Marktberichte Januar 2020

Aktien: Ausbreitung des Corona-Virus belastet die Aktienbörsen

Renten: Sichere Staatsanleihen deutlich im Plus

Aktienmärkte: Nach einem freundlichen Jahresauftakt drehten die Aktienbörsen im Verlauf des Januar ins Minus. Die Ausbreitung des Corona-Virus und die bislang nur schwer einzuschätzenden Folgen sowohl in medizinischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht verunsicherten.

Rentenmärkte: Die große Unsicherheit über die Lage in China ließ die Anleger verstärkt zu sicheren Staatsanleihen greifen. Im Euroraum fielen die Renditen sowohl in den Kernländern als auch in der Peripherie. Am Neuemissionsmarkt waren hohe Überzeichnungsraten zu beobachten. US-Staatsanleihen verbuchten ebenfalls deutliche Zugewinne.

Europa

Europäische Aktien wegen Corona-Virus im Minus

Die europäischen Aktienmärkte starteten freundlich ins neue Börsenjahr. Zur Monatsmitte kam mit der raschen Ausbreitung des Corona-Virus eine große Unsicherheit auf, welche die Kursgewinne zunichtemachte. Der EURO STOXX 50-Index verlor auf Monatssicht 2,8 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index gab 1,2 Prozent ab.

Die Aussicht auf das Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China gab den europäischen Börsen am Monatsbeginn Auftrieb. Schließlich unterzeichneten die USA und China das Abkommen am 15. Januar. Zwar bleiben auch nach dem Phase-1-Deal 92 Prozent der verhängten Zölle in Kraft, insofern ist die Wirkung begrenzt. Dennoch ist der Effekt auf die globale Konjunktur immerhin leicht positiv und stützt die derzeit festzustellende Erholung der Weltwirtschaft.

Auch in Europa ist eine Stabilisierung der Wirtschaftsdynamik zu beobachten. Der Einkaufsmanagerindex für die europäische Industrie ist im Januar mit 47,8 Punkten auf ein Neun-Monats-Hoch gestiegen. Damit liegt der Index zwar immer noch eines gutes Stück von der Expansionsschwelle bei 50 Punkten entfernt, aber die Bodenbildung schreitet voran. Nach wie vor zeigt sich der Dienstleistungsbereich robust. Mit 52,2 Punkten liegt der Einkaufsmanagerindex oberhalb der Wachstum signalisierenden Schwelle.

Doch dies rückte mit der raschen Ausbreitung des Corona-Virus in China in der zweiten Monatshälfte in den Hintergrund. Um die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen, setzte die Regierung in Peking mehrere Millionenstädte unter Quarantäne und verhängte Reisebeschränkungen. Mehrere Fluggesellschaften strichen ihre Flüge von und nach China. Die Zahl der Infizierten stieg bis zum Ende des Berichtsmonats weiter – auch außerhalb Chinas. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Epidemie führte an den Börsen zu Abverkäufen. Risikoanalagen verloren, während sichere Häfen wie Bundesanleihen und Gold in diesem Umfeld gesucht waren.

Trotz der Auswirkungen des Corona-Virus sollte die Weltwirtschaft im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen und damit wieder stärker in den Fokus der Kapitalmärkte rücken. Die Impulse der Geld- und der Geopolitik dürften nachlassen.

Deutschland

Corona-Virus belastet deutschen Aktienmarkt

Die deutschen Aktienmärkte starteten freundlich ins neue Börsenjahr. Zur Monatsmitte kam mit der raschen Ausbreitung des Corona-Virus aber eine große Unsicherheit auf, welche die Kursgewinne zunichtemachte. Der DAX 30-Index mit den 30 größten gelisteten deutschen Unternehmen, der zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch markierte, verlor 2,0 Prozent. Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung gaben 1,2 Prozent ab (MDAX-Index). Die im SDAX-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung schlossen 2,1 Prozent leichter. Lediglich der deutsche Technologiesektor konnte mit 1,6 Prozent an Wert zulegen (TecDAX-Index).

Die Aussicht auf das Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China gab den deutschen Börsen am Monatsbeginn Auftrieb. Zwar bleiben auch nach dem Phase-1-Deal 92 Prozent der verhängten Zölle in Kraft, insofern ist die Wirkung begrenzt. Dennoch ist der Effekt auf die globale Konjunktur leicht positiv und stützt die derzeit festzustellende Erholung der Weltwirtschaft.

