MarktTicker 6. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 08. bis 12. Februar 2021

    Diese Woche: Anleger wagen sich weiter ins Risiko

Die Aussicht auf die US-Konjunkturstimuli und eine nachlassende Corona-Infektionsdynamik haben in der Berichtswoche für neue Höchststände an den Aktienbörsen gesorgt. Die europäischen Indizes wie der DAX oder der EUROSTOXX 50 erreichten gleich zum Wochenauftakt neue Höhen, ehe eine Konsolidierung einsetzte. Die US-Börsen zogen dann im Verlauf der Berichtswoche nach. An den Kern-Staatsanleihemärkten bewegten sich die Renditen in vergleichsweise engen Spannen. Italien stand weiter im Blickpunkt, die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen unterschritt erstmals die 0,5 Prozentmarke.

Wirtschaftsdaten:

Wir sahen in der Berichtswoche vergleichsweise wenige Wirtschaftsdaten. Die deutsche Industrieproduktion war im Dezember gegenüber dem Vormonat wie erwartet unverändert. Der deutsche Außenhandel zeigte sich im Dezember, sowohl den Import als auch den Export betreffend, besser als die Schätzungen. Die deutsche Wirtschaft konnte dabei deutlich von der Entwicklung in China profitieren.

Die US-Verbraucherpreise lagen im Januar im Rahmen der Erwartungen. Dabei war der Preisanstieg von 0,3 Prozent in erster Linie auf die Benzinpreise zurückzuführen. Die um die schwankungsreichen Lebensmittel- und Energiepreise bereinigte Kernrate lag unverändert bei 1,4 Prozent. Wir sehen derzeit keine Anzeichen für einen nach oben gerichteten Inflationsdruck in den Staaten. Ab März kann es aufgrund von Basiseffekten zu einem vorübergehenden Anstieg kommen, der sich dann aber wieder zurückbilden sollte.

Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen mit knapp 800.000 in der Vorwoche auf hohem Niveau.

    Aktien: Rekordstände in Europa und den USA

Euroraum konsolidiert dann auf hohem Niveau

Die Bilanzberichtssaison neigt sich allmählich dem Ende zu. Es bleibt zu konstatieren, dass die Unternehmen in der Breite sehr gut verdient haben und die Ergebnisse zum 4. Quartal 2020 über den Schätzungen der Analysten lagen. Wir haben im Ticker der Vorwoche etwas ausführlicher hierzu berichtet. Dies spiegelt sich auch deutlich in der Entwicklung der Aktienmärkte wider, die auch in der Berichtswoche erneut Höchststände erreichen konnten. Nach dem positiven Wochenstart in Europa (DAX 30-Index bei 14.170 Punkten) folgten mit etwas Verzögerung die US-Börsen, die dann ab der Wochenmitte mit Rekordständen nachlegten. Insgesamt verlief der Handel in der Berichtswoche aber eher ruhig. Die Verlängerung des Lockdowns in Deutschland hat dann die Entwicklung unseres Leitbarometers etwas gebremst. Der DAX 30-Index lag per Freitagvormittag gegenüber Vorwochenschluss mit 0,8 Prozent im Minus. Der Marktbreite STOXX Europe 600-Index hielt sich ebenso wie der EURO STOXX 50-Index mit 0,3 bzw. 0,2 Prozent leicht im Plus. Die US-Börsen legten unisono bis zum Freitagsstart um 1,2 Prozent zu. Freundlich zeigten sich die Börsen in Asien, in China sind bereits die Feiertage zum „Chinese New Year“ angelaufen. Der MSCI-World-Index lag mit 1,2 Prozent im Plus.

Technologieaktien und Grundstoffwerte vorn

Mit Blick auf die Branchenentwicklung im STOXX Europe 600-Index zeigt sich in der Berichtswoche ein gemischtes Bild. Technologieaktien und Werte aus der Grundstoffbranche führen die Gewinnerliste mit 3,2 bzw. 2,5 Prozent an. Die als defensives Investment geltende Versorgerbranche standen mit minus 2,6 Prozent auf der Verliererliste ganz oben. Aktien aus der Einzelhandelssparte gaben 1,7 Prozent ab. Auf Einzeltitelebene gehörtern Adidas nach Empfehlung einer schweizerischen Großbank zu den DAX-Gewinnern. Die Aktie legte in der Berichtswoche 4,2 Prozent zu. Verlierer war mit minus 6,5 Prozent die RWE-Aktie, was sich entsprechend im Branchenindex negativ widerspiegelte. Im Gespräch war zudem die Commerzbank-Aktie. Umfangreiche Restrukturierungspläne, erhebliche Stellenstreichungen und ein vom Markt eher mit Enttäuschung aufgenommener Ausblick ließen den MDAX-Titel auf Wochensicht mit 7,7 Prozent deutlich ins Minus rutschen.

