Marktberichte November 2019

Aktien: Hoffnung auf eine Lösung im Handelsstreit sorgt für Kursgewinne

Renten: Staatsanleihen mit weiteren Verlusten

Aktienmärkte: Die Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen den USA und China im Handelskonflikt sorgte für Kursgewinne an den Aktienbörsen. In den USA erzielte der S&P 500-Index zwischenzeitlich ein historisches Hoch. Im Euroraum ließen Konjunkturdaten darauf deuten, dass der europäische Industriesektor seinen Tiefpunkt durchschritten haben könnte.

Rentenmärkte: Während die Aktienbörsen zulegten, kam es an den Staatsanleihemärkten wieder zu leichten Verlusten. Aufgrund der politischen Entspannung waren sichere Staatsanleihen aus den USA und dem Euroraum weniger gefragt. Bei den Euro-Peripherieanleihen setzten im November zudem Gewinnmitnahmen ein.

Europa

Europäische Aktien mit neuen Jahreshochs

Die europäischen Aktienmärkte verbuchten im November Gewinne. Der EURO STOXX 50-Index legte um 2,8 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index gewann 2,7 Prozent. Die europäischen Nebenwerte schlossen noch deutlicher im Plus: Die im STOXX Europe Mid 200-Index gelisteten Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung gewannen 3,3 Prozent, Firmen mit niedriger Marktkapitalisierung verzeichneten ein Plus von 3,8 Prozent (STOXX Europe Small 200-Index). Die Börsenbarometer erreichten damit neue Jahreshöchststände.

Von konjunktureller Seite kamen ermutigende Signale. Die Einkaufsmanagerindizes deuteten an, dass die Schwäche im europäischen Industriesektor ihren Tiefpunkt durchschritten hat. Zwar sind die Niveaus nach wie vor niedrig, es zeigen sich aber Stabilisierungstendenzen.

Daneben unterstützten Fortschritte im Handelsstreit. Die USA und China näherten sich im Konflikt an. Sogar von einem teilweisen Abbau der Zölle war die Rede. Dies ließ die Hoffnungen der Anleger auf eine Einigung steigen. Auch beim Thema US-Zölle auf europäische Autos kamen positive Signale: Marktkreisen zufolge zeigte sich Brüssel überzeugt, dass die USA auf Zölle für europäische Autos verzichten werden. Später wendete sich das Blatt. Der US-Kongress hatte ein Gesetz für mehr Demokratie und Menschenrechte in Hongkong an US-Präsident Trump zur Unterzeichnung gegeben. Sollte die chinesische Regierung die Menschenrechte in Hongkong nicht wahren, würden die USA demnach die Handelsprivilegien kassieren und damit den Wirtschafts- und Finanzplatz Hongkong erheblich schwächen. China kritisierte die USA scharf. Dies belastete die europäischen Börsen.
Bei der EZB trat die neue Präsidentin Christine Lagarde Anfang November ihr neues Amt an. Auch wenn sie eine Überprüfung der Notenbankstrategie ankündigte, dürften die Zeichen bei der Geldpolitik auf Kontinuität stehen. Insgesamt nehmen die positiven Impulse der lockeren Geldpolitik auf die Börsen aber ab.

Für die europäischen Börsen wird in den kommenden Monaten entscheidend sein, ob sich die konjunkturelle Stabilisierung fortsetzt und ob sich die USA und China im Handelsstreit weiter annähern können.

Deutschland

Deutsche Börsen mit Jahreshöchstständen

Die deutschen Aktienmärkte verzeichneten einen positiven Monat. Der DAX 30-Index mit den 30 größten deutschen Unternehmen gewann 2,9 Prozent und übersprang die 13.000-Punkte-Marke. Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung kletterten um 4,6 Prozent (MDAX-Index). Die im SDAX-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung stiegen sogar um 6,3 Prozent. Monatsgewinner sind die deutschen Technologiewerte: Der TecDAX-Index gewann 9,7 Prozent. Die Börsenbarometer erreichten damit im November neue Jahreshöchststände.