Auch in Deutschland ist eine Stabilisierung der Wirtschaftsdynamik zu beobachten. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie ist im Januar auf 45,2 Punkte gestiegen – ein Elf-Monats-Hoch. Damit ist er zwar immer noch ein gutes Stück von der Expansionsschwelle bei 50 Punkten entfernt, aber die Bodenbildung schreitet voran. Auch andere Frühindikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex verbesserten sich.

Doch dies rückte mit der raschen Ausbreitung des Corona-Virus in China in der zweiten Monatshälfte in den Hintergrund. Um die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen, setzte die Regierung in Peking mehrere Millionenstädte unter Quarantäne und verhängte Reisebeschränkungen. Mehrere Fluggesellschaften strichen ihre Flüge von und nach China. Die Zahl der Infizierten stieg bis zum Ende des Berichtsmonats rasant weiter – auch außerhalb Chinas. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf führte an den Börsen zu Abverkäufen.

Trotz der Auswirkungen des Corona-Virus sollte die Weltwirtschaft 2020 an Dynamik gewinnen und damit wieder stärker in den Fokus der Börsen rücken. Die Impulse der Geld- und der Geopolitik dürften nachlassen.

Osteuropa

Sorgen um Konjunktur belasten

Mit Schwung sind die osteuropäischen Aktienmärkte in das neue Jahr gestartet. Sie verzeichneten anfangs deutliche Zuflüsse von Anlagegeldern. Rückenwind kam durch eine leichte Belebung des Wirtschaftswachstums in China sowie die Unterzeichnung eines Teilabkommens zwischen den USA und China im Handelskonflikt. In der zweiten Monatshälfte sorgte aber die Ausbreitung eines neuartigen Corona-Virus in China und weltweit für Verunsicherung. Dies belastete auch die Kurse an den osteuropäischen Börsen. Im Monatsvergleich fiel der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index in Lokalwährung um 1,7 Prozent.

In Moskau legte der MOEX-Index in Lokalwährung um 1,0 Prozent zu. Im Laufe des Berichtszeitraums war er auf ein Allzeithoch gestiegen. Die Ausbreitung des Corona-Virus belastete aber den Ölpreis sowie die Industriemetalle. Dies ging auch an dem von Energie- und Rohstoffaktien geprägten russischen Aktienmarkt nicht spurlos vorbei. Auch der russische Rubel gab nach.

Der polnische Aktienmarkt, der 2019 eine vergleichsweise schwache Wertentwicklung gezeigt hatte, verlor in Lokalwährung 2,0 Prozent (WIG 20-Index). Der polnische Zentralbankgouverneur sagte im Januar, die polnischen Leitzinsen bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2022 mehr oder weniger unverändert halten zu wollen. Eine Senkung des derzeit bei 1,5 Prozent stehenden Leitsatzes sei dabei wahrscheinlicher als eine Anhebung. Die Spannungen zwischen Polen und der Europäischen Union wegen umstrittener polnischer Justizreformen haben im Januar weiter zugenommen. Der Europarat beschloss, Polen deswegen unter besondere Beobachtung zu stellen.

Aufwärts ging es dagegen weiterhin für den türkischen Aktienmarkt. Der BIST-Index stieg um 4,1 Prozent. Die türkische Zentralbank erklärte zu Monatsende, sie gehe weiterhin davon aus, dass per Ende 2020 die Inflationsrate auf 8,2 Prozent fallen werde. Zuletzt hatte die Zentralbank die Zinsen unter anderem wegen der rückläufig Inflation kräftig gesenkt.

Die osteuropäischen Märkte bleiben vom makroökonomischen Umfeld beeinflusst, das derzeit wegen der Ausbreitung des Corona-Virus mit anhaltend großer Unsicherheit behaftet ist.

USA

Leichte Abschläge zum Jahresauftakt

Die US-amerikanischen Aktienmärkte sind mit leichten Kursverlusten ins neue Jahr gestartet. Der Dow Jones Industrial Average gab unter dem Strich 1,0 Prozent ab, der marktbreite S&P 500-Index verlor 0,2 Prozent. Nach einem starken Monatsstart verzeichneten beide Börsenbarometer zunächst neue Rekordstände. Im weiteren Verlauf wurden die Gewinne aber wieder abgegeben, nachdem das Corona-Virus für Unsicherheit an den Märkten sorgte. Vergleichsweise gut schlugen sich Aktien aus den Sektoren Versorger, Industrie sowie Luftfahrt und Verteidigung, während sich Energietitel, Finanzwerte und Unternehmen aus dem Bereich Grundstoffe unterdurchschnittlich entwickelten.

