Marktberichte Februar 2021

Aktien: Börsen im Aufwind

Renten: Renditeanstieg setzt sich im Februar fort

Aktienmärkte: Positive Konjunkturdaten und insgesamt besser als erwartete Unternehmenszahlen sorgten für ein Plus an den Aktienmärkten. Der Dow Jones Industrial Average erreichte dabei zwischenzeitlich ein Rekordhoch. Die US-Notenbank Fed bestätigte ihren expansiven geldpolitischen Kurs, was die Aktienmärkte zusätzlich unterstützte.

Rentenmärkte: Der Trend zu höheren Renditen an den Staatsanleihemärkten setzte sich im Februar fort. Positive Wirtschaftsdaten und die Aussicht auf das 1,9 Billionen US-Dollar schwere US-Konjunkturprogramm führten zu höheren Inflationserwartungen. In der Folge erlitten US-Treasuries Verluste. Der Euro-Staatsanleihen folgten den US-Vorgaben und gingen ebenfalls mit rückläufigen Anleihenotierungen aus dem Handelsmonat Februar.

Die Aktienmärkte

Europa

Frühlingsstimmung an Europas Börsen

Freundliche Konjunkturdaten sorgten im Februar für insgesamt steigende Aktienkurse. Der Euro STOXX 50-Index schloss 4,5 Prozent im Plus, der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit plus 2,3 Prozent. Vor allem Finanz- und Versicherungstitel und Aktien aus dem Grundstoffsektor waren gefragt. Abschläge verzeichneten Basiskonsumgüter sowie Versorger.

Nach den Turbulenzen um GameStop-Aktien in den USA, die Ende Januar zu einer leichten Kurskorrektur an den globalen Märkten geführt hatten, zogen die Kurse im Berichtsmonat wieder an. Aufkeimende Inflationssorgen bremsten den Aufwärtstrend zwischenzeitlich etwas aus, doch mehrheitlich besser als erwartete Konjunkturdaten sowie eine weiterhin in der Mehrzahl besser als erwartete Unternehmenszahlen sorgten für eine rasche Erholung.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland etwa stieg im Februar um 2,1 auf 92,4 Punkte an. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe nahm der Optimismus zu. Volle Auftragsbücher meldete beispielsweise die Automobilbranche. Noch zuversichtlicher zeigten sich die für die Erstellung des ZEW-Index befragten Finanzanalysten. Dieser stieg etwa für Deutschland um fast zehn auf 71,2 Punkte an, der höchste Stand seit September 2020. Auch für den Euroraum insgesamt lag der Erwartungswert des ZEW-Index auf einem sehr hohen Niveau. Das Wirtschaftsvertrauen im gemeinsamen Währungsraum stieg leicht an, lag aber noch immer deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Als belastend erwiesen sich der nach wie vor stark vom Corona-Virus gebeutelte Dienstleistungssektor und das mitunter noch sehr zurückhaltende Konsumentenvertrauen.

Das Pandemiegeschehen wird die Entwicklung an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld unverzichtbar.

Deutschland

Deutsche Aktien entwickelten sich im Februar erneut uneinheitlich

Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich im Februar erneut uneinheitlich. Der DAX 30-Index, der die größten börsennotierten deutschen Unternehmen umfasst, legte 2,6 Prozent zu, nachdem er im Vormonat im Minus geschlossen hatte. Firmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung entwickelten sich dagegen gemessen am MDAX-Index fast seitwärts und konnten nur 0,6 Prozent dazu gewinnen. Die Nebenwerte im SDAX-Index verloren 0,7 Prozent. Beeinflusst wurde die Stimmung weiterhin von der Diskussion über Lieferengpässe und mögliche Versäumnisse der Politik bei der Impfstoffbeschaffung. Freundliche konjunkturelle Frühindikatoren wirkten unterstützend.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Februar um 2,1 auf 92,4 Punkte gestiegen. Hintergrund war vor allem der zunehmende Optimismus im Verarbeitenden Gewerbe. Aber auch in den Sektoren Dienstleistungen und Handel zeigten sich erste Verbesserungen. Beide Bereiche waren aufgrund des Lockdowns im Vormonat stark eingebrochen. Doch die Aussichten auf eine Lockerung bis zum Sommer haben nun die Erwartungen an bessere Geschäfte erhöht. Der Zustand der Industrie ist ungeachtet der Corona-Einschränkungen äußerst robust. Die Auftragsbücher sind für die kommenden sechs Monate gefüllt, und im Anschluss sollte sich die Lage durch die Massenimpfungen und die Lockerung der Einschränkungen weiter verbessern. Die Inflation blieb in Deutschland auch im Februar hoch. Die Preise stiegen um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenüber Januar war ein Preisanstieg von 0,7 Prozent zu verzeichnen.

