MarktTicker 35. Kalenderwoche

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 24. bis 28. August 2020

    Diese Woche: Freundliche Stimmung an den Aktienbörsen

Freundliche Aktienmärkte, Staatsanleihen mit Kursverlusten

Rückläufige Neuinfektionszahlen in den USA, freundliche Konjunkturdaten und positive Kommentare zu den Verhandlungen im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit trieben die Börsen in den USA teils auf neue Rekordstände. S&P 500- sowie der Nasdaq 100-Index stiegen auf neue Hochs. Auch hat die Hoffnung auf Fortschritte im Kampf gegen Corona die Aktienbörsen weiter unterstützt. Neue Corona-Tests geben jedoch Anlass zu begründeter Hoffnung, dass eine Normalisierung schneller als gedacht möglich sein könnte. Die Rentenmärkte tendierten hingegen leichter. Nicht zuletzt der Strategieschwenk der US-Notenbank hin zu einer flexiblen Steuerung der Inflation, was höhere Inflationserwartungen mit sich bringen könnte, brachte die Anleihen unter Druck.

Ifo-Geschäftsklimaindex steigt an

Nach vorne blickend gab hingegen der Ifo-Geschäftsklimaindex in der Berichtswoche ermutigende Signale: Seit dem Tiefpunkt bei 74,4 Punkten im April hat sich das Stimmungsbarometer vor allem dank der optimistischeren Geschäftserwartungen deutlich erholt. Zum vierten Mal in Folge stiegen die Geschäftserwartungen. Zudem lagen sowohl das Geschäftsklima (92,6 Punkte) als auch die Geschäftserwartungen (97,5 Punkte) über dem Konsens der Umfrage. In Verbindung mit der deutlich verbesserten Lageeinschätzung der Unternehmen zeigt dies, dass sich die Erholungskräfte trotz steigender Corona-Fallzahlen stärker darstellen als gedacht.

In den USA sorgte der starke Anstieg der Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter (Durable Goods) mit einem Plus von 11,2 Prozent im Juli (Erwartungen plus 4,8 Prozent) für gute Laune unter den Anlegern. Deutlich schwächer war hingegen das für August ermittelte Verbrauchervertrauen (Conference Board). Das Auslaufen der Stützungsmaßnahmen durch die US-Regierung per Ende Juli und die bislang nicht erfolgte Einigung auf eine Verlängerung haben das Verbrauchervertrauen (84,8 nach 92,6 Punkten) deutlich vermindert.

    Aktien: S&P 500- und Nasdaq 100-Index klettern auf neue Hochs

Ein Mix aus überwiegend guten Konjunkturdaten, positiven Kommentaren zum amerikanisch-chinesischen Handelsstreit und rückläufigen Neuinfektionszahlen in den USA sorgte für gute Laune an den Aktienbörsen. Die Märkte lagen im Schnitt rund 2,5 Prozent im Plus. Lediglich der japanische Nikkei 225-Index ging mit minus 0,2 Prozent negativ aus der Berichtswoche. Japans Premier Abe hat aus gesundheitlichen Gründen überraschend sein Amt niedergelegt, was die Anleger verunsicherte. Mit plus 3,9 Prozent hat der Nasdaq 100-Index hingegen deutlich zugelegt und setzte auch in der Berichtswoche sein Erreichen historischer Höchststände fort. Seit Jahresbeginn liegt die US-Technologiebörse nun mit knapp 37 Prozent im Plus. Auch der marktbreite S&P 500-Index erzielte im Berichtswoche unter Hilfe der Tech-Aktien einen weiteren Höchststand.

Im Euroraum tendierten im Rahmen des marktbreiten STOXX Europe 600-Index der Reise- und Freizeitsektor (plus 4,8 Prozent), Banken (plus 4,3 Prozent) sowie Automobile (plus 3,7 Prozent) fester. Als defensiv geltende Branchen wie Versorger, Immobilien sowie Gesundheit gaben hingegen leicht ab. Im DAX 30 lagen MTU und die Deutsche Bank mit zehn beziehungsweise acht Prozent im Plus. Die erst kürzlich in den DAX aufgestiegenen Delivery Hero verloren im Wochenverlauf per Freitagmittag rund sieben Prozent.

    Renten: Renditeanstieg und steilere Zinskurven

Gute Konjunkturdaten, die Platzierung zahlreicher neuer Staatsanleihen am Primärmarkt und Aussagen von Fed-Chef Powell brachten die Anleihenotierungen in der Berichtswoche unter Druck. Entsprechend stiegen die Renditen an.

