzu und ist nur noch knapp 300 Punkte von seinem Ende Februar erreichten Stand entfernt. Eine Steigerung von 10,2 Prozent konnte der MDAX-Index für sich verbuchen. Firmen mit niedriger Marktkapitalisierung, repräsentiert im SDAX-Index, verteuerten sich um 9,3 Prozent. Ebenso konnte der Technologiewerte-Index TecDAX 11,6 Prozent zulegen.

Bedingt durch rückläufige Infektionszahlen, auch in anderen europäischen Ländern, wurden vielerorts die Eindämmungsmaßnahmen gegen das Corona-Virus gelockert. Folgerichtig wurden auch erste Grenzöffnungen bekanntgegeben, Fluglinien erhöhen die Zahl ihrer Flugbewegungen. Die Bundesregierung plante überdies, die Reisewarnung für europäische Länder ab Mitte Juni aufzuheben. Davon erhofften sich unter anderem Unternehmen aus der angeschlagenen Tourismus-Branche Rückenwind. Aktien der Lufthansa verbesserten sich um 9,1 Prozent, auch weil Berichtsmonat ein staatliches Hilfspaket für die größte deutsche Fluglinie auf den Weg gebracht wurde.

Positiv aufgenommen an den Finanzmärkten wurde der von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron angekündigte europäische Wiederaufbaufonds im Volumen von 500 Milliarden Euro. Dieser soll angeschlagene EU-Länder unterstützen. Die EU-Kommission legten einen um weitere Hilfen ergänzten Vorschlag für einen Wiederaufbaufonds auf. Allerdings gab es gegen die Pläne Widerstand, etwa von Österreich, Schweden, Dänemark und den Niederlanden, die einen alternativen Lösungsvorschlag unterbreiteten.

Ermutigende Signale kamen auch von besseren Frühindikatoren: Sowohl die ZEW-Konjunkturerwartungen als auch der ifo-Geschäftsklima-Index verbesserten sich spürbar.

Die lockere Geldpolitik und die zunehmenden Hinweise auf eine konjunkturelle Erholung signalisieren bessere Perspektiven für die deutschen Börsen. Allerdings könnte die Gefahr einer zweiten Corona-Welle für neue Unsicherheit an den Märkten sorgen.

Osteuropa

Osteuropäische Aktienmärkte legen weiter zu

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben im Berichtsmonat zunächst Verluste verzeichnet, sich danach aber stabilisiert und mit deutlichen Kursgewinnen den Monat beendet. Der MSCI EM Eastern Europe-Index legte in Lokalwährung 3,9 Prozent zu. Grund waren abnehmende Neuinfektionszahlen in Europa und Asien sowie damit einhergehend die Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen. Dadurch haben sich die Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung verbessert. Während die Frühindikatoren in wichtigen Wirtschaftsregionen etwas anzogen, spiegelten die aktuellen Konjunkturzahlen die Tiefe des Einbruchs wider.

In Moskau stieg der russische Aktienmarkt (MOEX-Index) in Lokalwährung um 3,2 Prozent. Russland zählt zu den von der Corona-Pandemie weltweit am stärksten betroffenen Ländern und verzeichnete im Berichtsmonat immer noch hohe Neuinfektionszahlen. Die russische Zentralbank stellte eine weitere deutliche Leitzinssenkung im Juni in Aussicht, was den Kursen von russischen Anleihen Auftrieb verlieh. Am Aktienmarkt sorgte die Erholung des Ölpreises für steigende Kurse von Energietiteln wie Gazprom. Die Rohölpreise erholten sich aufgrund von Förderkürzungen von wichtigen Produzenten. Zudem stabilisierte sich die Nachfrage auf niedrigem Niveau.

In Warschau gewann der WIG20-Index in Lokalwährung 4,4 Prozent. Die Zentralbank entschied Ende Mai, den Leitzins um 40 Basispunkte auf das Rekordtief von 0,1 Prozent zu senken. Dies kam für den Markt völlig überraschend und zeigt die Besorgnis der Währungshüter über das Ausmaß der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft. In Budapest gewann der BUX-Index 2,0 Prozent. Die ungarische Zentralbank hatte ihren Leitsatz auf ihrer Zinssitzung im Mai – anders als die polnische Zentralbank – unverändert belassen.

