Marktberichte Juni 2020

Aktien: Frühindikatoren und Geldpolitik unterstützen

Renten: Europeripherie weiter nachgefragt

Aktienmärkte: Die Aktienmärkte schlossen im Juni aufgrund erfreulich positiver Konjunkturindikatoren im Plus. Zudem unterstützten die Lockerung der Corona- Eindämmungsmaßnahmen sowie die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen die Aufwärtsentwicklung.

Rentenmärkte: Am Rentenmarkt ließ die risikofreudige Stimmung die Anleger nach Peripheriepapieren greifen. Viel Liquidität im Markt durch Langfristtender der EZB (1,3 Billionen Euro) und die Suche nach Rendite im Niedrigzinsumfeld führten dort zu Kursgewinnen.

Europa

Europas Börsen im Plus

Die Aktienmärkte in Europa konnten sich im Juni weiter erholen. Der EURO STOXX 50-Index gewann 6,0 Prozent hinzu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verteuerte sich um 2,8 Prozent. Nach wie vor wirkten die wirtschaftspolitischen Hilfsmaßnahmen sowie Fortschritte im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie unterstützend. Aber auch sich verbessernde konjunkturelle Frühindikatoren sorgten für gute Stimmung.

In Europa waren vielerorts weiter sinkende Neuinfektionszahlen zu vermelden. Daher wurden in vielen europäischen Ländern weitere Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen umgesetzt. Die sorgte für Gewinne am Aktienmarkt. Gegen Monatsende hin kamen aber Sorgen vor einer zweiten Infektionswelle in den Industrieländern auf, genährt durch deutlich steigende Zahlen beispielsweise in einigen US-Bundesstaaten. Auch steht aus globaler Sicht der Höhepunkt der Corona-Krise noch aus. Das Epizentrum hat sich vor allem nach Lateinamerika, aber auch in einige andere große Schwellenländer verschoben.

Mit den Lockerungsmaßnahmen hat sich im Euroraum die Stimmung bei den Unternehmen im Juni aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie legte etwa von 39,4 auf 46,9 Zähler zu. Auch die Stimmung im Dienstleistungsbereich verbesserte sich erheblich. Daneben zeigten weitere Frühindikatoren eine Verbesserung an, was die Börsen unterstützte. Dennoch befinden sich die Einkaufsmanagerindizes noch immer unter der Wachstum signalisierenden Schwelle von 50 Punkten. Zudem kommen die Indikatoren von extrem niedrigen Niveaus. Nach wie vor leidet die Wirtschaft in der Eurozone und auch weltweit unter der Corona-Krise.

Das betätigte auch der Internationale Währungsfonds (IWF): Dieser hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2020 im Euroraum auf minus 10,2 Prozent nach unten revidiert. Besonders drastisch ist die Lage in Italien: Der IWF rechnet mit einem Rückgang des dortigen Bruttoinlandsprodukts von 12,8 Prozent. Für das Jahr 2021 werden dann wieder positive Vorzeichen erwartet.

Die Kursentwicklung an den Börsen Europas dürfte von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie sowie vom Tempo der konjunkturellen Erholung abhängig bleiben.

Deutschland

Deutsche Börsen legen zu

Die Aktienmärkte in Deutschland konnten sich im Juni weiter erholen. Der DAX 30-Index mit den 30 größten gelisteten deutschen Unternehmen gewann 6,3 Prozent hinzu. Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung legten 1,8 Prozent zu (MDAX-Index). Der SDAX-Index, der Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung repräsentiert, verteuerte sich um 1,6 Prozent. Deutsche Technologiewerte mussten dagegen mit -7,3 Prozent Federn lassen (TecDAX-Index).

Weiter sinkende Corona-Neuinfektionszahlen in Deutschland ließen weitere Lockerungsmaßnahmen zu. Auch die Ankündigung eines Konjunktur- und Zukunftspakets in Höhe von 130 Milliarden Euro durch die Bundesregierung zu Monatsbeginn sorgte für gute Stimmung. Das Paket sieht unter anderem eine Absenkung der Mehrwertsteuer vor und stellt Gelder für Zukunftsbereiche zur Verfügung.