Zunächst aber ließen die Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China die Anleger ins Risiko gehen. So wurde zur Monatsmitte eine sogenannter Phase-1-Deal unterzeichnet, der erste Rahmenbedingungen für die künftigen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten beinhaltet.

Unterstützend wirkte überdies die Berichtssaison der Unternehmen zum vierten Quartal 2019. Nachdem 226 Unternehmen aus dem S&P 500-Index ihre Zahlen vorgelegt hatten, konnten 64 Prozent die Erwartungen der Analysten hinsichtlich er Umsätze schlagen. Mit Blick auf die Gewinne waren es sogar 75 Prozent.

Überzeugen konnten vor allem die Finanzwerte wie etwa JP Morgan und Citigroup. Erstere meldete Mitte Januar einen Jahresgewinn von gut 36 Milliarden US-Dollar. So viel hatte noch kein Geldinstitut zuvor innerhalb eines Jahres verdient. Bei der Citigroup stand unter dem Strich ebenfalls ein sattes Plus: Der Gewinn legte im Vergleich zu 2018 um acht Prozent auf 19,4 Milliarden US-Dollar zu.

Trotz der Auswirkungen des Corona-Virus sollte die Weltwirtschaft im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen und damit wieder stärker in den Fokus der Kapitalmärkte rücken. Die Impulse der Geld- und der Geopolitik dürften nachlassen, auch wenn die politischen Spannungen nicht grundsätzlich vom Tisch sind und daher von Zeit zu Zeit Einfluss auf das Marktgeschehen nehmen könnten.

Fernost

Corona-Virus sorgt für Kursrutsch

Die asiatischen Aktienmärkte sind mit Kursgewinnen ins neue Jahr gestartet. Zur Monatsmitte setzten aber kräftige Abgaben ein. Der MSCI Far East ex Japan-Index rutschte im Monatsvergleich in Lokalwährung gerechnet um 4,3 Prozent ab. Die Verkaufswelle wurde durch die rasche Ausbreitung eines neuartigen Corona-Virus in China ausgelöst. Der Erreger verursacht Atemwegsinfektionen, kann zum Tod führen und ist leicht übertragbar. Einen Impfstoff dagegen gibt es bislang nicht. Um die Ausbreitung zu stoppen, verhängte die chinesische Regierung Ausgangssperren über verschiedene Millionenstädte und Provinzen. Allerdings stieg die Zahl der Infizierten ungebremst weiter.

Dadurch wurde an den Märkten die positive Stimmung vertrieben, die nach dem Abschluss eines Teilabkommens im Handelsstreit zwischen China und den USA den Märkten zunächst eingesetzt hatte. Die Ausbreitung des Virus traf auf die chinesische Hauptreisezeit rund um das Frühlingsfest, so dass an den asiatischen Börsen Branchen wie Transport, Logistik und Touristik stark unter Druck kamen. Darüber hinaus stellten etliche internationale Fluggesellschaften ihre Flüge nach China ein. Einige ausländische Unternehmen wie der japanische Autokonzern Toyota stoppten zudem zeitweise ihre Produktion in China oder hielten ihre Geschäfte geschlossen.

Aufgrund des chinesischen Neujahrsfests, das am 25. Januar begann, blieben die Finanzmärkte in China gegen Ende des Berichtsmonats geschlossen. Bis zum letzten Handelstag vor dem Neujahrsfest verlor der Schanghai Composite-Index 2,4 Prozent. An den Terminbörsen rutschten die Kurse danach jedoch deutlich stärker ab.

Sorgen vor einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus über die chinesischen Landesgrenzen hinweg belasteten auch den Aktienmarkt in Hongkong, der in Lokalwährung 6,7 Prozent (Hang-Seng-Index) verlor. In Taiwan rutschte die Börse ebenfalls um 4,2 Prozent (Taiex-Index) ab.