Die Kursentwicklung an den osteuropäischen Börsen dürfte schwankungsanfällig bleiben und von den Normalisierungsfortschritten im Zusammenhang mit den Corona-Eindämmungsmaßnahmen sowie von der Entwicklung im Handelskonflikt zwischen China und den USA abhängen.

USA

US-Börsen bauen Gewinne aus

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Mai die Kursgewinne des Vormonats ausgebaut. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 4,3 Prozent höher, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 4,5 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite verbesserte sich um 6,8 Prozent. Besonders gut entwickelten sich Unternehmen aus dem Konsumbereich sowie aus den Sektoren IT und Grundstoffe. Finanz- und Energietitel blieben hingegen hinter dem Gesamtmarkt zurück. Ursächlich für die positive Börsenstimmung waren Fortschritte im Kampf gegen die Corona-Pandemie sowie Unterstützungsmaßnahmen der Regierung und der US-Notenbank Fed.

Für Verunsicherung hatte zwischenzeitlich die Sorge um eine Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und China gesorgt. US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt Peking vorgeworfen, zu wenig gegen die Ausbreitung der Pandemie unternommen zu haben, und mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht. Das Corona-Virus hat der US-Ökonomie schweren Schaden zugefügt. Seit März haben rund 40 Millionen Bürger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt, die Wirtschaftsleistung dürfte im Jahr 2020 um sieben Prozent einbrechen.

Optimismus verbreiteten Nachrichten des US-Pharmaunternehmens Moderna, das bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus über positive Ergebnisse in der klinischen Phase 1-Studie berichtete. Die Moderna-Aktie stieg in der Spitze auf 87 US-Dollar an, gab die Gewinne in Teilen aber wieder ab. Zum Vergleich: Zum Jahresauftakt 2020 notierte das Papier noch knapp unterhalb von 20 US-Dollar.

Aktuell sind im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie erste Fortschritte erkennbar. Bestätigt sich dieser Trend, dann dürften zusätzliche Spielräume zur weiteren Öffnung der US-Ökonomie nach dem so genannten Lockdown entstehen. Erst diese Verbesserung legt den Grundstein für eine nachhaltige konjunkturelle Erholung und damit eine Verstetigung der Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten. Bis dahin dürften die Notierungen schwankungsanfällig bleiben.

Fernost

Spannungen zwischen USA und China belasten asiatische Börsen

Die asiatischen Aktienmärkte haben im Mai gegen den Trend leicht an Boden verloren. Der MSCI Far East ex Japan-Index verlor im Berichtsmonat in Lokalwährung gerechnet 0,8 Prozent. Dafür waren aber weniger die Folgen der Corona-Pandemie ursächlich. Die Infektionszahlen in Asien sind zumeist deutlich zurückgegangen, und in vielen Ländern hat eine schrittweise Normalisierung des Wirtschaftslebens eingesetzt. Als Belastungsfaktor erwies sich aber neue Spannungen zwischen den USA und China sowie zwischen China und Hongkong. So hat der chinesische Volkskongress ein Sicherheitsgesetz verabschiedet. Damit ist das Prinzip von „ein Land, zwei Systeme“ infrage gestellt. US-Außenminister Mike Pompeo sagte, der Sonderstatus von Hongkong in den Wirtschaftsbeziehungen zu den USA sei damit nicht mehr aufrechtzuerhalten. Dies hätte für Hongkong als wichtigem Finanzplatz in Asien schwerwiegende Konsequenzen. Auch wurde am Markt befürchtet, dass das im Januar unterzeichnete Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den beiden Ländern nicht umgesetzt wird.

Darüber hinaus sorgte eine Gesetzesvorlage des US-Senats für Verunsicherung, wonach in den USA gelistete Aktien chinesischer Unternehmen vom Handel an US-Börsen ausgeschlossen werden könnten. Dies würde etwa Aktien von Alibaba oder JD.com treffen.

Der Shanghai Composite-Index gab im Berichtsmonat in Lokalwährung um 0,3 Prozent nach. Der Hang Seng-Index verlor sogar 6,8 Prozent. Schwächer tendierten auch die Aktienkurse in Singapur. In Singapur fiel der Straits Times-Index auf Lokalwährungsbasis um 4,3 Prozent. Dagegen legte in Seoul der Kospi 200-Index um 3,9 Prozent zu. Marktbeobachter verwiesen auf die vergleichsweise günstige Bewertung vieler Titel und das gestiegene Interesse von südkoreanischen Privatanlegern. Zu den größten Gewinnern zählten IT- und Biotechunternehmen.