Mit den Lockerungsmaßnahmen hat sich in Deutschland die Stimmung bei den Unternehmen und Finanzexperten im Juni aufgehellt, wie einige konjunkturelle Frühindikatoren zeigten. Der ZEW-Index, der die Konjunkturerwartungen der Finanzanalysten misst, lag mit 63,4 Punkten über den Erwartungen. Und der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in den deutschen Chefetagen widerspiegelt, verzeichnete den stärksten Anstieg jemals. Dennoch ist zu beachten, dass die Indikatoren von extrem niedrigen Niveaus kommen. Nach wie vor leidet die Wirtschaft in Deutschland und auch weltweit unter der Corona-Krise.

Gegen Monatsende kamen zudem Sorgen vor einer zweiten Infektionswelle in den Industrieländern auf, genährt durch deutlich steigende Zahlen etwa in einigen US-Bundesstaaten. Darüber hinaus steht aus globaler Sicht der Höhepunkt der Corona-Krise noch aus. Das Epizentrum hat sich vor allem in die Schwellenländer verlagert. Auch der Bilanzskandal bei Wirecard belastete. Der Zahlungsdienstleister musste nach einem Bilanzbetrug Insolvenz anmelden. Die Aktie stürzte ins Bodenlose und belastete vor allem den TecDAX-Index, in dem sie ein großes Gewicht hatte.

Die Kursentwicklung an den deutschen Börsen dürfte von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie sowie vom Tempo der konjunkturellen Erholung abhängig bleiben.

Osteuropa

Osteuropäische Börsen ohne klaren Trend

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben im Berichtsmonat keinen klaren Trend gezeigt. Zu Monatsbeginn setzte sich die Erholung fort, unter anderem wegen sich verbessernder konjunktureller Frühindikatoren und einer lockeren Geldpolitik. Im weiteren Verlauf trübte sich die Anlegerstimmung ein, da sich die Neuinfektionszahlen in den USA erhöhten und Sorgen vor neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens aufkamen. Der MSCI EM Eastern Europe-Index verlor im Monatsvergleich in Lokalwährung 0,8 Prozent.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) reduzierte seine Wachstumsprognose. So dürfte die Weltwirtschaft als Folge der Corona-Krise im laufenden Jahr um 4,9 Prozent schrumpfen. In der Region Emerging and Developing Europe wird ein Minus von 5,8 Prozent prognostiziert, deutlich weniger als in der Währungsunion (-10,2 Prozent).

Der russische Aktienmarkt hat im Berichtsmonat, gemessen am MOEX-Index, in Lokalwährung 0,3 Prozent gewonnen. Die russische Zentralbank senkte zur Monatsmitte den Leitzins um 100 Basispunkte auf das Rekordtief von 4,5 Prozent. Unabhängig davon hat sich Russland zudem mit dem Ölkartell OPEC zu Beginn des Monats darauf geeinigt, die Produktionskürzungen um einen Monat bis Ende Juli zu verlängern. Russland ist einer der größten Ölexporteure der Welt. Außerdem sorgte eine umstrittene Verfassungsänderung für internationale Spannungen. Sie würde dem amtierenden Präsidenten Vladimir Putin die Möglichkeit für weitere sechzehn Regierungsjahre einräumen.

In Polen verfehlte der amtierende Präsident Andrzeij Duda in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen die absolute Mehrheit. Der Bürgermeister von Warschau, Rafal Trzaskowsk, kam auf den zweiten Platz. Die zweite Wahlrunde ist für den 12. Juli geplant. Beobachter erwarten für den Fall, dass Trzaskowsk gewinnen würde, eine größere Unsicherheit bezüglich der politischen Rahmenbedingungen. Auf Monatssicht stieg der WIG 20-Index in Lokalwährung um drei Prozent.

Die Kursentwicklung an den osteuropäischen Börsen dürfte von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie sowie vom Tempo der konjunkturellen Erholung abhängig bleiben.

USA

US-Börsen setzen Gewinnserie fort

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Juni erneut Kursgewinne verzeichnet. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 1,7 Prozent höher, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 1,8 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite verbesserte sich um 6,0 Prozent und erreichte einen Rekordstand. Besonders gut entwickelten sich Unternehmen aus den Sektoren IT und Konsum. Finanz- und Gesundheitstitel blieben dagegen hinter dem Gesamtmarkt zurück. Ursächlich für die positive Börsenstimmung waren zwischenzeitliche Fortschritte im Kampf gegen die Corona-Pandemie sowie ermutigende volkswirtschaftliche Daten. So wurde zu Monatsbeginn ein überraschender Rückgang der Arbeitslosenquote in den USA berichtet.

