Marktberichte März 2020

Aktien: Starker Kursabschwung setzt sich fort

Renten: Uneinheitliche Entwicklung

Aktienmärkte: Im März kam es aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus zu weiteren deutlichen Verlusten an den Aktienbörsen. Umfangreiche Maßnahmen seitens der Notenbanken und der Regierungen sollen nun die Folgen der Rezession mildern.

Rentenmärkte: Auch die als sicher geltenden Staatsanleihen kamen im Krisenmodus unter Druck und verbuchten zunächst Kursverluste. Unter dem Eindruck der Fed-Maßnahmen konnte sich der US-Rentenmarkt aber wieder erholen. Euro-Staatsanleihen schlossen hingegen aufgrund der aufkommenden Verschuldungsproblematik im Minus.

Europa

Scharfe Korrektur an Europas Börsen

Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus und die beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen haben im Berichtsmonat zu deutlichen Verlusten am europäischen Aktienmarkt geführt: Der EURO STOXX 50-Index verlor auf Monatssicht 16,3 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index büßte 14,8 Prozent ein.

Die Ausbreitung des Virus nahm im Berichtsmonat in Europa an Fahrt auf. Zuerst wurden in Italien zahlreiche Neuinfektionen gemeldet, kurze Zeit später breitete sich das Virus auf ganz Europa aus. In vielen europäischen Ländern wurden teils drastische Maßnahmen zur Beschränkung der Ausbreitung eingeführt. Geschäfte und Freizeiteinrichtungen mussten schließen, viele Bürger nahmen ihre Arbeit im Heimbüro auf und es wurden Kontakt- oder Ausgangssperren verhängt. Mit der Lahmlegung des öffentlichen Lebens geht ein Wirtschaftseinbruch einher, deshalb ist eine Rezession in Europa 2020 nicht zu vermeiden.

In diesem Umfeld kam es zu drastischen Kursverlusten am europäischen Aktienmarkt. Insbesondere die Sektoren Banken, Automobile und Industrie kommen durch die Corona-Krise unter die Räder, was sich auch an der Börse widerspiegelte. Vergleichsweise gut hielten sich die Gesundheits- sowie die Nahrungsmittel- und Getränkebranche. Diese Sektoren spielen bei der Krisenbewältigung beziehungsweise der Versorgung der Bürger eine wichtige Rolle.

Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Regierungen vieler europäischer Staaten beschlossen in kurzer Zeit umfangreiche Hilfsmaßnahmen, um die Auswirkungen der Corona-Krise einzudämmen. Von staatlicher Seite wurden etwa Hilfspakete für Unternehmen und Arbeitnehmer verabschiedet. Und die EZB weitete beispielsweise ihr Anleihekaufprogramm deutlich aus und beschloss neue Liquiditätsmaßnahmen, um den europäischen Unternehmen und Banken zu helfen. Zwischenzeitlich führten diese Maßnahmen zu einer Kurserholung bei europäischen Aktien, die sich aber als nicht nachhaltig erwies.

Kurzfristig dürfte es an den Börsen turbulent bleiben. Mittel- bis langfristig bieten sich Investoren Chancen am Aktienmarkt, sobald es glaubhafte Anzeichen dafür gibt, dass die Pandemie unter Kontrolle gebracht wird.

Deutschland

Kurseinbruch an der deutschen Börse

Die Ausbreitung des Corona-Virus und die beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen haben im Berichtsmonat zu deutlichen Verlusten am deutschen Aktienmarkt geführt: Der DAX 30-Index mit den 30 größten gelisteten deutschen Unternehmen verlor auf Monatssicht 16,4 Prozent. Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung gaben 17,1 Prozent ab (MDAX-Index). Die im SDAX-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung brachen sogar um 18,4 Prozent ein. Der deutsche Technologiesektor hielt sich vergleichsweise gut (TecDAX-Index: -8,8 Prozent).

Die Ausbreitung des Virus nahm im März an Fahrt auf. So stiegen auch die Neuinfektionszahlen in Deutschland rasch an. Die Regierung reagierte, um die Verbreitung einzudämmen: Geschäfte und Freizeiteinrichtungen mussten schließen, viele Bürger nahmen ihre Arbeit im Heimbüro auf und es wurde eine Kontaktsperre verhängt. Mit der Lahmlegung des öffentlichen Lebens geht ein Wirtschaftseinbruch einher, deshalb ist eine Rezession in Deutschland 2020 nicht zu vermeiden.

