MarktTicker 15. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 12. bis 16. April 2021

    Diese Woche: Der Höhenflug an den Aktienbörsen setzt sich fort

Der Höhenflug an den Aktienmärkten setzte sich in der Berichtswoche fort, zahlreiche Indizes erreichten wieder Rekordstände. Besonders die hohe Impfgeschwindigkeit in den USA nährt die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Realwirtschaft. Neben positiven Konjunkturdaten bestätigte sich auch auf Unternehmensebene der Aufschwung. Mit der gerade angelaufenen Berichtssaison zum ersten Quartal 2021 konnten die amerikanischen Banken überzeugen und über sehr gute Ergebnisse vorlegen. Am US-Rentenmarkt waren trotz der Risikoneigung überraschenderweise Kursgewinne zu beobachten, der Markt war wohl in jüngster Zeit sehr stark verkauft, was dort zu einer technischen Reaktion führte. Deutsche Bundesanleihen wiesen hingegen leichte Kursverluste auf.

Weiterhin gute Konjunkturdaten

Die mit Spannung erwarteten US-Einzelhandelsumsätze für den März lagen mit plus 9,8 Prozent deutlich über den Erwartungen der von der Agentur Bloomberg befragten Analysten. Die durchschnittliche Schätzung lag schon bei einem optimistischen Plus von 5,8 Prozent. Hierfür war die im März erfolgte Auszahlung der US-Hilfsgelder in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar verantwortlich. Gleichzeitig gab es in der Vorwoche 576.000 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die deutlich unter den Erwartungen (700.000) lagen. Hierin spiegeln sich die Lockerungsmaßnahmen wider, die mit der raschen Durchimpfung in den Staaten einhergehen.

Die US-Konsumentenpreise legten im März gegenüber Vorjahr um 2,6 Prozent zu, vor allem von den Energiepreisen getrieben. Die weniger schwankungsanfällige und um Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kernrate stieg um 1,6 Prozent an.

Besser als im Vormonat war die US-Industrieproduktion im März (plus 1,4 Prozent gegen minus 2,2 Prozent im Februar). Allerdings blieb diese deutlich unter der mit plus 2,5 Prozent

veranschlagten Erwartung.

Hohe Zuwachsraten wiesen die chinesischen Import- und Exportdaten auf. Im Vergleich zum März des Vorjahres erhöhten sich die Exporte um 30,6 Prozent. Die Importe stiegen sogar um 38,1 Prozent an. Eine insgesamt sehr dynamische Entwicklung, die auf der Importseite vor allem von Rohstoffen getrieben war. Mit plus 18,3 Prozent lag das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal im Rahmen der Erwartungen.

Bei den EWU-Einzelhandelsumsätzen ergab sich im Februar ein Minus 2,9 Prozent. Da die je nach Lockdown-Situation bestehenden Einschränkungen in jüngster Vergangenheit zu häufigen Vorzeichenwechseln bei der Umsatzentwicklung führten, ist die Entwicklung Corona-bedingt schwerlich einzuschätzen. Die Industrieproduktion im Euroraum lag im Februar mit minus einem Prozent etwas besser als erwartet (minus 1,3 Prozent). In der Automobilbranche macht sich der Mangel an Computerchips mit entsprechenden Auswirkungen bei der Produktion bemerkbar.

In Deutschland rief der ZEW-Index für April wenig Begeisterung hervor. Mit 70,7 Punkten (Erwartung 79 Punkte) gab es einen deutlichen Rückgang zum Vormonatswert (76,6). Die aktuelle Lage (-48,8 Punkte) hat sich hingegen ein wenig verbessert.

    Aktien: Rekordstände

US-Banken mit sehr guten Quartalszahlen

Im Rahmen der Erwartung einer starken Gewinnsaison zum ersten Quartal erzielten die Aktienmärkte in der Berichtswoche weitere Zugewinne. Den positiven Auftakt gaben US-Institute wie J.P. Morgan Chase, Wells Fargo sowie die Investment Bank Goldman Sachs. Diese konnten ein Rekordquartal verbuchen und die Erwartungen der Analysten in den drei ersten Monaten deutlich übertreffen. Einhergehend mit der wirtschaftlichen Erholung in den Vereinigten Staaten haben die Institute die im Zusammenhang mit Corona vormals gebildeten Rückstellungen für befürchtete notleidende Kredite aufgelöst. Mit der nun vorgenommenen Verminderung der Risikovorsorge konnten Rekordergebnisse eingefahren werden. J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs etwa vermeldeten einen im Vergleich zum Vorjahresquartal verfünffachten Gewinn. Bei Wells Fargo hat sich der Nettogewinn sogar fast versiebenfacht. Bank of America und Citigroup folgten zum Ende der Handelswoche und schlossen sich dem positiven Gewinntrend im Bankensektor an. Neben der Auflösung von Rückstellungen war vor allem ein gutes Geschäft im Investment Banking der Haupttreiber der Ergebnisentwicklung.

