MarktTicker 28. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 6. bis 10. Juli 2020

    Diese Woche: Konjunkturdaten besser, aber im Vergleich zum Vorjahr schwach

Die fortgesetzte Ausbreitung des Corona-Virus in den USA und anderen Ländern sorgte zum Wochenschluss für Verunsicherung. Die Aktienbörsen gaben nach einem guten Start im Verlauf der Berichtswoche wieder ab. Die US-Technologiebörse Nasdaq war von dieser Entwicklung ausgenommen, es wurde wieder ein neuer Rekordstand erzielt. US- und Euro-Staatsanleihen konnten von der Verunsicherung profitieren und waren gefragt. Die Renditen, in den längeren Laufzeitbereichen waren rückläufig, die Zinskurven tendierten flacher.

Deutscher Außenhandel: Tal der Tränen wohl durchschritten

Die in der Berichtswoche veröffentlichten Daten zum deutschen Außenhandel zeigen, dass das Tal der Tränen wohl durchschritten scheint. Der deutsche Außenhandel nimmt wieder etwas an Fahrt auf, wie die im Vergleich zum Vormonat gestiegenen Ein- und Ausfuhren im Mai belegen. Dies war eine gute Nachricht, wenngleich sich der Handel verglichen mit dem Vorjahr noch sehr schwach zeigt. So lagen die Ausfuhren in die USA mehr als 36 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei Großbritannien waren es sogar fast 47 Prozent. Eine schnelle Erholung wird nicht zu erwarten sein, da nicht alle wichtigen Wirtschaftsregionen gleichzeitig und gleich stark aus der Corona-Krise herauskommen. Im laufenden Jahr dürfte der Welthandel um insgesamt 16 Prozent einbrechen. Erst 2021 erfolgt eine nachhaltige Erholung. Dann aber nur um zehn Prozent. Bis wir wieder das Niveau von 2019 erreichen, wird es noch dauern.

Auch der deutsche Auftragseingang und die Industrieproduktion drehten im Mai gegenüber dem Vormonat deutlich ins positive Terrain, lagen aber im Vergleich zum Vorjahr weiterhin sehr deutlich im Minus.

US-Arbeitsmarkt: Gefahr eines Rückschlags

Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe beliefen sich für die Woche zum 4. Juli auf 1,31 Millionen und lagen damit etwas unter den Erwartungen. Die jüngste Entwicklung am US-Arbeitsmarkt im Rahmen der Corona-Ausbreitung ist durchaus positiv zu bewerten. Allerdings gilt zu beachten: 3,5 der 7,5 Millionen zuletzt neu geschaffenen Stellen liegen im Dienstleistungsbereich. Bei einem erneuten Lockdown im Rahmen der Corona-Ausbreitung besteht die Gefahr, dass diesem wieder viele der neuen Jobs zum Opfer fallen, was die jüngste Erholung konterkarieren würde.

    Aktien: Gemischte Entwicklung – Technologie gefragt

US-Technologiebörse NASDAQ mit Allzeithoch

An den Aktienmärkten, die zunächst freundlich in die Berichtswoche gestartet waren, gaben die Notierungen im weiteren Handelsverlauf wieder nach. Die Konjunktursorgen sind wegen der Ausbreitung von Corona wieder zurück. Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China ist im Zusammenhang mit den Ereignissen um Hongkong nicht vom Tisch und wird die Märkte weiterhin beschäftigen. Vor dem Wochenende weicht der Optimismus der Unsicherheit, die Anleger präferieren sowohl Risikoabbau als auch Gewinnmitnahmen.

Der richtungsweisende MSCI World-Index lag per Freitagmittag mit 0,6 Prozent leicht im positiven Terrain. Die Aktienmärkte der Schwellenländer, hierbei in erster Linie Asien, verzeichneten ein deutliches Plus (MSCI EM Asia plus 5,4 Prozent). Ansonsten zeigte sich die Entwicklung durchwachsen. Aktien aus Großbritannien und Spanien lagen mit rund zwei Prozent im Minus. EURO STOXX 50- und DAX 30-Index pendelten um die Nulllinie.