Das Pandemiegeschehen wird die Entwicklung an den Kapitalmärkten weiter entscheidend prägen. Mit dem Beginn der Massenimpfungen stehen trotz des holprigen Starts die Chancen gut, dass ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen wird. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie Aktien.

Osteuropa

Osteuropas Aktienmärkte leicht fester

Auch im Februar hat sich kein klarer Trend an den Aktienmärkten in Osteuropa durchsetzen können. Gemessen am MSCI EM Eastern Europe-Index in Lokalwährung legten sie um 0,8 Prozent zu. Nach den Turbulenzen um GameStop-Aktien in den USA, die Ende Januar zu einer leichten Kurskorrektur an den globalen Märkten geführt hatten, zogen die Kurse im Berichtsmonat zunächst wieder an, unterstützt von sich aufhellenden Konjunkturdaten. Steigende Rohstoffpreise trugen ebenfalls zur besseren Stimmung bei. Wieder steigende Corona-Infektionszahlen in einigen osteuropäischen Ländern wurden weitgehend ignoriert. Im weiteren Verlauf litten die Schwellenländermärkte aber unter deutlich steigenden Nominalrenditen am US-Staatsanleihenmarkt.

Der russische Aktienmarkt legte gemessen am MOEX-Index in Lokalwährung um 2,1 Prozent zu. Bezogen auf den Tagesschluss hatte der Index Mitte des Monats noch ein Rekordhoch erreicht. Drohende Sanktionen der Europäischen Union im Zusammenhang mit der Inhaftierung des russischen Oppositionspolitikers Alexei Nawalny hatten kaum einen Einfluss auf die Kursentwicklung. Dividendenstarke Ölwerte wurden vom steigenden Ölpreis unterstützt. Gegenwind kam jedoch von Äußerungen der Russischen Zentralbank, wonach sie womöglich im laufenden Jahr ihren Leitzins anheben könnte.

In Warschau stagnierte der WIG-Index im Monatsvergleich. Stark unter Druck standen die Papiere des Spieleherstellers CD Projekt, die im Januar von Eindeckungskäufen von Leerverkäufern vor dem Hintergrund der GameStop-Kursturbulenzen profitiert hatten. Von der polnischen Zentralbank kamen Lockerungssignale. Es könne notwendig sein, die Wirtschaft durch eine Zinssenkung im laufenden Jahr zu unterstützen, hieß es.

Die osteuropäischen Börsen dürften bis auf weiteres von der Entwicklung der Corona-Pandemie sowie den Fortschritten in der Corona-Impfstoffverteilung geprägt bleiben. Die höheren Renditen belasten kurzfristig die Stimmung in dem Segment, allerdings dürfte die Geldpolitik vorerst weiter locker bleiben. Dies unterstützt auch Risikoanlagen wie Aktien.

USA

US-Börsen verzeichnen Kursgewinne

Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben im Februar die Verluste des Vormonats eingegrenzt und im Plus geschlossen. Der Dow Jones Industrial Average-Index schloss 3,2 Prozent fester und kletterte zwischenzeitlich auf ein neues Rekordhoch. Der marktbreite S&P 500-Index stieg um 2,6 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite verbesserte sich im 0,9 Prozent. Vor allem Finanz- und Energiewerte verzeichneten kräftige Aufschläge. Aktien aus den Sektoren Health Care und Versorger blieben hingegen hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Rückenwind bekamen die Märkte unter anderem von positiven Wirtschaftsdaten. So zeigte sich der vielbeachtete Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter im Januar mit plus 3,4 Prozent überraschend stark. Analysten hatten nur mit einem Anstieg von 1,1 Prozent gerechnet. Auch die Neubauverkäufe lagen im Januar mit 923.000 Einheiten über den Erwartungen. Der Arbeitsmarkt präsentierte sich mit 730.000 Neuanträgen auf Arbeitslosenunterstützung ebenfalls in besserer Verfassung als prognostiziert.