Die Kursentwicklung an den asiatischen Börsen dürfte schwankungsanfällig bleiben. Ein möglicher Belastungsfaktor ist eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China, während das Niedrigzinsumfeld und Fortschritte in der Konjunkturerholung stützend wirken dürften.

Japan

Japanischer Aktienmarkt steigt auf Dreimonats-Hoch

Japans Aktienmarkt hat im Mai nach einem holprigen Start ein Drei-Monats-Hoch erreicht. Der Nikkei 225-Index gewann in Lokalwährung 8,3 Prozent und der breit gefasste Topix-Index stieg um 6,8 Prozent. Dies trotz zunehmender Spannungen zwischen den USA und China sowie Aussagen von US-Präsident Trump, die den Sonderstatus von Hongkong in den Beziehungen zu den USA relativierten. Der chinesische Volkskongress hatte Mitte Mai stärkere Durchgriffsrechte in Hongkong aus Gründen der Staatssicherheit beschlossen. Dadurch werde die Autonomie beeinträchtigt, so Trump. Die frühere britische Kronkolonie ist ein wichtiges Finanzzentrum in Asien und profitiert davon durch bevorzugte Handelsbeziehungen mit den USA.

Für Zuversicht unter den Investoren sorgten dagegen vor allem zwei Faktoren. So gingen in Japan die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Corona-Neuinfektionszahlen wieder zurück, und die japanische Regierung beendete den allgemeinen Notstand. Auch stieg die Hoffnung, dass sich die Weltwirtschaft nach erfolgreichen Eindämmungsmaßnahmen in Europa und Asien rasch erholen könnte. Am japanischen Aktienmarkt waren insbesondere zyklische Aktien etwa aus dem Stahl- und Finanzsektor sowie Ausrüster für den Transportsektor rege gesucht.

Auftrieb für die Aktienkurse brachte zudem ein weiteres, von der Regierung geplantes Stimulus-Paket für Japans Wirtschaft. Umgerechnet fast eine Billion Euro oder rund 20 Prozent der Wirtschaftsleistung sollen etwa ins Gesundheitswesen oder in die Unterstützungen für kleinere und mittelgroße Unternehmen fließen. Zur Finanzierung sollen im laufenden Jahr zusätzlich 31,9 Billionen Yen (271 Milliarden Euro) an Staatsanleihen ausgeben werden. Laut Kapitalmarktstrategen dürfte der Schuldenberg in diesem Jahr etwa 250 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen. Es wird erwartet, dass die japanische Notenbank (BoJ) die Kreditkosten durch umfangreiche Anleihekäufe niedrig halten.

Für den japanischen Aktienmarkt dürfte kurzfristig entscheidend sein, ob die Fortschritte in den Corona-Lockerungsmaßnahmen anhalten, und wie sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China entwickelt.

Weltweit

Globale Aktienmärkte auf Erholungskurs

Die globalen Aktienmärkte haben im Mai an die Gewinne des Vormonats angeknüpft und im Plus geschlossen. Unter dem Strich verbesserte sich der MSCI World-Index in lokaler Währung um 4,5 Prozent. Vor allem Fortschritte im Kampf gegen das Corona-Virus sorgten vielerorts für eine positive Börsenstimmung.

Auch in die US-amerikanischen Aktienmärkte konnten die Kursgewinne des Vormonats ausbauen. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 4,3 Prozent höher, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 4,5 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite verbesserte sich um 6,8 Prozent. Besonders gut entwickelten sich Unternehmen aus dem Konsumbereich sowie aus den Sektoren IT und Grundstoffe. Finanz- und Energietitel blieben hingegen hinter dem Gesamtmarkt zurück.

In Europa konnte sich der EURO STOXX 50-Index um 4,2 Prozent verbessern. Trotz der Fortschritte notiert das Börsenbarometer seit Jahresbeginn weiter im Minus. Selbiges gilt für den breiter aufgestellten STOXX Europe 600-Index, der im Berichtsmonat mit einem Zuwachs von 3,0 Prozent aufwarten konnte. Unterstützend wirkte die Ankündigung eines europäischen Wiederaufbaufonds, den Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron vorgeschlagen hatte. Dieser soll ein Volumen von 500 Milliarden Euro beinhalten.

