MarktTicker 27. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 29. Juni bis 03 Juli 2020

    Diese Woche: US-Arbeitsmarkt überrascht positiv

Ein positiver US-Arbeitsmarktbericht und weitere freundliche Konjunkturdaten, die auf eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung hindeuten, haben an den Aktienbörsen in der Berichtswoche für Zugewinne gesorgt. Sichere Bundesanleihen und US-Treasuries verzeichneten im risikofreudigen Umfeld leichte Verluste, die Renditen zogen somit etwas an.

Erholung bei den Konjunkturdaten setzt sich fort

Der aufgrund des heutigen US-Feiertags bereits am Donnerstag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht überraschte die Anleger auf der positiven Seite. Die Zahl der für den Berichtsmonat Juni neu geschaffenen Stellen lag mit 4,8 Millionen deutlich über den Erwartungen. Der Konsens der befragten Analysten rechnet mit einem Zuwachs von 3,6 Millionen. Insgesamt zeigte sich der US-Arbeitsmarkt damit sehr robust, die US-Arbeitslosenrate fiel von 13,3 auf 11,1 Prozent. Allerdings stiegen zuletzt die wöchentlichen Erstanträge auf 1,43 Millionen wieder etwas an und lagen damit etwas über den Schätzungen. Die zuletzt positive Entwicklung sollte unserer Meinung nach allerdings mit etwas Vorsicht betrachtet werden. Nach dem Ende des für die Daten zugrundeliegenden Erhebungszeitraums per Mitte Juni hat die Corona-Infektionsrate in den USA wieder sehr deutlich zugenommen. Damit einhergehend wurden Lockerungsschritte wieder zurückgenommen, die hier nicht mehr berücksichtigt werden konnten. McDonalds beispielsweise verschob ebenso wie Apple die Wiedereröffnung einiger Ladengeschäfte. Gerade in den Corona-sensiblen Branchen dürfte aufgrund der jüngsten Ansteckungswelle daher mit einer Unterbrechung der in Bezug auf neue Jobs zuletzt durchaus positiven Entwicklung zu rechnen sein.

Darüber hinaus zeigten sich die in der Berichtswoche zahlreich veröffentlichten Konjunkturdaten, hierunter zum deutschen Einzelhandel, zum US-Verbrauchervertrauen oder der chinesische Einkaufsmanagerindizes, überwiegend freundlich.

    Aktien: Märkte bis auf Japan im Plus

US-Technologiebörse NASDAQ mit Allzeithoch

Die insgesamt erfreulichen Konjunkturdaten und auch die Hoffnung auf Fortschritte im Kampf gegen Covid-19 sorgten für eine freundliche Marktstimmung. Die beiden in der Virus-Forschung kooperierenden Unternehmen BioNTech und Pfizer machten in der Berichtswoche mit vielversprechenden frühen Testdaten auf sich aufmerksam. Spekulationen um ein erstes Präparat bis kommenden Januar machten am Markt die Runde. Etwas weniger erfreulich stellt sich die Lage in der Automobilbranche dar. So wurden im Zusammenhang mit Daimler umfangreiche Restrukturierungen in Aussicht gestellt, da der Automobilabsatz Corona-bedingt generell stark eingebrochen ist. Zudem vermeldete Porsche für das zweiten Quartal in den USA einen Absatzrückgang in Höhe von 20 Prozent.

Dies tat der guten Stimmung aber letztlich keinen Abbruch, nicht zuletzt die Geldschwemme der Notenbanken, fiskalpolitische Stimuli und das Niedrigzinsumfeld treiben die Anleger in risikoreichere Finanzprodukte und damit auch in den Aktienmarkt.

MSCI World-Index mit 3,3 Prozent im Plus

Der richtungsweisende MSCI World-Index legte Stand Freitagvormittag um 3,3 Prozent zu. Die US-Börsen schlossen vor dem heutigen Feiertag mit leichten Zugewinnen (S&P 500-Index plus 1,5 Prozent, Dow Jones Industrial Average plus 0,3 Prozent). Ein neues Allzeithoch erzielte am Donnerstag die Technologiebörse NASDAQ mit 10.342 Punkten. Im Euroraum konnten EURO STOXX 50- und DAX 30-Index mit 3,6 sowie 4,4 Prozent deutlich zulegen. Der Marktbreite STOXX Europe 600-Index lag mit 2,9 Prozent im Plus. Branchenseitig führten Chemiewerte (plus 5,2 Prozent), Banken (plus 4,8 Prozent) sowie der Reisesektor (plus 4,1 Prozent) die Gewinnerliste an. Auch der Autosektor lag mit plus 4,1 vorne und blieb damit von einzelnen Unternehmensmeldungen unbeeindruckt.

