MarktTicker 8. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 17. bis 21. Februar 2020

    Was diese Woche wichtig war: Aktienmärkte konsolidieren

Stimmung trübt sich ein

Die Stimmung unter den Anlegern hat sich in der Berichtswoche etwas eingetrübt. Dennoch konnten Aktienindizes wie der S&P 500 und der STOXX Europe 600 zunächst neue Höchststände erreichen. Folgend kam es aber zu einer Konsolidierung, die meisten Märkte lagen per Freitagmittag auf Wochensicht leicht im Minus. Als sicher geltende Anleihen wie US-Schatzanweisungen oder deutsche Bundespapiere waren gesucht, deren Renditen gaben im Wochenverlauf entsprechend nach. Darüber hinaus stieg der Goldpreis für eine Unze des Edelmetalls über die 1.600-Dollarmarke und damit auf ein Sieben-Jahreshoch.

Konjunktur: Euro-Einkaufsmanager über Erwartung, starker US-Immobilienmarkt

Die am Freitagmorgen bekanntgegebenen Markit-Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum brachten einen kleinen Lichtblick. Im Februar lagen die Daten für das Verarbeitende Gewerbe (49,1 Punkte) und für den Dienstleistungssektor (52,8 Punkte) sowohl über den Erwartungen als auch den Vormonatswerten. Der am Dienstag veröffentlichte ZEW-Konjunkturindex verzeichnete hingegen wie erwartet im Februar einen deutlichen Rückgang. Bei den rund 400 befragten Finanzanalysten und institutionellen Anlegern spiegelte sich die Unsicherheit rund um COVID-19 entsprechend in den schwächeren Einschätzungen wider. In den USA lagen die Baubeginne und Baugenehmigungen über den Erwartungen. Das milde Wetter und die Zinssenkungspolitik der US-Notenbank Fed wirkten sich unterstützend auf den dortigen Bausektor aus.

    Aktien: Apples Umsatzwarnung verunsichert Anleger

Auswirkungen der Virusausbreitung ungewiss

Zwei Faktoren waren ausschlaggebend für die Korrektur am Aktienmarkt: Mit der Umsatzwarnung des Apple-Konzerns am Dienstag wurde den Anlegern zunehmend bewusster, dass der durch COVID-19 in China verursachte allgemeine Stillstand und damit einhergehende Produktionsausfall sich zusehends in der Geschäftsentwicklung der Unternehmen widerspiegelt. Lieferengpässe beim iPhone in China sowie bei weiteren Apple-Geräten bewegten das Unternehmen, die Ende Januar veröffentlichte Umsatzprognose zu kassieren und für das erste Quartal nach unten anzupassen. Die Aktie verlor gegenüber Vorfreitagsschluss 1,8 Prozent. Mit Adidas, Puma und Fresenius folgten Meldungen weiterer namhafter Unternehmen, bei denen die Ausbreitung des Virus wohl starke Spuren in der Geschäftsentwicklung hinterlassen wird. Viele Anleger setzen aber derzeit auf eine Eindämmung der Ausbreitung und rechnen mit einer deutlichen wirtschaftlichen Erholung in den kommenden Monaten, was die aktuelle Korrektur an den Aktienbörsen bislang sehr in Grenzen hielt.

Darüber hinaus hat China die Datenerhebung zur Ermittlung der Infektionsfälle ein weiteres Mal geändert. Dies hat zuletzt nicht gerade für Vertrauen unter den Anlegern gesorgt und damit die Unsicherheit verstärkt.

Die weltweit wichtigsten Aktienindizes gaben im Rahmen der Konsolidierung leicht ab. Der MSCI World-Index lag per Freitag mit 0,5 Prozent leicht im Minus. Der japanische Nikkei 225-Index verlor mit 1,3 Prozent etwas deutlicher. Am US-Aktienmarkt erzielte der S&P 500-Index zur Wochenmitte sogar noch einen Rekordstand, tendierte anschließend wie der Dow Jones Industriel Average und die Technologiebörse Nasdaq ins Minus. Die Verluste bewegten sich dort zwischen 0,6 bis 1,3 Prozent.

In Europa kletterte der STOXX Europe 600 am Mittwoch auf neue Höhen, ehe auch dort die Konsolidierung einsetzte (minus 0,3 Prozent). Dies galt auch für den für mittelgroße Unternehmen repräsentativen MDAX-Index. Der DAX-30- und Euro STOXX 50-Index gaben jeweils um 0,6 Prozent ab.