Am japanischen Aktienmarkt verbesserte sich der Nikkei 225-Index um 8,3 Prozent. Die Börsen der Schwellenländer verbesserten sich, gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung, um 0,5 Prozent.

Die Aktienmärkte lassen sich aktuell weniger von der negativen Wirtschaftsentwicklung beeinflussen, sondern vielmehr vom Rückgang der Neuinfektionszahlen und den Lockerungen sowie von positiven Nachrichten zur Impfstoffentwicklung. Auch profitieren die Börsen von den massiven geld- und fiskalpolitischen Hilfsmaßnahmen. Es ist daher vorerst mit weiter tendenziell steigenden Märkten in den Industrieländern zu rechnen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Peripherieanleihen waren gefragt

Rückläufige Infektionszahlen gaben den europäischen Ländern die Möglichkeit zu Lockerungsmaßnahmen. Trotz der schwachen aktuellen konjunkturellen Lage blickten viele Anleger zuversichtlich nach vorn und wagten sich wieder stärker ins Risiko. Die als sicher geltenden Anleihen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden verbuchten daher Kursverluste. Zur Finanzierung der Hilfsmaßnahmen wurden weiterhin viele neue Anleihen begeben. Gerade zu Monatsbeginn lastete diese hohe Neuemissionstätigkeit noch auf den Kursen, vor allem bei Titeln aus den Peripherieländern. Hinzu kam die Sorge vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens aufgrund der stark steigenden Staatsverschuldung. Die großen Ratingagenturen verwiesen noch einmal darauf, dass nicht allein die Verschuldung maßgebend sei. Zudem betonten sie, man wolle die Debatte um mögliche Transferzahlungen innerhalb des Euroraums noch abwarten.

Und tatsächlich, Deutschland und Frankreich arbeiteten einen Vorschlag aus, der Hilfszahlungen für stark vom Corona-Virus betroffene Regionen vorsieht, die nicht kreditfinanziert sind. Dies wurde schnell als möglicher Dammbruch hin zu einer Transferunion gewertet. Anleger fragten daraufhin verstärkt Anleihen aus den Peripherieländern nach. Die größten Profiteure eines solchen Programms wären Spanien und Italien. Zum Monatsende präsentierte die EU-Kommission einen noch umfangreicheren Plan. Widerstand kam von den „sparsamen Vier“, angeführt von den Niederlanden, die sich noch an einigen Punkten stören, jedoch auch kompromissbereit zu sein scheinen.

Darüber hinaus wuchs der Druck auf die Europäische Zentralbank, ihr Ankaufprogramm PEPP aufzustocken. Zwischenzeitlich sorgte auch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum 2015 aufgelegten Kaufprogramm für Euro-Staatsanleihen (PSPP) für mehr Volatilität. Im Vorgriff auf neue Tendergeschäft waren vor allem kurzfristige Anleihen, insbesondere aus Italien gefragt. Peripherieanleihen legten daher im Mai um 1,8 Prozent zu, während Kernanleihen 0,6 Prozent abgaben. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index bedeutete dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 0,3 Prozent.

USA

Fed spricht sich gegen negative Leitzinsen aus

US-Staatsanleihen handelten im Mai in vergleichsweise engen Bahnen seitwärts. Die täglichen Kursausschläge waren gering. An kursbewegenden Themen mangelte es nicht, jedoch hielten sich die Einflussfaktoren letztlich die Waage. Zur engen Handelsspanne dürfte auch die US-Notenbank mit ihren Ankäufen einen wichtigen Teil dazu beigetragen haben. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Rendite zehnjähriger US-Schatzanweisungen lediglich um einen Basispunkt auf 0,65 Prozent an.