Von konjunktureller Seite kamen ermutigende Signale. Deutschland ist im dritten Quartal mit einem Wachstum von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal einer Rezession entgangen. Vor allem vom Konsum kamen positive Impulse. Auch die Frühindikatoren lieferten Hoffnungsschimmer: Die Stimmung unter den deutschen Managern hat sich im November leicht verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist von 94,7 auf 95,0 Punkte gestiegen. Und die Einkaufsmanagerindizes deuteten an, dass die Schwäche im deutschen Industriesektor ihren Tiefpunkt durchschritten hat. Es zeigen sich Stabilisierungstendenzen, aber auf sehr niedrigem Niveau.

Daneben unterstützten Fortschritte im Handelsstreit. Die USA und China haben sich angenähert, was die Hoffnungen der Anleger auf eine Einigung steigen ließ. Auch beim Thema US-Zölle auf europäische Autos kamen positive Signale: Marktkreisen zufolge zeigte sich Brüssel überzeugt, dass die USA auf Zölle für europäische Autos verzichten werden. Später wendete sich das Blatt. Der US-Kongress hatte ein Gesetz für mehr Demokratie und Menschenrechte in Hongkong an US-Präsident Trump zur Unterzeichnung gegeben. Sollte die chinesische Regierung die Menschenrechte in Hongkong nicht wahren, würden die USA demnach die Handelsprivilegien kassieren und damit den Wirtschafts- und Finanzplatz Hongkong erheblich schwächen. China kritisierte die USA scharf. Dies belasteten die deutschen Börsen.

Es wird für die deutschen Börsen in den kommenden Monaten entscheidend sein, ob sich die konjunkturelle Stabilisierung fortsetzt und ob sich die USA und China in Sachen Handelsstreit weiter annähern können.

Osteuropa

Rally ins Stocken geraten

Die osteuropäischen Aktienmärkte haben im November nur teilweise an die gute Entwicklung im Vormonat anknüpfen können. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index verlor im Monatsvergleich 1,2 Prozent. Die Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hielt zwar an, doch ließ an den Märkten die Wirkung der expansiven Geldpolitik vieler Notenbanken insgesamt etwas nach. Auch erfüllten sich die am Markt gehegten Erwartungen einer konjunkturellen Belebung nur zum Teil.

Zu den Spitzenreitern in der Berichtsperiode zählte der russische Markt. Das makroökonomische Umfeld in Russland hellte sich zunehmend auf. In Moskau legte der MOEX-Index in Lokalwährung um 1,4 Prozent zu. In Polen gerieten Ende November Bankaktien unter Druck. Das Oberste Gericht Polens hatte entschieden, dass Fremdwährungskredite von privaten Bankkunden in die polnische Währung Zloty umgewandelt werden können, ohne dass dazu der Kreditvertrag gekündigt werden müsse. Zugleich müssten sich die Zinsen aber an den niedrigeren Schweizer-Franken-Zinsen orientieren. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte bereits im Oktober im Streit um die Vergabe von Schweizer-Franken-Krediten den polnischen Kreditnehmern den Rücken gestärkt. Polens Premierminister Mateusz Morawiecki erklärte ferner, dass seine Regierung ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von mindestens zwei bis drei Prozentpunkten über jenem der Eurozone über die kommenden vier Jahre hinweg anstrebe. Zudem gewann er eine Vertrauensabstimmung im Parlament. In Warschau gab der WIG20-Index im Berichtszeitraum in Summe dennoch um 1,6 Prozent nach. In Istanbul kletterte der BIST National 100-Index im Berichtsmonat um 8,6 Prozent. Die Belastungsfaktoren der Vormonate, der türkische Truppenaufmarsch in Nordsyrien sowie die Drohung der Vereinigten Staaten mit Sanktionen, rückten in den Hintergrund. Ein Treffen des türkischen Präsidenten Tayyip Recep Erdogan mit US-Präsident Donald Trump in Washington brachte allerdings keinen Durchbruch.

Die weitere Kursentwicklung an den osteuropäischen Märkten dürfte vom makroökonomischen Umfeld beeinflusst werden, während die lockere Geldpolitik etwas schwächere Auswirkungen haben dürfte.