Für die asiatischen Aktienmärkte wird in den kommenden Wochen entscheidend sein, wie sich die Corona-Epidemie weiter entwickelt. Da schwierig abschätzbar ist, was dies für die regionale Konjunktur bedeutet, dürfte die Marktentwicklung volatil bleiben.

Japan

Verunsicherung über Corona-Virus belastet

Die japanischen Aktienmärkte beendeten im Berichtsmonat ihren Aufwärtstrend aus den Vormonaten. Ab Mitte Januar begann ein in China aufgetretenes neuartiges Corona-Virus, das schwere Atemwegsinfektionen verursachen kann, Verunsicherung auszulösen. Die Ausgangssperre für Millionen Menschen in wirtschaftlich bedeutenden Regionen Chinas löste Sorgen vor einem Konjunktureinbruch im Reich der Mitte aus. Der japanische Mark konnte sich dem nicht entziehen. Der Nikkei 225-Index verlor auf Lokalwährungsbasis 1,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Auch der marktbreite Topix-Index sank um 2,1 Prozent.

Zwischen China und Japan besteht eine enge Handelsbeziehung. Der größte japanische Autobauer, Toyota, hat aufgrund des grassierenden Virus seine Fabriken in China zeitweise geschlossen und Mitarbeiter ausfliegen lassen. Auch andere Branchen sind betroffen. Etwa 40 Prozent der ausländischen Touristen in Japan kamen im vergangenen Jahr aus China. Eine schnelle Eindämmung der Epidemie ist auch wichtig im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele im Sommer 2020, die in Tokio stattfinden sollen.

Die Bank of Japan (BoJ) hielt auf ihrer Zinssitzung im Januar wie erwartet an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Allerdings erhöhte sie in ihrer Konjunkturprognose für das im April beginnende Haushaltsjahr ihre Wachstumserwartung auf 0,9 Prozent von zuvor 0,7 Prozent. Als Grund dafür gab die Zentralbank das von der japanischen Regierung beschlossene Stimulus-Programm über umgerechnet rund 110 Milliarden Euro für die heimische Konjunktur an. Zudem scheine sich die Lage der Weltwirtschaft zu verbessern. Allerdings bestehen Sorgen im Zentralbankrat, wonach die anhaltende Negativ- und Nullzinspolitik dazu führen könnte, auch die Inflationserwartung niedrig zu halten.

Für die japanischen Aktienmärkte werden in den kommenden Wochen die weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus maßgebend sein. Falls die Ansteckungsraten bald zurückgehen, dürften die makroökonomischen Gegebenheiten wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten. Ein volatiles Marktgeschehen ist zu erwarten.

Weltweit

Globale Aktien mit schwachem Jahresstart

Die globalen Aktienmärkte starteten mit leichten Verlusten ins neue Jahr. Der MSCI Welt-Index verzeichnete in lokaler Währung einen Minus von 0,3 Prozent. Nach einem starken Monatsbeginn sorgte im weiteren Verlauf das in China aufgetretene neuartige Corona-Virus für deutliche Verunsicherung unter den Marktteilnehmern.

In den USA kletterten die Aktienindizes in der ersten Monatshälfte auf neue Rekordstände. Insbesondere die Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China ließen die Anleger ins Risiko gehen. So wurde zur Monatsmitte ein sogenannter Phase-1-Deal unterzeichnet, der erste Rahmenbedingungen für die künftigen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten beinhaltet. Unterstützend wirkte zudem eine gute Berichtssaison der Unternehmen zum vierten Quartal. Im weiteren Verlauf überschatteten jedoch Nachrichten über das Corona-Virus das Geschehen und ließen die Kurse deutlich fallen. Der Dow Jones Industrial Average musste Einbußen in Höhe von 1,0 Prozent hinnehmen.

Die europäischen Aktienmärkte starteten ebenso freundlich ins neue Börsenjahr. Neben den Annährungen im Handelsstreit war in Europa auch eine Stabilisierung der Wirtschaftsdynamik zu beobachten, die sich positiv auf die Märkte auswirkte. Allerdings sorgte auch hier zur Monatsmitte die rasche Ausbreitung des Corona-Virus in China für große Verunsicherung und machte die Kursgewinne zunichte. Der EURO STOXX 50-Index verlor auf Monatssicht 2,8 Prozent.