In diesem Umfeld kam es zu drastischen Kursverlusten an der deutschen Börse. Insbesondere die Sektoren Banken, Industrie, Bau und Automobile kamen unter die Räder. Vergleichsweise gut hielten sich der Einzelhandel sowie die Nahrungsmittel- und Getränkebranche, die bei der Versorgung der Bürger eine wichtige Rolle spielen.

Sowohl die Bundesregierung als auch die Europäische Zentralbank (EZB) beschlossen umfangreiche Maßnahmen, um die Auswirkungen der Corona-Krise einzudämmen. Berlin verabschiedete ein beispielloses, milliardenschweres Hilfsprogramm zur Unterstützung von Unternehmen und Bürgern. Die EZB weitete etwa ihr Anleihekaufprogramm drastisch aus und beschloss Liquiditätsmaßnahmen, um den europäischen und damit auch den deutschen Unternehmen und Banken zu helfen. Gegen Monatsende führten diese Hilfen zu einer leichten Kurserholung an der deutschen Börse, die sich aber als nicht nachhaltig erwies.

Kurzfristig dürfte es an den Börsen turbulent bleiben. Mittel- bis langfristig bieten sich Investoren Chancen am Aktienmarkt, sobald es glaubhafte Anzeichen dafür gibt, dass die Pandemie unter Kontrolle gebracht wird.

Osteuropa

Osteuropäische Börsen brechen ein

Die Aktienmärkte in Osteuropa haben als Folge der Corona-Pandemie im Berichtsmonat kräftige Einbußen verzeichnet. Der MSCI EM Eastern Europe-Index verlor in Lokalwährung 13,6 Prozent. Es gab dabei größere Mittelabflüsse von ausländischen Investoren.

Zahlreiche Staaten, auch in Osteuropa, haben teilweise drastische Maßnahmen zur Beschränkung der Virus-Ausbreitung eingeführt. Eine Rezession ist deshalb auch in Europa nicht mehr zu vermeiden. Umfangreiche Hilfsmaßnahmen von Nationalbanken sowie Regierungen sorgten zwar für eine gewisse Beruhigung an den Finanzmärkten. Doch zeichnet sich bislang auf globaler Ebene (G20-Staaten) noch keine verbindliche, koordinierte Krisenpolitik ab, was die Anlegerstimmung belastete.

Der russische Aktienmarkt verlor, gemessen am MOEX-Index, im Berichtsmonat in Lokalwährung gerechnet 9,9 Prozent. Russland ist vom Einbruch des Ölpreises besonders hart getroffen. Dies schwächte auch den Russischen Rubel. Der Ölpreis stand wegen des Nachfrageeinbruchs bereits unter Druck. Hinzu kam noch, dass Russland sich mit dem Ölkartell OPEC nicht auf eine Fortsetzung der Förderbegrenzung über März hinaus einigen konnte. Darüber hinaus kündigte Saudi-Arabien an, mehr Öl fördern zu wollen, was zu einem enormen Überschuss am Ölmarkt führt.

In Warschau verlor der WIG20-Index auf Lokalwährungsbasis 15,5 Prozent. Die polnische Regierung verhängte ebenfalls breite Eindämmungsmaßnahmen und schnürte ein Rettungspaket für Unternehmen, das nach Angaben der Regierung rund zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts entspricht. Auch der ungarische Aktienmarkt gab nach und fiel um 17,6 Prozent (BUX-Index). Die ungarische Regierung ergriff drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus und sicherte sich durch das Parlament weitreichende Befugnisse.

In Prag rutschte der tschechische Aktienmarkt (PX-Index) um 19,2 Prozent ab. Die Notenbank, die noch im Februar den Leitzins erhöht hatte, senkte den Satz im Berichtsmonat um insgesamt 125 Basispunkte. Zudem plant die Regierung die Einführung eines sechsmonatigen Schuldenmoratoriums für Bankkunden. Dies belastete tschechische Bankwerte.

USA

Corona-Virus zieht die Kurse ins Minus

Die US-Aktienmärkte haben im März massiv an Wert verloren. Der Dow Jones Industrial Average gab um 13,7 Prozent nach, der marktbreite S&P 500-Index fiel um 12,5 Prozent. Ursache war die weltweite Verbreitung des Corona-Virus und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Implikationen. Aufgrund des fallenden Ölpreises wurden vor allem Aktien aus dem Energiesektor in Mitleidenschaft gezogen, angesichts der massiven Flugausfälle gaben auch Titel aus der Luftfahrtbranche nach. Die fallenden Zinsen trieben Bankaktien ins Minus. Vergleichsweise gut konnten sich unter anderem Hersteller von Basiskonsumgütern sowie Unternehmen aus dem Gesundheitssektor halten.