Zudem legten die US- Einzelhandelsumsätze im Mai nach einem Einbruch im April um 17,7 Prozent und damit so stark wie noch nie in einem Monat zu. Erwartet worden war ein Anstieg um 8,4 Prozent. Die US-Industrieproduktion erhöhte sich um 1,4 Prozent, blieb jedoch unter dem Konsens (plus drei Prozent). Für gute Stimmung unter den Investoren sorgte zudem die Twitter-Nachricht von US-Präsident Trump, ein Infrastrukturprogramm über 1000 Milliarden US-Dollar auflegen zu wollen. Allerdings trifft das Vorhaben im US-Senat auf Bedenken wegen der damit verbundenen Ausweitung der Staatsverschuldung.

Unterstützend wirkte zudem die Mitteilung der US-Notenbank Fed, künftig auf direktem Wege Unternehmensanleihen anzukaufen und die Wirtschaft so mit Liquidität zu unterstützen. Bislang hatte die Notenbank nur indirekt über börsengehandelte Fonds (ETFs) am Unternehmensanleihemarkt eingegriffen.

Das Coronavirus die Kapitalmärkte bis auf Weiteres entscheidend prä-gen. Denn der konjunkturelle Einbruch ist doppelt so tief wie in der Finanzkrise und erfolgt in kürzerer Zeit. Durch die hohen Kursgewinne der letzten Monate und der damit verbundenen Entkopplung von der wirtschaftlichen Realität sollte kurzfristig das Anstiegspotenzial der Märkte begrenzt sein. Mittelfristig dürften gut ausgewählte Risikoanlagen jedoch interessante Chancen bieten.

Fernost

Asiatische Börsen setzen Erholung fort

Die asiatischen Aktienmärkte haben im Berichtsmonat Juni ihre Erholung fortgesetzt. Dies hatte fundamentale Gründe: Insgesamt wird vom Internationalen Währungsfonds (IWF) die Konjunkturentwicklung in Asien besser als im Rest der Welt eingeschätzt, wie aus der Juni-Prognose hervorgeht. So wird für China, das zuerst von der Corona-Pandemie betroffen war, aber weitgehend erfolgreich mit der Eindämmung war, ein Wachstum von einem Prozent im laufenden Jahr erwartet. Für die Asean-5-Länder (Malaysia, Indonesien, Philippinen, Singapur und Thailand) erwartet der IWF ein Minus von zwei Prozent. Auch stützten neue Stimulusmaßnahmen verschiedener Regierungen sowie besser als erwartete Konjunkturdaten.

Im Monatsvergleich verbuchte der MSCI Far East ex Japan-Index auf Lokalwährungsbasis ein Plus von 6,9 Prozent. Die südkoreanische Börse gewann 4,4 Prozent (Kospi 200-Index). Die Zerstörung eines Verbindungsbüros zwischen Nord- und Südkorea durch Nordkorea belastete zur Monatsmitte. In Singapur stieg der Straits Times-Index um 3,2 Prozent. Der Hang-Seng-Index gewann auf Lokalwährungsbasis 6,4 Prozent. Dies, obwohl zum Monatsende ein umstrittenes Sicherheitsgesetz vom Ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses in China beschlossen wurde. Damit lassen sich bestehende Gesetze in Hongkong aushebeln. Kritiker sehen darin das Ende des Sonderstatus der ehemaligen Kronkolonie. Damit steigt auch das Potenzial für Spannungen zwischen den USA und China.

In der chinesischen Hauptstadt Peking wurden erstmals seit zwei Monaten Corona-Neuansteckungen gemeldet. Die chinesische Regierung führte Massentests durch und verhängte lokale Ausgangssperren. Damit könnte die fragile Konjunkturerholung gebremst werden. Allerdings hielten sich chinesische Aktien gut. Der Shanghai Composite-Index legte im Monatsvergleich um 4,6 Prozent zu. Grund sind sich weiter verbessernde Konjunkturdaten.