USA

US-Aktienmarkt baut Kursgewinne aus

Die US-amerikanischen Aktienbörsen haben im November ihre Gewinnserie aus den Vormonaten fortgesetzt. Der Dow Jones Industrial Average stieg um rund 3,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index gewann um 3,4 Prozent und erreichte zwischenzeitlich einen neuen Rekordstand. Aktien aus dem Gesundheitswesen sowie Banken und IT- Titel verbuchten überdurchschnittliche Gewinne. Aktien aus dem Konsumbereich und dem Energiesektor tendierten dagegen schwächer.

Unterstützend wirkten einmal mehr Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zwischenzeitlich sprachen beide Seiten von einer gegenseitigen Annäherung, was Anleger auf eine baldige Einigung hoffen ließ. Auch beim Thema US-Zölle auf europäische Automobile scheint es Bewegung zu geben. Marktkreisen zufolge zeigte sich Brüssel überzeugt, dass die USA auch auf Zölle für europäische Automobile verzichten werden. In den USA markierten wichtige Aktienindizes daraufhin Rekordstände. Später wendete sich das Blatt jedoch wieder. Der US-Kongress hatte ein Gesetz für mehr Demokratie und Menschenrechte in Hongkong an Donald Trump zur Unterzeichnung gegeben. Sollte die Regierung in Peking die Menschenrechte in Hongkong nicht wahren, würden die USA demnach die bislang gewährten Handelsprivilegien kassieren und damit den Wirtschafts- und Finanzplatz Hongkong erheblich schwächen. China kritisierte die USA scharf und warf Washington „bösartige Absichten“ vor. Daraufhin gaben die Kurse an den US-Börsen wieder etwas nach.

Positive Impulse kamen von der Berichtssaison der Unternehmen. Nachdem der Großteil der Adressen aus dem S&P 500-Index ihre Zahlen vorgelegt hatten, konnten 78 Prozent der Konzerne hinsichtlich ihrer Gewinne die Analystenerwartungen übertreffen. Mit Blick auf die Umsätze waren es etwa 58 Prozent.

Nach zehn Jahren ungebrochenen Aufschwungs der Wirtschaft in den USA bleiben die Märkte anfällig für eine weitere Konjunktureintrübung und damit für eine sich verschlechternde Gewinnsituation der Unternehmen. Insgesamt ist eine weiterhin schwankungsanfällige Entwicklung zu erwarten.

Fernost

Asiatische Aktienmärkte zeigen im November ein gemischtes Bild

Die asiatischen Aktienmärkte haben im November uneinheitlich geschlossen. Gemessen am MSCI Far East ex Japan-Index ergab sich jedoch insgesamt ein Plus von 0,3 Prozent.

Eine Stütze für die asiatischen Börsen stellte in der ersten Monatshälfte die positive Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China dar. Beide Parteien hatten sich im Prinzip darauf geeinigt, die im Laufe des letzten Jahres eingeführten Sonderzölle schrittweise wieder zurückzunehmen. Weiterhin zeigten sich sowohl China als auch die USA optimistisch, schon bald ein erstes Abkommen unterzeichnen zu können.

Belastend wirkten sich in der zweiten Monatshälfte jedoch neu eingeführte US-Gesetze aus. Diese drohen unter anderem Wirtschaftssanktionen aufgrund der angespannten politischen Lage in Hongkong an. Demnach könnte Hongkong die bisher gewährte Vorzugsbehandlung in der Wirtschafts- und Handelspolitik der USA gegenüber China entzogen werden, was zu einem heftigen Protest seitens China führte. Der Hang Seng-Index in Hongkong musste schließlich einen Verlust von 2,1 Prozent hinnehmen, der Shanghai Composite-Index schloss 1,9 Prozent leichter.
Zum Ende des Monats sorgten die jüngsten Konjunkturdaten aus China erneut für gute Stimmung an den Märkten: Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist im November überraschend auf 50,2 Zähler angestiegen und liegt damit zum ersten Mal seit April über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert.

An den übrigen asiatischen Börsen zeigte sich im November ein gemischtes Bild. Während die Aktienmärkte in Indien (1,7 Prozent) und Taiwan (1,2 Prozent) Gewinne verzeichneten, beendeten die Börsen in Singapur (-1,1 Prozent), Indonesien (-3,5 Prozent), Malaysia (-2,3 Prozent) und Thailand (-0,7 Prozent) den Monat mit Verlusten.