Die Märkte spiegeln die Unsicherheit wider, die von der Verbreitung des Virus ausgeht. Per Ende März waren die USA das Land mit den meisten Covid-19-Erkrankungen, weite Teile des Landes waren lahmgelegt. Sowohl die Notenbank als auch die Regierung versuchten, gegenzusteuern: So haben die Währungshüter der Federal Reserve die Zinsen praktisch auf Null gesenkt und ihre Wertpapierankaufprogramm um 700 Milliarden US-Dollar hochgefahren. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand ausgerufen. Allein dadurch wurden Bundesmittel in Höhe von bis zu 50 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung des Corona-Virus freigesetzt. Zudem veranlasste der Gesetzgeber ein umfassendes Fiskalpaket in Höhe von rund zwei Billionen US-Dollar, um die Folgen der Pandemie einzudämmen. Die Maßnahmen hatten zwischenzeitlich zu einer spektakuläre Erholungsrally am Aktienmarkt geführt, die Indizes stiegen binnen weniger Tage um mehr als 20 Prozent, konnten diese Gewinne aber nicht lange halten.

Die Corona-Pandemie und die Eindämmungsmaßnahmen haben weltweit zu einem Einbruch der Nachfrage geführt. Die Unternehmen müssen darauf mit Kosten- und Produktionssenkungen reagieren. Während diese Faktoren auf den Kapitalmärkten lasten, erhalten diese Unterstützung von den fiskal- und geldpolitischen Stützungsmaßnahmen. Mittel- bis langfristig bieten sich Investoren bei Risikoanlagen Chancen, sobald es Anzeichen dafür gibt, dass die Virusausbreitung unter Kontrolle gebracht wird.

Fernost

Kurseinbrüche an den asiatischen Börsen

Die asiatischen Aktienmärkte haben im Berichtsmonat weitere kräftige Abgaben verzeichnet. Die Ausbreitung des Corona-Virus verunsicherte die Marktteilnehmer. Zahlreiche Staaten, auch in Asien, haben teilweise drastische Maßnahmen zur Beschränkung der Virus-Ausbreitung eingeführt. Dies betraf unter anderem auch die Luftfahrtbranche sowie Tourismus- und Unterhaltungsanbieter. Eine globale Rezession ist deshalb nicht mehr zu vermeiden. Umfangreiche Hilfsmaßnahmen von Notenbanken sowie Regierungen sorgten zwar für eine gewisse Beruhigung an den Finanzmärkten. Doch zeichnete sich bislang auf globaler Ebene (G20-Staaten) noch keine verbindliche, koordinierte Krisenpolitik ab, was die Anlegerstimmung belastete.

Der MSCI Far East ex Japan-Index verlor im Monatsvergleich in Lokalwährung gerechnet 10,5 Prozent. In allen Ländern verzeichneten die Aktienmärkte hohe Verluste. In Südkorea fiel der Kospi 200-Index um 11,6 Prozent. Das Land zählt zu den Staaten, denen die Eindämmung des Virus am besten gelungen ist und wo die Ansteckungszahlen niedrig liegen. Allerdings ist die koreanische Wirtschaft global stark vernetzt. In Hongkong rutschte der Hang-Seng-Index auf Lokalwährungsbasis um 9,7 Prozent ab.

In China waren die Ansteckungszahlen rückläufig, die Zahl importierter Fälle nahm aber zu. Eine schrittweise Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ging einher mit einer Erhöhung der Industrieproduktion und Wiedereröffnung von Geschäften auch in der am stärksten betroffenen Provinz Hubei. Zur Stützung der Wirtschaft lockerte die chinesische Notenbank (PBoC) zudem die Geldpolitik deutlich. Trotzdem konnte sich der chinesische Aktienmarkt nicht den globalen Rezessionssorgen entziehen. Der Shanghai Composite-Index verlor im Monatsvergleich in Lokalwährung 4,5 Prozent. In Malaysia wiederum fiel der Aktienmarkt um 8,9 Prozent (FTSE Bursa Malaysia-Index).