Japan

Erholung an Japans Aktienmarkt gerät ins Stocken

Japans Aktienmarkt hat im Juni wegen steigender Corona-Neuinfektionszahlen in wichtigen Wirtschaftsregionen Gegenwind erhalten. Zeitweise hatten sich der breite Topix-Index seit dem Tiefstand im März um rund 32 Prozent erholt und der Nikkei 225-Index um bis zu 40 Prozent. Im Monatsvergleich rutschte der Topix-Index jedoch um 0,3 Prozent ab, während der Nikkei 225-Index um 1,3 Prozent stieg. Nach wie vor bestimmte die Corona-Pandemie die Anlegerstimmung. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf über zehn Millionen Menschen, zugleich nahmen die Neuansteckungen in Teilen der USA deutlich zu. Damit erhielten auch Sorgen vor einer neuerlichen Abschwächung der globalen Wirtschaftsaktivität Auftrieb, was die exportorientierte japanische Industrie, die sich in einer tiefen Rezession befindet, weiter belasten würde.

Auf ihrer Juni-Sitzung beließ die Bank of Japan (BoJ) den Leitzins (-0,1 Prozent) und den Zielwert der Rendite zehnjähriger Staatspapiere (0,0 Prozent) unverändert. Es werde eine beträchtliche Zeit dauern, bis das Inflationsziel erreicht sei. Sie erhöhte zudem die Gesamtsumme für Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen wegen der Corona-Pandemie von 75 Billionen auf 110 Billionen Yen (992 Milliarden Euro), darunter fallen auch Käufe von Unternehmensanleihen. Japan befindet sich in einer deflationären Phase: Im Mai sind die Kernverbraucherpreise ohne schwankungsanfällige Lebensmittelpreise im Jahresvergleich um 0,2 Prozent gefallen. Die Industrieproduktion fiel im Mai im Monatsvergleich um 8,4 Prozent schwächer als erwartet aus.

Ein unterstützender Faktor für den Aktienmarkt bleiben die Käufe von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) durch die BoJ. Marktbeobachter wiesen aber auf die auch im langfristigen Vergleich hohe Bewertung des japanischen Aktienmarktes und auf die geringe Breite des Aufschwungs hin.

Der japanische Aktienmarkt wird von der weiteren Entwicklung der Corona-Neuinfektionszahlen beeinflusst bleiben. Kurz- bis mittelfristig dürfte auch eine Rolle spielen, wie sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China entwickelt.

Weltweit

Globale Aktienmärkte legen weiter zu

Die globalen Aktienmärkte haben im Juni ihre Gewinnserie fortgesetzt und im Plus geschlossen. Unter dem Strich verbesserte sich der MSCI World-Index in lokaler Währung um 2,2 Prozent. Vor allem Fortschritte im Kampf gegen das Corona-Virus und die Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen sorgten vielerorts für eine positive Börsenstimmung.

Auch die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Juni erneut Kursgewinne erzielt. Der Dow Jones Industrial Average schloss unter dem Strich 1,7 Prozent höher, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 1,8 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite verbesserte sich um 6,0 Prozent und erreichte einen Rekordstand. Besonders gut entwickelten sich Unternehmen aus den Sektoren IT und Konsum. Finanz- und Gesundheitstitel blieben dagegen hinter dem Gesamtmarkt zurück.

In Europa gewann der EURO STOXX 50-Index 6,0 Prozent hinzu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verteuerte sich um 2,8 Prozent. Nach wie vor wirkten die wirtschaftspolitischen Hilfsmaßnahmen sowie Fortschritte im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie unterstützend. Aber auch sich verbessernde konjunkturelle Frühindikatoren sorgten für gute Stimmung. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie etwa legte von 39,4 auf 46,9 Zähler zu.

Japans Aktienmarkt hat im Juni wegen steigender Corona-Neuinfektionszahlen in wichtigen Wirtschaftsregionen Gegenwind erhalten. Zeitweise hatten sich der breite Topix-Index seit dem Tiefstand im März um rund 32 Prozent erholt und der Nikkei 225-Index um bis zu 40 Prozent. Im Monatsvergleich rutschte der Topix-Index jedoch um 0,3 Prozent ab. Die Aktien der Schwellenländer gewannen, gemessen am MSCI Emerging Markets in lokaler Währung, 6,2 Prozent hinzu.