    Renten: Weitere Kursgewinne in Italien

Italien: 0,5 Prozent Renditemarke nach unten durchbrochen

Die freundliche Stimmung am Markt für italienische Staatsanleihen setzte sich in der Berichtswoche unvermindert fort. Bei den Sondierungsgesprächen des mit der Regierungsbildung beauftragten früheren EZB-Präsidenten Mario Draghi zeichnet sich immer deutlicher eine positive Lösung ab. Die Anleger griffen in Vertrauen auf eine bevorstehende Einigung kräftig am italienischen Staatsanleihemarkt zu. Zur Wochenmitte wurde im Zehnjahresbereich die 0,5 Prozent-Renditemarke nach unten durchbrochen, aktuell liegt die Verzinsung bei 0,44 Prozent. Auf der italienischen Zinskurve verzeichneten alle Laufzeiten Kursgewinne, die Renditen fielen dort im Vergleich zum Vorwochenschluss um bis zu zehn Basispunkte. Die Renditedifferenz zu laufzeitgleichen deutschen Bundesanleihen lag im Zehnjahresbereich zuletzt bei 90 Basispunkten und damit auf einem neuen Tief. Hiervon profitierte auch der spanische Anleihemarkt. Ein in der Berichtswoche zu platzierender Langläufer Spaniens mit 50 Jahren Laufzeit fand große Resonanz bei den Anlegern und war stark überzeichnet. Auf Indexebene tendierten Staatsanleihen der Euro-Peripherie in der Berichtswoche somit ins Plus.

Bundesanleihen und US-Treasuries in vergleichsweise engen Bahnen

Deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries bewegten sich in der Berichtswoche in engen Renditebahnen. Der Zinsanstieg in den USA, der seit der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten vor allem aufgrund ansteigender Inflationserwartungen zu beobachten ist, setzte sich in der Berichtswoche zunächst bis 1,17 Prozent für Zehnjahrespapiere fort. Im Wochenverlauf zogen die Anleihekurse aber etwas an, die Verzinsung der Papiere gab somit wieder leicht nach. Die US-Zinskurve tendierte über die langen Laufzeiten (30 Jahre) leicht flacher. Bei den Bundesanleihen waren nur geringe Renditeveränderungen zu beobachten. Die deutsche Zinskurve tendierte angesichts leicht höherer Renditen im langen Laufzeitbereich etwas steiler. Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit rentierten mit drei Basispunkten fortgesetzt im positiven Renditebereich. In der Vorwoche wurde erstmals seit August 2020 dort wieder die Nulllinie nach oben überschritten.

Euro-Unternehmensanleihen leicht freundlich

Euro-Unternehmenspapiere tendierten in der Berichtswoche seitwärts bis leicht freundlich. Es gab vergleichsweise wenige Neuemissionen, auch im Rahmen der noch laufenden Berichtssaison. Anleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets, EM) tendierten etwas leichter. Die Risikoaufschläge erhöhten sich geringfügig. Mit den nun anstehenden Feiertagen im Rahmen des anlaufenden „Chinese New Year“ dürften sich die Märkte zunächst in etwas ruhigeren Bahnen bewegen.

Wie stark die Präferenz der Anleger für risikoreiche Papiere ist, zeigte in der Berichtswoche der US-amerikanische Markt für hochverzinsliche Unternehmenspapiere auf. Erstmals unterschritt die Rendite auf Indexebene dort die vier-Prozentmarke.

Euro wertet zum US-Dollar ab

Die jüngste Euro-Abwertung der Vorwoche hat zuletzt ihr (vorläufiges?) Ende gefunden. Die Gemeinschaftswährung drehte zum Greenback nach Notierungen um 1,1950 US-Dollar je Euro und stieg im Wochenverlauf wieder um zwei Cents auf 1,215 an.

Einen anhaltenden Höhenflug verzeichnete die Kryptowährung Bitcoin. Die Notierung stieg am heutigen Freitag fast bis auf 50.000 US-Dollar. Zu Wochenbeginn wurde berichtet, dass der Elektroautomobilproduzent Tesla 1,5 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert hat. Zudem scheint Tesla zu erwägen, die Kryptowährung zukünftig auch als Bezahlform zu akzeptieren. Darüber hinaus gab das Unternehmen Mastercard Presseberichten zufolge bekannt, Zahlungen für digitale Güter mit ausgesuchten Kryptowährungen zu erlauben.

      Ausblick auf die kommende Woche

In der neuen Handelswoche stehen wieder zahlreiche Wirtschaftsdaten zur Veröffentlichung an. Am Freitag werden einige Einkaufsmanagerindizes (Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen) veröffentlicht. Sowohl für Deutschland als auch den Euroraum gesamt sehen die Schätzungen für Februar eine sehr stabile Entwicklung. Dies gilt auch für die USA. Am Dienstag kommt der ZEW-Index zur aktuellen Lage und den Erwartungen in Deutschlands Wirtschaft. Angesichts des anhaltenden Lockdowns und des eher mäßigen Impffortschritts sollten die Daten dem Konsens zufolge im Februar etwas schwächer tendieren. In den USA dürften den Schätzungen nach die Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) im Januar zugenommen haben.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 12. Februar 2021, soweit nicht anders angegeben.

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