Bei den zweijährigen Papieren fiel die Rendite von 0,20 auf 0,16 Prozent. Der Großteil der Marktteilnehmer hält negative Leitzinsen auch in den USA für möglich. Jedoch versuchten gleich mehrere Mitglieder der US-Notenbank Fed diese Debatte abzuwürgen. Nach den Beobachtungen anderer Währungsmärkte sei man zum Schluss gekommen, dass der mögliche konjunkturell positive Effekt einer solchen Maßnahmen die negativen Auswirkungen auf den Bankensektor wohl nicht kompensieren würde. Die Fed konnte die Zweifel der Marktteilnehmer damit aber nicht gänzlich ausräumen. Wahrscheinlicher ist es, dass die US-Währungshüter eine sogenannte „Forward Guidance“ geben werden. Sie dürften den Marktteilnehmern also für eine lange Zeit einen niedrigen Zins versprechen. Ansonsten sagte Fed-Chef Powell, die US-Wirtschaft stehe vor besorgniserregenden Herausforderungen.

Auch auf der politischen Seite blieb es durchaus unruhig. Im Handelsstreit zwischen China und den USA wurde die Gangart abermals verschärft. China will den halbautonomen Status von Hongkong durch ein neues Sicherheitsgesetz einschränken, was bei den Amerikanern auf wenig Gegenliebe stieß. Die USA hingegen wollen keine als sicherheitskritisch definierten Halbleiterprodukte mehr an einen bedeutenden chinesischen Smartphone-Hersteller (Huawei) liefern. Auch innenpolitisch zog Donald Trump die Zügel an, nachdem es landesweit zu einer Protestwelle gegen Polizeigewalt kam.

Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Staatsanleihen im Mai letztlich 0,3 Prozent an Wert.

Weltweit

Risiko gesucht

US-Staatsanleihen handelten im Mai in vergleichsweise engen Bahnen seitwärts. An kursbewegenden Themen mangelte es nicht, jedoch hielten sich die Einflussfaktoren letztlich die Waage. Zur engen Handelsspanne dürfte auch die US-Notenbank mit ihren Ankäufen beigetragen haben. Bei den zweijährigen Papieren fiel die Rendite leicht. Der Großteil der Marktteilnehmer hält negative Leitzinsen auch in den USA für möglich. Jedoch versuchten gleich mehrere Mitglieder der US-Notenbank Fed diese Debatte abzuwürgen. Die Fed konnte die Zweifel der Marktteilnehmer aber nicht gänzlich ausräumen. Ansonsten sagte Fed-Chef Powell, die US-Wirtschaft stehe vor besorgniserregenden Herausforderungen. Auch auf der politischen Seite blieb es durchaus unruhig. Im Handelsstreit zwischen China und den USA wurde die Gangart abermals verschärft. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Staatsanleihen im Mai letztlich 0,3 Prozent an Wert.

Rückläufige Infektionszahlen gaben den europäischen Ländern die Möglichkeit zu Lockerungsmaßnahmen. Trotz der schwachen aktuellen konjunkturellen Lage blickten viele Anleger zuversichtlich nach vorn und wagten sich wieder stärker ins Risiko. Die als sicher geltenden Anleihen verbuchten daher Kursverluste. Zur Finanzierung der Hilfsmaßnahmen wurden weiterhin viele neue Anleihen begeben, was anfänglich auf den Kursen lastete. Hinzu kam die Sorge vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens aufgrund der stark steigenden Staatsverschuldung. Die großen Ratingagenturen warteten jedoch ab und verwiesen auf mögliche Transferzahlungen innerhalb des Euroraums. Und tatsächlich, Deutschland und Frankreich arbeiteten einen entsprechenden Vorschlag aus. Anleger fragten daraufhin verstärkt Anleihen aus den Peripherieländern nach. Darüber hinaus wuchs der Druck auf die Europäische Zentralbank, ihr Ankaufprogramm PEPP aufzustocken. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index bedeutete dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 0,3 Prozent.

Unternehmensanleihen legten 0,2 Prozent zu. Anleihen aus den Schwellenländern verteuerten sich aufgrund der Suche nach Rendite sogar um sechs Prozent.

Unternehmensanleihen

Leichte Zugewinne im Mai

Im Mai zeigte sich am europäischen Unternehmensanleihemarkt ein zweigeteiltes Bild. Zunächst waren rückläufige Notierungen zu beobachten. Die allgemeine Renditeentwicklung war nach oben gerichtet. Die richtungsweisenden deutschen Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit erlitten Kursverluste, die Rendite stieg um 15 auf minus 45 Basispunkte an.

In der zweiten Monatshälfte führte die freundliche Marktstimmung dann zu leichten Zugewinnen. Auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ging der Markt für Investment Grade-Papiere mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent aus dem Berichtsmonat. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) verringerten sich um zehn auf 134 Basispunkte.