Das Coronavirus die Kapitalmärkte bis auf Weiteres entscheidend prägen. Der konjunkturelle Einbruch ist doppelt so tief wie in der Finanzkrise und erfolgt in kürzerer Zeit. Durch die hohen Kursgewinne der letzten Monate und der Entkopplung von der wirtschaftlichen Realität sollte kurzfristig das Anstiegspotenzial der Märkte begrenzt sein. Mittelfristig dürften gut ausgewählte Risikoanlagen jedoch interessante Chancen bieten.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Notenbank stützt Peripherieanleihen

Am europäischen Rentenmarkt kehrte wieder etwas Ruhe ein. Die täglichen Schwankungen fielen weitaus geringer aus als in den Vormonaten. Im Mittelpunkt des Kaufinteresses standen erneut Anleihen aus den Peripherieländern. Für das hohe Kaufinteresse war gleich in vielerlei Hinsicht die Europäische Zentralbank verantwortlich. Die Währungshüter reagierten auf den massiven ökonomischen Einbruch mit einer Aufstockung des Pandemic Emergency Purchase Programms (PEPP) um 600 Milliarden Euro. Des Weiteren verlängerte die EZB die Laufzeit des Programms auf mindestens bis Ende Juni 2021. Zur Monatsmitte wurde zudem der erste von vier neuen Langfristtendern durchgeführt. Dabei wurde die Rekordsumme von 1,31 Billionen Euro an insgesamt 742 europäische Banken zugeteilt. Es darf davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Mittel, die den Kreditinstituten nun für drei Jahre zur Verfügung stehen, für die Fristentransformation genutzt wird. Schon nach der Finanzkrise flossen die Gelder in kurzlaufende Staatsanleihen aus der Peripherie. Auch diesmal kam es anschließend zu rückläufigen Risikoaufschlägen. Schlussendlich scheint die Notenbank auch noch einen pragmatischen Weg gefunden zu haben, um dem Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts gerecht zu werden.

Den stärksten Renditerückgang verzeichneten Anleihen aus Italien. Dort arbeitet die Regierung an einem neuen Haushaltsentwurf. Dieser soll die Ratingagenturen von einer Herabstufung der Bonität abhalten. Als weiterhin stützend erwies sich der Vorschlag für einen europäischen Rettungsfonds mit einer zumindest temporären Transferunion. Hinzu kam das deutsche Konjunkturpaket im Umfang von 130 Milliarden Euro, dass nicht nur die Perspektiven für Deutschland, sondern auch für Gesamteuropa verbessert. Ein Großteil der Ausgaben muss zudem nicht über den Kapitalmarkt aufgenommen werden. Eine perspektivisch nur leicht höhere Emissionstätigkeit Deutschlands wirkte sich zunächst nicht belastend aus, sodass auch Anleihen aus den Kernstaaten gefragt waren. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index bedeutete dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 1,0 Prozent.

USA

Zweite Infektionswelle in den USA

US-Staatsanleihen gerieten zu Monatsbeginn zunächst unter Abgabedruck. Die Aussicht auf erhöhte Anleihevolumina im Rahmen der Hilfsprogramme, positivere Konjunkturaussichten und mögliche Inflationsrisiken, die hier und da angedacht wurden, sorgten für steigende Renditen. Dabei gerieten vor allem die langen Laufzeiten etwas unter Druck. Die Bewegung wurde aber schnell wieder ausgepreist und US-Schatzanweisungen handelten von da an unter geringen Ausschlägen seitwärts.

Die Fed beschloss auf ihrer Sitzung keine Änderung bezüglich ihrer Leitzinsen, wird aber weiterhin Wertpapiere erwerben, um die günstige Refinanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen zu erhalten. Im Hinblick auf das monatliche Ankaufvolumen zog sie dabei eine Untergrenze ein, die in etwa dem aktuellen Ankaufvolumen entspricht. Powell unterstrich, dass die Fed zudem bereitstünde, jederzeit zu reagieren und im Bedarfsfall alle Instrumente nutzen würde, um eine nachhaltige Erholung sicherzustellen. Entsprechend der verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie sieht die Fed deutliche wirtschaftliche Bremsspuren. Aufgrund der moderaten Inflationsentwicklung sowie der großen Unsicherheiten, mit denen der wirtschaftliche Ausblick verbunden ist, schloss Powell somit die Möglichkeit von Zinserhöhungen in den nächsten Jahren weitestgehend aus.