Für die asiatischen Aktienmärkte wird entscheidend sein, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickelt. Eine nachhaltige Erholung dürfte erst bei einem deutlichen Rückgang der Neuinfektionszahlen möglich sein, die Kursentwicklung dürfte vorerst schwankungsanfällig bleiben.

Japan

Japanischer Aktienmarkt verliert kräftig

Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus und damit verbunden Rezessionssorgen haben auch den japanischen Aktienmarkt im März stark belastet. Der Nikkei 225-Index rutschte in Lokalwährung um 10,5 Prozent ab, und der breit gefasste Topix-Index fiel um 7,1 Prozent. Die Ausbreitung des Corona-Virus verunsicherte die Marktteilnehmer. Zahlreiche Staaten, auch in Asien, haben teilweise drastische Maßnahmen zur Beschränkung der Virus-Ausbreitung eingeführt. Dies betraf unter anderem auch die Luftfahrtbranche sowie Tourismus- und Unterhaltungsanbieter. Eine globale Rezession ist deshalb nicht mehr zu vermeiden.

Umfangreiche Hilfsmaßnahmen von Notenbanken sowie Regierungen sorgten zwar für eine gewisse Beruhigung an den Finanzmärkten. Doch anders als in China sind in Japan die Corona-Fälle zuletzt wieder leicht angestiegen, obwohl landesweit seit Anfang März die meisten Schulen geschlossen blieben. Deshalb werden insbesondere im Großraum Tokio striktere Anweisungen der Behörden erwartet. Bislang war die Bevölkerung in der Metropole nur angehalten, wenn möglich im Haus zu bleiben.

Außerdem senkte die japanische Regierung ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum und erklärte, die Wirtschaft sei in einer ernsten Lage und durch den Virus extrem belastet. Mögliche weitere Stimulus-Maßnahmen wurden nicht ausgeschlossen. Aus Sorgen vor dem Corona-Virus wurden die für Juli geplanten Olympischen Sommerspiele in Tokio um ein Jahr verschoben. Offiziell werden die Kosten für die Vorbereitung auf rund 13 Milliarden US-Dollar beziffert, eine Verschiebung wird zusätzliche Kosten bedeuten.

Für den japanischen Aktienmarkt wird entscheidend sein, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickelt. Eine nachhaltige Erholung dürfte erst bei einem deutlichen Rückgang der Neuinfektionszahlen möglich sein, die Kursentwicklung dürfte vorerst schwankungsanfällig bleiben.

Weltweit

Corona-Virus hält Aktienmärkte in Atem

Vor dem Hintergrund der weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Implikationen mussten die globalen Aktienmärkte im März massive Kursverluste hinnehmen. Der MSCI World-Index verbuchte im Berichtsmonat ein Minus von 13,1 Prozent in lokaler Währung. Auch die US-Aktienmärkte haben zuletzt massiv an Wert verloren. Der Dow Jones Industrial Average gab im März um 13,7 Prozent nach, der marktbreite S&P 500-Index fiel um 12,5 Prozent. Die Märkte spiegeln die Unsicherheit wider, die von der Verbreitung des Virus ausgeht. Per Ende März waren die USA das Land mit den meisten Covid-19-Erkrankungen, weite Teile des Landes waren lahmgelegt. Sowohl die Notenbank als auch die Regierung versuchten, gegenzusteuern: So haben die Währungshüter der Federal Reserve die Zinsen praktisch auf Null gesenkt und ihre Wertpapierankaufprogramm um 700 Milliarden US-Dollar hochgefahren. Zudem veranlasste der Gesetzgeber ein umfassendes Fiskalpaket in Höhe von rund zwei Billionen US-Dollar, um die Folgen der Pandemie einzudämmen.

Die Ausbreitung des Virus nahm zuletzt auch in Europa an Fahrt auf. Zuerst wurden in Italien zahlreiche Neuinfektionen gemeldet, kurze Zeit später breitete sich das Virus auf ganz Europa aus. In vielen europäischen Ländern wurden teils drastische Maßnahmen zur Beschränkung der Ausbreitung eingeführt. Geschäfte und Freizeiteinrichtungen mussten schließen und es wurden Kontakt- oder Ausgangssperren verhängt. Mit der Lahmlegung des öffentlichen Lebens geht ein Wirtschaftseinbruch einher, deshalb ist eine Rezession in Europa 2020 nicht zu vermeiden. Der EURO STOXX 50-Index verlor auf Monatssicht 16,3 Prozent.