In den kommenden Monaten dürften insbesondere der weitere Fortgang des Handelsstreits sowie die Entwicklung der globalen Konjunktur einen großen Einfluss auf die asiatischen Aktienmärkte haben.

Japan

Anstieg auf Jahreshoch

Die japanischen Aktienmärkte haben im November ihren Aufwärtstrend fortgesetzt, allerdings in verringertem Tempo. Gemessen am Nikkei 225-Index legte der Markt um 1,6 Prozent zu. Der marktbreite Topix-Index stieg um 1,9 Prozent. Beide Börsenbarometer erreichten im Verlauf des Berichtsmonats jeweils einen Jahreshöchststand.

Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China unterstützten die japanischen Märkte. Beide Seiten äußerten sich zuversichtlich, demnächst eine Lösung zu finden. Allerdings kam es zu keinem Abschluss einer angekündigten vertraglichen Einigung. China und die USA sind die wichtigsten Handelspartner von Japan. Zum Monatsende sorgte ein Gesetzentwurf vom US-Kongress für Verunsicherung. Sollte Peking die Menschenrechte in Hongkong nicht einhalten, würden die Amerikaner der Sonderverwaltungszone wichtige Handelsprivilegien entziehen.

Nach wie vor bleibt die konjunkturelle Entwicklung in Japan schwierig. So verschlechterte sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe im November weiter. Auch im Dienstleistungsbereich trübten sich die Erwartungen ein. Als Grund wurde die globale Wachstumsverlangsamung sowie die Erhöhung der Mehrwertsteuer per Anfang Oktober genannt. Zeitweise belastet wurden die Aktienmärkte in der Berichtsperiode auch von der schwachen Industrie in China.

Der Gouverneur der japanischen Notenbank (Bank of Japan, BoJ) erklärte Mitte des Monats vor dem Parlament, es gebe weiterhin Spielraum für noch tiefere Zinsen. Nach wie vor will die BoJ das Inflationsziel von rund zwei Prozent erreichen. Gegen Ende des Berichtszeitraums erklärte die BoJ aber, dass sie die Zinsen vorerst unverändert belassen würde.

Für die weitere Entwicklung an den japanischen Aktienmärkten wird die globale Konjunkturentwicklung sowie der Handelskonflikt maßgebend bleiben. Die Effekte aus einer lockeren Geldpolitik dürften dagegen eher in den Hintergrund treten.

Weltweit

Globale Aktienmärkte setzen Gewinnserie fort

Die globalen Aktienmärkte konnten ihre Gewinnserie fortsetzen und im November erfreuliche Zuwächse verzeichnen. Der MSCI Welt-Index legte in lokaler Währung 3,0 Prozent zu. In den USA stieg der Dow Jones Industrial Average um rund 3,7 Prozent. Unterstützend wirkten neben einer positiven Berichtssaison einmal mehr Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Später wendete sich das Blatt jedoch wieder. Der US-Kongress hatte ein Gesetz für mehr Demokratie und Menschenrechte in Hongkong an Donald Trump zur Unterzeichnung gegeben. Daraufhin gaben die US-Börsen wieder etwas nach.

Europäische Aktien verbuchten ebenfalls Gewinne, der EURO STOXX 50-Index gewann 2,8 Prozent. Von konjunktureller Seite kamen ermutigende Signale. Die Einkaufsmanagerindizes deuteten an, dass die Schwäche in der europäischen Industrie den Tiefpunkt durchschritten hat. Neben den Annäherungsversuchen zwischen den USA und China scheint es positive Signale beim Thema US-Zölle auf europäische Automobile zu geben. Die japanischen Aktienmärkte setzten ihren Aufwärtstrend fort, allerdings in verringertem Tempo. Gemessen am Nikkei 225-Index legte der Markt um 1,6 Prozent zu.
US-Renten bewegten sich im November in einer vergleichsweise engen Handelsspanne seitwärts. Von konjunktureller Seite gab es wenig Impulse, weil sich stützende und belastende Faktoren die Waage hielten. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Staatsanleihen 0,3 Prozent.