Aber dabei blieb es nicht. US-Notenbankchef Powell erhöhte im Rahmen der halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress noch einmal den Einsatz. So beabsichtigt die Fed, nunmehr auf direktem Wege Unternehmensanleihen anzukaufen und die Wirtschaft so mit Liquidität zu unterstützen. Bislang hatte die Notenbank nur indirekt über börsengehandelte Fonds (ETFs) am Unternehmensanleihemarkt eingegriffen.

Zum Monatsende hin nahm die Nachfrage nach US-Schatzanweisungen wieder etwas zu, als in den bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Kalifornien, Florida und Texas die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus auf ein Rekordhoch stieg. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gewannen US-Staatsanleihen im Juni 0,1 Prozent hinzu.

Weltweit

Risiko erneut gesucht

US-Staatsanleihen gerieten zunächst unter Abgabedruck. Die Aussicht auf erhöhte Anleihevolumina im Rahmen der Hilfsprogramme, positivere Konjunkturaussichten und mögliche Inflationsrisiken sorgten für steigende Renditen. Die Bewegung wurde aber schnell wieder ausgepreist und US-Schatzanweisungen handelten von da an unter geringen Ausschlägen seitwärts. Die Fed beschloss auf ihrer Sitzung keine Leitzinsänderung, wird aber weiterhin Wertpapiere erwerben, um die günstige Refinanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen zu erhalten. Darüber hinaus erwerben die Währungshüter nun auch auf direktem Wege Unternehmensanleihen. Zum Monatsende hin nahm die Nachfrage nach US-Schatzanweisungen wieder etwas zu, als in den bevölkerungsreichsten Bundesstaaten die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus auf ein Rekordhoch stieg. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gewannen US-Staatsanleihen im Juni 0,1 Prozent hinzu.

Im Mittelpunkt des Kaufinteresses am europäischen Staatsanleihenmarkt standen erneut Anleihen aus den Peripherieländern. Für die hohe Nachfrage war gleich in vielerlei Hinsicht die Europäische Zentralbank verantwortlich. Die Währungshüter reagierten auf den massiven ökonomischen Einbruch mit einer Aufstockung des Pandemic Emergency Purchase Programms um 600 Milliarden Euro. Des Weiteren verlängerte die EZB die Laufzeit des Programms auf mindestens bis Ende Juni 2021. Zur Monatsmitte wurde zudem der erste von vier neuen Langfristtendern durchgeführt. Dabei wurde die Rekordsumme von 1,31 Billionen Euro zugeteilt. Es darf davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Mittel in kurzlaufende Staatsanleihen aus der Peripherie fließen werden. Als weiterhin stützend erwies sich der Vorschlag für einen europäischen Rettungsfonds mit einer zumindest temporären Transferunion. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index bedeutete dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 1,0 Prozent.

Risikobehaftete Papiere waren gesucht und so verteuerten sich Unternehmensanleihen um 1,3 Prozent zu (ICE BofA Euro Corporate Index). Anleihen aus den Schwellenländern verzeichneten sogar Kursgewinne von 3,5 Prozent (J.P. Morgan EMBI Global Div.).

Unternehmensanleihen

Markterholung setzt sich im Juni fort

In einem zinsseitig nahezu unveränderten Umfeld - deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit tendierten mit minus 45 Basispunkten seitwärts - setzte sich die freundliche Stimmung am europäischen Unternehmensanleihemarkt fort. Auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ging der Markt für Investment Grade-Papiere mit einem Plus von 1,3 Prozent aus dem Berichtsmonat. Die Aufwärtsbewegung erfolgte im Wesentlichen in der ersten Juniwoche. Danach war das Marktgeschehen von einer Seitwärtsbewegung geprägt, die Volatilität ging deutlich zurück. In der ersten Handelswoche führte die starke Nachfrage am Gesamtmarkt zu deutlich rückläufigen Spreads, die sich von 135 auf 103 Basispunkte verminderten. Die Unsicherheit über die Corona-Ausbreitung in den USA und anderen Ländern ließ die Risikoaufschläge zum Monatsende hin dann wieder etwas anziehen. Letztlich verblieb eine Reduzierung um 13 auf 122 Basispunkte.