Vor allem Banken und Versicherungen unter Druck

Bei den im STOXX 600 Europe vertretenen Branchen verbuchten die in den letzten Wochen präferierten Banken mit minus 1,9 Prozent die höchsten Verluste. Versicherungstitel folgten mit minus 1,6 Prozent. Grundstoffe sowie Öl und Gas gaben jeweils 1,3 Prozent ab. Gesucht waren hingegen als defensiv geltende Branchen wie Versorger (plus 2,7 Prozent) und Telekommunikation (plus 1,8 Prozent).

Telekom-Aktie vorne

Im DAX30-Index lag die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Plus von 5,2 Prozent (16,40 Euro) im Wochenvergleich vorne. Das Unternehmen übertraf mit guten Zahlen im vergangenen Geschäftsjahr die Markterwartungen. Auch dürfte der Zusammenschluss von T-Mobile US sowie Sprint Corp. zum Kursanstieg beigetragen haben. Es folgt die Aktie von Fresenius Medical Care nach ebenfalls erfreulichen Daten mit einem Plus von 3,1 Prozent. Der Versorger RWE lag mit einem Wochengewinn von 2,8 Prozent an dritter Stelle.

MTU hingegen deutlich unter Druck

Mit einem deutlichen Minus von knapp acht Prozent führte die Aktie des DAX 30-Mitglieds MTU Aero Engines die Verliererliste an. Dabei konnte das Zahlenwerk für 2019 die Erwartungen zumeist übertreffen. Am Markt war von Gewinnmitnahmen in Reaktion auf den jüngsten Kursverlauf die Rede. Zudem wurde auch hier seitens des Unternehmens auf Unwägbarkeiten im Rahmen der Virusausbreitung verwiesen, die eine Anpassung der Prognosen im weiteren Verlauf der Entwicklung erfordern würden. Im Minus notierten zudem die Aktien von Bayer und der Deutschen Post, die jeweils einen Verlust von rund vier Prozent erlitten.

    Renten: Sichere Staatspapiere gefragt

Zinsstrukturkurven etwas flacher

Die Präferenz für die als sicher geltenden Staatsanleihen nahm in den vergangenen Handelstagen wieder zu. Sowohl deutsche Bundesanleihen als auch US-Schatzanweisungen waren gesucht. Die Zinskurven tendierten aufgrund der Renditerückgänge in den längeren Laufzeitbereichen etwas flacher. Im Zehnjahresbereich ging die Verzinsung rund fünf (Bundesanleihen) beziehungsweise zehn (US-Treasuries) Basispunkte zurück. Bei Letzteren wurde am Freitag die 1,5 Prozentmarke nach unten durchbrochen.

Italien: Zehnjahresrendite hält sich hartnäckig über 0,9-Prozentmarke

Am italienischen Bondmarkt herrschte in der Berichtswoche Stillstand. Die 0,9-Prozent-Renditemarke war nicht nach unten zu knacken. Der Risikoaufschlag zu Bundesanleihen zog aufgrund der Bewegung im Bund wieder etwas an, nachdem in der Vorwoche ein Rekordtief bei rund 129 Basispunkten erreicht wurde. In Spanien und Portugal gab es hingegen Kurszuwächse, während der griechische Markt nach dem deutlichen Renditeabschwung der vergangenen Wochen zuletzt konsolidierte. Der Euro-Gesamtmarkt (iBoxx Euro Sovereigns) lag bis Donnerstagabend mit 0,3 Prozent leicht im Plus.

Unternehmensanleihen legten in der Berichtswoche aufgrund der abwärts gerichteten Zinsbewegung leicht zu, die Risikoprämien blieben unverändert. Die Neuemissionswelle dort ist deutlich abgeflaut. Die Nachfrage nach neuen Papieren ist aber nach wie vor sehr gut. Die Mehrheit der Neuemissionen ist angesichts geringer Prämien für die Anleger weiterhin sehr teuer.

    Ausblick auf die kommende Woche

Der Ifo-Geschäftsklimaindex gibt gleich zum Wochenauftakt Aufschluss über die Lagebeurteilung in der deutschen Wirtschaft. Zahlreiche Unternehmen tappen derzeit durch die Ausbreitung des Virus hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Dunkeln. Der Ausblick ist angesichts drohender Ausfälle von Lieferketten ungewiss. Hiervon dürfte in erster Linie die Ifo-Erwartungskomponente betroffen sein. Beim Gesamtindex rechnet der Konsens mit einem leichten Rückgang auf 95 Punkte. Darüber hinaus stehen zum Wochenschluss die deutschen Verbraucherpreise auf der Agenda. Nach dem Rückgang im Januar wird für Februar nun wieder ein Anstieg erwartet. Aus den USA kommen zudem die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Der Start ins neue Jahr (Januar) wird mit minus 1,5 Prozent sehr verhalten eingeschätzt.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 21. Februar 2020, soweit nicht anders angegeben.

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