Der japanische Aktienmarkt verzeichnete im März ebenso kräftige Einbußen. Der Nikkei 225-Index verlor auf Lokalwährungsbasis 10,5 Prozent. Die Börsen der Schwellenländer gaben gemessen am MSCI Emerging Markets-Index in lokaler Währung 13,2 Prozent ab.

Kurzfristig dürfte es an den Börsen turbulent bleiben. Mittel- bis langfristig bieten sich Investoren Chancen am Aktienmarkt, sobald es glaubhafte Anzeichen dafür gibt, dass die Pandemie unter Kontrolle gebracht wird.

Die Rentenmärkte

Eurozone

EZB stabilisiert nach Abverkauf

Ein in vielerlei Hinsicht historischer Monat am europäischen Rentenmarkt liegt hinter uns. Die durch das Corona-Virus ausgelöste Rezession der Weltwirtschaft hatte im März zu deutlichen Verwerfungen geführt. Zunächst dienten die als sicher geltenden Anleihen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden vielen Anlegern als sicherer Hafen. Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen markierte bei -0,9 Prozent ein Allzeittief. Innerhalb weniger Handelstage schoss die Rendite dann bis auf -0,14 Prozent nach oben. Um Liquidität zu schaffen, mussten sichere Staatsanleihen veräußert werden. Anleger favorisierten nur noch Kasse. Aufgrund der enormen Verunsicherung kam es bei risikobehafteten Papieren zu starken Kursverlusten. Zu diesem Zeitpunkt erhöhten sich die Risikoaufschläge von Papieren aus den Peripherieländern deutlich. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere aus Italien schoss von einem auf drei Prozent in die Höhe. Darüber hinaus schränkte sich deren Handelbarkeit merklich ein.

Zu diesem Zeitpunkt kam es am Rentenmarkt zu großen Problemen, weil viele Banken keine Bestände auf ihr Handelsbuch nehmen wollten. Dies rief letztlich die Europäische Zentralbank auf den Plan. Diese schnürte ein umfassendes Maßnahmenpaket. Neben der Ausweitung des schon bestehenden Ankaufprogramms wurde wesentliche Erleichterung für Banken implementiert, darunter auch neue Langfristtender zur Liquiditätsbeschaffung. Darüber hinaus wurde ein zusätzliches Kaufprogramm (Pandemic Emergency Purchase Programme – PEPP) zur Eindämmung der Marktverwerfungen im Volumen von 750 Milliarden Euro (Staats- und Unternehmensanleihen sowie Geldmarktpapiere) verabschiedet. Insbesondere Letzteres zeigte schnell Wirkung und ließ die Renditen von Anleihen aus den Peripherieländern wieder sinken. Zum Monatsende hin hatte sich der europäische Rentenmarkt etwas stabilisiert, was auch an zusätzlichen Fiskalprogrammen, auch in anderen Ländern, lag. Damit konnten die systemischen Risiken minimiert werden. Übrig blieben jedoch die konjunkturellen Risiken. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index verloren europäische Staatsanleihen im Februar 2,5 Prozent an Wert.

USA

US-Notenbank schnürt historisches Rettungspaket

Das dominierende Thema im März war das sich weltweit ausbreitende Corona-Virus. Hohe Fallzahlen in Europa und erste Infektionen in den USA lösten schnell eine Rezession der Weltwirtschaft aus. In diesem von hoher Unsicherheit geprägten Marktumfeld waren die als sicher geltenden US-Staatsanleihen zunächst stark gesucht. In der Folge markierte die Rendite zehnjähriger Papiere bei 0,31 Prozent ein Allzeittief. Als dann auch in den USA die Zahl der Neuinfizierten auch stark anstieg, kam es am US-Rentenmarkt zu großen Verwerfungen. Risikobehaftete Papiere wie Unternehmensanleihen mussten hohe Verluste hinnehmen. Dies führte letztlich auch bei US-Schatzanweisungen zu steigenden Renditen. Um Liquidität zu schaffen, sahen sich Anleger gezwungen auch diese Papiere zu veräußern. Innerhalb kürzester Zeit stieg die Rendite dadurch auf bis 1,27 Prozent an.