Seitens der Zentralbanken wurde mit Blick auf die Hilfsmaßnahmen noch einmal nachgelegt. Neben der Aufstockung des Pandemic Emergency Purchase Programms (PEPP) um 600 Milliarden Euro und dessen Verlängerung bis mindestens Juni 2021 hat die Europäische Zentralbank vier neue Langfristtender aufgelegt. Die Nachfrage der Banken erreichte mit 1,3 Billionen Euro einen Rekordwert. Die fortgesetzte massive Ausweitung der Liquidität wurde am Primärmarkt für Unternehmensanleihen zur Platzierung weiterer zahlreicher Neuemissionen genutzt. Die Neuemissionswelle setzte sich somit auch im Juni weiter fort, vor allem waren unter das EZB-Ankaufprogramm fallende Papiere gefragt.

Die Untersektoren wie etwa hochverzinsliche Papiere (High Yield) oder Nachrangpapiere legten ebenfalls auf Indexebene bis zu 1,2 Prozent zu. Auch waren dort durchweg rückläufige Risikoaufschläge zu beobachten.

Am US-Unternehmensanleihemarkt (ICE BofA US-Large Corp.-Index, C0AL) gewannen entsprechende Papiere auf US-Dollarbasis knapp zwei Prozent hinzu. Die US-Notenbank Fed kauft seit Juni neben Corporate-ETFs nun auch direkt Unternehmenspapiere an, was deutlich unterstützte. Die Spreads engten sich am US-Markt um 25 auf 174 Basispunkte ein.

Emerging Markets

Schwellenländermärkte weiterhin freundlich

Staatsanleihen aus den Schwellenländern konnten im Juni ihre Erholungsbewegung fortsetzen. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index legten die Hartwährungstitel im Monatsvergleich um 3,5 Prozent zu. Die Risikoaufschläge (Spreads) engten sich um 41 auf 474 Basispunkte ein. Zum Vergleich: Corona-bedingt weiteten sich die Spreads im März noch auf über 700 Basispunkte deutlich aus. Die weiterhin expansiven Zentralbanken treiben im Niedrigzinsumfeld die Suche nach Rendite an, wovon die Anlageklasse profitiert. Das günstige Marktumfeld im Juni nutzten auch außergewöhnlich viele Emittenten für die Platzierung neuer Anleihen.

Daneben bewegen sich die Schwellenländermärkte aber nach wie vor in einem Spannungsfeld zwischen einem massiven globalen Konjunktureinbruch und dem weiterhin schwelenden Öl-Handelskrieg innerhalb der OPEC+-Staaten. In Anbetracht der aktuellen Umstände gewinnt daher die Länderselektion deutlich an Wert. In Ländern wie Libanon, Ecuador, Sambia und El Salvador stehen derzeit Restrukturierungen bzw. Umschuldungen im Raum. Argentinien befindet sich bereits in einem Restrukturierungsprogramm.

Mit Blick auf die Geldpolitik reduzierten unter anderem die Zentralbanken in Brasilien, Indonesien, Mexiko und Russland den jeweiligen geldpolitischen Schlüsselsatz. Die US-Notenbank Fed beschloss auf ihrer jüngsten Sitzung hingegen keine Änderung bezüglich ihrer Leitzinsen, wird aber weiterhin Wertpapiere erwerben. Außerdem unterstrich US-Notenbankchef Powell, dass die Fed zudem bereitstünde, jederzeit zu reagieren und im Bedarfsfall alle Instrumente nutzen würde, um eine nachhaltige Erholung sicherzustellen. Auch wurde die Möglichkeit von Zinserhöhungen in den nächsten Jahren weitestgehend ausgeschlossen, wodurch das Niedrigzinsumfeld zementiert bleiben dürfte und gleichzeitig der Appetit nach Risikopapieren genährt wird. Die Marktbewegung in den kommenden Wochen dürfte neben der Entwicklung der Neuinfektionszahlen und entsprechenden wirtschaftlichen und geldpolitischen Implikationen auch durch den Fortgang im Handelskonflikt zwischen den USA und China geprägt sein.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 30. Juni 2020, soweit nicht anders angegeben.

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