Nach zwei schwachen Vormonaten setzte sich der negative Trend am Euro-Rentenmarkt fort. Bessere Einkaufsmanagerindizes ließen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe Hoffnungen aufkommen, die industrielle Rezession käme zu einem Ende. Zudem entspannten sich auch einige politische Themen. In Summe verloren Euro-Staatsanleihen im Monatsvergleich, gemessen am iBoxx € Sovereign Index, 0,9 Prozent an Wert. Euro-Unternehmensanleihen konnten sich den negativen Vorgaben nicht ganz entziehen. Die hohe Nachfrage aufgrund des Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank begrenzte die Verluste aber auf 0,2 Prozent. Staatsanleihen aus den aufstrebenden Volkswirtschaften verloren 0,5 Prozent.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Negativtrend setzte sich fort

Nach den beiden schwachen Vormonaten setzte sich der negative Trend am Euro-Rentenmarkt auch im November fort. Bessere Einkaufsmanagerindizes ließen vor allem im verarbeitenden Gewerbe Hoffnungen aufkommen, die industrielle Rezession würde zu einem Ende finden. Als marktbelastend erwiesen sich daher gerade zu Monatsbeginn und -ende die jeweiligen Schnellschätzungen. Darüber hinaus entspannten sich auch einige politische Themen, die in den Vormonaten noch eine Belastung darstellten. Die als sicher geltenden Staatsanleihen waren weniger stark gefragt. In britischen Wahlumfragen liegt die Partei von Boris Johnson deutlich vorn. Mit den dann vorliegenden Mehrheitsverhältnissen dürfte seine Regierung in London deutlich handlungsfähiger als zuletzt sein. Auch im Handelsstreit zwischen China und den USA sprachen beide Seiten von einer Annäherung. Schließlich spürt man sowohl in Peking als auch in Washington zunehmend die negativen Auswirkungen.

In Summe verloren Euro-Staatsanleihen im Monatsvergleich, gemessen am iBoxx € Sovereign Index, 0,9 Prozent an Wert. Die zuletzt bessere Wertentwicklung von Anleihen aus den Peripherieländern war diesmal nicht zu beobachten. Bezüglich der spanischen Regierungsbildung gab es nichts Neues. Ministerpräsident Sanchez setzte seine Bemühungen zu einer Mehrheitsbildung fort. Die Ratingagentur Fitch würdigte die Fortschritte in Portugal und behielt ihren positiven Ausblick bei. In Italien hielten jedoch die Diskussionen über den Haushalt für das kommende Jahr an. Die Regierungsparteien haben weiterhin unterschiedliche Interessen. Da beide Parteien derzeit aber nicht die besten Karten bei einer Neuwahl hätten, ist davon auszugehen, dass man sich zusammenraufen wird. Während die als sicher geltenden Papiere aus den Kernmärkten (ICE BofA Merrill Lynch NCLR-Index) 0,4 Prozent verloren, gaben Anleihen aus den Peripherieländern (ICE BofA Merrill Lynch EGLR-Index) fast 1,7 Prozent nach. Trotz der letzten drei schwachen Monate verbleibt auf Jahressicht ein Plus von 7,7 Prozent.

USA

Handelsstreit bleibt wichtigster Einflussfaktor

Der US-Rentenmarkt bewegte sich im November in einer vergleichsweise engen Handelsspanne seitwärts. Von konjunktureller Seite gab es wenig Impulse, weil sich stützende und belastende Faktoren letztlich in etwa die Waage hielten. Auch von Seiten der US-Notenbank blieb es ruhig. Da keine Sitzung auf der Agenda stand und die Marktteilnehmer auch vorerst nicht davon ausgehen, dass die US-Währungshüter die Leitzinsen weiter senken, sahen sich die Währungshüter auch nicht zu umfangreichen Äußerungen gezwungen. Fed-Chef Powell hält den aktuellen Zinssatz für angemessen und wäre notfalls bereit zum Handeln. Derzeit verlange die US-Wirtschaft aber keine weitere Zinssenkung, hieß es.