Auch Nachrichten von der US-Notenbank Fed sorgen für Unterstützung: Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hatte in einer Rede vor dem Bankenausschuss des Senats die lockere Geldpolitik der Notenbank bestätigt. Am Null-Zins und den monatlichen Anleiheankäufen in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar werde festgehalten. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung werde laut Powell stark vom Tempo des Impfverlaufs gegen Corona abhängen. Wichtig für die Anleger war die Bestätigung, dass die Fed einen Wechsel ihrer lockeren Geldpolitik mit einem entsprechenden Vorlauf zeitlichen kommunizieren werde. Zuletzt hatten Sorgen um eine steigende Inflation die Märkte verunsichert

Nach dem scharfen Konjunktureinbruch 2020 sollte ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie etwa Aktien. Aktives Management und eine gute Selektion bleiben in diesem Umfeld Trumpf.

Fernost

Stimmungseintrübung an Fernost-Börsen

Nach Kursgewinnen in der ersten Monatshälfte litten die Aktienmärkte in Fernost im weiteren Verlauf des Februars unter einer deutlichen Eintrübung der Anlegerstimmung. Anfangs überwogen die Aussichten auf ein ungebrochen robustes Wirtschaftswachstum sowie die Zuversicht, die Corona-Pandemie im Griff zu behalten, und Fortschritte in den nationalen Impfkampagnen. Später gerieten die Aktienmärkte aber unter Druck, weil die Renditen, insbesondere am US-Staatsanleihemarkt, deutlich stiegen. Dies belastete die Kurse von Risikoanlagen wie Aktien und vor allem Schwellenländermärkte. Unter dem Strich resultierte für den MSCI Far East Ex Japan-Index auf Lokalwährungsbasis ein Plus von 0,9 Prozent.

In Schanghai verlor der Blue-Chip-Index CSI 300 von dem im Monatsverlauf erreichten Allzeit-Hoch zeitweise rund zehn Prozent. Abgesehen vom Renditeanstieg in den USA setzten dem Markt Befürchtungen zu, dass sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China wieder zuspitzen könnte. Die designierte Handelsberaterin der US-Regierung unter Joe Biden, Katherine Tai, bezeichnete Zölle als ein legitimes Mittel gegen das staatlich gelenkte chinesische Wirtschaftsmodell. In Summe fiel der CSI 300-Index 0,3 Prozent. Der breitere Shanghai Composite-Index stieg um 0,7 Prozent.

Die technologielastigen Aktienmärkte in Südkorea und Taiwan profitierten dagegen von steigenden Preisen für Halbleiter, welche die Aktienkurse der Branchenvertreter unterstützten. In Seoul gewann der KOSPI 200-Index 1,3 Prozent in Lokalwährung, in Taipeh kletterte der TAIEX-Index sogar um 5,4 Prozent.

In Hongkong stieg der Hang-Seng-Index zeitweise über die Marke von 31.000 Punkten und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2018. Zum Monatsende rutschte der Markt dann ab, angeführt von Verlusten in den Branchen Handel und Industrie. Insgesamt verblieb ein Plus von 2,5 Prozent auf Lokalwährungsbasis.

Angesichts von Fortschritten in der Impfstoffentwicklung und solange die Corona-Pandemie beherrschbar bleibt, dürften die asiatischen Aktienmärkte noch Aufwärtspotenzial haben. Rückenwind für Risikoanlagen wie Aktien kommt von der lockeren Geldpolitik sowie der Liquiditätsschwemme.