Für die in der ersten Maihälfte zunächst leicht abwärts gerichtete Marktbewegung war in erster Linie der Primärmarkt verantwortlich. Ein hohes Angebot an neuen Unternehmenspapieren belastete trotz der Ankäufe der Europäischen Zentralbank. Auch drückte die zunehmende Verstimmung zwischen den USA und China auf die Stimmung. Der dann in der zweiten Monatshälfte vorgestellte deutsch-französische Vorschlag zum EU-Wiederaufbaufonds stabilisierte die Peripherie und stützte letztlich damit auch den europäischen Kreditmarkt. Zudem hatte sich in der letzten Maiwoche das Angebot an neuen Unternehmensanleihen deutlich verringert und somit den Sekundärmarkt entlastet. Zur Entspannung trug zum Monatsende wohl auch die Ratinglage bei. Die Zahl der von einer Herabstufung in den High Yield Bereich betroffenen Unternehmen ist sowohl im Euroraum als auch in den USA zuletzt sehr deutlich zurückgegangen.

Bei den Untersektoren konnten vor allem hochverzinsliche Papiere von der risikofreudigen Stimmung profitieren und auf Indexebene (ICE BofA Euro-High Yield-Index, HEAG) um 2,7 Prozent zulegen. Die Risikoprämien fielen von 500 auf 443 Basispunkte. Im Bereich der Nachranganleihen wiesen in erster Linie Industrietitel mit plus 1,8 Prozent (ICE BofA ENSU-Index) merkliche Zugewinne auf. Branchenseitig waren gegen Monatsende insbesondere Anleihen aus zyklischen Geschäftsbereichen gesucht.

Emerging Markets

Papiere mit Risikoaufschlag gesucht

Trotz der aktuellen schwachen konjunkturellen Lage blickten viele Anleger zuletzt zuversichtlich nach vorn und wagten sich daher wieder stärker ins Risiko. In diesem Umfeld handelten US-Staatsanleihen in vergleichsweise engen Bahnen seitwärts. Die auch als sicher geltenden Anleihen aus Deutschland verbuchten Kursverluste. Im Gegenzug setzten Schuldverschreibungen aus den Schwellenländern ihre Erholungsbewegung fort. Eine insgesamt bessere Risikostimmung unterstützte weiterhin das Marktsegment. Vor allem zuvor unter Druck geratene Titel konnten wieder zulegen. Auf Länderebene haben sich im relativen Vergleich zuletzt Tschechien, Taiwan, Israel, Aserbeidschan und China sehr robust entwickelt. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verbuchten Hartwährungstitel im Monatsvergleich ein Plus von 6,1 Prozent. Die Risikoaufschläge engten sich um 95 auf 515 Basispunkte ein. Zudem zeigte sich die Anzahl jener Titel mit einem Risikoaufschlag von über tausend Basispunkten stark rückläufig. Dennoch dominierten ratingseitig vor allem Herabstufungen das Markgeschehen. Hinsichtlich der Marktliquidität besteht am Sekundärmarkt noch durchaus Luft nach oben. Am Primärmarkt hingegen nutzen einige Emittenten das Umfeld für neue Platzierungen.

Unter geldpolitischen Gesichtspunkten blieb der Zinssenkungstrend in den Schwellenländern in Takt. So reduzierten beispielsweise die Währungshüter in Brasilien, Indien, Mexiko, Polen, Russland und der Türkei den geldpolitischen Schlüsselsatz. Trotz der Zinssenkungen führten der Mexikanische Peso und der Russische Rubel währungsseitig die Gewinnerliste an. Die Valuten aus Mexiko und Russland gewannen im Mai gegenüber dem Euro 7,6 und 4,7 Prozent hinzu. Die russischen Notenbanker kommen am 19. Juni zu ihrer nächsten regulären Leitzinsentscheidung zusammen. Anders als in einigen anderen Schwellenländern senkten diese den Leitzins bisher nur moderat um 50 Basispunkte auf 5,5 Prozent. In Mexiko erwies sich eine ebenfalls eher als konservativ einzustufende geldpolitische Haltung zumindest bisher auch als Unterstützungsfaktor. Der Argentinische Peso hingegen bildete das Schlusslicht am Währungsmarkt.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Mai 2020, soweit nicht anders angegeben.

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