Ein größeres Thema war erneut der Handelsstreit mit China. Beide Seiten äußerten sich zuversichtlich, dass man demnächst eine Lösung finden würde. Dementsprechend zogen die Renditen zu Monatsbericht leicht an. In Peking spürt man bereits die negativen Auswirkungen und auch US-Präsident Donald Trump will vor einer möglichen Wiederwahl keine allzu negative Presse. Insofern verlangen die Rahmenbedingungen nun von beiden Seiten mehr Kompromissbereitschaft. Zum Monatsende sorgte ein Gesetzentwurf vom US-Kongress jedoch wieder für Verunsicherung. Sollte Peking die Menschenrechte in Hongkong nicht einhalten, würden die Amerikaner der Sonderverwaltungszone wichtige Handelsprivilegien entziehen. US-Präsident Trump blieb wenig Spielraum, sodass er das Gesetz auch wenig später unterzeichnete. China reagiert ungehalten und drohte mit neuen Sanktionen.

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump wurde fortgesetzt. Zusätzlicher politischer Gegenwind droht von Michael Bloomberg. Der Milliardär und ehemalige demokratische Bürgermeister von New York City hat seine Kandidatur für die US-Präsidentschaft bekanntgegeben. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Staatsanleihen im November 0,3 Prozent an Wert. Auf Jahressicht verbleibt ein Plus von 7,8 Prozent.

Weltweit

Handelsstreit bleibt wichtigster Einflussfaktor

Der US-Rentenmarkt bewegte sich im November in einer vergleichsweise engen Handelsspanne seitwärts. Von konjunktureller Seite gab es wenig Impulse, weil sich stützende und belastende Faktoren letztlich in etwa die Waage hielten. Auch von Seiten der US-Notenbank blieb es ruhig. Ein größeres Thema war erneut der Handelsstreit mit China. Beide Seiten äußerten sich zuversichtlich, dass man demnächst eine Lösung finden würde. Dementsprechend zogen die Renditen zu Monatsbericht leicht an. Zum Monatsende sorgte ein Gesetzentwurf vom US-Kongress jedoch wieder für Verunsicherung. Sollte Peking die Menschenrechte in Hongkong nicht einhalten, würden die Amerikaner der Sonderverwaltungszone wichtige Handelsprivilegien entziehen. US-Präsident Trump blieb wenig Spielraum, sodass er das Gesetz auch wenig später unterzeichnete. China reagiert ungehalten und drohte mit neuen Sanktionen. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verloren US-Staatsanleihen im November 0,3 Prozent an Wert.

Nach den beiden schwachen Vormonaten setzte sich der negative Trend am Euro-Rentenmarkt auch im November fort. Bessere Einkaufsmanagerindizes ließen vor allem im verarbeitenden Gewerbe Hoffnungen aufkommen, die industrielle Rezession würde zu einem Ende finden. Darüber hinaus entspannten sich auch einige politische Themen, die in den Vormonaten noch eine Belastung darstellten. Die als sicher geltenden Staatsanleihen waren weniger stark gefragt. In Summe verloren Euro-Staatsanleihen im Monatsvergleich, gemessen am iBoxx € Sovereign Index, 0,9 Prozent an Wert. Die zuletzt bessere Wertentwicklung von Anleihen aus den Peripherieländern war diesmal nicht zu beobachten. In Italien hielten die Diskussionen über den Haushalt für das kommende Jahr an. Die Regierungsparteien haben weiterhin unterschiedliche Interessen.

Euro-Unternehmensanleihen konnten sich diesen negativen Vorgaben nicht gänzlich entziehen. Die hohe Nachfrage aufgrund des Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank begrenzte die Verluste aber auf 0,2 Prozent. Staatsanleihen aus den aufstrebenden Volkswirtschaften büßten ebenfalls leicht ein und verloren 0,5 Prozent an Wert.

Unternehmensanleihen

Rekordvolumen am Neuemissionsmarkt

Im November setzte sich der allgemeine Renditeanstieg an den Märkten fort. Die als sicher geltenden Staatsanleihen aus Deutschland und den USA hatten, wie schon im Vormonat Oktober, Verluste hinzunehmen. Der europäische Unternehmensanleihemarkt konnte sich hiervon nicht abkoppeln. Einhergehend mit dem allgemeinen Marktgeschehen gingen Firmenbonds mit, wenngleich auch nur geringen, Kursverlusten aus dem Handelsmonat. Auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) gab der Gesamtmarkt für Papiere mit Rating Investment Grade 0,2 Prozent ab. Die Risikoprämien (Spreads) weiteten sich zudem um zwei auf 72 Basispunkte aus. Mit Blick auf die Entwicklung in den einzelnen Untersektoren tendierten die risikoreicheren Anleihen etwas besser. Hybrid- beziehungsweise Nachrangpapiere gingen unverändert aus dem Markt. Hochverzinsliche Bonds (ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index) legten auf Gesamtmarktebene sogar 0,9 Prozent hinzu. Die Risikoprämien für High Yield-Papiere engten sich deutlich um 22 auf 274 Basispunkte ein. Am US-amerikanischen Unternehmensanleihemarkt (ICE BofA Merrill Lynch US-Large Corp. Index) war auf US-Dollarbasis ein Plus von 0,2 Prozent zu verzeichnen. Auch dort waren rückläufige Spreads (minus sieben auf 127 Basispunkte) zu beobachten.