Japan

Japans Aktienmarkt erklimmt langfristigen Höchststand

Der Februar war ein starker Monat für japanische Aktien. Zur Monatsmitte erreichten die japanischen Aktienindizes ihr höchstes Niveau seit Dekaden. Dabei profitierten sie von einer weltweiten Wirtschaftserholung und einem insgesamt positiven Umfeld für Aktienanlagen. Sinkende Infektionszahlen mit dem Corona-Virus sowie der Beginn der Corona-Impfungen in Japan sorgten bei den Anlegern für eine höhere Risikobereitschaft.

Der markbreite Topix-Index legte im Berichtszeitraum auf Lokalwährungsbasis 3,1 Prozent zu, während der Nikkei 225-Index um 4,7 Prozent stieg. Zwischenzeitlich durchbrach der Nikkei 225-Index sogar die Marke von 30.000 Punkten, welche letztmalig im Jahr 1990 erreicht wurde.

Die im Februar vorgelegten Zahlen der Unternehmen fielen größtenteils besser als erwartet aus. Dies unterstützte die Kurse. So legte der Automobilhersteller Toyota beispielsweise sehr starke Zahlen vor und überraschte mit einer Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahresquartal von rund acht Prozent. Zudem überzeugte der positive Ausblick auf das nächste Quartal die , was die Anleger mit steigenden Kursen honorierten.

Auftrieb erhielt der Aktienmarkt auch durch ein überraschend positives Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im vierten Quartal von 3 Prozent. Der von Reuters erstellte Tankan-Index, welcher die Stimmung in der japanischen Industrie misst und dem Tankan-Bericht der Bank of Japan folgt, konnte im Februar zum ersten Mal seit Juli 2019 in den positiven Bereich drehen.

Die künftige Kursentwicklung am japanischen Aktienmarkt dürfte von der Entwicklung der Corona-Pandemie und der Impfstoffverteilung sowie dem Tempo der konjunkturellen Erholung geprägt sein.

Weltweit

Globale Börsen im Aufwind

Die globalen Aktienmärkte haben nach dem schwachen Vormonat im Februar Kursgewinne erzielt. Der MSCI Welt-Index stieg in Lokalwährung um 2,5 Prozent.

In den USA kletterte der Dow Jones Industrial Average-Index um 3,2 Prozent und erreichte zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch. Der marktbreite S&P 500-Index stieg um 2,6 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite verbesserte sich im 0,9 Prozent. Vor allem Finanz- und Energiewerte verzeichneten kräftige Aufschläge. Aktien aus den Sektoren Health Care und Versorger blieben hingegen hinter dem Gesamtmarkt zurück. Rückenwind bekamen die Märkte unter anderem von positiven Wirtschaftsdaten. So zeigte sich der vielbeachtete Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter im Januar mit plus 3,4 Prozent überraschend stark. Analysten hatten nur mit einem Anstieg von 1,1 Prozent gerechnet.

Auch in Europa legten die Aktienmärkte zu. Der Euro STOXX 50-Index schloss 4,5 Prozent im Plus, der marktbreite STOXX Europe 600-Index beendete den Monat mit plus 2,3 Prozent. Vor allem Finanz- und Versicherungstitel und Aktien aus dem Grundstoffsektor waren gefragt. Abschläge verzeichneten Basiskonsumgüter sowie Versorger. Nach den Turbulenzen um GameStop-Aktien in den USA, die Ende Januar zu einer leichten Kurskorrektur an den globalen Märkten geführt hatten, zogen die Kurse im Berichtsmonat wieder an. Aufkeimende Inflationserwartungen hatten den Aufwärtstrend zwischenzeitlich etwas ausgebremst, konnten den positiven Trend aber nicht umkehren.

In Japan kletterten die Kurse, gemessen am Nikkei 225-Index, vor dem Hintergrund einer konjunkturellen Verbesserung um 4,7 Prozent. In den Schwellenländer stiegen die Notierungen hingegen nur moderat: der MSCI Emerging Markets-Index legte in lokaler Währung um 1,0 Prozent zu.