US-Notenbank Fed wird Inflation flexibel steuern

US-Notenbankchef Jerome Powell hat am Donnerstag beim Economic Policy Symposium in US-amerikanischen Jackson Hole die Ergebnisse des „Strategy Review“ und die damit verbundenen geldpolitischen Anpassungen der Fed bekanntgegeben. Die wichtigste Änderung betrifft das Mandat der Preisstabilität. Das langfristige Ziel bleibt eine Inflation von zwei Prozent. Nach Phasen einer dauerhaften Zielunterschreitung wird die Fed künftig für eine gewisse Zeit auch Inflationsraten von etwas über zwei Prozent tolerieren. Die Fed wird sich dabei ein Höchstmaß an Flexibilität vorbehalten. Offen bleibt aber, wie sie das Inflationsziel erreichen will. Direkte Aussagen zur geldpolitischen Ausrichtung blieb Powell aber weitestgehend schuldig. Eventuell könnte sich die Fed im September hierzu näher äußern, wir gehen jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht davon aus.

Steilere Zinskurven

Am US-Staatsanleihemarkt stiegen angesichts des Versuchs der Fed, die Inflationserwartungen nach oben zu bringen, die Renditen an. Über die langen Laufzeiten tendierte die US-Zinskurve steiler. Die Rendite 30-jähriger US-Treasuries stieg gegenüber Vorwochenschluss um 20 Basispunkte an. Die Zehnjahresrendite erhöhte sich um 13 Basispunkte, während die ganzen kurzen Fälligkeiten unverändert blieben.

Im Euroraum stieg die Verzinsung, sowohl in den Kern- als auch den Peripheriestaaten, ebenfalls an. Auch die Bundkurve ging steiler, Laufzeiten ab zehn Jahren rentierten rund 15 Basispunkt höher, während der vordere Teil der Kurve aufgrund der EZB-Zinspolitik fest verankert bleibt. Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit lagen am Freitagvormittag mit sieben Basispunkten Rendite sogar leicht im Plus. In Spanien und Italien zog die Verzinsung bei den langen Laufzeiten ebenfalls um zehn bis 15 Basispunkte an. Auf Gesamtmarktebene waren im Euroraum (iBoxx € Sovereigns) bis Donnerstagabend Verluste in Höhe von 0,7 Prozent zu verzeichnen. Am Primärmarkt gab es zahlreiche Platzierungen, die unterschiedlich aufgenommen wurden. Bundespapiere litten eher unter mäßigem Interesse, Finnland hingegen wurde eine Staatsanleihe nahezu aus den Händen gerissen.

Bund kommt mit erster grüner Anleihe

Darüber hinaus wurden in der Berichtswoche auch erste Informationen über die erste grüne Bundesanleihe bekannt. Diese könnte ab kommender Woche am Markt begeben werden. Grüne Bundesanleihen werden als sogenannte Zwillingsanleihen konzipiert. Dabei weisen die „gewöhnliche“ als auch die grüne Tranche identische Laufzeiten und Kupons auf. Aus dem Renditeunterschied beider Papiere wäre dann, wenn vorhanden, eine „grüne Prämie“ quantifizierbar. Allerdings sind - etwa dem Research der Commerzbank zufolge - derartige Prämien bei den meisten etablierten Emittenten grüner Anleihen bislang nicht sonderlich ausgeprägt. Das Potenzial auf eine üppige Neuemissionsprämie für die Anleger scheint daher den bisherigen Erfahrungen zufolge eher gering. Schätzungen liegen bei einem Abschlag von ein bis zwei Basispunkten im Vergleich zum konventionellen Zwilling.

Flaute am Covered Primärmarkt beendet

Grün war auch der erste Covered Bond (gedeckte Schuldverschreibung), der nach vielen Wochen Flaute den Auftakt am dortigen Primärmarkt gab. Das Papier der Berliner Hyp war mit 2,6-facher Überzeichnung ordentlich nachgefragt und zeigt, dass Covered Bonds auch weiterhin für die Anleger interessant sind. Die Neuemissionsprämie lag bei zwei Basispunkten, der Bond tendierte gleich nach der Emission noch etwas fester. In den vergangenen Monaten zeigte sich der Handel an den Covered-Märkten, auch bedingt durch die Sommerpause, sehr eingeschränkt.

      Ausblick auf die kommende Woche

Die USA betreffend sollten der Arbeitsmarktbericht, der ISM-Index und die Auftragseingänge in der Industrie die größte Beachtung finden. Die zweite Corona-Welle dürfte dort den Aufschwung beeinträchtigt, aber nicht gestoppt haben. Die deutschen Auftragseingänge in der Industrie sollen gemäß Erwartung im Juli gegenüber dem Vormonat um sechs Prozent zugelegt haben. Darüber hinaus wird hinsichtlich der Kern-Teuerungsrate im Euroraum am Dienstag für den August mit einer Zuwachsrate von 0,8 Prozent gerechnet. Sonderfaktoren hatten im Juni für höhere Inflationsdaten gesorgt und fallen nunmehr weg.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 28. August 2020, soweit nicht anders angegeben.

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