In Japan überschattete ebenso das Corona-Virus das Marktgeschehen. Die Ausgangssperre für Millionen Menschen in wirtschaftlich bedeutenden Regionen Chinas löste Sorgen vor einem Konjunktureinbruch im Reich der Mitte aus. Der japanische Mark konnte sich dem nicht entziehen. Der Nikkei 225-Index verlor auf Lokalwährungsbasis 1,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Börsen der Schwellenländer fielen gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung um 3,3 Prozent.

Trotz der Auswirkungen des Corona-Virus sollte die Weltwirtschaft im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen und damit wieder stärker in den Fokus der Kapitalmärkte rücken. Die Impulse der Geld- und der Geopolitik dürften nachlassen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Anlagenotstand und Corona-Virus sorgten für eine hohe Nachfrage

Der anfängliche Konjunkturoptimismus zu Jahresbeginn schien für die als sicher geltenden Kernanleihen zunächst zu einer Hypothek zu werden und sorgte für leicht steigende Renditen. Erstmals seit Mai letzten Jahres betrug die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wieder mehr als -0,2 Prozent. Auch die Europäische Zentralbank sprach auf ihrer Sitzung davon, dass die Risiken abgenommen hätten und sich die konjunkturelle Stabilisierung fortsetzen würde. Im weiteren Monatsverlauf gewannen jedoch die Nachrichten zum neuartigen Corona-Virus immer mehr an Relevanz und überlagerten die guten Konjunkturdaten. China ergriff sogleich drastische Maßnahmen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Mit der Schließung von Produktionsstätten und der Abriegelung gleich mehrerer Millionenstädte kamen Wachstumssorgen auf, die letztlich zu einer höheren Nachfrage nach Papieren aus den Kernländern führte. Zum Monatsende fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wieder unter die Marke von -0,4 Prozent.

Anleihen aus den europäischen Peripherieländern sind im Umfeld einer geringen Risikobereitschaft oft wenig gefragt. Doch der Anlagenotstand vieler Investoren zu Jahresbeginn einerseits und die positive Nachrichtenlage aus der Region andererseits hatten auch bei diesen Papieren zu kräftigen Kursgewinnen geführt. Neuemissionen waren vielfach deutlich überzeichnet. Griechenland platzierte erfolgreich ein Papier mit 15 Jahren Laufzeit über 2,5 Milliarden Euro, für das sich die Nachfrage auf fast 19 Milliarden Euro summierte. Dem vorangegangen war eine verbesserte Einschätzung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch eine US-Ratingagentur.

In Italien hatten Regionalwahlen die Machtverhältnisse innerhalb der Regierung verschoben. Kurzzeitig sorgten sich die Marktteilnehmer daher über mögliche Neuwahlen. Eine Regierungskrise konnte aber abgewendet werden, sodass auch italienische Anleihen sehr gefragt bleiben. In Summe gab es daher nur sehr geringe Unterschiede in der Kursentwicklung zwischen Kern- und Peripherieanleihen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index gewannen europäische Staatsanleihen im Januar deutliche 2,5 Prozent an Wert.

USA

Hohe Nachfrage nach US-Staatsanleihen

Nach dem durchwachsenen Schlussquartal 2019 starteten US-Schatzanweisungen freundlich in das neue Jahr und machten schnell die Verluste aus den Vormonaten wett. Die Ursachen für die hohe Nachfrage waren jedoch wenig erfreulich. US-Staatsanleihen dienten vielen Anlegern vielmehr als sicherer Hafen. Die Flucht in Qualität löste zunächst ein US-Angriff im Irak auf den iranischen General Soleimani aus. Kurzfristig fürchteten Anleger eine weitere Eskalation der Krise im Nahen Osten. Kaum wurden die Ereignisse verdaut, spitzte sich die Nachrichtenlage zum neuartigen Corona-Virus zu. Das in China ausgebrochene Virus verbreitet sich trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen schnell und hat bereits viele Todesopfer, vor allem in China, gefordert. Die Anzahl der Erkrankten in den USA ist noch sehr überschaubar. Doch China, die Werkbank der Welt, stellte gleich mehrere Millionenstädte unter Quarantäne, um eine größere Ausbreitung zu verhindern. Die Schließung vieler Werkshallen dürfte sich deutlich negativ in den chinesischen Wachstumszahlen bemerkbar machen. Je länger diese Maßnahmen anhalten, umso größer ist die Gefahr, dass darunter auch der Welthandel insgesamt und damit auch die USA leiden. Zum Monatsende betrug die Rendite einer zehnjährigen US-Staatsanleihe daher nur noch rund 1,5 Prozent. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gewannen US-Staatsanleihen im Januar Dezember mit 2,6 Prozent deutlich hinzu.