Nach dem scharfen Konjunktureinbruch 2020 sollte ab Mitte 2021 eine nachhaltige Erholung einsetzen. Die globale Liquiditätsflut und die niedrigen Zinsen unterstützen weiterhin Risikoanlagen wie etwa Aktien.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Inflationssorgen lösen Renditeanstieg aus

Hinter dem Euro-Rentenmarkt liegen turbulente Wochen. Die für Januar präsentierten Inflationszahlen beschäftigten die Marktteilnehmer fortwährend und wirkten noch nach. Ein veränderter Warenkorb, die Einführung einer CO2-Steuer, höhere Rohstoffpreise und Steuereffekte verzerrten den Wert nach oben. Zusammen mit einer Reihe von Konjunkturdaten, die besser als erwartet ausfielen sowie positiven Impfstoffnachrichten nahmen in den folgenden Wochen auch die Inflationserwartungen immer weiter zu. Euro-Staatsanleihen reagierten hierauf mit steigenden Renditen. Damit setzten sich die Kursverluste aus dem Vormonat fort. Insbesondere zum Monatsende gewannen diese noch einmal deutlich an Dynamik. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte in der Spitze bis auf minus 0,2 Prozent. Im Monatsvergleich ergab sich letztlich ein Anstieg um 26 Basispunkte auf minus 0,26 Prozent.

Angesichts der steigenden Renditen verschlechtern sich, wenn auch nur sehr langsam, die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen, was die Notenbanker auf den Plan rief. EZB-Chefin Lagarde und weitere Gremiums-Mitglieder betonten noch einmal die Handlungsbereitschaft der Währungshüter. Die Worte verhallten jedoch weitgehend ungehört und konnten die Kursverluste von Staatsanleihen nicht verhindern.

In Italien war der Regierungswechsel lange ein Thema. Ministerpräsident Conte wurde das Vertrauen entzogen. Es kam jedoch nicht zu Neuwahlen, weil eine Wahlrechtsreform für rund ein Drittel der Senatoren den Verlust ihres Mandats bedeutet hätte. Stattdessen wurde mit dem ehemaligen EZB-Chef Mario Draghi ein neuer Kandidat gefunden, der von den Marktteilnehmern viele Vorschusslorbeeren erhielt. Draghi ist wirtschaftlich wie politisch in Europa bestens vernetzt, ein Verfechter der Währungsgemeinschaft und könnte zudem dringend notwendige Reformen anstoßen. Peripherieanleihen konnten sich dem allgemeinen Renditeanstieg zwar nicht entziehen, verloren aber weniger stark an Wert. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index mussten Euro-Staatsanleihen im Februar einen Verlust von 1,9 Prozent hinnehmen. Der Renditeanstieg sollte sich nicht im bisherigen Tempo fortsetzen.

USA

Geplantes Konjunkturpaket wird zur Belastung

US-Schatzanweisungen standen im Februar unter Abgabedruck. Der im August letzten Jahres begonnene Trend zu höheren Renditen setzte sich im Februar mit hoher Dynamik fort und fand seinen Höhepunkt in einem starken Abverkauf kurz vor dem Monatsende. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die Ende Januar noch bei 1,07 Prozent lag, kletterte zum Monatsende kurzzeitig auf mehr als 1,6 Prozent. Schlussendlich verblieb ein Anstieg auf 1,41 Prozent. Als belastend erwiesen sich vor allem die Pläne für ein weiteres umfangreiches Konjunkturpaket der Biden-Regierung in Höhe von bis zu 1,9 Billionen US-Dollar. Marktteilnehmer gerieten in Sorge, ob die Maßnahmen nicht zu umfangreich seien. Im Sommer könnte eine große Nachfrage auf eine dann noch eingeschränkte Produktion treffen. Analysten stritten darüber, ob und in welcher Höhe mit dem starken Wirtschaftswachstum ein Anstieg der Inflationsraten einhergehen könnte. Darüber hinaus steigt mit dem geplanten Stimulus auch die Staatsverschuldung weiter an, was ebenfalls für höhere Renditen sorgte. Das Haushaltsdefizit für 2021 könnte auf bis zu 17 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft steigen.