Etwas aus der Reihe geriet der japanische Nikkei 225-Index, der mit minus 0,9 Prozent als einziger unter den großen Indizes leicht im Minus schloss.

Mit Blick auf den DAX 30-Index lagen sämtliche Aktien im Plus, angeführt von Wirecard. Nach dem beispiellosen Absturz legte das Papier in der Berichtswoche 161 Prozent auf 3,36 Euro zu. Die Linde-Aktie folgte mit einem Kurszuwachs von 8,2 Prozent.

    Renten: Euro-Peripherie weiter gesucht

Leichter Renditeanstieg in den Kernmärkten

Im Bereich der als sicher geltenden Bundesanleihen und US-Treasuries prägten angesichts der guten Risikostimmung leichte Verluste und damit anziehende Renditen das Geschehen. Allergings hielten sich beide Märkte trotz der Zugewinne an den Aktienbörsen relativ gut, die Zinskurven veränderten sich nur geringfügig. Am US-Markt zog die Zehnjahresrendite um drei Basispunkte an, 30-jährige Papiere rentierten sechs Basispunkte höher. Bei den Bundesanleihen bot sich ein ähnliches Bild, je nach Laufzeit betrug der Renditeanstieg zwischen einem und sieben (30 Jahre) Basispunkten.

Neue Portugal zehnfach überzeichnet

Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie waren hingegen im risikofreudigen Umfeld weiterhin gefragt. Die Risikoaufschläge von Papieren aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland gingen – gegenüber Bundesanleihen – in der Berichtwoche merklich zurück. In Italien fielen diese im Zehnjahresbereich bis auf 164 Basispunkte. Vom für die Peripherie freundlichen Umfeld profitierte Portugal, dass mit einem vier Milliarden Euro schweren Bond an den Markt kam. Die mit einer Laufzeit von 15 Jahren ausgestattete Anleihe war zehnfach überzeichnet und damit ein großer Erfolg. Portugal hat zur Jahresmitte mittlerweile zwei Drittel des für 2020 veranschlagten Neuemissionsvolumens am Markt platziert, was durchaus positiv für den portugiesischen Markt zu werten ist.

Zudem liegt nun eine von allen Beteiligten erhoffte Lösung zum BVerfG-Urteil zu den Anleiheankäufen im Rahmen des PSPP vor. Die Bundesbank wird sich somit wohl weiterhin am Anleiheankaufprogramm beteiligen können.

EM-Staatsanleihen freundlich, Spread fällt in Richtung 450 Basispunkte

In US-Dollar und Euro denominierte Staatsanleihen aus den Schwellenländern tendierten in der Berichtswoche ebenfalls freundlich. Die Spreads nähern sich bei repräsentativen JP Morgan EMBI Global Diversified-Index der Marke von 450 Basispunkten an. Zum Vergleich: Im März kletterten die Risikoaufschläge dort auf 720 Basispunkte. Auch Euro-Unternehmensanleihen tendierten zum Wochenende hin leicht freundlich. Über die Woche hinweg wurden bei guter Nachfrage kontinuierlich Neuemissionen platziert. Bayer sammelte beispielsweise über mehrere Tranchen hinweg insgesamt fünf Milliarden Euro für den Glyphosat-Vergleich ein.

    Ausblick auf die kommende Woche

Die deutschen Auftragseingänge und die Industrieproduktion im Mai geben am Montag und am Dienstag den Wochenauftakt bei den Konjunkturdaten. Nach den deutlichen Einbrüchen im März und April wird eine deutliche Verbesserung der Datenlage erwartet. In den USA steht ebenfalls am Montag der ISM-Index für Dienstleistungen an. Die Wiedereröffnung zahlreicher Betriebe aus dem Dienstleistungssektor sollten zu einem Anstieg geführt haben. Der Konsens rechnet mit dem Erreichen der 50er-Marke. Ansonsten liegt eine vergleichsweise datenarme Handelswoche vor uns.

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