Die US-Notenbank Fed verzichtete erwartungsgemäß auf Änderungen ihrer Leitzinsen und nahm auf ihrer Sitzung Ende Januar nur marginale Änderungen an ihrer wirtschaftlichen Einschätzung vor. Der Wachstumsausblick blieb weitgehend unverändert und die momentane geldpolitische Ausrichtung findet breite Unterstützung. Insgesamt ist das Risiko einer Zinsänderung recht ungleich verteilt. Sollte sich die US-Wirtschaft in den kommenden Monaten besser als erwartet entwickeln, würden die Notenbanker wohl dennoch bei ihrer abwartenden Haltung bleiben. Bei einer Eintrübung ist hingegen mit einer weiteren Zinssenkung zu rechnen. Aktuell gehen die Marktteilnehmer frühestens im Sommer von einem weiteren Zinsschritt aus.

Weltweit

Hohe Nachfrage nach Anleihen

Nach dem durchwachsenen Schlussquartal 2019 starteten US-Schatzanweisungen freundlich in das neue Jahr und machten schnell die Verluste aus den Vormonaten wett. Die Ursachen für die hohe Nachfrage waren jedoch wenig erfreulich. US-Staatsanleihen dienten vielen Anlegern vielmehr als sicherer Hafen. Die Flucht in Qualität löste zunächst ein US-Angriff im Irak auf den iranischen General Soleimani aus. Kurzfristig fürchteten Anleger eine weitere Eskalation der Krise im Nahen Osten. Kaum wurden die Ereignisse verdaut, spitzte sich die Nachrichtenlage zum neuartigen Corona-Virus zu. Das in China ausgebrochene Virus verbreitet sich trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen schnell und hat bereits viele Todesopfer, vor allem in China, gefordert. Anleger fürchteten negative Auswirkungen auf das chinesische Wachstum. Je länger diese Maßnahmen anhalten, umso größer ist die Gefahr, dass darunter auch der Welthandel insgesamt leiden. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gewannen US-Staatsanleihen im Januar Dezember mit 2,6 Prozent deutlich hinzu.

Kernanleihen aus dem Euroraum vollzogen eine ganz ähnliche Bewegung. Der hohe Anlagenotstand vieler Investoren zu Jahresbeginn einerseits und die positive Nachrichtenlage aus der Region andererseits hatten auch bei Peripherieanleihen zu kräftigen Kursgewinnen geführt. Neuemissionen waren vielfach deutlich überzeichnet. In Italien hatten Regionalwahlen die Machtverhältnisse innerhalb der Regierung verschoben. Eine daraus befürchtete Regierungskrise konnte aber abgewendet werden. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index gewannen europäische Staatsanleihen im Januar 2,5 Prozent an Wert.

Euro-Unternehmensanleihen hielten sich vergleichsweise gut und gingen trotz der höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer mit einem Plus von 1,1 Prozent (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) aus dem Handel. Die hohe Nachfrage und das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank stützten. Anleihen aus den Schwellenländern entwickelten sich ebenfalls erfreulich. Auf Gesamtmarktebene (JP Morgan EMBI Global Diversified-Index) konnten entsprechende Papiere im Berichtsmonat um 1,5 Prozent zulegen.