Der Renditeanstieg rief die Notenbank auf den Plan. Der Vorsitzende der Federal Reserve (Fed) Jerome Powell bestätigte daher in seiner Rede vor dem Bankenausschuss des US-Senats nochmal die lockere Geldpolitik der Notenbank. Am Null-Zins und den monatlichen Anleiheankäufen in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar werde weiter festgehalten. Wichtig für die Anleger war die Bestätigung, dass die Fed eine Abkehr von ihrer derzeitigen Geldpolitik mit einem entsprechenden Vorlauf zeitlichen kommunizieren werde. Eine Rückführung der Anleihekäufe (Tapering) ist vorerst nicht geplant, zumal die Fed mit Sorge auf den US-Arbeitsmarkt blickt. Zuerst müssen noch Millionen von Arbeitskräften wieder integriert werden.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im Januar 2,3 Prozent an Wert. Der Trend zu leicht steigenden Renditen sollte, wenn auch mit geringerer Dynamik, weiter anhalten.

Weltweit

Hohe Kursverluste bei Staatsanleihen

US-Schatzanweisungen standen im Februar unter Abgabedruck. Der im August begonnene Trend zu höheren Renditen setzte sich im Februar mit hoher Dynamik fort. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die Ende Januar noch bei 1,07 Prozent lag, kletterte zum Monatsende kurzzeitig auf mehr als 1,6 Prozent. Als belastend erwiesen sich vor allem die Pläne für ein weiteres umfangreiches Konjunkturpaket der Biden-Regierung in Höhe von bis zu 1,9 Billionen US-Dollar. Marktteilnehmer gerieten in Sorge, ob die Maßnahmen nicht zu umfangreich seien. Im Sommer könnte eine große Nachfrage auf eine dann noch eingeschränkte Produktion treffen. Analysten stritten darüber, ob und in welcher Höhe mit dem starken Wirtschaftswachstum ein Anstieg der Inflationsraten einhergehen könnte. Darüber hinaus steigt mit dem geplanten Stimulus auch die Staatsverschuldung weiter an, was ebenfalls für höhere Renditen sorgte. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Staatsanleihen im Januar 2,3 Prozent an Wert.

Der Euro-Rentenmarkt konnte sich diesen Vorgaben nicht entziehen. Auch die Rendite von Bundesanleihen zog deutlich an. Dies verschlechtert, wenn auch nur sehr langsam, die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen, was die Notenbanker auf den Plan rief. EZB-Chefin Lagarde und weitere Gremiums-Mitglieder betonten noch einmal die Handlungsbereitschaft der Währungshüter. Die Worte verhallten jedoch weitgehend ungehört. In Italien war der Regierungswechsel lange ein Thema. Mit dem ehemaligen EZB-Chef Mario Draghi konnte ein wirtschaftlich wie politisch in Europa bestens vernetzter Technokrat und Verfechter der Währungsgemeinschaft gefunden werden. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index büßten Euro-Staatsanleihen 1,9 Prozent ein.

Europäische Unternehmensanleihen konnten sich den steigenden Renditen nicht entziehen, milderten den negativen Effekt jedoch durch rückläufige Renditeaufschläge ab und verzeichneten auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Minus von 0,8 Prozent. Steigende US-Renditen lasteten auch auf Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index), die im Februar 2,6 Prozent verloren.

Unternehmensanleihen

Renditeanstieg belastet, Risikoprämien aber rückläufig

Der Renditeanstieg an den Staatsanleihemärkten nahm im Februar an Fahrt auf und wurde zuletzt nicht nur von den Nominal-, sondern auch von den Realrenditen getrieben. Die Inflation im Euroraum stieg im Januar, vor allem durch Sondereffekte, deutlich an. Die Renditeentwicklung langlaufender Bundesanleihen folgte der US- Zinsstrukturkurve. Dort kam es über die langen Laufzeiten zu einer deutlichen Versteilerung, während das kurze Ende durch die lockere Geldpolitik weiterhin fest verankert blieb. Euro-Staatsanleihen (iBoxx € Sovereigns-Index) gaben 1,9 Prozent ab. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg um 26 Basispunkte auf minus 0,26 Prozent an.