Im Blickpunkt stand der Primärmarkt für Papiere aus dem Euroraum. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist dort seit Anfang November wieder mit Ankäufen aktiv. Dort wurde zur Monatsmitte beim Neuemissionsvolumen eine Rekordmarke aufgestellt. Mit neuen Anleihen im Gegenwert von etwas mehr als 410 Milliarden Euro im bisherigen Jahresverlauf wurde das nunmehr alte Rekordjahr 2017 (406 Milliarden Euro) übertroffen. Und das laufende Handelsjahr ist noch nicht zu Ende, wenngleich mit Blick auf das bevorstehende Jahresende die Dynamik der Neuemissionstätigkeit gegen Ende November etwas nachgelassen hat. Das Niedrigzinsumfeld mit negativen Renditen sowie die Europäische Zentralbank als Käufer an den Bondmärkten stützen den Unternehmensanleihemarkt.

Emerging Markets

Dispersion im EM-Anleihesegment hält an

An den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets, EM) waren im November auf aggregierter Ebene keine größeren Ausschläge zu beobachten. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verbuchte der Gesamtmarkt ein leichtes Minus von 0,5 Prozent. Die Aussicht auf eine mögliche Entspannung im Handelsstreit sorgte zwischenzeitlich für rückläufige Risikoaufschläge. Ausgehend von einem Jahrestief bei 313 Basispunkten weiteten sich die Spreads jedoch bis zum Monatsende auf wieder 325 Basispunkte aus. Auffällig hoch blieb die uneinheitliche Entwicklung zwischen Anleihen im Investment Grade-Bereich und Schuldverschreibungen aus dem einfach B-Bereich (High Yield-Segment). Mit einer Renditeausweitung von 3,2 Prozentpunkten auf 13,7 Prozent gerieten vor allem zehnjährige Staatspapiere aus Ecuador unter Druck. Angesichts der gescheiterten Umsetzung eines Reformpakets wurden die Titel eher gemieden. Laufzeitkongruente Papiere aus dem Libanon schnitten ähnlich schwach ab. Die Verzinsung stieg um rund drei Prozentpunkte auf 18,9 Prozent. Auch wenn die Ursachen für die Probleme in bestimmten Schwellenländer-Staaten vielschichtig sind, gibt es in einigen Fällen Gemeinsamkeiten. Neben dem Druck, den Haushalt zu konsolidieren, steigt auch in Teilen der Bevölkerung die Anspruchshaltung. Preiserhöhungen, neue Steuern oder die Streichung von Subventionen schlagen sich in zunehmenden Protesten nieder. Insgesamt bleibt die Anlageklasse durch ihren Renditeaufschlag im Negativzinsumfeld aber unterstützt.

Am Primärmarkt platzierten zahlreiche Staaten neue Papiere. China als seltener Emittent sammelte über drei Tranchen vier Milliarden Euro ein sowie über vier weitere Tranchen sechs Milliarden US-Dollar. Mit einem siebenfach überzeichneten Buch war auch bei einer in US-Dollar denominierten Neuemission aus Ägypten das Interesse groß. In Serbien und Brasilien waren die Neuemissionen jeweils mit Rückkäufen bestehender Anleihen verknüpft. Weiterhin blieb in den Schwellenländern der Zinssenkungstrend in Takt. Die Zentralbanken in Mexiko, Ägypten, Weißrussland, Serbien und Peru senkten jeweils den geldpolitischen Schlüsselsatz.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 30. November 2019, soweit nicht anders angegeben.

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