Unternehmensanleihen

Allgemeiner Renditerückgang stützt

Die Unterzeichnung des Phase I-Handelsabkommens zwischen den USA und China, ein sehr hohes Neuemissionsaufkommen sowie die Ausbreitung des Corona-Virus waren herausragende Kapitalmarkthemen im Januar. Der Handelskonflikt war schnell abgehakt, die Ausbreitung des Corona-Virus führte hingegen zu rückläufigen Renditen an den Staatsanleihemärkten. Während die Aktienbörsen im Monatsverlauf unter Druck gerieten, waren die als sicher geltenden US-Treasuries oder deutsche Bundespapiere gefragt. Von der allgemein abwärts gerichteten Zinsentwicklung profitierte aber auch der Markt für Unternehmensanleihen. Euro-Papiere mit Rating Investment Grade legten auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) im Januar 1,1 Prozent zu. Dabei lagen die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) mit 63 Basispunkten unverändert. Zu Jahresbeginn stand traditionell viel Liquidität zur Anlage an, was die Unternehmen zur Platzierung zahlreicher neuer Bonds nutzten. So wurden am Primärmarkt innerhalb von nur drei Tagen neue Papiere im Gegenwert von rund 30 Milliarden Euro platziert. Insgesamt belief sich das Neuemissionsvolumen von Euro-Unternehmensanleihen (Investment Grade und High Yield) im Januar auf rund 76 Milliarden Euro.

High Yield-Anleihen (ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index) gingen trotz des allgemeinen Renditerückgangs mit einem kleinen Minus (0,1 Prozent) aus dem Handelsmonat. Die Spreads weiteten sich dort vor allem in der zweiten Monatshälfte aus und stiegen um 44 auf 282 Basispunkte an. Auch bei den Hybrid-/Nachranganleihen (ICE BofA Merrill Lynch EBSU- und ENSU-Index) waren erhöhte Risikoprämien zu beobachten, während die Gesamtentwicklung aufgrund der Zinskomponente im leicht positiven Bereich lag. Bei US-Unternehmenspapieren war eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Der ICE BofA Merrill Lynch US-Large Corps.-Index legte auf US-Dollarbasis 2,3 Prozent zu, während sich die Renditeaufschläge im Rahmen der erhöhten Unsicherheit unter den Anlegern um 14 auf 123 Basispunkte ausweiteten.

Der Unternehmensanleihesektor sollte vom Niedrigzinsumfeld und den fortgeführten EZB-Ankäufen weiterhin gut unterstützt bleiben.

Emerging Markets

Schwellenländermärkte mit freundlichem Jahresauftakt

Anleihen aus den Schwellenländern konnten an den positiven Jahresabschluss anknüpfen und im Januar den freundlichen Trend aus dem Vorjahr fortsetzen. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verbuchte der Gesamtmarkt ein Plus von 1,5 Prozent. Die Risikoaufschläge (Spreads) bewegten sich zunächst seitwärts und stiegen dann ab Mitte Januar an. Per saldo weiteten sich die Spreads um rund 25 auf 315 Basispunkte aus. Ursächlich für diese gegensätzlich erscheinende Entwicklung aus positivem Gesamtertrag und gleichzeitig höheren Risikoaufschlägen war der starke Renditerückgang bei US-Treasuries. Die als sicher geltenden US-Papiere verbuchten in Folge einer Verunsicherung durch das Corona-Virus eine hohe Nachfrage, die sich letztlich im zehnjährigen Laufzeitenbereich mit einem Renditerückgang von über 40 Basispunkten widerspiegelte. Die wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des neuartigen Erregers sind derzeit noch unklar und sorgten deshalb für Unsicherheit an den Kapitalmärkten. Das nach wie vor niedrige Zinsumfeld sowie der Anlagedruck zahlreicher Marktteilnehmer unterstützten dennoch die Anlageklasse. Das im Januar abgeschlossene Zwischenabkommen („Phase 1-Deal“) im Handelsstreit zwischen den USA und China bestärkte zudem auch die Schwellenländermärkte. Die Vereinbarung mag zwar nicht das endgültige Ende der Spannungen zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften bedeuten, dennoch stellt die Abmachung einen Schritt in die richtige Richtung dar.

Unter geldpolitischen Gesichtspunkten begann das neue Jahr so, wie das alte aufhörte: In zahlreichen Schwellenländern blieb der Zinssenkungstrend intakt. Unter anderem senkten die Zentralbanken in Südafrika, der Türkei sowie der Ukraine den geldpolitischen Schlüsselsatz. Türkische Staatspapiere verzeichneten im Januar auch eine deutliche Erholungsbewegung. Im Zehnjahresbereich sank die lokale Rendite um knapp zweihundert Basispunkte. In den entwickelten Ländern bestätigten die US-Notenbank Federal Reserve sowie die Europäische Zentralbank ihre bisher expansive geldpolitische Ausrichtung, indem keine bis marginale Veränderungen vorgenommen wurden.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Januar 2020, soweit nicht anders angegeben.

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