Der durch Inflationsbefürchtungen ausgelöste Renditeanstieg an den Staatsanleihemärkten belastete auch die Unternehmenspapiere. Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade (ICE BofA Euro Corporate-Index, ER00) tendierten ab Mitte Februar etwas schwächer und gaben letztlich um 0,8 Prozent nach. Die Abwärtsentwicklung konnte etwas abgefangen werden, da sich die Risikoprämien des ER00 um drei auf 65 Basispunkte einengten. Sonst wäre der Gesamtverlust noch etwas höher ausgefallen. Die Neuemissionstätigkeit war leicht rückläufig, es wurden aber regelmäßig neue Papiere emittiert, die für die Anleger relativ teuer gepreist wurden.

Mit Blick auf die Untersektoren tendierten Nachrangpapiere (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) zunächst freundlich, liefen zum Monatsende hin aber ebenfalls leicht ins Minus (jeweils 0,4 Prozent). Die Spreadeinengung konnte dort ebenso höhere Verluste vermeiden. Bei den hochverzinslichen Papieren (High Yield) machte sich deren geringe Zinssensitivität bemerkbar. Der ICE BofA HEAG-Index ging, auch von der Spreadentwicklung begünstigt (minus 22 auf 278 Basispunkte), mit plus 0,4 Prozent aus dem Handelsmonat.

Die starke Zinsbewegung bei den amerikanischen Treasuries spiegelte sich auch deutlich am US-Unternehmensanleihemarkt wider. Der ICE BofA US-Large Cap Corporate-Index verlor in US-Dollar gerechnet zwei Prozent. Auch dort konnte der Spreadrückgang um acht Basispunkte die zinsbedingten Verluste etwas abfangen.

Emerging Markets

US-Renditeanstieg belastet Schwellenländeranleihen

Im Februar lasteten steigende US-Renditen zusammen mit idiosynkratischen Risiken auf den Anleihen aus den Schwellenländern. Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index verlor der in US-Dollar und Euro denominierte Gesamtmarkt 2,6 Prozent. Die Risikoaufschläge gegenüber US-Staatsanleihen hatten sich zudem um sechs auf 358 Basispunkte leicht erhöht. Der im August 2020 begonnene Trend zu höheren US-Renditen setzte sich im Februar mit hoher Dynamik fort. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die Ende Januar noch bei 1,07 Prozent lag, kletterte zum Monatsende kurzzeitig auf mehr als 1,6 Prozent. Als belastend erwiesen sich vor allem die Pläne für ein weiteres umfangreiches Konjunkturpaket der Biden-Regierung in Höhe von bis zu 1,9 Billionen US-Dollar. Marktteilnehmer gerieten in Sorge, ob die Maßnahmen nicht zu umfangreich seien und inflationäre Effekte nach sich ziehen könnten. Im Sommer könnte eine große Nachfrage auf eine dann noch eingeschränkte Produktion treffen. Darüber hinaus steigt mit dem geplanten Stimulus auch die Staatsverschuldung weiter an, was ebenfalls für höhere Renditen sorgte. Anleihen aus den Schwellenländern konnten sich diesen Vorgaben nicht entziehen.

Die Anlageklasse EM-Anleihen verbuchte im Februar dennoch Mittelzuflüsse, auch wenn diese geringer als im Vormonat ausfielen. In Summe verzeichnete das Marktsegment einen aggregierten Zufluss in Höhe von 8,3 Milliarden US-Dollar. Das Geschehen am Primärmarkt war zunächst rund um das chinesische Neujahresfest ruhig. Im weiteren Monatsverlauf zog aber dann die Platzierungsaktivität der Emittenten wieder an. Die Neuemissionen wurden am Markt insgesamt gut aufgenommen. Währungsseitig konnten gegen den Euro vor allem der Chilenische Peso (+2,3 Prozent), der Russische Rubel (+1,0 Prozent) und der Südafrikanische Rand (+0,7 Prozent) aufwerten, während der Philippinische (-1,4 Prozent), Mexikanische (-1,6 Prozent) und Argentinische Peso (-3,0 Prozent) die größten Verlierer waren.

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 28. Februar 2021, soweit nicht anders angegeben.

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