Zahlreiche Aktienindizes mit neuem Rekordstand

Mit Zuwächsen von bis zu zwei Prozent auf Wochensicht konnten zahlreiche große Aktienindizes wieder Rekordstände erzielen. Der DAX 30-Index etwa stieg am Freitagvormittag auf etwas mehr als 15.400 Punkte an. Auch der EURO STOXX 50-Index, der die 4.000er Marke am Freitag nach oben durchbrach, und der marktbreite STOXX 600 Europe-Index, erzielten neue Top-Stände.

In den USA wurden per Donnerstagabend Rekordmarken erzielt. Vor allem zyklische Aktien standen auf der Einkaufsliste der Investoren, deren Optimismus weiter auf sehr hohem Niveau verharrt. Etwas abgeschlagen lag die japanische Börse, der Nikkei 225 tendierte mit minus 0,3 Prozent leicht negativ. Auf Gesamtsicht legte der MSCI-World-Index um 1,1 Prozent zu.

Branchen: Zyklische Titel favorisiert

Bei der Branchenentwicklung im STOXX 600 Europe-Index lagen die Grundstoffaktien (plus 3,9 Prozent) deutlich vorne. Zu den Gewinnern zählten mit plus zwei Prozent auch der Automobilsektor. Darüber hinaus war nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Mietendeckel in Berlin der Immobiliensektor wieder gefragt. Der Index gewann 1,7 Prozent hinzu. Abgeschlagen zeigten sich hingegen die Versicherungs- und die Telekommunikationsbranche (minus 1,2 bzw. 0,7 Prozent).

Die Aktie der Deutsche Wohnen stellt mit knapp zehn Prozent Kursgewinn in der Berichtswoche den Gewinner. Darüber hinaus hat SAP im ersten Quartal das Cloud-Geschäft betreffend den stärksten Auftragseingang innerhalb von fünf Jahren verzeichnet. Daraufhin hob das Unternehmen seinen Umsatzausblick an. Die Aktie legte um 3,1 Prozent zu. Ferner hat Daimler im ersten Quartal die Gewinnerwartungen beim Ebit im Rahmen eines guten China-Geschäfts sowie Kostensenkungen um 14 Prozent übertroffen. Die Aktie lag 3,4 Prozent im Plus. Zudem haben in der Berichtswoche diverse Unternehmen die Gewinnerwartung im Rahmen der Berichtssaison erhöht.

      Renten: US-Renditen rückläufig

US-Staatsanleihen steigen trotz guter Wirtschaftsdaten

Trotz durchweg guter US-Konjunkturdaten verzeichneten US-Staatsanleihen zum Ende der Berichtswoche hin Kursgewinne und damit einen Rückgang der Renditen. Was unter den Marktbeobachtern für Verwunderung sorgte, wären positive Wirtschaftsdaten doch eigentlich eher Grund für weiter fallende Anleihekurse respektive steigende Renditen. Eine einleuchtende Erklärung wird gesucht. Es wird vermutet, dass die Akteure bereits stark auf der Verkaufsseite positioniert waren und der Markt für US-Staatsanleihen deutlich überverkauft war. Somit dürfte die Marktbewegung vor allem auf technische Faktoren und der Eindeckung bestehender Verkaufspositionen zurückzuführen sein. Die US-Zinskurve tendierte über die langen Laufzeiten etwas flacher, wobei die Zehnjahresrendite mit acht Basispunkten den höchsten Rückgang verzeichnete. Der als Transatlantikspread bezeichnete Renditeabstand zwischen US-Treasuries und Bundesanleihen (10 Jahre) schrumpfte weiter auf 185 Basispunkte.

Der Euro-Staatsanleihemarkt vermochte in der Berichtswoche den US-Vorgaben nicht zu folgen. Auf der Bundkurve waren zumeist leichte Renditeansteige zu beobachten. Zehnjährige Bundesanleihen verzinsten sich am Freitagvormittag mit minus 26 Basispunkten um gut vier Basispunkte höher als zum Schluss der vorherigen Handelswoche. Auch in der Peripherie waren leicht ansteigende Renditen zu beobachten. Am Primärmarkt war eine unvermindert gute Nachfrage zu beobachten. Irland emittiere einen Bond mit 20 Jahren Laufzeit, die 3,5 Milliarden Euro schwere Neuemission war zehnfach überzeichnet.

      Ausblick auf die kommende Woche

Am Donnerstag tagt die Europäische Zentralbank. Wir erwarten keine gravierend neuen Erkenntnisse. Erst die Sitzung im Juni dürfte in Hinsicht auf die wirtschaftlichen Projektionen der EZB und auf die Ankaufsaktivität im Rahmen des PEPP einige interessante Punkte bereithalten. Mit Blick auf die Konjunkturdaten stehen in der kommenden Woche zahlreiche Einkaufsmanagerindizes zur Veröffentlichung an.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 16. April 2021, soweit nicht anders angegeben.

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