Kurze Zeit später rief dies die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf den Plan. Die Notenbanker schnürten in mehreren Schritten ein historisches Rettungspaket. Zunächst wurde der Ankauf von Staatsanleihen mit einer Summe von 700 Milliarden US-Dollar angekündigt. Bald darauf fand eine Anpassung statt. Die Währungshüter kündigten an, ohne Limitierung kaufen zu wollen. Darüber hinaus werden nun auch Unternehmenspapiere erworben. Dies war notwendig geworden, weil angesichts der zu erwartenden Rezession bei vielen Marktteilnehmern Zweifel bestanden, ob sich in Not geratene Firmen überhaupt noch am Kapitalmarkt refinanzieren können. Schlussendlich wurden noch Erleichterungen für Banken verabschiedet und die Leitzinsen auf nahezu Null gesenkt. Im Anschluss daran kam es zu einer deutlichen Markterholung. Der Notenbank gelang es, die bis dahin hohen systemischen Risiken fast vollständig zu eliminieren. Von da an dienten US-Schatzanweisungen auch wieder als sicherer Hafen und verbuchten angesichts der hohen verbliebenen Konjunktursorgen deutliche Kursgewinne. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verteuerten sich US-Staatsanleihen im März letztlich um 3,3 Prozent.

Weltweit

Hohe Verluste bei risikobehafteten Papieren

Ein in vielerlei Hinsicht historischer Monat am Rentenmarkt liegt hinter uns. Die durch das Corona-Virus ausgelöste Rezession der Weltwirtschaft hatte im März zu deutlichen Verwerfungen geführt. Zunächst dienten die als sicher geltenden Anleihen aus Deutschland und den USA vielen Anlegern als sicherer Hafen. Die Renditen von zehnjährigen Papieren markierten Allzeittiefstände. Innerhalb weniger Handelstage schossen die Renditen dann aber kräftig in die Höhe. Um Liquidität zu schaffen, mussten sichere Staatsanleihen veräußert werden. Anleger favorisierten nur noch Kasse. Aufgrund der enormen Verunsicherung kam es bei risikobehafteten Papieren zu starken Kursverlusten. Zu diesem Zeitpunkt erhöhten sich die Risikoaufschläge von Papieren aus den Peripherieländern ebenso wie bei Unternehmensanleihen und Schuldverschreibungen aus den Schwellenländern. Darüber hinaus schränkte sich deren Handelbarkeit merklich ein.

Zu diesem Zeitpunkt kam es am Rentenmarkt zu großen Problemen, weil viele Banken keine Bestände auf ihr Handelsbuch nehmen wollten. Dies rief letztlich die Notenbanken auf den Plan. Diese schnürten umfassende Maßnahmenpakete. Neben umfangreichen Ankaufprogrammen wurden Zinssenkungen verabschiedet und wesentliche Erleichterung für Banken implementiert, darunter auch neue Langfristtender zur Liquiditätsbeschaffung. Flankiert wurden diese Maßnahmen von fiskalischer Seite. Die Größenordnung der Konjunkturprogramme erreichte dabei historische Dimensionen. In den USA belief sich die Gesamtsumme auf 2.000 Milliarden US-Dollar. Zum Monatsende hin hatte sich der Rentenmarkt daraufhin etwas stabilisieren können. Die systemischen Risiken konnten weitgehend minimiert werden. Übrig blieben jedoch die konjunkturellen Risiken, die weiterhin sehr hoch sind. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index verloren europäische Staatsanleihen im Februar 2,5 Prozent an Wert. US-Staatsanleihen verteuerten sich auf Indexeben (JP Morgan Global Bond US-Index) hingegen um 3,3 Prozent. Unternehmensanleihen gaben rund sieben Prozent nach. Anleihen aus den Schwellenländern verloren sogar fast 14 Prozent.

Unternehmensanleihen

Starker Anstieg der Risikoprämien

Die starke Ausbreitung des Corona-Virus außerhalb Chinas sorgte weltweit für starke Kurseinbrüche an den Finanzmärkten. Zweitweise waren sämtliche Korrelationen zwischen den Anlageklassen außer Kraft gesetzt. Dabei wiesen sowohl risikoreiche Anlagen als auch die als sicher geltenden Staatspapiere (Bundesanleihen und US-Treasuries) im Gleichlauf Kursverluste auf. Mit der massiven Bereitstellung von Liquidität und Wertpapierankäufen durch die Zentralbanken sowie den flankierenden Maßnahmen durch zahlreiche Regierungen konnte sich die Lage zum Monatsende hin aber wieder etwas beruhigen.