Die US-Technologiebörse NASDAQ erzielte hingegen mit vier Prozent Zuwachs auf 10.755 Punkte per Schluss Donnerstag ein neues Allzeithoch. Aktien der Unternehmen Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Facebook haben dabei teils neue Höchststände erreicht. In den ersten Handelstagen im Juli wurde allein durch diese Schwergewichte eine zusätzliche Marktkapitalisierung im Umfang von 410 Milliarden US-Dollar geschaffen. Auch die Tesla-Aktie setzte mit knapp 1.400 US-Dollar zu weiteren Höhenflügen an und hat andere Automobilproduzenten hinsichtlich der Marktkapitalisierung teils weit hinter sich gelassen.

SAP-Aktie legt nach guten Zahlen deutlich zu

Im DAX30-Index stand SAP im Blickpunkt. Das Software-Unternehmen steigerte seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal trotz Corona um acht Prozent. Die operative Marge erhöhte sich um 1,8 Prozentpunkte. Die Anleger quittierten die Zahlen mit einem Kurssprung, die Aktie stieg zwischenzeitlich auf knapp 140 Euro und damit auf ein Rekordhoch. Mit rund 135 Euro verblieb per Freitagmittag ein Wochenplus von 5,6 Prozent.

Mit Blick auf die Branchen im STOXX Europe 600-Index folgten europäische Technologieaktien ihren amerikanischen Pendants. Das Börsenbarometer legte um 2,4 Prozent zu. Anteilsscheine von Öl- und Gasunternehmen waren mit minus 3,1 Prozent die Wochenverlierer.

    Renten: Lange Laufzeiten gefragt

Zinskurven flacher

Die Staatsanleihemärkte tendierten in der Berichtswoche leicht freundlich. Die Corona-bedingte Risikoaversion führte zu einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Papieren und damit zu leicht rückläufigen Renditen. In den USA war im Zehnjahresbereich ein Renditerückgang um zehn Basispunkte zu beobachten. Die amerikanische Zinskurve tendierte in der Berichtswoche über die langen Laufzeiten (30 Jahre minus 15 Basispunkte) etwas flacher. Die Bund-Kurve tendierte ebenfalls flacher, dort war der Renditerückgang (30 Jahre minus neun Basispunkte) aber geringer ausgeprägt als am US-Markt.

Die Peripherie hielt sich ebenfalls gut, die Renditen an den jeweiligen Märkten fielen um zwei bis vier Basispunkte. Griechenland nähert sich bei der Zehnjahresrendite der Marke von einem Prozent (1,09 Prozent per Freitagvormittag). Die weitere Entwicklung in der Peripherie dürfte in erster Linie von den Fortschritten bei den Verhandlungen um den EU-Wiederaufbaufonds abhängen.

Der Markt für Euro-Unternehmensanleihen tendierter ebenfalls leicht freundlich. Der Handel verlief in der Berichtswoche recht ruhig. Am Donnerstag gab es am sehr regen Primärmarkt das erste Mal seit längerem keine Euro-Neuemission, was unterstützte.

Staatsanleihen aus den Schwellenländern verloren auf Gesamtmarktebene hingegen ein wenig. Einzelne Ereignisse wie der rückläufige Ölpreis, lokale Corona-Herde (Hongkong) oder auch Faktoren um China (Sanktionen) haben dort für etwas Verunsicherung gesorgt. Die Risikoprämien (Spreads) gegenüber US-Schatzanweisungen haben sich gegenüber der Vorwoche auf Indexebene (JP Morgan EMBIG-Index) leicht auf 465 Basispunkte erhöht.

    Ausblick auf die kommende Woche

Die Europäische Zentralbank tagt am Donnerstag, die aktuelle Geldpolitik dürfte unverändert beibehalten werden. In den USA stehen wichtige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Mit der Industrieproduktion, den Einzelhandelsumsätzen und Zahlen zum Immobilienmarkt wird ein großer Bereich der US-Wirtschaft abgedeckt und liefert somit aufschlussreiche Informationen, in welche Richtung die weitere Reise in Punkto Konjunkturerholung geht.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 10. Juli 2020, soweit nicht anders angegeben.

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