An den Unternehmensanleihenmärkten waren – vor allem in den USA – stark ansteigende Risikoprämien (Spreads) zu beobachten. Das mit dem „Lockdown“ verbundene Zurückfahren der wirtschaftlichen Aktivitäten rief Befürchtungen stark ansteigender Unternehmensausfälle hervor. Der europäische Unternehmensanleihemarkt etwa wies dabei historisch extrem pessimistische Ausfallraten auf. Im Bereich Investment Grade lag diese (CDS/fünf Jahre) bei 14 Prozent. Den hochverzinslichen Bereich (High Yield) betreffend lag die erwartete Ausfallrate sogar zeitweise bei 47 Prozent. Gegen Monatsende hatte sich die Lage mit dem Eingriff der Notenbanken, die EZB erweiterte dabei ihr Ankaufprogramm um 750 Milliarden Euro, zumindest stabilisiert. In diesem Umfeld verzeichneten Euro-Unternehmensanleihen (ICE BofA Euro-Corp.-Index (ER00)) einen Verlust in Höhe von 6,8 Prozent. Der Risikoaufschlag stieg in der Spitze um 119 auf 199 Basispunkte an, schloss letztlich Ende März mit 193 um 74 Basispunkte höher. Die Stabilisierung zum Monatsende nutzten zahlreiche Unternehmen zur Platzierung neuer Anleihen am Primärmarkt. Die Nachfrage der Anleger war angesichts attraktiver Neuemissionsprämien gut.

Der US-Markt (ICE BofA US-Large Cap-Index (C0AL) stand ebenfalls stark unter Druck (minus 7,3 Prozent). Die Risikoaufschläge erhöhten sich dort von zwischenzeitlich 147 auf 395 Basispunkte, schlossen mit 295 Basispunkten aber wieder deutlich tiefer. Der amerikanische High Yield-Sektor verzeichnete bezüglich der Spreads sogar zeitweise eine Verdoppelung auf rund 890 Basispunkte.

Emerging Markets

Coronavirus: Schwellenländeranleihen im Abverkauf

Die Ausweitung des Coronavirus führte im März zu einem weltweiten Einbruch an den Börsen. Risikobehaftete Anlageklassen wie Anleihen aus den Schwellenländern gerieten besonders unter Druck. Mit dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens, dem zeitlich begrenzten „Lockdown“, geht ein starker Einbruch der Wirtschaftsaktivität einher. Rezessive Entwicklungen sind nicht vermeidbar. Viele Regierungen haben parallel begonnen, Maßnahmen einzuleiten, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. So wurde beispielsweise in den USA ein Konjunkturpaket in Höhe von zwei Billionen US-Dollar verabschiedet. Darüber hinaus haben die wichtigsten Zentralbanken ihre Geldpolitik deutlich gelockert. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve senkte die Leitzinsen zweimal außerplanmäßig um insgesamt 150 Basispunkte und hat wieder begonnen, Anleihen anzukaufen. Auch die Europäische Zentralbank stockte ihre Anleiheankäufe deutlich auf. Das neu geschaffene „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) sieht ein zusätzliches Ankaufvolumen von 750 Milliarden Euro vor.

In diesem herausfordernden Umfeld handelten Anleihen aus den Schwellenländern mit starken Ausschlägen. Zusätzlich lastet der deutliche Rückgang des Ölpreises auf den Fundamentaldaten von einigen Rohstoffproduzenten im Nahen Osten sowie in Afrika. Das Überangebot an Öl, bedingt durch Nachfrageausfälle im Zuge der Coronakrise und Uneinigkeiten der Opec+, verursacht derzeit volle Lager und sinkende Preise. Die Dollarstärke in der ersten Monatshälfte wirkte sich auf die Marktlage für Schwellenländertitel ebenfalls negativ aus. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verbuchten die in US-Dollar und Euro notierenden Schwellenländerpapiere im Monatsvergleich ein Minus von 13,9 Prozent. Die Risikoaufschläge weiteten sich in der Spitze, teilweise auch liquiditätsbedingt, um 376 auf 721 Basispunkte aus. Durch den Schulterschluss von Fiskal- und Geldpolitik zog an den Märkten gegen Monatsende jedoch eine leichte Stabilisierung ein. Für eine nachhaltige Erholung muss sich aber weltweit die Ausbreitung des Coronavirus abschwächen.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. März 2020, soweit nicht anders angegeben.

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